Verarbeitungsrichtlinien Gipsfaserplatten an Wand, Decke, Dach – Teil 6

Nichttragende Trennwände

Nichttragende Trennwände sind in DIN 4103-1, DIN 18183 und besonderen Zulassungen geregelt. Rigips bietet für alle Anforderungen unterschiedliche System-Aufbauten in Unterkonstruktion, Hohlraumdämmung oder Beplankung. Im Folgenden werden die wichtigsten Verarbeitungsschritte skizziert.

Montageablauf bei einer Metall-Unterkonstruktion

  1. Metall-Unterkonstruktion besteht aus verzinkten Stahlblechprofilen (Anschluss- und Ständerprofile). Der Zuschnitt der Profile sollte ausschließlich mit Blechschere, Schlagschere, Knabberer oder Metallkreissäge erfolgen – niemals mit einem Trennschleifer/Flex, da sonst der Korrosionsschutz durch Verbrennung zerstört wird.

Erster Arbeitschritt: Das Anreißen

  • Wandverlauf auf dem Fußboden anzeichnen.
  • Türöffnungen berücksichtigen.
  • Wandverlauf an der Decke übertragen.

Anschlussprofile

Die Rigips Wandprofile UW werden mit einseitig klebender Rigips Anschlussdichtung Filz versehen und am Boden und an der Decke mit Rigips Nageldübeln im Abstan von 1.000 mm befestigt.

Der optimale untere Anschluss der Montagewände erfolgt direkt auf dem Rohboden. Zwischen schwimmendem Estrich und angrenzenden Wänden ist ein Randdämmstreifen vorzusehen, um Trittschallübergänge zu vermeiden (bei Brandschutzkonstruktionen A1-Mineralwolle-Randdämmstreifen verwenden). Werden nachträglich einzubringende Montagewände mit Schallschutz-Anforderungen auf einen schwimmenden Estrich gestellt, so ist dieser im Bereich der Rigips Wandprofile UW zu trennen und von Rückständen zu säubern. Der optimale obere Anschluss der Montagewände erfolgt an der Rohdecke. Werden Montagewände an abgehängten Decken oder Deckenbekleidungen befestigt, so sind diese zusätzlichen Kräfte aus der Montagewand besonders abzufangen.

Ständerprofile

Die Rigips Wandprofile CW (Ständer) sind so zu bemessen, dass sie mindestens 15 mm in das an der Decke montierte Rigips Wandprofil UW (Anschluss) eingreifen und mit 10 bis 20 mm Luft eingestellt werden. Der Achsabstand bei den Rigips Ständerprofilen CW beträgt 500 mm bei kleinformatigen und ≤ 625 mm bei großformatigen Rigidur-Platten. Die Rigips Ständerprofile CW sind mit der geschlossenen Seite in Montagerichtung zu stellen. Beim Anbringen der Beplankung sind die Rigips Wandprofile CW auf festen Stand in dem Rigips Anschlussprofil des Bodens zu prüfen.

Beplankung der ersten Wandseite

Bei einlagiger Beplankung werden hierfür die Rigidur-Gipsfaserplatten in Richtung der geschlossenen Profile und mit gegenüberliegenden Fugen verlegt. Sind Querfugen erforderlich, so sind diese im Versatz ≥ 400 mm anzuordnen. Bei zweilagiger Beplankung kann die untere Lage auch stumpf gestoßen werden.

Hohlraumdämmung

Nach der Beplankung der ersten Wandseite und der Verlegung der erforderlichen Elektro- und Sanitärinstallation im Wandhohlraum kann zur Verbesserung der Schalldämmung bzw. für den Brandschutz eine Hohlraumdämmung eingebracht werden. Der Hohlraum ist dabei vollflächig zu dämmen und der Dämmstoff ist gegen ein mögliches Abrutschen zu sichern.

Beplankung der zweiten Wandseite

Die Beplankung muss mit gegenüberliegenden Fugen angebracht werden. Die anschließende Verspachtelung der Plattenfugen, Anschlüsse und Schraubenköpfe sorgt für die endgültige Stabilität.

Wichtige Hinweise

  • Bauteiltrennfugen des Rohbaus sind in Rigips-Montagewände zu übernehmen. Ansonsten sind Dehnungsfugen mindestens alle 15 m vorzusehen.
  • Als Wandanschluss werden die Rigips Wandprofile CW im Abstand von 1.000 mm (mindestens jedoch 3 Stück) befestigt.
  • Der Befestigungsbeginn der Rigips UW- bzw. CW-Anschlussprofile liegt etwa 100 mm vom jeweiligen Profilende entfernt.

Einbauten von Rohr- und Kabeldurchführungen, Elektrodosen etc.

Als Installationsmaterial sind bei Montagewänden sowie Unterdecken Hohlwanddosen nach VDE 0606 H und Mantelleitungen (z. B: NYM) einzubauen, die keinen mechanischen Schutz benötigen. Nach erfolgter einseitiger Beplankung kann mit der Kabelverlegung begonnen werden:

  • Bei Metallständern werden die dafür vorgesehenen H-Stanzungen aufgebogen. Ausstanzungen für Elektrokabel sollten möglichst auf einer Höhe liegen.
  • Sollen Kabelbündel oder Rohre hindurch geführt werden, so ist das Einschneiden in den Stegen der Rigips Wandprofile CW nur eingeschränkt möglich. Die Anzahl der möglichen Stegausschnitte und Ausschnittsgrößen ist abhängig von der Profilhöhe.
  • Beim Durchziehen der Kabel darf die Isolierung nicht beschädigt werden.

Das Ein- bzw. Ausschneiden der Stegausschnitte kann mit einer Blechschere vorgenommen werden. Die Öffnungen können zusätzlich zu den üblichen H-Stanzungen vorgenommen werden. Einschnitte in die Profilflansche sind unzulässig! Darüber hinaus ist zu beachten, dass bei der Führung von Installationen die wirksame Dicke des Dämmstoffes beeinträchtigt werden kann und dieses einen negativen Einfluss auf den Schallschutz mit sich bringen kann.

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