Verarbeitungsrichtlinien Gipsfaserplatten an Wand, Decke, Dach – Teil 5

Vorsatzschalen mit Unterkonstruktion an Massivwand befestigt

An der Massivwand rückverankerte Vorsatzschalen mit Unterkonstruktion bieten bei unebenen Wänden und zur Verbesserung des Wärme- und Schallschutzes ideale Lösungen. Die Unterkonstruktion besteht wahlweise aus Rigips Wandprofilen UW/CW 50 oder Rigips Deckenprofilen CD 60/27. Hinzu kommen Rigips Justierschwingbügel mit 30, 45, 60 oder 90 mm langen Schenkeln.

Montage

Vor der Montage sind alle Leitungen zu verlegen. Aufgrund von Frostgefahr dürfen an Außenwänden keine wasserführenden Leitungen in der Dämmschicht oder der Außenwand verlaufen. Die Rigips Justierschwingbügel werden mit Rigips Anschlussdichtung Filz rückseitig beklebt und an die Wand gedübelt. Der vertikale Abstand der Rigips Justierschwingbügel sollte bei Metallprofilen ≤ 1.250 mm sein. Der Ständerabstand sollte bei Rigidur-Großformatplatten ≤ 625 mm und bei Rigidur-Kleinformatplatten ≤ 500 mm sein. Rigips Anschlussprofile UW 50 oder UD 28 (bei CD 60/27) sind mit Rigips Anschlussdichtung Filz zu bekleben und mit Schlag- oder Nageldübeln im Abstand ≤ 1.000 mm am Boden und an der Decke kraftschlüssig zu befestigen. Anschließend sind die Rigips Wandprofile einzustellen und mit Bauschrauben 3,8 x 11 mm an den Justierschwingbügel zu verschrauben. Anschließend kann die Dämmung eingebaut werden.

Auf die Unterkonstruktion ist eine geeignete Dampfbremse (je nach Berechnung) gemäß Herstellerangaben aufzubringen. Eine feuchtevariable Dampfbremse (z. B. ISOVER Vario KM) ist grundsätzlich (nach Herstellerangaben) zu bevorzugen. Besonders im Anschlussbereich ist auf eine exakte Verarbeitung zu achten. Die Schraubabstände bei einer Einfachbeplankung sollten ≤ 250 mm, bei Doppelbeplankung ≤ 750 mm (erste Lage) bzw. ≤ 250 mm (zweite Lage) betragen. Die Beplankung erfolgt mit Rigidur 10 oder 12,5 mm mit Rigidur Fix Schnellbauschrauben (3,5 x 30 bzw. 3,5 x 40 mm) im Abstand von ≤ 250 mm.

Sollte die Beplankung mit ganzen Platten nicht möglich sein, sind notwendige Horizontalfugen im oberen Wandbereich anzuordnen. Werden bei einlagig beplankten Vorsatzschalen Horizontalfugen angeordnet, müssen diese mindestens 400 mm voneinander entfernt sein. Bei mehreren Beplankungslagen sind die Fugen zueinander versetzt (250 mm) anzuordnen. Die Verspachtelung der 5 bis 7 mm Fugen (Spachtelfugentechnik) erfolgt mit VARIO Fugenspachtel. Alternativ kann auch die Stoßfugenverlegung in Klebefugentechnik zum Einsatz kommen.

Vorsatzschalen freistehend

Ist die Rohwand unzureichend tragfähig oder zum Beispiel von Installationen verdeckt, sind freistehende Vorsatzschalen vorzusehen. Deren Unterkonstruktion besteht aus Rigips Wandprofilen UW/CW 50, 75, 100 oder 125. Der Ständerabstand sollte ≤ 625 mm betragen.

Montage

Auch hierbei gilt: Vor der Montage müssen alle Leitungen verlegt sein und es dürfen keine wasserführenden Leitungen in der Dämmschicht oder an der Außenwand verlaufen. Die Position der Vorsatzschale ist mit entsprechendem Abstand (≥ 20 mm) aufzureißen. Rigips Anschlussprofile UW werden mit Rigips Anschlussdichtung Filz beklebt und mit Schlag- oder Nageldübeln im Abstand ≤ 1.000 mm am Boden und an der Decke kraftschlüssig befestigt. Anschießend sind die Rigips Wandprofile CW einzustellen und auszurichten. Dann wird die Dämmung eingebaut. Zur Wärmebrückenvermeidung sollte der Abstand zwischen Profil und Außenwand vollständig mit Dämmstoff ausgefüllt werden. Der Ständerabstand sollte bei Rigidur-Großformatplatten ≤ 625 mm und bei Rigidur-Kleinformatplatten ≤ 500 mm betragen. Die Beplankung erfolgt mit Rigidur 10 oder 12,5 mm mit Rigidur Fix Schnellbauschrauben (3,5 x 30 mm) im Abstand von ≤ 250 mm. Die Verspachtelung der 5 bis 7 mm Fugen (Spachtelfugentechnik) erfolgt mit VARIO Fugenspachtel. Alternativ kann auch die Stoßfugenverlegung in Klebefugentechnik zum Einsatz kommen. Dampfbremse und Beplankung sind wie zuvor beschrieben zu befestigen und zu verspachteln.

Wichtig: Es sind Dehnungsfugen ≤ 15 m vorzusehen. Außerdem ist bei allen gedämmten Vorsatzschalen die Notwendigkeit einer Dampfbremse zu prüfen.

Vorsatzschalen mit Holzlattung an Massivwand verankert

Bei unebenem Mauerwerk oder schadhaftem Putz können Rigidur-Gipsfaserplatten 10 oder 12,5 mm auf Holzlatten befestigt werden. Die Holzlatten (50 x 30 mm) werden waagerecht im Abstand von ≤ 800 mm bei Rigidur-Großformatplatten bzw. ≤ 750 mm bei Rigidur-Kleinformatplatten auf die Rohwand aufgedübelt. Der Dübelabstand sollte 1.000 mm betragen. Unebenheiten sind mit Distanzhölzern oder Distanzschrauben auszugleichen. Für die Wärme- und Schalldämmung kann Mineralwolle in den Hohlraum eingebaut werden. Die Rigidur Gipsfaserplatten 10 oder 12,5 mm sind mit Rigidur Fix Schnellbauschrauben (Länge 30 mm) im Abstand von ≤ 250 mm zu befestigen.

In die mit der Rohwand verbundenen Vorsatzschalen sind Bauteil-Trennfugen zu übernehmen. Ansonsten sind mindestens alle 15 m Dehnungsfugen vorzusehen. Die Notwendigkeit einer Dampfbremse ist bei allen gedämmten Vorsatzschalen zu prüfen.

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