Verarbeitungsrichtlinien Gipsfaserplatten an Wand, Decke, Dach – Teil 10

Montageablauf bei Holz-Unterkonstruktionen

Sollen Trennwände mit Holz-Unterkonstruktionen erstellt werden, sind im Montageablauf einige Aspekte zu berücksichtigen, die kurz im Folgenden vorgestellt werden:

Anreißen
Der Wandverlauf ist zunächst auf dem Fußboden anzuzeichnen. Dabei sind die Türöffnungen zu berücksichtigen. Dann wird der Wandverlauf an der Decke übertragen. 

Wand- und Deckenanschluss
Die Anschlusshölzer werden mit einseitig klebender Rigips Anschlussdichtung Filz versehen und an Boden und Decke mit Rahmendübeln im Abstand von 1.000 mm befestigt. Die Holzständer an den angrenzenden flankierenden Bauteilen sind aus Schallschutzgründen dicht mit der Rigips Anschlussdichtung Filz anzuschließen. 

Holzständer
Je nach Anforderungen an die Wandhöhe werden 40 x 60 mm oder 60 x 60 mm Hölzer als Unterkonstruktion eingebaut. Der Achsabstand bei Holzständern beträgt bei den kleinformatigen Rigidur-Ausbauplatten 500 mm und bei den großformatigen Rigidur-Platten ≤ 625 mm. Mit entsprechenden Nägeln oder Schrauben sind die Holzständer an den Anschlusshölzern zu fixieren.

Beplankung der ersten Wandseite
Bei einlagiger Beplankung der ersten Wandseite werden die Rigidur-Gipsfaserplatten mit gegenüberliegenden Fugen verlegt. Sind Querfugen erforderlich, so sind diese
im Versatz ≥ 400 mm anzuordnen. Bei zweilagiger Beplankung kann die untere Lage auch stumpf gestoßen werden. Nach der Beplankung der ersten Wandseite und der Verlegung der erforderlichen Elektro- und Sanitärinstallation im Wandhohlraum wird, zur Verbesserung der Schalldämmung bzw. für den Brandschutz, eine Hohlraumdämmung eingebracht. Der Hohlraum ist vollflächig zu dämmen und der Dämmstoff gegen Abrutschen zu sichern.

Die Beplankung der zweiten Wandseite muss mit gegenüberliegenden Fugen angebracht werden. Die anschließende Verspachtelung der Plattenfugen, Anschlüsse und Schraubenköpfe sorgt für die endgültige Stabilität. 

Aussparungen für Leitungsdurchführung
Bei Holzwänden ist ein Ausklinken im oberen Ständerbereich möglich um Leitungen durchzuführen. Es ist darauf zu achten, dass bei Holzständern große Aussparungen für durchzuführende Leitungen ausschließlich mit runden Bohrungen vorzunehmen sind. Hierbei muss an beiden Seiten ein Querschnitt von mindestens 15 mm erhalten bleiben.

Wichtig: Bauteiltrennfugen des Rohbaus sind in Rigips-Montagewände zu übernehmen. Ansonsten sind Dehnungsfugen mindestens alle 15 m vorzusehen.

Exemplarischer Aufbau einer Holz-Einfachständerwand

Die Holz-Unterkonstruktion besteht aus Holz der Sortierklasse S10 nach DIN 4074 mit einer Restfeuchte ≤ 20 Prozent. 

Holz-Unterkonstruktion
Anschlüsse: 
Holz 40 x 60 oder 60 x 60 mm als Boden- und Deckenanschluss.

Holzständer:
40 x 60/60 x 60 mm, Ständerabstand in der Regel 625 mm.

Anschlussdichtungen:
Sämtliche Anschlüsse sind mit Rigips Anschlussdichtungen zu hinterlegen.

Hohlraumdämmung und Beplankung
Die Hohlraumdämmung ist auch hier beliebig zu wählen. Bei speziellen Anforderungen an den Schall- und Brandschutz ist die Hohlraumdämmung gemäß der Rigips-Systemübersicht zu wählen. Die Beplankung erfolgt einlagig oder zweilagig, je nach Anforderung mit Rigidur 10 oder 12,5.

Exemplarischer Aufbau einer Holz-Doppelständerwand

Holz-Unterkonstruktion
Anschlüsse:
Holz 40 x 60 mm für Boden- und Deckenanschluss befestigt mit Rahmendübel.

Anschlussdichtungen:
Sämtliche Anschlussprofile sind mit Rigips Anschlussdichtungen zu hinterlegen.
ohne Brandschutz-Anforderungen: Rigips Anschlussdichtung Filz
mit Brandschutz-Anforderungen: Rigips Anschlussdichtung Filz, sofern durch Verspachtelung oder Beplankung geschützt (sonst Rigips Anschlussdichtung A1).

Holz-Ständerprofile:
40 x 60/40 x 80 mm
Ständerabstand: in der Regel 625 mm.

Hohlraumdämmung
Mineralwolle als Platten- oder Rollenware (Gewicht und Dicke nach Anforderung, siehe Systembeschreibungen), gegen Abrutschen sichern!

Beplankung
Ein-, zwei- oder dreilagig, je nach Anforderung: Rigidur 10 oder 12,5.

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