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Baulicher Brandschutz: Vorgaben, Umsetzung und Einbau

Der vorbeugende Brandschutz mindert das Brandrisiko in Gebäuden und ist gesetzlich geregelt. So setzen Sie die Anforderungen im modernen Innenausbau erfolgreich um.  

Überblick

Mit einem Klick auf die folgenden Links können Sie direkt zum jeweiligen Bereich springen.

1. Einführung

2. Feuerwiderstandsklassen

3. Baulicher Brandschutz 

4. Brandschutzdecken

5. Lösungen

Einführung: Brandschutz - Hoher Stellenwert bei Planung und Ausführung

Brände verletzen jährlich unzählige Menschen und verursachen Gebäude- und weitere Sachschäden, die allein in Deutschland mit rund vier Milliarden Euro beziffert werden und Existenzen gefährden können.

Kein Wunder, dass der Gesetzgeber Regeln und Vorgaben zur Vermeidung und Eindämmung von Bränden definiert hat. 

Ein guter Brandschutz erhöht außerdem das subjektive Sicherheitsgefühl, was wiederum zum Wohlbefinden beiträgt.

Brandschutz: Die wichtigsten Anforderungen

Dem sogenannten vorbeugenden Brandschutz werden alle baulichen und organisatorischen Maßnahmen zugeordnet, die dazu beitragen, die weitere Ausbreitung eines Brandes, also von Feuer und Rauch, zu vermeiden. Zudem dient der bauliche Brandschutz dazu, Flucht- und Rettungswege im Falle eines Brandes über eine bestimmte Zeit zur Entfluchtung des Gebäudes sicherzustellen.

Was ist baulicher Brandschutz?

Aus dieser Vorgabe ergeben sich Anforderungen an

  • die (Nicht-)Brennbarkeit der Baustoffe.
  • die Feuerwiderstandsdauer der Konstruktion.
  • die Dichtheit der Verschlüsse von Öffnungen.
  • die Anordnung, Lage und Gestaltung von Rettungswegen.

Wie wird Brandschutz in der Regel realisiert?

Während Fachplaner und Architekten Rettungswege direkt bei der Planung der Gebäude mitdenken und realisieren müssen, kommt es bei den weiteren Anforderungen vor allem auf die geeignete Konstruktion und Materialauswahl an.

Für den Brandschutz bietet RIGIPS eine Reihe passender Lösungen an, die von einfachen Trennwänden und selbständige Decken mit Feuerwiderstand bis hin zu hochwertigen Brandschutzkonstruktionen wie z. B. Tragwerksbekleidungen reichen.

Für jede dieser Konstruktionen bieten wir die richtige Feuerschutzplatte oder Spezial-Brandschutzplatte an.
Bereits von Haus aus ist Gips ein wertvoller Baustoff, wenn es um Brandschutz-Belange geht. Denn: Er ist unbrennbar. Gipsplatten speichern zudem Wasser in kristalliner Form, das sich bei großer Hitze in Dampf verwandelt und über die Platte legt.

In unserem Portfolio finden Sie z. B. einfache Feuerschutzplatten aber auch weitere Gipsplatten wie etwa Rigips Die Dicke, mit der sich wirtschaftliche und leistungsfähige Brandschutzdecken- und -Wände in der Feuerwiderstandsklasse F 90 erstellen lassen.

Eine besonders leistungsfähige Brandschutzplatte ist die Rigips Glasroc F, die in diversen hochwertigen Brandschutzlösungen zum Einsatz kommt. Nähere Informationen finden Sie auch in unserer Broschüre Baulicher Brandschutz mit Glasroc F

Erreicht werden die vorgeschriebenen Anforderungen mithilfe von durchdachten Konstruktionen und leistungsfähigen Materialien. Für alle Brandschutzkonstruktionen halten wir die notwendigen aktuellen Prüf- und Anwendbarkeitsnachweise bereit.

