Verarbeitungsrichtlinien Gipsfaserplatten an Wand, Decke, Dach – Teil 7

Einsetzen von Elektrodosen etc.

Sollen Elektrodosen und Schalter in nichttragende Trennwände eingesetzt werden, kann mit dem Dosenfräser die passgenaue Öffnung ausgespart werden. Der Einbau von Elektrodosen in Montagewände mit Brandschutzanforderungen darf an beliebiger Stelle vorgenommen werden, jedoch nicht unmittelbar gegenüberliegend. Falls auf beiden Wandseiten Elektrodosen angeordnet werden, müssen diese mindestens durch ein Ständerprofil getrennt sein.

Bei Verwendung einer Mineralwolldämmung der Baustoffklasse A nach DIN 4102-1, Rohdichte ≥ 30 kg/m3 und einem Schmelzpunkt ≥ 1.000 °C darf die Dämmung auf ≥ 30 mm gestaucht werden. Die Dämmung muss die Elektrodosen mindestens 500 mm nach oben und nach unten abdecken. Zudem muss eine Abgleitsicherheit der Dämmung gewährleistet werden z. B. durch zusätzlich eingebaute Wechsel aus CW/UW-Profilen.

Falls dies nicht möglich ist, sind die Elektrodosen in Gips einzubetten. Bei Verwendung anderer Hohlraumdämmungen sind Elektrodosen zudem generell in Gipsbaustoffe einzubetten. Bei Schachtwänden sind grundsätzlich Einhausungen in Beplankungsdicke der Elektrodosen erforderlich. Aus Brandschutz- bzw. Schallgründen werden Elektrodosen nicht unmittelbar gegenüberliegend, sondern ständerversetzt, eingebaut.

Verlängerungen von Rigips Wandprofilen CW

Sind die Längen der CW-Ständer für Montagewände mit übergroßen Höhen nicht ausreichend, so können diese je nach Höhenanforderung ohne Probleme wie folgt verlängert werden:

 

  • Für Wandhöhen ≤ 5 Meter werden die Profilstöße der CW-Ständer einfach mit UW-Profilstücken hinterlegt. Diese Profilteile sind mit Blind-Nieten ≥ 3,2 x 6 mm zu befestigen. Diese Befestigungen sind ≤ 40 mm vom Stoß anzubringen.
  • Für Wandhöhen > 5 Meter werden die Profilstöße der CW-Ständer einfach mit CW-Profilstücken verschachtelt. Diese Profilteile sind ebenso mit Blind-Nieten ≥ 3,2 x 6 mm zu befestigen. Diese Befestigungen sind ≤ 40 mm entfernt vom Stoß anzubringen.

Wichtige Hinweise bei Profilverlängerungen

Für die Einhaltung von Schall- bzw. Brandschutzanforderungen ist das Verfüllen dieser Profilverschachtelungen mit der entsprechenden Mineralwolle erforderlich. Die Stoßfugen der zu verlängernden CW-Ständer sollten nicht auf einer Höhe liegen! Die maximale Höhenangabe eines Wandsystems darf in keinem Fall überschritten werden! Die Überlappung der Profilstöße ergibt sich aus dem Wert 10 x Profilbreite. (Beispiel: CW 50 = 500 mm Überlappung auf jeder Profilseite)

Beplankung

Grundsätzlich werden raumhohe Platten für die Beplankung empfohlen. Das verbessert nicht nur die physikalischen Eigenschaften der Montagewände, sondern verringert zudem den Arbeits- und Materialaufwand für Zuschnitte und Spachtelarbeiten. Bei einlagiger Beplankung sind die Fugen auf dem selben Ständer gegenüberliegend anzuordnen.

Sollte die Beplankung mit raumhohen Platten nicht möglich sein, so sind notwendige horizontale Fugen im oberen Wandbereich anzuordnen. Werden bei einlagig beplankten Montagewänden Horizontalfugen innerhalb einer Beplankungsseite angeordnet, müssen diese mindestens 400 mm von einander versetzt sein. Bei mehreren Beplankungslagen sind die Fugen zueinander versetzt (250 mm) anzuordnen. Plattenstreifen sollten ca. 50 cm Breite nicht unterschreiten.

Tipps vom Rigips-Experten

  • Bei einlagiger Beplankung: Plattenverlegung mit gegenüberliegenden Fugen, in Richtung geschlossener Profilseite arbeiten.
  • Bei zweilagiger Beplankung: die erste Lage kann stumpf gestoßen werden. Die zweite Lage kann ständerunabhängig in die erste Lage befestigt werden.

Um ein einwandfreies Verspachteln der Anschlüsse für Montagewände mit Schall- bzw. Brandschutzanforderungen zu gewährleisten, sind Mindestfugenbreiten wie folgt einzuhalten:

 

  • Beplankung zum Rohfußboden = 5-10 mm.
  • Beplankung zur Decke = ca. 5 mm.
  • Beplankung zu flankierender Wand = ca. 5 mm.

Reihenfolge der Plattenbefestigung mit Rigidur Fix Schnellbauschrauben

Die erste Platte wird exakt mit der Wasserwaage eingelotet und von der Mitte des ersten Ständers an der Längskante angeschraubt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Plattenstöße auf die Profilmitte gesetzt werden. Der oberste/unterste Befestigungspunkt der Platte sollte ca. 100 mm von der Decke oder dem Boden entfernt sein. Aus statischen Gründen ist es von Vorteil, die Rigidur Fix Schnellbauschrauben versetzt (Abstand 20 bis 30 mm) einzudrehen. Der Mindestschraubabstand zur Plattenkante beträgt bei Gipsfaserplattenkanten ≥ 10 mm. Die Länge der Schrauben ist so zu wählen, dass die Rigips Wandprofile CW mindestens 10 mm durchbohrt werden. Die Schraubenabstände bei Einfachbeplankung betragen ≤ 250 mm. Bei Doppelbeplankung:

Erste Beplankung ≤ 750 mm

Zweite Beplankung ≤ 250 mm in Unterkonstruktion

Wichtig: Beplankungen nicht mit den Rigips UW-Profilen (Boden/Deckenanschluss) verschrauben.

Grundsätzlich sind Doppelbeplankungen in zwei Varianten möglich:

1. Die untere Lage kann ohne Verspachtelung stumpf gestoßen werden. Anschließend wird die obere Beplankungslage ständerunabhängig auf die untere mit Spreizklammern oder mit Rigidur Fix Schnellbauschrauben 3,5 x 30 mm befestigt. Die Befestigung erfolgt ringsum in jeder Platte sowie mit einer Klammer- bzw. Schraubenreihe in Plattenmitte. Der Abstand der Klammern beträgt 150 mm, der der Schrauben 250 mm.

2. Sollen beide Lagen in die Ständer geschraubt werden so sind jeweils die gleichen Fugenabstände bei gleicher Plattenbreite für die erste und zweite Beplankungslage einzuhalten (Anwendung für Klebe- und Spachtelfuge). Nur der gleiche Fugenabstand gewährleistet das jeweilige Einbringen der Befestigungsmittel in die Profilständer.

Verarbeitungshinweise

Vor der Montage der nächsten Lage muss der Fugenspachtel der unteren Lage zwar abgebunden, aber nicht unbedingt ausgetrocknet sein. Um Rissbildungen zu vermeiden, darf mit dem Spachteln der Fugen der letzten Beplankungslage erst begonnen werden, wenn beide Wandseiten geschlossen sind und keine Längenänderungen der Platten mehr erwartet werden.

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