Einsatz von Gipsfaserplatten im Außenbereich

Rigidur-Gipsfaserplatten sind nicht nur im trockenen Innenausbau einsetzbar, sondern eignen sich auch für Außenbereiche, zum Beispiel zur Herstellung von nichttragenden Wand- und Deckenkonstruktionen in Parkhäusern, Laubengängen, Tordurchfahrten und bei Dachüberständen.

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Zulässig ist der Einsatz der Rigidur H Gipsfaserplatten (12,5 mm und 15 mm Dicke) in Außenbereichen unter Beachtung folgender Bedingungen: Eingebaut werden dürfen die Rigidur-Gipsfaserplatten nur in Gebäuden mit geringer Höhe bis maximal 10 m. Es darf keine direkte Nässeeinwirkung zum Beispiel durch aufsteigende Feuchtigkeit, Schlagregen, Spritzwasser, Regen oder Schnee bestehen. Außerdem müssen direkte Sonneneinstrahlung und Aufheizung über 50 °C vermieden werden.

Die Metall- und Holzunterkonstruktionen müssen einen Achsabstand von maximal 333 mm (Decke) und 416 mm (Wand) haben und mit entsprechendem Korrosions- bzw. Holzschutz ausgestattet sein. Zudem muss der in den Verarbeitungsrichtlinien vorgesehene Befestigungsabstand der Rigidur Fix Schnellbauschrauben oder anderer bauaufsichtlich zugelassener Befestigungsmittel verringert werden – auf 150 mm bei Schrauben und auf 100 mm bei Klammern. Die Befestigungsmittel sind anschließend zu verspachteln.

Bei Doppelbeplankungen sind beide Lagen in der Unterkonstruktion zu befestigen. Außerdem sind die Deckenunterkonstruktionen drucksteif auszuführen – zum Beispiel mit dem Noniussystem gemäß den Rigips Verarbeitungsrichtlinien Trockenbau. Längenänderungen der Platte durch Temperatur- und Luftfeuchteänderungen sind durch regelmäßig angeordnete Dehnungsfugen im Abstand von maximal 10 m aufzufangen. Auch ist Tauwasserbildung durch Wasserdampfdiffusion auszuschließen. Dazu ist ein rechnerischer Nachweis der Tauwasserfreiheit gemäß DIN 4108 durchzuführen. Bei Befestigung von Lasten an den Gipsfaserplatten ist der in der Rigidur Verarbeitungsrichtlinie angegebene Wert zu halbieren.

Jetzt die Broschüre Verarbeitungsrichtlinien Wand, Decke und Dach downloaden.

Fugentechnik und Endbeschichtung

Bei der Verlegung von Rigidur-Gipsfaserplatten sind verschiedene Fugentechniken möglich. So können die Platten mit Rigidur Fugenkleber stirnseitig miteinander verklebt werden. Ebenso können sie mit einem Fugenspalt von 5 bis 7 mm verlegt und mit VARIO Fugenspachtel in Verbindung mit einem Rigips Glasfaserbewehrungsstreifen verspachtelt werden. Außerdem ist es möglich, die Rigidur-Platten mit einer offenen Fuge zu verlegen. Bei Anschlüssen an andere Bauteile (zum Beispiel Beton) sind die Rigidur-Platten konstruktiv vom angrenzenden Bauteil zu trennen.

Vor einer Endbeschichtung ist die Rigidur-Platte mit einer sperrenden Grundierung zu versehen. Sowohl die Platte als auch die Endbeschichtung mit zum Beispiel Farbe oder Putz müssen vom jeweiligen Hersteller für den entsprechenden Verwendungszweck freigegeben sein und dürfen nicht lichtdurchlässig sein.

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