Verarbeitungsrichtlinien Gipsfaserplatten an Wand, Decke, Dach – Teil 3

Befestigungsmittel und Abstände

Die besonders stabile und harte Oberfläche der Rigidur-Gipsfaserplatten ermöglicht es, die Befestigungspunkte bis zu 10 mm an die Plattenkante heran zu setzen, ohne dass es zu Kantenausbrüchen kommt. Auf Metallunterkonstruktionen werden für die Befestigung der Gipsfaserplatten Rigidur Fix Schnellbauschrauben verwendet. Auf Holzunterkonstruktionen können auch geharzte Stahldrahtklammern zum Einsatz kommen. Die Klammerung ist besonders schnell und damit sehr wirtschaftlich.

Bei der Klammerung sowie bei der Verschraubung ist vor allem auf die richtige Eindringtiefe zu achten. Die Klammern beziehungsweise Schrauben sollten weder zu tief versenkt werden, noch überstehen, da bei letzterem auch die flächenebene Verspachtelung der Befestigungsstellen unmöglich wird. Klammern und Schrauben müssen entweder bündig zur Plattenoberfläche oder maximal 1,5 mm versenkt werden.

Für die Befestigung der Rigidur-Gipsfaserplatten untereinander sind Spreizklammern (zum Beispiel Haubold) mit einer Drahtdicke von dn ≥ 1,5 mm einzusetzen. Die Schenkellänge sollte 2-3 mm kürzer sein, als beide Rigidur-Lagen zusammen dick sind.

Trockenputz

Rigidur-Trockenputz ist eine Wandbekleidung aus Rigidur-Gipsfaserplatten 10, 12,5 oder 15 mm, die mit Rifix Ansetzbinder unmittelbar ohne Dämmschicht an senkrechte Bauteile angesetzt wird.

Untergründe müssen wie folgt beschaffen sein beziehungsweise behandelt werden:

  • Der Untergrund muss schalölfrei, trocken, schwindfrei, frostfrei, ausreichend tragfähig, schlagregendicht, gegen aufsteigende Feuchte geschützt sein.
  • Kalkputz als Untergrund ist nicht geeignet (entfernen!)
  • Frischer Beton muss vor dem Ansetzen mindestens 28 Tage alt und trocken sein.
  • Glatten Untergrund (zum Beispiel Beton) mit Rikombi Kontakt vorbehandeln.
  • Stark saugenden Untergrund (zum Beispiel Porenbeton) mit Rikombi Grund vorbehandeln.
  • • Fliesen sowie tapezierte und geputzte Flächen sind nur nach eingehender Überprüfung der Haftung und Tragfähigkeit beziehungsweise Reinigung als Untergründe geeignet.
  • Das Mauerwerk muss vollfugig gemauert sein.
  • Die notwendigen Untergrundvorbehandlungen sind auf die jeweiligen baustellenspezifischen Gegebenheiten abzustimmen.

Vor dem Ansetzen sind alle Unterputz-Installationen abzuschließen. Abzweige und Elektrodosen sollten mit einem Überstand von 20 mm (Rigidur 10, 12,5 und Rigidur 15) beziehungsweise von circa 40 mm (Rigidur 30 PS) in der Wand eingesetzt sein. Die Elektrodose wird mit einem Überstand gemäß Wandtrockenputz (bei Verbundplatten entsprechend mehr) eingebaut.

Montage

Trockenputz schnell und korrekt angebracht:

  • Die zugeschnittenen Rigidur-Gipsfaserplatten sind mit der Rückseite nach oben auf ebener Unterlage zu stapeln.
  • Rifix Ansetzbinder anrühren und pastensteif am Plattenrand streifenförmig und auf der Plattenfläche in Batzen aufbringen.
  • Die Batzengröße beträgt circa 100 mm, der Batzenabstand circa 300 bis 400 mm bei Rigidur-Platten, die als Untergrund für keramische Beläge zum Beispiel Fliesen verwendet werden.
  • Die mit Rifix Ansetzbinder belegten Platten mit dem Richtscheit beziehungsweise geradem Kantholz anklopfen und mit 5 bis 7 mm (Spachtelfugentechnik) Fugenbreite untereinander lot- und fluchtgerecht ausrichten.
  • Nachdem die Wandkonstruktion völlig ausgetrocknet ist, wird sie mit VARIO Fugenspachtel verspachtelt.

Verarbeitungshinweise zum Trockenputz

  • Die Klebefugentechnik ist beim Trockenputz nicht geeignet, da die Austrocknung des Rifix Ansetzbinders dadurch behindert würde.
  • Rifix Ansetzbinder in Bereichen von Fensterlaibungen, Waschbecken, Konsolen, Schornsteinwandungen usw. vollflächig ≥ 10 mm ansetzen. Schornsteinwandungen dürfen eine maximale Temperatur von 45 °C nicht überschreiten.
  • Aus Montagegründen empfiehlt Rigips folgende Reihenfolge einzuhalten:

1. Montage Dach-/Deckenbekleidung

2. Trockenputz

  • Bauteil-Trennfugen sind in den Trockenputz zu übernehmen.
  • Ansonsten sind in Abständen ≤ 15 Meter Dehnungsfugen anzuordnen.
  • Lasten ≥ 15 kg sind im tragenden Bauteil zu befestigen.
  • Trockenputz ist nicht geeignet zum Trockenlegen feuchter Wände!
  • Bei angesetzten Rigidur-Gipsfaserplatten im Trockenputzverfahren darf nicht sofort verspachtelt werden. Nur nach dem vollständigen Abbinden und Austrocknen des Rifix Ansetzbinders darf die Verspachtelung vorgenommen werden.
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