Verarbeitungsrichtlinien Gipsfaserplatten an Wand, Decke, Dach – Teil 9

Nichttragende Trennwände ausgeführt als Metall-Doppelständerwände

Rigips empfiehlt, Wohnungstrennwände generell als Doppelständerwände auszuführen. Dabei werden beide Unterkonstruktionsreihen mit zweiseitig klebenden Filzstreifen über die gesamte Profilhöhe kraftschlüssig miteinander verbunden. Es empfiehlt sich, zum Fixieren des Abstandes, schon die Rigips UW-Profile an Decke und Boden seitlich mit einseitig klebenden Filzen zu versehen. Die CW-Ständer werden zum Wandhohlraum hin mit zweiseitig klebenden Filzstreifen bestückt, dabei wird die Klebeseite zum Nachbarprofil hin jedoch noch verdeckt gehalten. Anschließend wird das Nachbarprofil, das etwas gespreizt gehalten wird, eingeschoben und fest auf dem Boden stehend eingelotet. Nach Freilegung des Kleberückens werden beide Profile fest zusammengedrückt.

Die Unterkonstruktion kann aus folgenden Komponenten bestehen:

  • Rigips Wandprofile UW 50/75/100 für Boden- bzw. Deckenanschluss
  • Rigips Wandprofile CW 50/75/100 (Ständerabstand: in der Regel 625 mm)
  • Rigips Wandprofile LW 60/60 für Eckausbildungen

An allen Anschlussprofilen sind Anschlussdichtungen anzubringen.

Hohlraumdämmung und Beplankung

Die Hohlraumdämmung ist beliebig zu wählen. Bei speziellen Anforderungen an den Schall- und Brandschutz ist die Hohlraumdämmung gemäß der Rigips-Systemübersicht zu wählen. Die Beplankung erfolgt zweilagig, je nach Anforderung mit Rigidur-Gipsfaserplatten.

Metall-Doppelständerwände als Installationswände

Der Zwischenraum der Unterkonstruktion wird von der benötigten Installationsdicke bestimmt. Um die Stabilität (Lastenaufnahme) zu gewährleisten, ist das Einschneiden der Profile nicht zulässig. Die parallel ausgerichteten CW-Ständer sind mit Plattenstreifen (≥ 200 mm Höhe) an den Drittelpunkten der Wandhöhe bzw. spätestens alle 1.200 mm miteinander zu verbinden. Um ein Abrutschen der Dämmung in den Wandhohlraum zu vermeiden, werden Profilstücke an die Stegseiten der Rigips CW-Ständer mit zum Beispiel doppelseitigem Klebeband aufgeklebt.

Hohlraumdämmung und Beplankung

Die Hohlraumdämmung ist auch hier beliebig zu wählen. Ebenso ist bei speziellen Anforderungen an den Schall- und Brandschutz die Hohlraumdämmung gemäß der Rigips-Systemübersicht zu wählen. Die Beplankung kann ein- oder zweilagig ausgeführt werden. Der Ständerabstand beträgt 500 mm bei kleinformatigen Platten und 625 mm bei großformatigen Platten. Aus Gründen des Brand- und Schallschutzes wird eine zweilagige Beplankung empfohlen.

Einbau von Sanitärobjekten

Beim Einbau von Sanitärobjekten in eine Montagewand werden die umfangreichen Installationen zeitsparend, das heißt besonders wirtschaftlich direkt in die Montagewand eingebracht. Für leichte Lasten, zum Beispiel für einfache Waschbecken maximal 600 mm breit, können Waschbeckenständer direkt in das Rigips Profil UW (bündig Vorderkante) eingestellt werden. Diese sind dann mit dem Rohfußboden sowie seitlich an den Rigips Wandprofilen CW (Ständern) zu befestigen und dauerhaft gegen Absenken zu sichern. Es ist dafür zu sorgen, dass das Rigips Profil UW für den Bodenanschluss auf Dauer eben auf dem Rohboden aufliegt.

Befestigung schwerer Lasten

Sanitärobjekte, die als „schwere Konsollasten“ anzusehen sind, werden an vorgefertigten, komplett verschweißten oder stufenlos verstellbaren Rigips Tragständern befestigt. Diese rostgeschützten Tragständer sind im Wandhohlraum zu montieren und nehmen zusammen mit den Rigips UA-Profilen sowie der Beplankung die auftretenden Lasten auf.

Nach Erstellung der Unterkonstruktion mit Sanitärtragständern und der Beplankung einer Wandseite kann vom Installateur die Sanitärinstallation ausgeführt werden. Die Befestigung erfolgt mit Winkeln bzw. Schellen sowie an den vorgesehenen Halterungen der Tragständer. Um Fließgeräusche abzudämmen, werden die Rohrbefestigungen zum Beispiel mit Hilfe von Gummis oder Filzen von der Wandunterkonstruktion getrennt. Kaltwasserführende Rohe sind zu ummanteln, um neben der Abdämmung von Fließgeräuschen eine Kondenswasserbildung zu verhindern.

Für das Wandhänge-WC oder schwere Waschbecken muss die Montage des Tragständers setzungssicher und fluchtrecht zum Rigips Wandprofil UW ausgeführt werden. Bei raumhohen Vorwänden ist das Wandhänge-WC abzufangen. Ein eingebautes Wandhänge-WC muss so mit der Wand verbunden sein, dass bis zu 400 kg zusätzliche Last über die Unterkonstruktion in den massiven Rohfußboden abgetragen werden kann.

Installationsdurchlässe

Installationsdurchlässe, zum Beispiel für Wasserrohre, sollten etwa 10 mm größer als der Rohrdurchmesser ausgeschnitten werden. Außerdem sind Installationsdurchlässe ebenso wie sämtliche Anschlüsse und Ecken mit plastoelastischer fungizider Dichtmasse zu verschließen. Werden Duschauslässe mit speziellen Installationsteilen (mit schalldämmender Gummidichtung) befestigt, sind zusätzliche Maßnahmen nicht erforderlich.

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