Neue Musikakademie in Staufen: Optimale Raumakustik für höchstes Klangerlebnis
14. Rigips Trophy: Günter Nagel Bauleistungsservice GmbH gewinnt ersten Platz in der Kategorie „Deckenlösungen“
In der neuen Musikakademie am Stadteingang von Staufen im Breisgau kommen Musizierende und Gäste gleichermaßen auf ihre Kosten. Denn die 13 Konzert- und Probesäle ermöglichen Klangerlebnisse, die ihresgleichen suchen. Grundlage für die hohe Klangqualität ist die hervorragende Raumakustik, für deren Umsetzung die Günter Nagel Bauleistungsservice GmbH aus dem baden-württembergischen Teningen verantwortlich war. Dabei gehörten die Schallabsorption und Schallreflektion zu den größten Herausforderungen der Ausbauspezialisten. Insbesondere an die Decken und Wände der Probe- und Aufführungsräume wurden höchste raumakustische Anforderungen gestellt. Das Team um Günter Nagel habe die Räume so konzipiert, dass sie den höchsten raumakustischen Ansprüchen gerecht werden, so das Votum der Fachjury der 14. Rigips Trophy 2024 I 2025. Den 1. Platz in der Kategorie „Deckenlösungen“ habe es sich redlich verdient.
In der neuen Musikakademie in Staufen im Breisgau ermöglichen 13 Konzert- und Probesäle Klangerlebnisse, die ihresgleichen suchen. Die Akademie bietet Kurse und Weiterbildungen für alle Altersgruppen und jedes Niveau. Für Gäste des Hauses stehen in der oberen Etage 70 Einzel-, Doppel- und Familienzimmer zur Verfügung, während sich im ersten Obergeschoss Probe- und Tagungsräume in unterschiedlichen Größen befinden. Große Konzert- und Probesäle wie der doppelgeschossige Bach-Saal, ein Speisesaal sowie Verwaltungsräume finden sich im Erdgeschoss. Foto 1: Makis Photography
Die Unterkonstruktion der Decken besteht aus einer Halfenschiene, die im Vorfeld statisch exakt berechnet und mit speziellen Akustikabhängesystemen an Pi-Trägern befestigt wurde. Foto 2: Günter Nagel Bauleistungsservice GmbH
Eigentümer und Bauherr der 1.500 m2 umfassenden Musikakademie ist der Bund Deutscher Blasmusikverbände (BDB), der in Südwestdeutschland etwa 200.000 Mitglieder aus rund 1.000 Vereinen vertritt. Die Akademie bietet Kurse und Weiterbildungen für alle Altersgruppen und jedes Niveau. Für Gäste des Hauses stehen in der oberen Etage 70 Einzel-, Doppel- und Familienzimmer zur Verfügung, während sich im ersten Obergeschoss Probe- und Tagungsräume in unterschiedlichen Größen befinden. Große Konzert- und Probesäle wie der doppelgeschossige „Bach-Saal“, ein Speisesaal sowie Verwaltungsräume finden sich im Erdgeschoss.
Der Raum macht die Musik
Die besondere Stärke der neu geschaffenen Staufener Konzert- und Proberäume ist ihre variabel einstellbare Akustik. Die Räume lassen sich flexibel den Bedürfnissen und Anforderungen der Musizierenden anpassen und bieten den unterschiedlichen musikalischen Formationen vom Chor über die Big Band und das Blasorchester bis hin zum sinfonischen Orchester die jeweils besten Bedingungen. Dabei ist besonders wichtig, dass sich die Musikerinnen und Musiker selbst und gegenseitig gut hören können.
