Trockenbau – Allgemeine Hinweise und Baustellenvorbereitung

Plattenlagerung-, transport, -bearbeitung: Rigips-Platten weisen in der Regel höhere Qualitätsmerkmale auf, als von den anwendbaren technischen Normen gefordert.

Beschaffenheit und Qualität können bei Beachtung folgender Bedingungen erhalten bleiben, um einen hohen Standard beim Trockenausbau zu gewährleisten.

Plattenlagerung

Rigips-Platten müssen auf einer ebenen Unterlage (Palette) oder auf Kanthölzern im Abstand von maximal 350 mm horizontal gelagert werden. Bei der Plattenlagerung ist auf die Tragfähigkeit des Untergrundes zu achten, 50 Rigips Feuerschutzplatten RF (12,5 mm) z. B. belasten die tragende Decke mit ca. 5,65 kN/m2 (565 kg/m2 bzw. 0,565 t/m2). Nähere Informationen finden sich im IGG-Merkblatt Nr. 1 „Baustellenbedingungen“.

 

Rigips-Platten und Zubehör sind vor Feuchtigkeit und Witterungseinflüssen, z. B. auch vor Sonnenbestrahlung zu schützen. Feucht gewordene Gipsplatten sind vor der Montage auf ebener Unterlage vollständig zu trocknen. Rigips empfiehlt, Gipsplatten, Fugenspachtel und Ansetzbinder grundsätzlich innerhalb von Gebäuden trocken aufzubewahren.

Plattentransport

Beim Transport mit Gabelstaplern muss der Gabelabstand mind. 1 m betragen.

Rigips-Platten werden hochkant getragen, oder mit geeigneten Transportmitteln (Hub- bzw. Plattenwagen) befördert.

Plattenbearbeitung

Plattenzuschnitt Gipskarton: Normale Rigips-Bauplatten sind mit einem Gips- oder Klingenmesser leicht zu schneiden. Die Platten sollten hierbei auf einer ebenen Unterlage, auf dem Plattenstapel oder auf einem Zuschnitt-Tisch flach aufliegen.

Sichtseitenkarton einschneiden (hierbei eine Richtlatte verwenden), Platte umdrehen, Gipskern brechen und Rückseitenkarton durchtrennen. Besonders exakte Zuschnitte sind mit einem feinzahnigen Fuchsschwanz zu erreichen. Die Kante des Sichtseitenkartons im Schnittbereich z. B. mit Schleifpapier brechen oder anfasen.

Plattenzuschnitt Hartgipsplatten: Platten wie die zementgebundenen Rigips Aquaroc werden mit einem Cuttermesser angeritzt. Die Platte lässt sich direkt auf dem Plattenstapel sauber brechen. Das rückseitige Anritzen der Platten ist nicht erforderlich. Zuschnitte können ebenfalls mit einer Handkreissäge mit Absaugung bzw. Stichsäge durchgeführt werden. Hier wird die Verwendung von Hartmetall- bzw. Diamantsägeblättern empfohlen.

Ausschnitte und Kantenfasung

Ausschnitte, z. B. für Hohlwanddosen oder Rohrdurchführungen, einmessen, anzeichnen und mit dem Hohlwanddosenfräser bzw. Stichling oder der Stichsäge ausschneiden. Rohre und Leitungen haben nach dem Einbau mind. 10 mm Abstand von der entsprechend größer auszuführenden Aussparung der Beplankung. Die Zwischenräume sind, gemäß den jeweiligen Hinweisen für Feuchte-, Schall- und Brandschutz zu schließen.

Quer- und Schnittkanten mit dem VARIO Kantenhobel anfasen. Durch die Doppelklinge des VARIO Kantenhobels entsteht eine 2-fach gebrochene Kante. Durch den Einsatz des VARIO Kantenhobel wird eine gleichmäßige Spachtelfuge (hohe Zugfestigkeit) erzielt. Dazu ein wichtiger Hinweis: Wird nicht angefast, muss in jedem Fall mit Bewehrungsstreifen verspachtelt werden.

Baustellenbedingungen

Der Ausbau mit Gipsplatten-Systemen steht heute auf einem verarbeitungstechnisch sehr hohen Niveau. Um Fehler zu vermeiden und um beim Ausbau mit Gipsplatten-Systemen Klarheit hinsichtlich baulicher Rahmenbedingungen zu schaffen – um also Qualität sichern zu helfen – werden nachfolgende Empfehlungen und Hinweise für den Praktiker gegeben. Die Aussagen zu den Baustellenbedingungen werden gestützt durch den Bundesverband der Gipsindustrie e.V. – Industriegruppe Gipsplatten, siehe IGG-Merkblatt Nr 1. „Baustellenbedingungen für Trockenbauarbeiten mit Gipsplatten-Systemen“.

Beplankungen mit Gipsplatten sollten bei länger andauernder relativer Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 % im Gebäude nicht durchgeführt werden. Nach der Montage sind Gipsplatten-Systeme vor längerer Feuchtigkeitseinwirkung zu schützen. Innerhalb von Gebäuden ist auch nach Abschluss der Montagearbeiten für eine ausreichende Lüftung zu sorgen. Spachtelarbeiten dürfen erst erfolgen, wenn keine größeren Längenänderungen der Gipsplatten infolge Feuchte- bzw. Temperaturänderungen zu erwarten sind. Für das Verspachteln darf die Raumtemperatur ca. + 5 °C nicht unterschreiten (DIN 18181).

Hinweise zum Winterbau

Bei winterlichen Bedingungen sollte schnelles, schockartiges Aufheizen der Räume vermieden werden, da sonst infolge von Längenänderungen Spannungsrisse entstehen können. Ein direktes Anblasen der Gipsplattenflächen mit Heiß- oder Warmluft ist ebenfalls zu vermeiden, für ausreichende Be- und Entlüftung ist zu sorgen.

Tipp für Putz- und Estricharbeiten

Putz- und Estricharbeiten führen im Allgemeinen zu einer drastischen Zunahme der relativen Luftfeuchtigkeit. Hierbei ist für eine gründliche und gleichmäßige Lüftung zu sorgen. Einzubauende Mineralwolle muss der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV.) sowie der DIN EN 13162 entsprechen. Ist Heißasphalt als Estrich vorgesehen, dürfen Spachtelarbeiten erst nach dem Auskühlen der Estriche vorgenommen werden.

Verarbeitungshinweise für Rigips Aquaroc

Rigips Aquaroc Platten werden grundsätzlich mit Folienhauben geliefert. Diese sind erst unmittelbar vor der Verarbeitung der Platten zu entfernen und bei Montageunterbrechungen wieder auf die Platten aufzulegen. In Räumen mit ständig hoher Feuchtebelastung muss auf einen ausreichenden Korrosionsschutz der Metallunterkonstruktion geachtet werden. Mit Profilen und Zubehören der Kategorie C3 und C5M ermöglicht Rigips eine leistungsorientierte und zielgerichtete Anwendung in den verschiedenen Bereichen mit hoher Sicherheit und langer Lebensdauer der Gesamtkonstruktion. Siehe auch www.rigips.de/trockenbauloesungen/

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