Weitere Untersuchungen: Veränderungen bei Abhängung und Beplankung

Zusätzliche Untersuchungen in puncto Luft- und Trittschalldämmung an alternativen Holzbalkendecken in Alt- und Neubauweise können weiterführende Unterschiede hervorbringen. Folgende Fragestellungen sind dabei relevant:

  • Welche Auswirkungen sind bei der Schalldämmung von Holzbalkendecken feststellbar, wenn der Abstand der Abhängung vergrößert wird?
  • Wie beeinflusst die Flächenmasse des Einschubs die Schalldämmung einer Decke?
  • Welche Unterschiede ergeben sich aus einer einlagigen, zwei- oder dreilagigen Beplankung?
  • Welche Auswirkungen auf die Schalldämmung der Holzbalkendecke sind mit einer vollständig von der Rohdecke entkoppelten Unterdecke (freitragende Unterdecke) verbunden?
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Vergrößerter Abstand der Abhängung

Die folgenden zwei Abbildungen zeigen, welche Bedeutung der Abstand der  Abhänger auf die Trittschalldämmung beziehungsweise Luftschalldämmung der Holzbalkendecke hat. Gegenstand der Betrachtung sind hier schallentkoppelte U-Direktabhänger. Diese wurden in einem Abstand von 400 mm x 625 mm und in einem größeren Abstand von 1000 mm x 1250 mm montiert. Im Rahmen der Untersuchung wird der Abstand der Abhängung also in etwa verdoppelt oder – anders ausgedrückt – die Zahl der Abhängepunkte wird halbiert.

Vergleich Auswirkung Abstand der Direktabhänger im Trittschall

Abbildung 13: Vergleich Auswirkung großer und kleiner Abstand der U-Direktabhänger im Trittschall

Vergleich Auswirkung Abstand der Direktabhänger im Luftschall

Abbildung 14: Vergleich Auswirkung großer und kleiner Abstand der U-Direktabhänger im Luftschall

In Abbildung 14 wird deutlich, dass die größeren Abstände den Luftschall nur sehr wenig beeinflussen. Der Luftschallschutz verbessert sich bei dieser Holzbalkendecke nur um etwa 1 dB. Anders beim Trittschall: Abbildung 13 zeigt, dass sich mit dem größeren Abstand der Abhängung der Trittschallschutz der Holzbalkendecke um bis zu 4 dB verbessert. Die größte Verbesserung wird im tiefen Frequenzbereich bis 80 Hz erreicht. Die Erklärung: Mit der Verdoppelung der Abstände halbiert sich die Anzahl der Abhängepunkte. Damit reduziert sich die direkte Schallübertragung über die Abhänger in die Unterdecke.

Wichtig: Die Statik der Unterdecke ist bei einer Vergrößerung der Anhängerabstände immer zu berücksichtigen!

Einfluss der Masse im Deckenhohlraum

Der Einschub beeinflusst in erster Linie den tiefen Frequenzbereich. Aus Untersuchungen geht hervor, dass die Varianz von 0 kg/m² bis 120 kg/m² der Flächenmasse des Einschubs im Blindboden zu einer Trittschallverbesserung von maximal 3 dB führt. Im Luftschall konnten hingegen Verbesserungen von bis zu 7 dB gemessen werden. Wobei die Verbesserung zwischen 80 kg/m² und 120 kg/m² nur noch gering ist.

Die Abbildungen 16 und 17 zeigen die Schalldämmung einer Holzbalkendecke im Altbau mit unterschiedlich schweren Einschüben. Dabei ist die Decke genau so aufgebaut wie die zuvor dargestellte Referenzdecke.

Aufbau Referenzdecke

Abbildung 15: Aufbau Referenzdecke

Trittschall Holzbalkendecke in Altbauweise

Abbildung 16: Trittschall, Holzbalkendecke in Altbauweise mit unterschiedlich schwerem Einschub

Luftschall Holzbalkendecke im Altbau

Abbildung 17: Luftschall, Holzbalkendecke in Altbauweise mit unterschiedlich schwerem Einschub

Unterschiedliche Lagenanzahl der Beplankung

Wird die Anzahl der Beplankungslagen erhöht – eine vergleichsweise einfache Maßnahme – wirkt sich das positiv auf den Schallschutz aus. Für die diesen Grafiken zugrunde liegenden Untersuchung kamen schallentkoppelte U-Direktabhänger zur Anwendung, deren Abstand 625 mm x 400 mm betrug.

Vergleich Trittschall bei Erhöhung der einzelnen Beplankungslage

Abbildung 18: Vergleich Trittschall, bei Erhöhung der einzelnen Beplankungslagen

Abbildung 18 zeigt, wie sich mit jeder zusätzlichen Beplankungslage der Schallschutz verbessert. Deutlich wird dabei, dass der Unterschied zwischen der zweiten und dritten Lage kleiner ist als zwischen der ersten und zweiten Lage.

Vergleich Luftschall, bei Erhöhung der einzelnen Beplankungslagen, bei gleichbleibender Dicke

Abbildung 19: Vergleich Luftschall, bei Erhöhung der einzelnen Beplankungslagen, bei gleichbleibender Dicke

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Während sich der Luft- und Trittschall von der ersten zur zweiten Beplankungslage um 4 dB verbessert hat, liegt die Verbesserung von der zweiten auf die dritte Lage lediglich bei 2 dB.

 

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