Sonderfall: Brandschutz im Holzbau

Im Gegensatz zu Gips ist Holz ein brennbarer Baustoff. Aus diesem Grund sind z. B. in Fluchtwegen keine brennbaren Baustoffe zulässig. Im mehrgeschossigen Holzbau sollten sichtbare Holzoberflächen zudem begrenzt werden, um deren Mitbrennen nach Ausbruch eines Vollbrandes zu verhindern.

Eine Faustregel besagt: Sind Fußboden und Decke brennbar, dann müssen Wände nichtbrennbar bekleidet werden – und umgekehrt.
Auch Stützen und Träger aus Holz müssen im Sinne des Brandschutzes sorgfältig bekleidet werden (Zur Seite "Trägerbekleidung").

Einen Schutz des Holzes vor Entzündung bieten nichtbrennbare Plattenwerkstoffe, insbesondere gipsbasierte Patten wie die Rigips Feuerschutzplatte oder die Gipsfaserplatte Rigidur H. Die Kristallstruktur des Gipses verändert sich bei Brandeinwirkung und chemisch gebundenes Wasser wird freigesetzt. Die Verdunstung bewirkt einen Kühleffekt. 

Die brandschutztechnisch wirksame Bekleidung von (brennbaren) Bauteilen mit nichtbrennbaren Baustoffen wird als Kapselung bezeichnet. Die Brandschutzfunktion K nach DIN EN 13501-2 gibt die Fähigkeit einer solchen Bekleidung wieder, das direkt dahinter liegende Material für eine festgelegte Zeit gegen Entzündungen, Verkohlung und anderen Schäden zu schützen.

Lesen Sie mehr über unsere Lösungen zum Brandschutz im Holzbau in der Broschüre "Planen und bauen. Holzbau" ab Seite 226.

Unsere Produkte und Systeme für den Brandschutz:

Feuerwiderstandsklassen: Effektiver Brandschutz - Das Material macht den Unterschied 

Der bauliche Brandschutz stellt Anforderungen an das Material und die eigentliche Konstruktion. Beim Material selber wird wesentlich die Brennbarkeit des Baustoffes bewertet, bei der Konstruktion wiederum die Dauer des Feuerwiderstandes.

Was ist die Feuerwiderstandsklasse?

Bauteile werden entsprechend ihrer Feuerwiderstandsdauer in unterschiedliche Feuerwiderstandsklassen eingeteilt. Wichtig für den Brandschutz im Trockenbau sind die Normen DIN 4102 bzw. DIN EN 13501, die sich auf nichttragende innere Trennwände beziehen. Sie besagen, dass die Bauteile einem Feuer eine festgelegte Anzahl von Minuten widerstehen müssen. Daraus ergibt sich die Feuerwiderstandsklasse. In der Regel sind das F 30, F 60, F 90 oder F 120. Feuerwiderstandsklasse F 30 zum Beispiel bedeutet, dass das entsprechende Bauteil beim Brandversuch über einen Zeitraum von 30 Minuten dem Feuer durch Raumabschluss standgehalten hat und Grenztemperaturen nicht überschritten wurden. Die Kennungen A und B unterteilen in brennbare (A) und nichtbrennbare (B) Baustoffe. 

Montagewände in allen Feuerwiderstandsklassen brandschutzsicher errichten

Schon mit einer einlagigen Beplankung aus Rigips Feuerschutzplatten RF 12,5 auf jeder Seite können Sie Montagewände ohne den brandschutztechnisch notwendigen Einsatz von Dämmstoffen sicher in der Feuerwiderstandsklasse F 30-A errichten. Dafür verbauen Sie unsere Feuerschutzplatte RF mit Rigips Wandprofilen in einem Ständerabstand von 625 mm. Die Wanddicke kann hierbei 75, 100 oder 125 mm betragen, die Wandhöhe je nach Stärke bis zu 5.000 mm.

Sie können die Wand zusätzlich mit Mineralwolle dämmen. Erforderlich ist das jedoch nicht. Dem Verschluss der Fugen und dem dichten Anschluss an angrenzende Bauteile dient unser VARIO Fugenspachtel.

