Verarbeitungsrichtlinien Gipsfaserplatten an Wand, Decke, Dach – Teil 12

Dachgeschossausbau mit Gipsfaser

Bei der Dachgeschossbekleidung werden an das Beplankungsmaterial von Decken- und Dachschrägen die gleichen Ansprüche gestellt, wie sie auch im Wandbereich üblich sind. Dies betrifft insbesondere den Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz. Aus wärmetechnischen Gründen ist es sinnvoll, die gesamte Dachschräge zu dämmen und zu beplanken. Um den Ansprüchen des Feuchteschutzes zu entsprechen (Gefahr von Nässe durch Tauwasser), wird neben der Dämmung und Beplankung auch eine Dampfbremsfolie bis zum First geführt.

Die Unterkonstruktion kann aus Stahlblech-Profilen (verzinkt nach DIN 18182) oder aus Holzlatten (Sortierklasse S 10 nach DIN 4074, Teil 1, Restfeuchte ≤ 20 Prozent) bestehen. Um den richtigen Systemaufbau sicherzustellen, müssen die Kehlbalkendecke und die Dachschräge zunächst vollständig gedämmt werden und winddicht abschließen. Quer zu den Sparren bzw. Balken muss dann die Unterkonstruktion aus Metall bzw. Holz angeschraubt werden.

Die Metall-Unterkonstruktion besteht aus:

  • Rigips Hutdeckenprofilen direkt befestigt.
  • Plattenspannweite (mit Brandschutz): ≤ 375 mm.
  • Tragprofile (mit Brandschutz): ≤ 900 mm.

Die Metallprofile sind mit einer Blech- oder Schlagschere oder einem Knabberer zuzuschneiden. Trennschleifer oder Flex dürfen dazu auf keinen Fall eingesetzt werden, weil auf diese Weise der Korrosionsschutz durch Verbrennung zerstört wird.

Alternativ kann eine Holz-Unterkonstruktion erstellt werden:

  • Traglatten 50/30 mm oder 48/24 mm.
  • Plattenspannweite (mit Brandschutz): ≤ 375 mm.
  • Traglatten (mit Brandschutz): ≤ 900 mm.

Die Beplankung erfolgt mit Rigidur-Gipsfaserplatten 10/12,5 mm. Zuerst sollte die Decke bzw. die Kehlbalkenlage und dann die Dachschräge beplankt werden. Anschließend wird die Abseitenwand (Drempel) beplankt. Befestigt werden die Gipsfaserplatten mit Rigidur Fix Schnellbauschrauben 3,5 x 30 mm oder mit Spreizklammern.

Dämmung und Dampfbremse

Zur Vermeidung einer erhöhten Dampfdiffusion ist auf der Warmseite – zwischen Beplankung und Wärmedämmung – eine Dampfbremse einzubauen. Die Dämmstoffbreite ist so zu wählen, dass die Dämmmatten gepresst zwischen den Holzbalken sitzen. Dazu sollte die Breite etwa 10 mm größer sein als der lichte Balkenabstand. Besonders wichtig ist dabei, dass die Dampfbremse luftdicht an den Balken und den angrenzenden Giebelwänden befestigt wird. Dabei sind die Herstellerangaben jeweils genau zu beachten. Randbereiche, Fugen und Risse sind zum Beispiel mit geeignetem Klebeband zu schließen.

In der Regel erfüllt die Dampfbremsebene gleichzeitig die Funktion der Luftdichtigkeit. Besonders wichtig ist dabei, dass die Anschlüsse an angrenzende Wände und Durchdringungen dauerhaft dicht angeschlossen werden. Weitere Details sind den jeweiligen Verarbeitungsrichtlinien der Dämmstoffhersteller zu entnehmen.