Für das Bauprojekt waren im Vorfeld spezielle Absorbtionsabhänger zur Aufnahme von Lasten bis zu einem Gewicht von jeweils 400 kg aus England importiert worden. Die rund 600 Abhänger wurden mittels Schwerlastanker an der Betondecke befestigt. Foto: Günter Nagel Bauleistungsservice GmbH
Variabel einstellbare Raumakustik
Akustisch und auch architektonisch beeindruckend ist vor allem der „Bach-Saal“, der einen Grundriss mit außergewöhnlicher Geometrie aufweist: Um beste Voraussetzungen für eine gleichmäßige Schallausbreitung zu schaffen, wurde hier auf rechte Winkel und parallel verlaufende Wände vollständig verzichtet. Auch die schuppenartige Struktur der Wandverkleidung, Stuck und Holzvertäfelungen, trapezförmige Fensternischen sowie die ansteigende Höhe der Decken tragen zur gleichmäßigen Verteilung des Schalls in alle Richtungen bei. Ausgestattet ist der Saal darüber hinaus mit akustischen Vorhängen, die sich auf Knopfdruck und je nach individuellem akustischem Bedarf und gewünschter Nachhallzeit bedienen lassen.
Komplex und vielfältig
„Ein ausgezeichnetes Klangerlebnis lässt sich nur auf Grundlage einer optimalen Raumakustik erzielen", erklärt Projektleiter Günter Nagel. „Die in der Musikakademie getroffenen raumakustischen Maßnahmen waren außerordentlich komplex und vielfältig. In jedem Saal galt es ideale Voraussetzungen etwa für die Montage der Vorhangschienen, Akustikelemente, Revisionsöffnungen und Lüftungsleitungen zu schaffen. Bei der Herstellung der Unterkonstruktionen waren deshalb verschiedene Raumhöhen zu berücksichtigen, damit die entsprechenden Systeme das vorgegebene akustische Raumkonzept erfüllen. Und entsprechend waren für jeden Raum wieder andere Trockenbaukonstruktionen erforderlich. Bestimmte Schallschutzdetails reichen sogar bis in die Unterkonstruktion hinein."
Komplexes Zusammenspiel aus senkrecht und waagerecht montierter Lochgipsplatte Rigips Rigitone Activ'Air, eingebauten Klimageräten, Rigips Formteilen an den Übergängen sowie ISOVER Schallschutzplatten zur Schallabsorption. Fotos: Günter Nagel Bauleistungsservice GmbH
Absorbtionsabhänger bis 400 kg
Die Unterkonstruktion der Decken in den Konzert- und Proberäumen besteht aus einer Halfenschiene, die im Vorfeld statisch exakt berechnet und mit speziellen Akustikabhängesystemen an Pi-Trägern befestigt wurde. „Alle 80 cm haben wir ein UA-Profil eingebracht. Zur Aufnahme der Beplankung wurde dann im Anschluss eine Unterkonstruktion aus CD-Profilen montiert. Für das Bauprojekt waren im Vorfeld spezielle Absorbtionsabhänger zur Aufnahme von Lasten bis zu einem Gewicht von jeweils 400 kg aus England importiert worden. Diese wurden mittels Schwerlastanker an der Betondecke befestigt. Insgesamt haben wir rund 600 Abhänger dieser Art verbaut."
Rigitone Akustikdeckenplatten von RIGIPS
In den Konzert- und Probesälen sowie Aufenthaltsräumen wurden die Unterkonstruktionen mit insgesamt rund 5.000 m2 aufgelegten ISOVER Akustic SSP 1 Schallschutzplatten für eine optimale Raumakustik und die Schallabsorption der Lüftungsleitungen ausgeführt. Davon entfielen etwa 2.000 m2 auf die Ausführung der Deckenkonstruktionen. Die Beplankung erfolgte senkrecht und waagerecht mit Rigips Rigitone Activ'Air 8/18 Q und Formteilen von RIGIPS. „Da auch die gesamten Einbauten von Heizung, Lüftung und Sanitär in dem Deckenkonzept untergebracht werden mussten, war das Einmessen der Akustikelemente für das optische Gesamtbild und das Zusammenspiel von Decke und Wandflächen eine große Herausforderung. Die glatten Formteile, die der teilweisen Reflektion des Schalls in den Raum dienen, wurden in genau vorgegebenen Abständen montiert. Der übrige Schall gelangt zwischen den Formteilen an die darüber liegende Decke und wird über die rückseitig im Formteil eingebauten Akustikschaumelemente absorbiert. Auf diese Weise haben wir die gewünschte gesamtheitliche Raumakustik erzielt", so Günter Nagel.