Feuerwiderstandsklasse F 90-A

Für eine Feuerwiderstandsklasse bis F 90-A benötigen Sie eine doppelte Beplankung mit Rigips Feuerschutzplatten RF 12,5 mm pro Wandseite. Die Dicke der Wände kann bei dieser Konstruktion von 100 bis 150 mm reichen. Die maximale Höhe beträgt 6.500 mm. Auch hier ist eine Dämmung brandschutztechnisch nicht erforderlich.

Bei Trennwänden mit Wandhöhen bis zu 8.200 mm empfehlen wir eine einlagige Beplankung mit der Gipsplatte Rigips Die Dicke 25. Damit erreichen Sie ebenfalls eine Feuerwiderstandsklasse von F 90-A.

Feuerwiderstandsklasse F 180-A

Für Wandsysteme mit einer höheren Feuerwiderstandsklasse als F 90 (bis F 180-A) benötigen Sie eine dreifache Beplankung. Die dreilagige Anbringung der Rigips Feuerschutzplatten RF 12,5 mm ergibt dann insgesamt eine Wandstärke von 150 bis 200 mm. Auf diese Weise können Wände bis zu einer Höhe von 9.000 mm erstellt werden.

Brandschutzdecke mit Feuerwiderstand F 90

Was für Wände gilt, trifft in ähnlicher Form auch auf Decken zu. Hier wird zwischen selbständigen Brandschutzdecken und herkömmlichen Decken, welche in Verbindung mit der Rohdecke funktionieren, unterschieden. Wir bieten umfangreiche Deckensysteme beider Arten an, die jeweils abgehängt oder freitragend ausführbar sind. In der Baupraxis finden sich besonders häufig Decken in den Feuerwiderstandsklassen F 30 und F 90.

Ab einer bestimmten Gebäudeklasse und z. B. in verschiedenen Sonderbauten müssen Decken in bestimmten Bereichen – etwa in notwendigen Fluren des Kellergeschosses – die Feuerwiderstandsklasse F 90 erreichen. In diesem Zusammenhang weisen wir auf unsere Sanierungsdecken hin, die im Bestand zur Anwendung kommen.

Leistungsstarke Brandschutzplatten

Unsere Brandschutzsysteme, egal ob in Wand, Decke oder Tragwerksbekleidung, basieren auf leistungsstarken Feuer- und Brandschutzplatten. Dabei ist in allen unseren Gipsplatten der Feuerschutz schon von Haus aus eingearbeitet: Rigips Platten sind gemäß DIN 4102 nichtbrennbar. In ihrem Gipskern sind zudem rund 20 Prozent gebundenes Kristallwasser enthalten, das sich im Brandfall wie ein schützender Schleier auf die Oberfläche der Platte legt.

Baulicher Brandschutz: nach Maß mit Brief und Siegel

Brandschutz im Trockenbau ist keine Aufgabe, die Bauherren nach Gefühl erledigen sollten. Genaue Klassifizierungen, Prüfberichte und Zertifikate werden von Behörden und Bauaufsichten verlangt und sind daher die Arbeitsgrundlage für Verarbeiter.

Was ist vorbeugender Brandschutz?

Das alles ist wichtig, um dem Bedarf nach einem wirksamen vorbeugenden Brandschutz zu entsprechen. Diesem werden alle baulichen Maßnahmen zugeordnet, die dazu beitragen, die weitere Ausbreitung von Feuer und Rauch zu vermeiden. Das umfasst die Anordnung, Lage und Gestaltung von Rettungswegen, aber auch die Nichtbrennbarkeit der eingesetzten Baustoffe, die Feuerwiderstandsdauer der Konstruktion und die Dichtheit der Verschlüsse von Öffnungen.

Wie helfen wir Bauherren, Verarbeitern und Fachplanern dabei?

Wir bieten eine Vielzahl von sicheren Systemen, mit denen Sie höchste Brandschutzanforderungen erfüllen können. Gipsplatten basieren auf dem natürlichen Rohstoff Gips und enthalten kristallin gebundene Wasseranteile, die im Brandfall wie „eingebautes Löschwasser“ funktionieren. So leisten bereits unsere herkömmlichen Bauplatten einen wichtigen Beitrag zum vorbeugenden Brandschutz. Feuerschutzplatten, spezielle Brandschutzplatten sowie optimal aufeinander abgestimmte Systemkomponenten sorgen für maximale Sicherheit.

