Verarbeitungsrichtlinien Rigidur Estrichelemente für hoch belastbare Fußböden – Teil 2

Bei der Verlegung von Rigidur Estrichelementen ist stets darauf zu achten, dass Trittschallübertragungen zwischen den Estrichelementen und den angrenzenden Wänden vermieden werden. Deshalb sind in diesen Bereichen 10 mm dicke Randdämmstreifen vorzusehen. Diese werden im Anschluss an die Ermittlung und Markierung der Trockenestrich-Fertighöhe durch Nivelliergeräte oder Schlauchwaagen angebracht. Dabei ist zu beachten, dass die Randdämmstreifen eng an der Wandfläche anliegen und bis in die Raumecken reichen. Sie dürfen keinesfalls im Bogen verlegt angebracht werden. Die Schüttung muss die Raumecken später vollflächig ausfüllen. Bei Brandschutzkonstruktionen ist gemäß Zulassung der Rigips Mineralwolle-Randdämmstreifen zu verwenden. Dieser steht in den Ausführungen 50 / 75 / 100 mm Breite x 1.250 mm Länge zur Verfügung.

Unter Leitungen und Rohren sind notwendige Folien bzw. Papiere als Rieselschutz einzubauen. Falls das nicht möglich ist, sind diese locker über die am Boden liegenden Installationen zu verlegen. Die Folien müssen dann an die vorliegenden Installationen angedrückt werden. Dabei ist es wichtig, dass keine Hohlräume verbleiben. Das Papier sorgt dafür, dass in Fehlstellen, zum Beispiel in Astlöchern oder offenen Fugen, ein Durchrieseln von Schüttmaterial verhindert wird. Die Folie (Papier) ist etwa 50 mm über die zu erwartende Fertighöhe zu ziehen und nach Fertigstellung auf die Höhe des Trockenestrichs abzuschneiden.

Verarbeitung der losen Schüttung

Bei der Ausbringung der Rigidur Ausgleichsschüttung wird der Sack an der entsprechenden Position auf den Boden gestellt, unten aufgeschnitten und nach oben hin weggezogen. Auf diese Weise wird eine unnötige Staubbelastung vermieden. Bei höheren Schüttungen können parallele Dämme in entsprechender Höhe aufgeschüttet und anschließend Abziehschienen darauf ausgerichtet werden. Im Zwischenraum wird die Rigidur Ausgleichsschüttung ebenfalls aufgeschüttet, gleichmäßig verteilt und mit einer Abziehlehre geglättet. Dabei ist besonders auf eine planebene Oberfläche zu achten. Ein Verdichten der Schüttung oder ein überhöhtes Einbringen ist nicht erforderlich. Die Mindestschütthöhe der Rigidur Ausgleichsschüttung beträgt 10 mm. Ohne Nachbehandlung sind Schütthöhen von bis zu 100 mm möglich.

Bei der Verlegung der Estrichelemente auf Trockenschüttung kann auch von der angegebenen Reihenfolge abgewichen werden, indem in der rechten vorderen Raumecke begonnen wird. So muss die abgezogene Schüttung nicht betreten werden. Zu überschüttende Installationsleitungen müssen in einem Abstand von mindestens 20 mm verlegt werden und ebenfalls mindestens 10 mm hoch überdeckt sein.

Verarbeitung der gebundenen Schüttung

Für die manuelle Verarbeitung der gebundenen Schüttung wird zunächst der Betonmischer mit zwei Säcken der Rigidur Ausgleichsschüttung befüllt. Anschließend werden das 15 kg-Gebinde Rigidur MixBinder hinzugegeben und die erforderliche Wassermenge eingefüllt. Das Material sollte etwa drei bis vier Minuten durchgemischt werden und ist dann für die Aufbringung auf den Rohboden gebrauchsfertig. Dazu wird in einem ersten Schritt das angemischte Schüttungsmaterial auf dem Rohboden verteilt. Bei hohen Schütthöhen können wie bei der losen Schüttung parallele Dämme zur Auflage von Abziehlehren hergestellt werden. Die Abziehlehren dienen der Verteilung und Glättung der Schüttung. Mit dem planebenen Glätten der Oberfläche ist die gebundene Schüttung fertig und kann nun trocknen.

Vor der Verlegung der Rigidur Estrichelemente 20 / 25 ist ein Glattstrich – zum Beispiel mit Rigidur MixBinder – für eine glatte und ebene Oberfläche durchzuführen. Erfahrungswerte zu den Trocknungszeiten von gebundenen Schüttungen haben gezeigt, dass diese in Abhängigkeit von Raumtemperaturen und Schütthöhen stehen. Bei einer Aufbauhöhe von 100 mm und einer Raumtemperatur von mindestens 20 °C beträgt die Trocknungszeit etwa eine Woche. Unterhalb der Rigidur Estrichelemente 20 / 25 können übrigens geeignete Mineralwolle-Dämmplatten angeordnet werden. Rigips empfiehlt ISOVER Akustic EP3 bis zu einer Stärke von 40 mm. Die zulässige Einzellast beträgt 1 kN.

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