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Gipsfaserplatten: Einsatzbereiche, Praxiswissen und Informationen

Manchmal muss es etwas mehr sein: Wenn Trockenbaukonstruktionen besonders großen Belastungen Stand halten sollen, kommen häufig Gipsfaserplatten zum Einsatz. 

Überblick

Mit einem Klick auf die folgenden Links können Sie direkt zum jeweiligen Bereich springen.

Einführung: Was sind Gipsfaserplatten?

Die Herstellung von Gipsfaserplatten unterscheidet sich teils sehr von der herkömmlicher Gipsplatten: Denn während bei einfachen Gipsplatten ein Gipsbrei zwischen zwei Kartonschichten gegossen wird, der dann abbindet (erhärtet), bestehen die härteren Gipsfaserplatten aus Gips und recycelten Papierfasern. Die Einzigartigkeit von Rigidur H Gipsfaserplatten entsteht im Produktionsprozess: In einem speziellen Verfahren wird ein Gemisch aus Naturgips und Papierfasern auf einer Walzstraße kontinuierlich verpresst.

So entsteht, ähnlich wie in einem Stahlwalzwerk, eine Platte mit einer exakt definierten Dicke. Besonders harte und glatte Oberflächen sind das Ergebnis dieses Produktionsprozesses. Eine Oberflächenbeschädigung durch nachträgliches Planschleifen der Platten entfällt. Schleifspuren und herausstehende Fasern sind auf der geschlossenen Oberfläche nicht zu finden. Diese Fertigungstechnologie führt zu idealen, äußerst haltbaren und robusten Oberflächen, die für alle dekorativen Endbeschichtungen geeignet sind.

Von den Eigenschaften und Vorteilen der Gipsfaserplatten – glatt, hart und extrem robust – profitieren Bauherren und Verarbeiter gleichermaßen.

Möglichkeiten: Gipsfaser oder Gipskarton? Möglichkeiten von Gipsfaserplatten

Der Einsatz von Gipsfaserplatten ist natürlich immer dort sinnvoll, wo im Innenausbau hohe Anforderungen an die eingesetzten Baustoffe gestellt werden. Das kann zum Beispiel im Holzbau sein, bei dem Gipsfaserplatten (wie etwa unser Rigidur Sortiment) als statisch mittragendes Element der ideale Baustoff sind, oder in Bereichen wie Gewerbeimmobilien, in denen Wände, Fußböden oder Decken besonders stoßsicher und stabil sein sollten.

Gerade die gute Lastaufnahme macht möglich, was mit einer herkömmlichen Gipskartonplatte nicht so einfach umzusetzen ist: eine problemlose Lastenbefestigung, ohne aufwändige Speziallösungen wie etwa dem Anbringen von zusätzlichen Traversen. 

Rigidur H Gipsfaserplatten sind extrem stabil. Deshalb lassen sich Lasten problemlos und sicher an Wänden aus Rigidur H Gipsfaserplatten befestigen. Viele Gewichte, wie z. B. Bilder und Regale, lassen sich schon mit einfachen Schrauben direkt an der Wand befestigen. Und schwere Lasten, wie z. B. große Flatscreens oder Küchenschränke, werden einfach mit Hohlraumdübeln aus Kunststoff oder Metall an die Wände geschraubt.

Wenn es hart auf hart kommt: Erdbebensicherheit von Gipsfaserplatten

Aber nicht nur eine hohe Beanspruchung kann extreme Anforderungen an das Baumaterial Ihres nächsten Projektes stellen, auch Naturgewalten können eine schädigende Wirkung auf ein Gebäude verursachen. Die Sorge vor solchen Fällen ist auch hierzulande nicht vollkommen unbegründet: Jahr für Jahr gibt es in Deutschland leichte Erdbeben. In einigen Regionen sogar ca. alle 5 Jahre bis zur Stärke 5.

