Schallschutzlösungen - In der Ruhe liegt die Kraft

Um sich zu entspannen und Kraft für die täglichen Aufgaben zu sammeln, benötigt der Mensch Ruhe. Ein Gut, das in einer hektischen Zeit mit permanenten Hintergrundgeräuschen von Motoren, Mobiltelefonen, Stereoanlagen usw. immer seltener und kostbarer wird. Dabei empfinden wir das, was wir hören, subjektiv ganz unterschiedlich. Zwei unterschiedliche Geräusche gleicher Schallintensität können uns sowohl angenehm (z. B. Musik) als auch belästigend (z. B. Bohrmaschine) erscheinen. Auch ein gleichbleibendes Geräusch wie laute Musik können wir – je nach Tageszeit, Stimmung und Musikgeschmack – einmal als angenehm, dann wiederum als störend empfinden. Unangenehme Geräusche bezeichnen wir als Lärm. Geschlossene Räume bieten die Möglichkeit, Lärm aus einem Nebenraum so weit zu dämmen, dass er nicht mehr als solcher empfunden wird. Daraus resultieren Anforderungen an die einzelnen Bauteile eines Raums (Wände, Böden, Decken). Der Schallschutz in Gebäuden hat dementsprechend eine große Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden der sich darin aufhaltenden Menschen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Gesundheit ist ein besonders schützenswertes Gut. Die Wohnung ist für die Menschen die wichtigste Einrichtung zum Schutz, zur Erholung und Ruhe, zur Geselligkeit sowie zum lebenswerten Wohnen. Gerade deshalb gibt es umfassende, den Schallschutz betreffende Gesetze und Verordnungen. Bereits das Grundgesetz garantiert jedem Bürger die Unverletzlichkeit der Wohnung.

Grundlagen der Bauakustik

Die Bauakustik soll sicherstellen, dass in allen zu schützenden Aufenthaltsräumen ohne Beeinträchtigung von außen, aus benachbarten Räumen oder von gebäudetechnischen Anlagen gewohnt oder gearbeitet werden kann. Die Einleitung des Schalls in die betrachteten Bauteile erfolgt als Luftschall, Körperschall oder Trittschall.

Beim Luftschall werden Schallwellen erzeugt, beispielsweise durch Sprache oder Musik, die auf angrenzende Bauteilflächen treffen und auf der anderen Seite wieder abgestrahlt werden. Körperschall hingegen ist der sich in festen Stoffen ausbreitende Schall. Und Trittschall ist eine spezielle Form von Körperschall. Er entsteht beispielsweise durch Klopfen, Gehen oder Verrücken von Möbeln. Die Decke wird dabei direkt in Schwingung versetzt und der dadurch entstehende Schall wird in benachbarte Räume übertragen.

Ein Gebäude besteht aus Wand- und Deckenbauteilen, die je nach ihrer baulichen Beschaffenheit die einzelnen Räume des Gebäudes gegeneinander sowie die Räume des Gebäudes gegen störende Geräusche aus der Umgebung und umgekehrt schützen sollen. Schallbelastung, die als lästig erlebt wird oder zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt, wird als Lärm bezeichnet. Mit den allgemein bekannten Benennungen Lärm und Lärmauswirkungen sind objektiv messbare Schallbelastungen und deren Wirkungen gemeint. Lärm selbst kann nicht gemessen werden. Die physikalischen Bestandteile des Schalls können nur exakt definiert und die im menschlichen Organismus durch diesen Schall ausgelösten Wirkungen entsprechend beschrieben werden.

Der Hörbereich des Menschen

Die Hörfähigkeit des Menschen umfasst etwa die Frequenzen von 16 Hz bis 16.000 Hz und Schalldruckpegel von 0 bis etwa 140 dB. Für die Altersschwerhörigkeit ist ein eingeschränktes Hörvermögen im Bereich der oberen Frequenzen typisch.

Physikalisch handelt es sich bei Schall um mechanische Wellen, die sich im Raum ausbreiten. Schallwellen wirken unmittelbar auf das Ohr, indem das Innenohr durch die Schallenergie belastet wird. Durch übermäßige Belastung kann das Innenohr so geschädigt werden, dass eine Lärmschwerhörigkeit auftritt. Neben diesen – auf das Ohr bezogenen – auralen Wirkungen gibt es extraaurale, d. h. jenseits des Hörorgans wirkende, Funktionsänderungen im physiologischen, psychologischen und sozialen Bereich. „Lautstärke“ kann nicht gemessen werden. Was physikalisch gemessen wird, ist der Schalldruck, der dann in einen Schalldruckpegel umgerechnet und in Dezibel (dB bzw. dB [A]) angegeben wird.

Planung des baulichen Schallschutzes

Die Forderung nach einer guten bauakustischen Trennung zwischen zwei Räumen verlangt ein trennendes Bauteil mit guten bauakustischen Eigenschaften, also einem entsprechend hohen Schalldämmmaß. Das Grundprinzip erfordert für die Planung, dass laute Räume von schutzbedürftigen Räumen zu trennen sind. Vor der Festlegung von Wand- und Deckenbauweisen muss mit der entsprechenden Grundrissplanung unter Berücksichtigung der möglichen bauakustischen Folgen die Anordnung der einzelnen Räume innerhalb eines Gebäudes festgelegt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass neben dem Trennbauteil auch die Schallübertragung über die angrenzend verlaufenden Wand- und Deckenbauteile – die sogenannten flankierenden Bauteile – zu betrachten ist. Durch die zweischalige Ausführung von Haustrennwänden kann gegenüber gleich schweren einschaligen Wänden eine wesentlich höhere Schalldämmung erreicht werden. Bei der rechnerischen Abschätzung der Schalldämmung sind zahlreiche Einflüsse zu beachten. Zur Erfüllung der Schallschutzziele sind bauliche Voraussetzungen zu erfüllen. Beispielsweise sollten Bäder, WC-Räume und Küchen nicht an schutzbedürftige Räume grenzen.

Das Schalldämmmaß eines trennenden Bauteils kann in vielen Fällen beispielsweise durch Vorsatzschalen oder andere konstruktive Maßnahmen nur begrenzt erhöht werden, weil zumeist die Schallübertragung über die flankierenden Bauteile überwiegt. Eine Erhöhung der Schallpegeldifferenz bzw. Schalldämmung zwischen zwei Räumen ist durch Maßnahmen am trennenden Bauteil allein ohne die Durchführung von Maßnahmen an den angrenzenden flankierenden Bauteilen somit zumeist nicht ausreichend. Durch zusätzliche Maßnahmen, beispielsweise durch biegeweiche Vorsatzschalen an diesen flankierenden Bauteilen, ist eine weitere Verbesserung der Schalldämmung möglich. Dies gilt für Wände, Decken und Böden als trennende Bauteile. Gegenüber einschaligen massiven Bauteilen können mit Metallständerwänden bei wesentlich geringerer Flächenmasse sehr gute Schalldämmwerte erzielt werden. Dieses gute schallschutztechnische Verhalten entsteht durch die Entkopplung der Schalen. Grundsätzlich gilt für die Planung: Je geringer die akustische Kopplung, desto besser ist die Schalldämmung des Systems.

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