Verarbeitungsrichtlinien Gipsfaserplatten an Wand, Decke, Dach – Teil 13

Deckensysteme mit Gipsfaserplatten

Montagedecken aus Gipsfaserplatten werden mittels zugelassener Abhängesysteme von der Rohdecke abgehängt. Deckenbekleidungen hingegen bestehen aus einer direkt mit der Rohdecke verbundenen Unterkonstruktion aus Holzlatten, Rigips Deckenprofilen CD oder Rigips Hutdeckenprofilen. Die Verankerung der Unterkonstruktion erfolgt durch bauaufsichtlich zugelassene Schrauben oder Dübel an der Rohdecke.

Dübel oder Schrauben

Die Dübel müssen für den vorgefundenen Untergrund eine bauaufsichtliche Zulassung zur Verankerung von Montagedecken nach DIN 18168 haben. Die Schrauben sind bei Holzuntergründen seitlich oder von unten in den tragenden Untergrund einzudrehen. Eine Verschraubung in die Verschalung reicht nicht aus! Zu dimensionieren sind die Schrauben so, dass die auftretenden Lasten sicher in den Untergrund eingeleitet werden. Ihre Länge richtet sich nach der Dicke des zu befestigenden Abhängers sowie der notwendigen Eindringtiefe in den Untergrund.

Rigips Schnellabhänger

Zugelassene Abhänger sind Rigips Ösendrähte oder Rigips Hakendrähte mit Spannfedern und zur Unterkonstruktion (Latten oder Rigips Deckenprofile CD 60/27) gehörende Rigips Schnellabhänger, z. B. Ankerschnellabhänger. Mit Rigips Schnellabhängern sind auf Zug belastete Deckenabhängungen möglich. Die zulässigen Belastungen pro Abhänger liegen zwischen 0,15 und 0,25 kN. Bei der Ausführung ist darauf zu achten, dass der Rigips Abhängedraht (nach DIN 18168) mindestens 10 mm durch die Feder des Unterteils hindurch geführt werden muss.

Nonius-Abhängesysteme

Liegen höhere Lasten bzw. Deckengewichte vor, die z. B. durch dickere Beplankungen verursacht werden, sind Rigips Nonius-Systeme zu verwenden. Diese Systeme sind ebenfalls immer dann zu wählen, wenn drucksteife Abhängungen notwendig sind. Rigips Nonius-Abhängesysteme können mit bis zu 0,40 kN belastet werden.

Die Verbindung von Justierstab und dem zur Unterkonstruktion passenden Unterteil erfolgt grundsätzlich mit zwei Sicherungselementen. Die Abhänger müssen immer senkrecht und so angeordnet werden, dass sie die Unterkonstruktion ohne Spiel mit der Rohdecke verbinden. Sind Abhänger nicht senkrecht oder auf Zug belastet eingebaut, besteht die Gefahr der Überlastung und damit des Versagens der unmittelbar daneben angeordneten Hänger. Nicht auf Zug beanspruchte Abhänger können außerdem unter Umständen dazu führen, dass Deckenflächen bei auftretenden Luftbewegungen (Zugluft etc.) klappern.

Unterkonstruktionen

Die Unterkonstruktionen können aus Holzlatten mit einem maximalen Feuchtegehalt von 20 Prozent oder aus Rigips Deckenprofilen CD nach DIN 18182-1 hergestellt werden. Sie bestehen bei Montagedecken grundsätzlich aus Grund- und Traglatten bzw. Profilen. Die Verbindung der Grund- und Traglattung kann mit einer Rigips Schnellbauschraube oder Holzbauschraube bzw. mit zwei schräg eingetriebenen Nägeln je Kreuzungspunkt erfolgen. Zu verwenden sind profilierte Nägel nach DIN EN 14592, die den Tragfähigkeitsklassen zwei bzw. drei zugeordnet wurden. Sie sind nach DIN EN 1995-1-1 so zu dimensionieren, dass die auftretenden Lasten sicher eingeleitet werden.

Bei CD-Profilkonstruktionen werden die Profile mit Rigips Ankerwinkeln oder Rigips Kreuzschnellverbindern miteinander verbunden. Bei niveaugleicher Unterkonstruktion werden die Rigips Deckenprofile CD mittels Rigips Sicherheitsquerverbindern zusammengehalten. Dabei richten sich die Achsabstände der Unterkonstruktionen nach dem jeweiligen Rigips-Deckensystem. Im Übrigen können Deckenbekleidungen auch aus einer einfachen Unterkonstruktion ausschließlich aus Traglatten bzw. Tragprofilen hergestellt werden.

Beplankung

Die Beplankung von Rigidur-Decken sollte grundsätzlich quer zur Tragkonstruktion und mit einem Querfugenversatz von mindestens einem Traglattenabstand angebracht werden. Mehrlagige Beplankungen sind untereinander mit einem Versatz der Längsfugen von mindestens 400 mm zu verlegen. Auch die Querfugen der oberen und unteren Beplankung müssen um einen Traglattenabstand versetzt werden. Kreuzfugen und fliegende Stöße sind nicht zulässig.