Gipsfaserplatten wie etwa Rigidur H können selbst diesen hohen Anforderungen begegnen. Die gutachterliche Stellungnahme der Forschungs-, Entwicklungs- und Materialprüfanstalt VHT Darmstadt G-650-07-II bescheinigt der Rigidur H Gipsfaserplatte die Duktilitätsklasse 2 und die uneingeschränkte Anwendbarkeit für die Abtragung der Erdbebenlasten in den Erdbebenzonen 2 und 3.

Gipsfaserplatten halten Vielem stand

Wände aus Rigidur H Gipsfaserplatten sind darüber hinaus unempfindlich gegenüber mechanischen Belastungen im Alltag wie z. B. Stößen, Schlägen und Kratzern durch scharfkantige Gegenstände. Und die extrem glatte und geschlossene Oberfläche der Rigidur H Gipsfaserplatten, ohne herausstehende Fasern oder Schleifspuren, eignet sich zudem hervorragend für Folgebeschichtungen.

Mit der Ausführung  einer Standardverspachtelung und einem breiteren Ausspachteln der Fugenbereiche ist die Oberfläche geeignet für z. B. fein strukturierte Wandbekleidungen, matte nicht strukturierte Anstriche/Beschichtungen oder Oberputze.

Da Rigidur H Gipsfaserplatten werkseitig vorgrundiert sind und keine Kartonoberflächen besitzen, lassen sich im Renovierungsfall z. B. Tapeten einfach und mit geringem Risiko einer Beschädigung der Wandoberfläche wieder entfernen.

Unsere Produkte und Systeme mit Gipsfaserplatten Rigidur:

Die Vorteile von Rigidur H Gipsfaserplatten

Sehen Sie anschaulich erklärt, in welchen Bereichen der Einsatz von Rigidur H Gipsfaserplatten Sinn ergibt und welche Vorteile sie bieten.

Rigidur H
Rigidur H

Einsatzbereiche: Gipsfaserplatten im Fußboden

Durch ihre hohe Stabilität und die einfache Verlegung eignen sich Gipsfaserplatten als Estrichelemente hervorragend zum Ausbau von Fußböden. Dabei werden in den meisten Bauvorhaben Fertigteilestriche, wie zum Beispiel die Rigidur Estrichelemente, als Tragschicht direkt auf einer passenden Schüttung zur Schaffung einer planebenen Fläche eingesetzt. Es entsteht ein belastbarer Fußboden, der auch hohen Ansprüchen an den Brand- und Schallschutz in besonderem Maße gerecht wird.

Die speziellen Estrichelemente bestehen aus zwei bereits werkseitig miteinander verbundenen Gipsfaserplatten, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind. Die Einsatzorte solcher fertigen Estrichelemente erstrecken sich von Wohnhäusern über Gewerbeimmobilien bis hin zu Kliniken und anderen öffentlichen, stark frequentierten Gebäuden. Sie können die Eigenschaften Ihres Fußbodens beeinflussen, indem Sie Rigidur Estrichelemente einsetzen, die in ihrem Aufbau genau zur geplanten Anforderung passen.

Genaue Verarbeitungshinweise finden Sie in unserer Produktbroschüre.

Gipsfaserplatten in Wand, Decke und Dach

Im Innenausbau finden Gipsfaserplatten wie Rigidur in Wänden, Decken und Dächern verbreitet Anwendung. Denn im Vergleich zur herkömmlichen Gipsplatte sind sie weitaus widerstandsfähiger und bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten: Sie sind für den Trennwandbau geeignet, für Dachschrägen oder Decken sowie universell als Feuerschutz- und Feuchtraumplatte (für häusliche Bäder) verwendbar. Das macht diesen Baustoff beliebt und verbreitet zugleich.

In unserer Broschüre finden Sie alle angebotenen Produkte sowie viele praktische Anwendungshinweise und Anleitungen.

