Feuerwiderstandsklassen im baulichen Brandschutz

Feuerwiderstandsklassen im baulichen Brandschutz

Feuerwiderstandsklassen

In Anlehnung an das Bauordnungsrecht sind bauliche Anlagen so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.

Aus dieser Vorgabe ergeben sich Anforderungen an die Brennbarkeit der Baustoffe, die Feuerwiderstandsdauer der Konstruktion, die Dichtheit der Verschlüsse von Öffnungen sowie die Anordnung, Lage und Gestaltung von Rettungswegen. Um diese Anforderungen im Objekt wirtschaftlich umsetzen zu können, bietet Rigips ein breites Spektrum an brandschutztechnischen Konstruktionen zum Beispiel mit den Rigips Feuerschutzplatten RF oder der Spezialgipsplatte Glasroc F an. Mit diesen hochwertigen Systemen und Detaillösungen können höchste Brandschutzanforderungen erfüllt und besondere Brandschutzkonzepte zum Beispiel im Zusammenhang mit Sonderbauten schlüssig umgesetzt werden.

Feuerwiderstandsdauer in Brandversuchen geprüft

Bauteile werden entsprechend ihrer Feuerwiderstandsdauer in unterschiedliche Feuerwiderstandsklassen eingeteilt. Nichttragende innere Wände etwa werden im Brandschutz nach DIN 4102 beziehungsweise nach DIN EN 13501 in verschiedene Feuerwiderstandsklassen eingestuft, laut derer sie einer definierten Anzahl von Minuten lang einem Feuer widerstehen müssen. Die Angaben der Feuerwiderstandsdauer von Bauteilen beziehen sich auf deren im Brandversuch erreichte Feuerwiderstandsfähigkeit, in der Regel klassifiziert nach 30, 60, 90 oder 120 Minuten. F 30 bedeutet somit, dass das entsprechende Bauteil beim Brandversuch über einen Zeitraum von 30 Minuten dem Feuer Stand gehalten hat. Zusätzlich zur Feuerwiderstandsdauer des Bauteils in Minuten enthalten die Feuerwiderstandsklassen auch Angaben über die Brennbarkeit des hauptsächlich verwendeten Baustoffs nach den Baustoffklassen A und B. Bei der Baustoffklasse A handelt es sich um einen nicht brennbaren, bei B um einen brennbaren Baustoff.

Montagewände brandschutzsicher errichten

Schon mit einer einlagigen Beplankung auf jeder Seite können Montagewände von Rigips sicher in der Feuerwiderstandsklasse F 30-A ausgeführt werden. Hierfür wird die Rigips Feuerschutzplatte RF mit Rigips-Wandprofilen in einem Ständerabstand von 625 mm verbaut. Die Wanddicke kann hierbei 75, 100 oder 125 mm betragen, die Wandhöhe je nach Dicke bis zu 5.000 mm. Eine Dämmung mit Mineralwolle ist hierbei möglich, jedoch nicht erforderlich. Die Fugen sind mit Rigips VARIO Fugenspachtel zu verspachteln.

Für eine Feuerwiderstandsklasse bis F 90-A wird eine doppelte Beplankung mit Rigips Feuerschutzplatten RF 12,5 mm pro Wandseite benötigt. Die Dicke der Wände kann bei dieser Konstruktion von 100 bis 150 mm variieren. Die maximale Höhe beträgt 6.500 mm. Eine Dämmung ist brandschutztechnisch ebenfalls nicht erforderlich. Bei Trennwänden mit Wandhöhen bis zu 8.200 mm empfiehlt Rigips eine einlagige Beplankung mit der Gipsplatte
Rigips Die Dicke 25. Mit dieser Platte kann dann ebenfalls eine Feuerwiderstandsklasse von F 90-A erreicht werden.

Bis F 180-A

Für Wandsysteme mit einer höheren Feuerwiderstandsklasse als F 90 (bis F 180-A) muss eine dreifache Beplankung erstellt werden. Durch die dreilagige Anbringung der Rigips Feuerschutzplatten RF 12,5 mm werden Wandstärken von 150 bis 200 mm erreicht. Auf diese Weise können ebenfalls Wände bis zu einer Höhe von bis zu 9.000 mm erstellt werden.

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