Taupunkt

Taupunkt beachten bei der Innendämmung

Taupunkt

Bei der Auswahl und der Montage von Innendämmsystemen, also Lösungen zur innenseitigen Dämmung der Außenwände, sind einige bauphysikalische Zusammenhänge von besonderer Wichtigkeit: Grundsätzlich ist bei solchen Innendämmungen zu berücksichtigen, dass die Temperatur des vorhandenen Wandquerschnitts in den Heizperioden gegenüber nicht gedämmten Konstruktionen absinkt. In diesem Zusammenhang wird oft von „der Verschiebung des Taupunkts“ gesprochen. Bauphysikalisch steht dahinter ein natürlicher Prozess, bei dem ein Diffusionsstrom entsteht, der Feuchte von der warmen zur kalten Seite durch ein Bauteil führt. Da warme Luft naturgemäß mehr Feuchte binden kann, kommt es auf dem Weg der Luft von der warmen zur kalten Seite zu einer Erhöhung der Porenfeuchte im Mauerwerk.

Kapillar aktive oder inaktive Systeme

Derzeit existieren zwei grundsätzliche Lösungen für Innendämmsysteme: diffusionsoffene beziehungsweise kapillar aktive Systeme und kapillar inaktive Systeme. Die diffusionsoffenen Systeme mit „kapillar aktiver“ Funktionsweise erlauben die Aufnahme von Feuchtigkeit in die Systemkonstruktion, insbesondere in der kalten und feuchten Jahreszeit. Sie transportieren zwar im warmen Sommer auf kapillaren Wege mehr oder weniger gut die Feuchte aus dem Mauerwerk nach innen, sorgen also für eine gewisse Rücktrocknung. Im Winter hingegen gelangt entsprechend viel Raumluftfeuchte in die Gesamtkonstruktion und erhöht so den Wassergehalt.

Im Gegensatz dazu wirken kapillar inaktive Systeme, wie beispielsweise das RigiTherm 032-System von Rigips, einer solchen Feuchtigkeitsaufnahme entgegen. Dank ihrer dampfbremsenden Wirkung (µ = 55) weist die RigiTherm 032-Dämmplatte einen sehr geringen Feuchteeintrag auf, gerade in den Wintermonaten. Die reduzierte Feuchtigkeitsaufnahme bietet einen besonders hohen Schutz gegen Schimmelbildung in der kritischen Schicht zwischen Dämmung und Außenmauerwerk.

Mehrjähriger Praxistest

Die Innendämmung mit der RigiTherm 032-Platte in Kombination mit dem Rifix ThermoPlus-Kleber sowie der dünneren Rigips ThermoPlatte (etwa für flankierende Bauteile) wurde unter anderem in einem mehrjährigen Praxistest untersucht. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass das System – dank seiner hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften – selbst unter verschärften Bedingungen sicher und funktionsfähig ist. Im Gegensatz zu kapillar aktiven Systemen verfügt RigiTherm 032 über einen speziell eingestellten Wasserdampf-Diffusionswiderstand, der das System gegenüber Feuchtespitzen, wie sie zum Beispiel in häuslichen Bädern vorkommen, unempfindlich macht.

Um die Funktionsfähigkeit des RigiTherm 032-Sysstems und anderer Dämmsysteme wissenschaftlich über einen längeren Zeitraum nachzuweisen, wurde ein Praxistest am „lebenden“ Objekt (Schullandheim in Springe – Baujahr 1928) gestartet. Hierbei wurden die Außenwände des Gebäudes, bestehend aus 500 mm dickem Verbundmauerwerk mit Vollziegeln und Kalksteinverblendung, mit den verschiedenen marktüblichen Dämmsystemen versehen. Aus den vorangegangenen Überlegungen wurde deutlich, dass die Feuchtequelle „Innenraumluft“ einer gewissen Begrenzung bedarf, damit der Klebemörtel sowie die alte Putzschicht funktionstüchtig und auch dann auf dem Untergrund haften bleiben, wenn Feuchte und Frost den Poren und Bindemitteln zusetzen. Die eingebrachten Sensoren zur Ermittlung der Porenluftfeuchte des Mauerwerks zeigten auf, dass der Feuchtegehalt bereits nach sechs Monaten (November bis April) unterhalb des baupraktischen Feuchtegehalts nach Norm liegt (ca. 90 Prozent Porenluftfeuchte). Um sicherzugehen, dass die festgestellten Jahreswerte auch bei erhöhten Raumluftfeuchten zu erzielen waren, entschieden sich die Forscher für eine zusätzliche Versuchsanordnung. Dazu wurden in jedem Raum ungefähr drei bis vier Liter Wasser täglich zusätzlich verdunstet. Hierbei konnte RigiTherm 032 (ca. 80 Prozent Porenluftfeuchtigkeit) im direkten Vergleich mit kapillar aktiven Systemen (bis zu 90 Prozent Porenluftfeuchtigkeit) seine hervorragenden Eigenschaften unter Beweis stellen. Diese Vorteile gegenüber den kapillar aktiven Systemen lagen wiederum im Diffusionswiderstand der RigiTherm 032-Dämmplatte, die sich damit als weniger empfindlich gegenüber Feuchtespitzen in der Raumluft erwiesen hat.

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