Gipsfaserplatten im Holzbau

Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich ist der Einsatz im Holzbau. Rigidur Gipsfaserplatten und  Estrichelemente bestehen aus hoch verpresstem Naturgips mit einer Armierung durch spezielle Papierfasern aus Recyclingmaterial. Dank dieser besonderen Struktur zeichnen sich alle Rigidur Lösungen für den Holzbau durch eine extrem harte, robuste und sehr glatte Oberfläche aus. Mit ihrer ökologischen Herstellungsweise aus Naturstoffen wie Gips sowie einer hohen Umweltverträglichkeit sind Rigidur H Gipsfaserplatten im Holzbau eine gern genutzte Möglichkeit des ökologischen Bauens für Wände, Böden, Decken oder beispielsweise den Dachausbau. Selbstverständlich verfügen sie über die notwendige Zulassung als tragende Beplankung bei statischen Anforderungen.

Weitere Informationen zu den speziellen Einsatzmöglichkeiten finden Sie in unserer Broschüre.

Wand aus Rigipsplatten

Trockenbau-Wände aus hochwertigen Rigipsplatten sind flexibel einsetzbar, platzsparend und langlebig. Kurze Bauzeiten machen sie besonders wirtschaftlich. Jetzt informieren.

Zur Lösung und Anwendung

Ökologische Aspekte: Gipsfaserplatten

Den Rigidur Gipsfaserplatten von RIGIPS wurde unter anderem vom Institut für Baubiologie in Rosenheim (IBR) in mehreren Prüfungen die baubiologische Unbedenklichkeit bescheinigt. Weiterhin sind sie Bestandteil der Liste zum wohngesunden Bauen im SENTINEL HAUS Portal. So kann bei Wänden, die ausschließlich aus Rigidur H Gipsfaserplatten gefertigt sind, beispielsweise praktisch kein Formaldehyd in der Raumluft nachgewiesen werden – anders als es bei einigen Holzwerkstoffprodukten der Fall sein könnte.

Der Hauptbestandteil Gips als natürlicher Rohstoff trägt gerade unter ökologischen und baubiologischen Gesichtspunkten besonders zum Wohlbefinden und zu einem guten Raumklima bei. Rigidur H Gipsfaserplatten nehmen übermäßige Feuchtigkeit z. B. aus Räumen wie Bädern und Küchen auf und geben sie zeitversetzt bei trockener Umgebungsluft wieder ab. Diese geprüfte Eigenschaft der Wasserdampf-Adsorptionsfähigkeit wirkt genauso effektiv wie bei ökologischen Lehmputzwänden mit ihren bekannten feuchteausgleichenden Eigenschaften.

Raumluftreinigung: Filterung von Formaldehyden aus der Raumluft

Darüber hinaus trägt das Rigidur H Gipsfaser-Sortiment mit dem Zusatz „Activ’Air“ aktiv zur Verbesserung der Raumluft bei, indem es Luftschadstoffe aus der Umgebungsluft aufnimmt und in ungefährliche Verbindungen umwandelt: Luftschadstoffe, darunter die leichtflüchtigen organischen Kohlenstoffverbindungen (sogenannte „VOC´s“),  die unter anderem aus Möbeln, Teppichen, Farben oder Baustoffen in die Raumluft gelangen können, wirken belastend und können negative Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden haben – Gipsfaserplatten wirken somit raumluftreinigend.

Entwicklungen der Formaldehyd-Grenzwerte in vielen Ländern der Europäischen Union und Mitgliedsstaaten der WHO deuten übrigens darauf hin, dass es in naher Zukunft schärfere Grenzwerte für Deutschland oder die ganze EU geben wird. Darauf kann man sich schon heute optimal mit den Activ’Air Systemen von RIGIPS vorbereiten, zumal die luftreinigende Wirkung der Gipsfaserplatten über sehr lange Zeiträume erhalten bleibt. Berechnungen belegen eine Wirksamkeit von wenigstens 50 Jahren.