Starre Anschlüsse

Für eine saubere Kehlausbildung zwischen Decke und Dachfläche sollten die Plattenkanten der Dachneigung entsprechend angeschrägt werden. Zwischen die Beplankung der einzelnen Flächen wie Decke und Schräge, Schräge und Abseitenwand oder Flächen, die zum Beispiel an Giebelwände anschließen, sind Trennstreifen wie zum Beispiel Rigips TrennFix einzulegen (Klebebänder zur Abklebung von Dampfbremsen sind nicht geeignet!). Die Verspachtelung der Fugen erfolgt gegen diese Trennbänder. Das ermöglicht eine definierte Trennung der Flächen, bei denen eine Haarfuge entsteht. Versiegelungen der Ecken sind nur dann anzuraten, wenn ausreichend breite Fugen zwischen den Beplankungen eingehalten werden und die plasto-elastischen Fugenmassen nur zweiseitig haften können. Weiterhin sollte darauf hingewiesen werden, dass solche Fugen nach einigen Jahren erneuert werden müssen. Wichtig: Die Verspachtelung mit Bewehrungsstreifen über Eck birgt die Gefahr des „Sich-Rundziehens“ der Ecke.

Abseitenwände (Drempel)

Komponenten der Metall-Unterkonstruktion:

  • Rigips Wandprofile UW 50 für Boden- bzw. Deckenanschluss
  • Rigips Wandprofile CW für den Wandanschluss
  • Anschlussdichtungen: Anschlussprofile sind außer an Dachschrägen mit Rigips Anschlussdichtungen zu hinterlegen      
  1. - Ohne randschutzanforderungen: Rigips Anschlussdichtung Filz                                                                                                                                                   
  2.  - Mit Brandschutzanforderungen: Rigips Anschlussdichtung Filz, sofern durch Verspachtelung oder Beplankung geschützt, sonst Rigips     Anschlussdichtung A1
  • Rigips Wandprofil: CW 50, Ständerabstand: 500 mm oder ≤ 625 mm.

Hohlraumdämmung, Beplankung, Montage

Für die Hohlraumdämmung kommt wie bei der Dachschräge Mineralwolle zum Einsatz. Gewicht und Dicke werden durch die jeweilige Anforderung bestimmt. Die Beplankung erfolgt mit Rigidur 10/12,5 mm (mit und ohne Brandschutzanforderungen).

Die Abseitenwand wird erst errichtet, wenn die gesamte Dachfläche fertig gestellt ist. Auf der Beplankung der Dachschräge wird für die obere Befestigung der Metallständer ein Rigips Wandprofil UW mit geeigneten Befestigungsmitteln angebracht. Das Wandprofil muss mit der Unterkonstruktion der Dachschräge verbunden sein. Die Rigips Wandprofile CW werden in die oberen und unteren Rigips Wandprofile UW eingestellt. Unter dem Rigips Wandprofil UW (Bodenanschluss) ist wie bei Montagewänden eine Anschlussdichtung vorzusehen.

 

Abseitenwände mit Holz-Unterkonstruktion

  • Anschlüsse: Holz 30 x 50 mm für Bodenanschluss als Hinterlegung, Massivwandanschluss-Befestigung mit Rigidur Schnellbauschrauben, Holzbauschrauben oder Rahmendübel. Für den Dachanschluss können Rigidur Fix Schnellbauschrauben oder Holzbauschrauben eingesetzt werden.
  • Anschlussdichtungen: Wie bei der Metall-Unterkonstruktion sind Anschlussprofile außer an Dachschrägen mit Rigips Anschlussdichtungen zu hinterlegen.   
  1.  – Ohne Brandschutzanforderungen: Rigips Anschlussdichtung Filz.                                                                                                                                             
  2.  – Mit Brandschutzanforderungen: Rigips Anschlussdichtung Filz, sofern durch Verspachtelung oder Beplankung geschützt, sonst  Rigips Anschlussdichtung A1.      
  • Holzständer: 40 x 60 mm, Ständerabstand: 500 mm oder 625 mm.

Auch bei der Holz-Unterkonstruktion erfolgt die Hohlraumdämmung mit Mineralwolle. Beplankt wird mit Rigidur 10/12,5 mm (mit und ohne Brandschutzanforderungen). Wie bei der Metall-Unterkonstruktion wird die Abseitenwand erst errichtet, wenn die gesamte Dachfläche fertig gestellt ist. Auf die Beplankung der Dachschräge wird für die obere Befestigung der Holzständer eine Latte aufgeschraubt, die an der Unterkonstruktion der Dachschräge zu befestigen ist. Die Holzständer werden üblicherweise entsprechend der Dachneigung abgeschrägt und am oberen und unteren Anschlussholz durch Schrauben oder Stichnägel befestigt. Unter der Schwelle ist eine Anschlussdichtung vorzusehen.

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