Vom sanierten Altbau bis zum modernen Wohnbauprojekt, von kommerziell genutzten Gebäuden bis zu öffentlichen Großbauten: Unser in 75 Jahren entstandener Erfahrungsschatz in Sachen Brandschutz hilft Ihnen bei der rechtssicheren und fachgerechten Ausführung Ihrer Projekte.

Mit unseren leistungsfähigen und wirtschaftlichen Brandschutzlösungen  und unseren hochwertigen Feuer- und Brandschutzplatten (z. B. Rigips Feuerschutzplatte RF, Rigips Die Dicke oder Glasroc F) sind Sie auf der sicheren Seite. Zur Produktdatenbank

Schon mit einer einlagigen Beplankung auf jeder Seite können Sie Montagewände sicher in der Feuerwiderstandsklasse F 30-A ausführen (genaue Beschreibung siehe Text 2). Das geben wir Ihnen auch gern schriftlich: Im Rahmen unserer Systemkalkulation für Brandschutzlösungen können Sie direkt die entsprechenden Prüfzeugnisse anfordern.

Brandschutz

Wir wissen, wie Brandschutz im Trockenbau geht. Das geben wir Ihnen schriftlich: Zulassungen und Prüfzeugnisse garantieren höchste Sicherheit der Rigips Brandschutzkonstruktionen.

Unsere Brandschutz-Lösungen

Brandschutzdecken: Freitragendes Deckensystem für horizontalen Brandschutz

Feuer kann nicht nur vertikal, sondern auch horizontal von einem Raum in den anderen übergreifen. Deshalb sind auch Decken relevant für den baulichen Brandschutz.  Ab der Gebäudeklasse 4 müssen diese deshalb in bestimmten Bereichen – z. B. in notwendigen Fluren des Kellergeschosses – feuerbeständig entsprechend der Klasse F 90 ausgeführt sein. Ähnliche Anforderungen gibt es auch an Decken in der Gebäudeklasse 5 sowie oftmals im Rahmen von Sonderbauten oder Raum-in-Raum-Konzepten.

Die Brandschutzdecke F 90: Passgenau für alle Ansprüche

Für Vorhaben wie diese bieten wir Ihnen unser freitragendes F 90 Deckensystem an. Es kann in gewohnt wirtschaftlicher Weise und mit den Vorteilen einer freitragenden Decke als selbständige Unterdecke konstruiert werden. Den Aufbau des Systems können Sie frei wählen – je nachdem, ob der Brandschutz aus dem Zwischendeckenbereich nach oben oder unten gerichtet werden soll.

Sie können unsere freitragende F 90 Decke sowohl im Neubau als auch in der Sanierung von bestehenden Gebäuden einsetzen. Sie lässt sich in allen Bereichen verwenden, wo brandschutztechnische Anforderungen gestellt sind. Hierzu zählen z. B. Rohdecken, die aus statischen Gründen keine weiteren Belastungen durch abgehängte Deckensysteme zulassen.

Was ist eine Feuerschutzplatte und wie wird diese verarbeitet?

Unser freitragendes Deckensystem besteht aus raumbreiten, frei spannenden Rigips CW-Profilen (RigiProfil MultiTec), die mit einer unterseitigen Bekleidung aus Glasroc F Brandschutzplatten in 15 mm + 20 mm versehen sind. Diese spezielle Brandschutzplatte entspricht als vliesarmierte Gipsplatte nach DIN EN 15283-1 dem Typ GM-FH2. Damit können Sie sie sogar in Räumen mit zeitweise erhöhter Luftfeuchtigkeit verwenden. Der verbesserte Gefügezusammenhalt der Platte ermöglicht es Ihnen, äußerst leistungsfähige Brandschutzkonstruktionen herzustellen: Glasroc F ist auch nach langer Brandeinwirkung noch formstabil und rissfrei.