Anschlüsse

Randanschlüsse von Montagedecken oder Deckenbekleidungen können grundsätzlich in zwei verschiedene Ausführungen unterteilt werden: in „starre“ und „freie“ Anschlüsse. Freie Anschlüsse sind Randanschlüsse, bei denen die Deckenkonstruktion keine direkte Verbindung mit den angrenzenden Bauteilen hat. Solche Anschlüsse sind offene bzw. gedeckte Schattenfugen oder Anschlüsse auf sichtbaren Randwinkeln. Freie Randanschlüsse kommen zum Einsatz, wenn große Deckendurchbiegungen, große Längenänderungen infolge von hohen Luftfeuchtewechseln oder unterschiedliche Bauteilbewegungen zu erwarten sind.

Montage der Rigidur-Decken

Zunächst wird die Deckenhöhe an den angrenzenden Bauteilen mittels eines Schnurschlages oder Lasers angerissen. Dabei sollte der Schnurschlag bzw. Laserstrahl die Unterkante der Unterkonstruktion und nicht die der Beplankung markieren, da die gefärbte Kreide durch spätere Oberflächenbeschichtungen durchschlagen könnte. Im nächsten Schritt werden die Rigips-Abhänger in den geforderten Abständen an der Rohdecke befestigt. Bei der Montage der Grund- und/oder Traglatten/Profile ist auf einen Versatz von eventuellen Stößen um mindestens einen Hängerabstand zu achten. Das erste bzw. letzte Tragprofil der Decke wird im Abstand zur angrenzenden Wand von ca. 150 mm positioniert. Anschließend werden die Rigips Profile mittels Blech- oder Schlagschere bzw. Knabberer zugeschnitten.

Dehnungsfugen

Dehnungsfugen müssen in Montagedecken nach spätestens 15 Metern Feldlänge sowie im Bereich von Rohbaudehnungsfugen angeordnet werden. Zusätzlich sind sie bei Einschnürungen vorzusehen, wie sie zum Beispiel oft bei Fluren anzutreffen sind. Die Breite der Fugen hängt von der zu erwartenden Bewegung der Bauteile ab. Diese Bewegungen können durch Deckendurchbiegungen oder Temperatur- und Feuchteänderungen verursacht werden.

Einbauten

Für Einbauteile wie Lampen oder Lüftungsauslässe mit Abmessungen, die größer als die lichten Profilabstände sind, müssen die Öffnungen in den Deckenflächen durch Auswechselungen der Unterkonstruktion ergänzt werden. Das gilt generell auch für Einbauten ≥ 6 kg. Die Lasten der Einbauteile sind durch mindestens zwei zusätzliche Rigips-Abhänger pro Auswechselung in die Rohdecke einzubringen.

Weiterhin richtet sich die Anzahl und Art der Rigips-Abhänger nach ihrer Lastklasse und der zusätzlich aufzunehmenden Belastung durch das Einbauteil. Schwere Lasten, die über die zusätzliche Belastung von Dübeln und Deckenkonstruktion hinausgehen, müssen direkt an der Rohdecke oder an einer Hilfskonstruktion angeschlossen werden, die eine Lasteneinleitung in die Rohdecke übernimmt.

Exemplarischer Aufbau einer abgehängten Montagedecke

Deckenprofile

Rigips Deckenprofil CD 60/27 (alternativ mit Holzlatten) als Grund- bzw. Tragprofil in Verbindung mit Abhängesystemen:

  • Rigips Ankerschnellabhänger,
  • Rigips Ankerhänger für Schlitzband oder
  • Rigips Noniushänger, je nach Deckengewicht.

Profilverbinder

  • Rigips Kreuzschnellverbinder (für schwere Konstruktionen)
  • Rigips Ankerwinkel.
  • Rigips Sicherheitsquerverbinder oder Rigips Querverbinder für höhengleiche Unterkonstruktionen.

Mineralwolle-Auflage

  • Im Zwischendeckenbereich je nach Anforderung.
  • Bei Brandschutzanforderungen: Prüfzeugnisse beachten.

Beplankung

  • Einlagig oder zweilagig, je nach Anforderung: Rigidur-Platten 10 oder 12,5 mm.

 

Exemplarischer Aufbau einer direkt befestigten Montagedecke

Metall-Unterkonstruktion

Rigips Deckenprofile CD 60/27 in Verbindung mit

  • Rigips Direktbefestiger (Schienenläufer).
  • Rigips U-Direktabhänger, Rigips „Klick Fix“ Direktbefestiger mit oder ohne Schallentkopplung.
  • Rigips Hutdeckenprofil, Rigips Hutfederschiene.

Mineralwolle-Auflage

• Im Zwischendeckenbereich je nach Anforderung.

Beplankung

  • Einlagig oder zweilagig, je nach Anforderung: Rigidur-Platten 10 oder 12,5 mm.

Oder:

Holz-Unterkonstruktion

  • Traglatten bzw. Grundlatten 50/30 mm oder 60/40 mm in Verbindung mit
  • Federbügel (ohne Zusatzlasten) oder
  • Rigips U-Direktabhänger.

Mineralwolle-Auflage

  • Im Zwischendeckenbereich je nach Anforderung.

Beplankung

  • Einlagig oder zweilagig, je nach Anforderung: Rigidur-Platten 10 oder 12,5 mm.
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