Anschlüsse an flankierende Bauteile

Es gibt einige Grundregeln im Trockenbau, die unbedingt beachtet werden sollten. So müssen etwa Gebäude-Dehnungsfugen immer übernommen werden! Darüber hinaus sind zusätzliche Dehnungsfugen bei allen Trockenbaukonstruktionen grundsätzlich nötig, die länger als 15 m sind sowie bei Einschnürungen, vorspringenden Ecken oder bei vielen Ausschnitten.

Bei der Ausbildung von Dehnungsfugen müssen die Beplankung und die Unterkonstruktion wirksam getrennt sein. Mögliche Deckendurchbiegungen erfordern in der Regel gleitende Deckenanschlüsse, gegebenenfalls werden zusätzlich gleitende Wandanschlüsse erforderlich. Rigips empfiehlt, Beplankungen nicht mit den Rigips UW-Profilen (Boden-/Deckenanschluss) zu befestigen. Fehlende Entkopplungen führen in der Regel zwangsläufig zu Rissen. Hier muss zunächst die Ursache ermittelt werden, eine einfache Sanierung der Fuge ist dabei nicht zielführend. Die richtige Ausführung der Anschlüsse zu flankierenden Bauteilen wird im Folgenden erläutert.

Grundlagen der Bauteiltrennung

Typische Anschlussbereiche von Trockenbauflächen an angrenzende Bauteile sind häufig Problembereiche, die aus Anschlusssituationen mit unterschiedlichen Baustoffmaterialien und deren jeweiligen spezifischen bauphysikalischen Verhalten wie z. B. Längenveränderungen, Verformungen, Durchbiegungen etc. resultieren. Die konsequente und im Vorfeld geplante Trennung dieser Bauteile und Materialien gestattet eine kontrollierte Rissführung gemäß DIN 18340. Diese praxisgerechte Bauteiltrennung führt zu einem einwandfreien optischen Gesamtergebnis der Trockenbaukonstruktion.

Jetzt Termin mit Fachberater oder Techniker ausmachen.

Auszug aus dem IGG Merkblatt 3 „Fugen und Anschlüsse bei Gipsplatten- und Gipsfaserplattenkonstruktionen“

Grundsätzliche Anforderung an Planung und Ausführung zur Vermeidung von Rissen und Verformungen: Fugen und Anschlüsse sind generell zu planen. Es handelt sich um eine Planungsleistung, die der Auftraggeber gemäß § 3 (1) der VOB/B zu erbringen hat. Gemäß Abschnitt 0.2.17 sowie 0.2.18 der VOB/C-ATV DIN 18340 sind diese mit Art, Lage, Maßen dann auch auszuschreiben.

Dabei sind folgende planerische und konstruktive Grundsätze zu beachten:

  • Bewegungsfugen des Bauwerks müssen konstruktiv mit gleicher Bewegungsmöglichkeit übernommen werden
  • Gipsbauteile sind von anderen Bauteilen konstruktiv zu trennen
  • Abgehängte Decken und Deckenbekleidungen sind konstruktiv von einbindenden Stützen, Einbauteilen (z. B. Leuchten) etc. zu trennen
  • Dehnungs- oder Bewegungsfugen sind bei größeren Bauteilflächen anzuordnen
  • Fugen sind bei ausgeprägten Querschnittsänderungen der Bekleidungsflächen wie Flurerweiterungen oder einspringenden Wänden anzuordnen
  • Bei zu erwartenden Bewegungen der Rohbaukonstruktion (z. B. Schwinden, Kriechen, variable Verkehrslasten, kontrollierte Setzungen) sind gleitende Decken- und/oder Wandanschlüsse auszuführen
  • Ausreichende Zeit für Trocknungsphasen und Aufheizen (Winter!) ist zu planen, um schockartigen Temperaturanstieg und Luftfeuchtesenkung zu vermeiden (dies gilt sowohl für die Bauphase und Beginn der Nutzung; siehe Merkblatt 1 „Baustellenbedingungen“)

Bei der Planung sind Fugenausbildungen, klassifiziert nach der Ausbildungsart, festzuschreiben als

A starrer angespachtelter Anschluss in Verbindung mit Trennstreifen an Massivbauteile

B starrer angespachtelter Anschluss zwischen Trockenbaukonstruktionen

C Anschlussfuge mit Dichtstoff

D offene Anschlussfuge (Schattenfuge)

E gleitender Anschluss (horizontale und vertikale Gleitung)

F offene Feldfuge (Fuge in der Bekleidung der Konstruktion)

G gleitende Feldfuge (Bewegungsfuge; konstruktive Trennung der gesamten Konstruktion)

Fugenausbildungen der Gruppen A, B und C sind weitgehend starr und nehmen nur geringe Verformungen auf, wobei teilweise Haarfugen in Konstruktionen der Gruppe A und B auftreten können und zulässig sind (siehe ATV DIN 18340 Abschnitt 3.1.8)

Nichts mehr verpassen. Jetzt für den Newsletter anmelden.

X