Dachbodendämmung: Rigidur® Dachbodenelement 032 TF - Höchste Zeit für den Klimawandel im Dachgeschoss

Rund 40 % des gesamten Energieverbrauchs sowie etwa ein Drittel der CO2-Emissionen entfallen auf Gebäude. Effiziente Wärmedämmungen im Gebäudebestand tragen wesentlich zum Energiesparen, zur Wertsteigerung von Immobilien und nicht zuletzt zu einem höheren Wohnund Lebenskomfort sowie zur Schonung von Ressourcen und der Umwelt bei.

Warum Geld in eine Dämmung investieren?

Effiziente Dachbodendämmung mit Rigidur Dachbodenelementen gem. der EnEV zahlt sich langfristig aus, denn:

  • Es geht keine unnötige Energie mehr über das Dach verloren
  • Weniger Heizkosten durch effizientere Dämmung
  • Weitere Nutzung des Dachbodens evtl. sogar zur Wohnraumerweiterung
  • Keine Einschränkung der Räume unterhalb des Dachbodens

Starke Argumente für die Dachbodendämmung

Nachhaltiger Umweltschutz

Mit der energetischen Optimierung eines durchschnittlichen frei stehenden Einfamilienhauses durch eine Dämmung der obersten Geschossdecke geht eine deutliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes um ca. 28 % einher, was maßgeblich zum Klimaschutz beiträgt.

Deutliche Energie- und Kosteneinsparung – bis zu 90 % Heizkosten senken

Eine Dämmung der obersten Geschossdecke führt zu einer nachhaltigen Senkung des Energieverbrauchs und somit zur Reduzierung von Heizkosten.

Wertsteigerung der Immobilie – schlechte Energiebilanz drückt Immobilienpreis um 21 %

In Zeiten steigender Energiepreise wirkt sich bereits der Anschein eines energetischen Sanierungsrückstands negativ auf den Marktwert einer Immobilie aus.

Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist eine geeignete Lösung, um die Anforderungen der EnEV 2014 zu erfüllen und die Energieeffizienz des Gebäudes nachhaltig zu steigern. Dies drückt sich nicht zuletzt auch in der Klassifizierung im Energieausweis aus und bedeutet eine dauerhafte Werterhaltung bzw. eine Wertsteigerung der Immobilie.

Musterbeispiel: Heizölbedarf nach Bilanzierung Referenzort EnEV - Potsdam

Vorteile der Rigidur Dachbodenelemente 032 TF im Überblick:

✓ Dauerhaft behagliches Raumklima

✓ Lückenlose Verlegung durch Treppenfalz (wärmebrückenfrei)

✓ Direkt begehbare und belastbare Bodenfläche

✓ Bis zu 30 % Zeitersparnis bei loser Verlegung

✓ Perfekte Dachbodendämmung in geringer Montagezeit

✓ Hervorragende Dämmeigenschaften

✓ Problemlose Erfüllung der EnEVAnforderung

✓ Über 20 % weniger Dämmmaterial bei gleicher Leistung

✓ Vorbereitung für die spätere Umgestaltung zum Wohnraum gegeben

Flexible wärmebrückenfreie Verarbeitung durch drei Einbauvarianten

1. Lose Verlegung: Die lose Verlegung istHinweis zur Rigidur Dachbodenelement
besonders schnell durchzuführen und damit auch extrem wirtschaftlich. Die Elemente werden im Verbund lose aneinander gelegt. Diese Verlegeart eignet sich besonders für Dachböden mit einer geringen Beanspruchung. Mit der losen Verlegung erreichen Sie gegenüber der traditionellen Verarbeitung mit Kleben und Schrauben bis zu 30 % Einsparung in der Montagezeit.

2. Verklebte Verlegung: Die verklebte Verlegung gewährleistet eine in sich geschlossene Konstruktion. Die Fugen werden verfestigt und kraftschlüssig verbunden.