Zunächst erfolgte die Montage der glatten Formteile in genau vorgegebenen Abständen. Die Formteile dienen der teilweisen Reflektion des Schalls in den Raum, während der übrige Schall, der zwischen den Formteilen an die darüber liegende Decke gelangt, über die rückseitig im Formteil eingebauten Akustikschaumelemente absorbiert. Fotos: Makis Photography
Beste Akustik und wohngesund
Mit Rigips Rigitone Activ'Air hat das Ausbauteam in den Konzert- und Probesälen besonders hochwertige Deckenflächen geschaffen und gleichzeitig in höchstem Maße zur ausgezeichneten Akustik und Raumqualität beigetragen. Die Platte mit durchlaufender Lochung überzeugt mit exzellenten raumakustischen Eigenschaften, ist mit werkseitig angefasten, grundierten Kanten ausgestattet und ermöglicht ein optisch fugenloses Deckenbild. Die Akustikdeckenplatten nach DIN EN 14190 sind mit rückseitig kaschiertem Akustikvlies ausgestattet und verfügen über die besondere, raumluftreinigende Activ'Air-Technologie, die für eine nachhaltige Reduzierung von Luftschadstoffen wie zum Beispiel Formaldehyd sorgt.
Um auch im Bereich der Zimmertrennwände in den Gästeebenen für einen erhöhten Schallschutz zu sorgen, setzten die Ausbauprofis auf Rigips Die Harte. Die kartonummantelte Gipsplatte nach DIN EN 520, Typ DFIR, besitzt eine hohe Oberflächenhärte, einen dichten Gipskern und eine geschlossene Oberfläche. Rigips Die Harte ist ideal für die Ausführung von Wand- und Deckensystemen mit hohem Widerstand gegen mechanische Belastungen und hohen Schallschutzanforderungen.
Auch die hochwertige, mit zahlreichen Oberlichtern ausgestattete Deckenkonstruktion des großen Aufenthaltsbereiches ist mit Rigips Rigitone Activ'Air ausgeführt. Die leistungsstarke Platte überzeugt mit exzellenten raumakustischen Eigenschaften, ist mit werkseitig angefasten, grundierten Kanten ausgestattet und ermöglicht ein optisch fugenloses Deckenbild. Fotos: Makis Photography
Bewährte Spachtelmassen für hochwertige Oberflächen
Da in Staufen auch eine hohe Oberflächenqualität gefordert war, kam zum einen Rigips VARIO Fugenspachtel zum Einsatz, der sich unter anderem durch ein gutes Haftvermögen, ein äußerst geringes Einfallverhalten und eine sehr hohe Fugenfestigkeit auszeichnet. Eingesetzt wurde die Spachtelmasse zur Verspachtelung der verlegten Rigips Rigitone Activ‘Air Akustikplatten, der Wandsysteme sowie zur Herstellung von Q3-Oberflächen. Beste Ergebnisse erzielten die Ausbauprofis darüber hinaus mit dem gebrauchsfertigen, sehr geschmeidigen sowie manuell und maschinell zu verarbeitenden Feinspachtel ProMix Plus nach DIN EN 13963/Typ 3A. Damit profitiert die Musikakademie von hochwertigen Wandsystemen, die sich durch besonders glatte und ebene Oberflächen in bester Q4-Qualität auszeichnen.
Bautafel:
Bauherr: Bund Deutscher Blasmusikverbände, Staufen
Architekt: Bez + Kock Architekten Generalplaner GmbH, Stuttgart
Trockenbau: Günter Nagel Bauleistungsservice GmbH, Teningen
Rigips Gebietsleiter: Christian Schuller, SAINT-GOBAIN RIGIPS GmbH
Mit Rigips Rigitone Activ'Air hat das Ausbauteam hervorragende Deckenflächen geschaffen und in höchstem Maße zur ausgezeichneten Akustik und Raumqualität beigetragen. Foto: Makis Photography