3. Verklebte und verschraubte Verlegung: Die verklebte und verschraubte Variante ist als traditionelle Verlegung besonders gut bekannt. Im fertigen Zustand bietet diese Verbindung aus Verschraubung und Verklebung ein Höchstmaß an Stabilität.

Egal, für welche der Varianten Sie sich entscheiden jede erlaubt Ihnen eine effiziente und sichere Dämmung. Eine spätere Aufwertung des Dachbodens auf Wohnraumniveau ist problemlos durch die Verlegung einer zusätzlichen Lage mit Rigidur H-Gipsfaserplatten möglich. Das sorgt für eine erhöhte Belastbarkeit des Bodens.
 

Erdbeben: Gipsfaserplatten bei Erdbeben - Mit RIGIPS können Sie auch in Erdbebengebieten sicher bauen!

Bilder von durch Erdbeben zerstörte Gebäude oder sogar ganzer Städte kennen die meisten Menschen in Deutschland glücklicherweise nur aus dem Fernsehen. Doch auch in Deutschland können sich durchaus größere Erdbeben ereignen, insbesondere Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Teile Bayerns sind hier am stärksten betroffen.

Das Auftreten von Erdbeben ist jedoch nicht gleichbedeutend mit schweren Beschädigungen oder sogar einstürzenden Gebäuden, denn es gibt Möglichkeiten, erdbebensicher zu bauen:
Derzeit gilt in Deutschland die DIN 4149:2005-04, die sich mit Bauten in deutschen Erdbebengebieten, den Lastannahmen sowie der Bemessung und Ausführung üblicher Hochbauten befasst. Ebenso gibt es auf europäischer Ebene den Eurocode 8 (DIN EN 1998-1), der im Wesentlichen den Inhalten der DIN 4149 entspricht und fordert, dass bauliche Anlagen so zu bemessen und auszubilden sind, dass sie einem definierten Bemessungserdbeben widerstehen können und auch nach dem Beben über eine ausreichende Resttragfähigkeit verfügen.

Nicht tragende Bauteile sind so auszubilden, dass sie im Falle eines Erdbebens keine Personen gefährden.  Auf den Kern reduziert heißt das:

  • menschliches Leben ist zu schützen
  • Schäden müssen begrenzt bleiben und
  • wichtige Bauwerke zum Schutz der Bevölkerung müssen funktionstüchtig bleiben

Um ein erdbebensicheres Gebäude zu planen, gilt es das Verhalten von Gebäuden bei Erdbeben zu verstehen. Wenn die nachfolgend aufgeführten Grundprinzipien bei der Planung berücksichtigt werden, bieten die Bemessungsregeln im wörtlichen Sinn eine solide Basis:

  • vorwiegend horizontale Beschleunigungen aus dem Boden aktivieren die gesamte Tragstruktur des Gebäudes
  • entgegen der quasi-statischen Lastannahmen von Eigen- und Nutzlasten weisen die tatsächlichen dynamischen Kräfte eines Erdbebens deutlich größere Streuungen im Vergleich zu den anzusetzenden Ersatzlasten auf
  • die quasi-statische Bemessung eines Tragwerks ist durch eine auf der sicheren Seite liegenden „Unterschätzung“ der Steifigkeit gekennzeichnet, im Lastfall Erdbeben müssen die Steifigkeiten möglichst genau abgeschätzt werden, um realistische Ersatzlasten ermitteln zu können

An Gebäude, die dem Schutz der Bevölkerung dienen (z.B. Krankenhäuser, Feuerwehr), werden zu Recht höhere Anforderungen gestellt, als an Wohnhäuser. Öffentliche Gebäude, wie Schulen oder Kindergärten  (Bedeutungskategorie III) werden aus gutem Grund in Holzbauweise erstellt: Sie sind robust genug, um auch Erdbeben stand zu halten.  Erdbebensichere Holztafelbauten können nach DIN 4149, Kapitel 10 bemessen werden. Die Robustheit einer Gebäudestruktur in Holzbauweise wird im Wesentlichen durch die Fähigkeit beeinflusst, äußere Lasteinwirkungen in Form von elastisch-plastischer Verformung der mechanischen Verbindungsmittel aufzunehmen, was gemeinhin als Energiedissipation bezeichnet wird.

Ein weiterer Aspekt der Robustheit liegt in der Geometrie der Gebäudestruktur. In der DIN 4149-1 wird dies als „Regelmäßigkeit im Grund- und Aufriss“ beschrieben. Dabei verhalten sich regelmäßige Strukturen erdbebentechnisch günstiger als unregelmäßige Strukturen.

Auch die statisch nicht tragenden Bauteile leisten einen Beitrag zum Verhalten eines Gebäudes gegenüber Erdbeben. Je höher die Gesamtmasse des Gebäudes ist, desto höher ist auch die mitschwingende Masse, also auch die im Erdbebenfall anzusetzenden Ersatzlasten. Der leichte Innenausbau bietet hier demnach gleich zwei wichtige Vorteile:

  • die Reduktion der mitschwingenden Masse, und
  • die Dämpfung der dynamischen Reaktion.

Erdbebenzonen in Deutschland

Deutschlandkarte

Deutschland Erdbebenzonen

Allgemeine Infos 

Lagerung, Transport, Plattenbearbeitung, Baustellenbedingungen etc.

Lagerung

  • Rigidur-Platten auf einer ebenen Unterlage (Palette) oder auf Kanthölzern im Abstand von max. 350 mm horizontal lagern.
  • Platten vor Feuchtigkeit (Regen, Schnee) schützen und vor dem Einbau auf die Umgebungstemperatur bringen. Diese darf nicht unter + 5 °C liegen. Schnelles, schockartiges Aufheizen vermeiden. Eine Beheizung mit Gasbrennern kann zu Kondensatbildung auf den kalten Wandoberflächen führen. Hier ist ein ausreichender Luftaustausch erforderlich.
  • Bei der Plattenlagerung auf die Tragfähigkeit des Untergrundes achten (z. B. 1 Palette à 70 Stück Rigidur H Kleinformat wiegt ca. 1,2t.) 

Transport

  • Beim Transport mit Gabelstaplern muss der Gabelabstand mindestens 1 m betragen.
  • Einzelplatten sind hochkant zu transportieren ansonsten werden Rigidur-Gipsfaserplatten mit geeigneten Transportmitteln (Hub- oder Plattenwagen) befördert.

Rigips - Hinweise

  • Sollten die Rigidur-Platten kurzzeitig feucht geworden sein, müssen sie vor der Verarbeitung vollständig durchtrocknen.
  •  Zum Trocknen müssen die Platten vereinzelt werden.
  • Bei Hochkantlagerung feuchter Platten besteht die Gefahr einer bleibenden Verformung.
  • Rigidur-Platten und das entsprechende Zubehör, wie z. B. Fugenspachtel oder Ansetzbinder sollten grundsätzlich innerhalb von Gebäuden trocken aufbewahrt werden.
  • Einzubauende Mineralwolle muss der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV.) sowie der DIN 18165-1 entsprechen.

Plattenbearbeitung

Zuschnitt

  • Die Rigidur H Gipsfaserplatten lassen sich problemlos mit den üblichen Holz- und Trockenbauwerkzeugen bearbeiten. Die Platten sollten hierbei auf einer ebenen Unterlage, auf dem Plattenstapel oder auf einem Zuschnitttisch flach aufliegen.
  • Die Rigidur H Platten lassen sich ebenfalls mit einem Messer ritzen und auf dem Plattenstapel brechen. Der Einsatz eines speziellen Plattenreißers ist unnötig. Ein handelsübliches Messer mit gehärteten Klingen ist völlig ausreichend. Das rückseitige Anritzen der Platten ist ebenfalls nicht erforderlich.
  • Zuschnitte lassen sich einfach mit Handkreissägen, vorzugsweise Tauchsägen mit ausreichender Absaugung, durchführen. Die optimale Drehzahl und die Auswahl des Sägeblattes sind in Abhängigkeit der vorhandenen Säge selbst zu bestimmen. Tipp: Sägeblätter mit 1,8 - 2,2 mm breiter Wechselzahnung liefern gute Ergebnisse.
  • Rigidur Platten lassen sich einfach und leicht bohren, schleifen, raspeln und fräsen. Rundungen werden mit Stichsägen ausgeführt.

Ausschnitte

  • Ausschnitte, z. B. für Hohlwanddosen oder Rohrdurchführungen, einmessen, anzeichnen und mit dem Hohlwanddosenfräser bzw. Stichling oder der Stichsäge ausschneiden.
  • Die Aussparung für Rohre und Leitungen sollte mind. 10 mm größer ausgeführt werden, als der Rohrbzw. Leitungsdurchmesser ist.
  • Die Zwischenräume sind, gemäß den jeweiligen Hinweisen für Feuchte- / Schall- und Brandschutz, zu schließen.

Rigips Verarbeitungshinweise

  • Rigidur Platten mit bruchrauen Kanten können nur verspachtelt, nicht aber verklebt werden.
  • Rigidur Platten, die an den Kanten eine exakte Schnittführung aufweisen, können in Klebefugentechnik verarbeitet werden.

Baustellenbedingungen

Der Ausbau mit Gipsplatten-Systemen steht heute auf einem verarbeitungstechnisch sehr hohen Niveau. Um Fehler zu vermeiden und um beim Ausbau mit Gipsplatten-Systemen Klarheit hinsichtlich baulicher Rahmenbedingungen zu schaffen, also um Qualität zu sichern, werden nachfolgende Empfehlungen und Hinweise für den Verarbeiter gegeben.

Diese Aussagen zu Baustellenbedingungen werden gestützt durch die Industriegruppe Gipsplatten im Bundesverband der Gipsindustrie e. V. oder www.gips.de

  • Beplankungen mit Gipsplatten sollten bei länger andauernder relativer Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 % im Gebäude nicht durchgeführt werden.
  • Nach der Montage sind Gipsplatten-Systeme vor längerer Feuchtigkeitseinwirkung zu schützen.
  • Innerhalb von Gebäuden ist auch nach Abschluss der Montagearbeiten für eine ausreichende Lüftung zu sorgen.
  • Spachtelarbeiten dürfen erst erfolgen, wenn keine größeren Längenänderungen der Gipsplatten infolge Feuchte- bzw. Temperaturänderungen mehr zu erwarten sind.
  • Für das Verspachteln darf eine Material- und Raumtemperatur von + 5 °C nicht unterschritten werden.

Alle Systeme von RIGIPS finden Sie hier.

Winterbau

  • Schnelles, schockartiges Aufheizen der Räume ist zu vermeiden, da sonst infolge von Längenänderungen Spannungsrisse entstehen können. 
  • Ein direktes Anblasen der Gipsplattenflächen mit Heiß- oder Warmluft ist zu vermeiden.
  • Für ausreichende Be- und Entlüftung ist zu sorgen.

Rigips Hinweise

  • Putz- und Estricharbeiten führen im Allgemeinen zu einer drastischen Zunahme der relativen Luftfeuchtigkeit. Hierbei ist für eine gründliche und gleichmäßige Lüftung zu sorgen.
  • Einzubauende Mineralwolle muss der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV.) sowie der DIN 18165-1 entsprechen.
  • Das Einbringen von Nassestrich, Gussasphalt und Nassputzen sollte vor dem Einbau der Gipsfaserplatten durchgeführt werden. Ist dies in der Gewerkeabfolge nicht möglich, sollte zumindest die Fugenverspachtelung erst nachträglich erfolgen, um Rissbildungen im Fugenbereich zu vermeiden.