Die Wege des Schalls

Die mit Rw (Luftschall) beziehungsweise Ln,w (Trittschall) angegeben Schalldämmwerte nehmen Bezug auf den direkten Weg des Schalls (Dd) durch das trennende Bauteil. Die Schallübertragung über flankierende Bauteile ist in dem jeweiligen Wert also nicht mit eingeschlossen. Nur wenn der Wert mit einem Apostroph gekennzeichnet ist (R‘w beziehungsweise L‘n,w), wurde auch die Flankenübertragung mit berücksichtigt.

Schalldämmung berechnen: Luftschall

Geht es um die Berechnung des Luftschalls und ein flankierendes Bauteil, sind drei Übertragungswege zu berücksichtigen: Zum einen der Weg „Ff“ über die Flanke. Dabei tritt der Schall auf die flankierende Wand auf und tritt dann auf der abgelegenen Seite aus der Flanke im Empfangsraum wieder heraus. Zum anderen sind der Weg über die Decke in die Flanke „Df“ und der Weg über die Flanke in die Decke „Fd“ zu berücksichtigen. Für trennende Bauteile mit vier Flanken gibt es also alles in allem 13 Übertragungswege.

Trittschall berechnen

Um den Trittschall zu berechnen, kommt es neben dem direkten Weg des Schalls vor allem auf zwei verschiedene Übertragungswege über die Flanken an:  

Der Weg „DFf“ besagt, dass der Schall über den oberseitigen Deckenaufbau beziehungsweise dessen Randanschluss in die Flanke eindringt und aus der gegenüberliegenden Flanke im Empfangsraum wieder austritt. Beim Weg „Df“ führt der Schall über die Rohdecke in die Flanke. Je höher die Schalldämmwirkung eines trennenden Bauteils ist, desto mehr Einfluss nehmen die flankierenden Bauteile.

Folgende schematische Abbildung macht die Wege des Schalls für Wand und Decke deutlich:

Schematisch Darstellung der Übertragungswege

Um das resultierende Schalldämmmaß R’w berechnen zu können, stehen die DIN 4109-2 und auch der Rigips Schallschutz-Rechner 2.0 zur Verfügung:

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Anforderungen: DIN 4109 für den Schallschutz

Bauteile sollen je nach Nutzung einen Mindest- beziehungsweise erhöhten Schallschutz bieten. Um dieses Ziel zu erreichen, sind bestimmte in Normen und Richtlinien definierte Anforderungen zu erfüllen. Im Mittelpunkt steht dabei die DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“. Die einzuhaltenden Mindestwerte für die Luft- und Trittschalldämmung sind in DIN 4109-1:2016-07 geregelt. In DIN 4109:1989 Beiblatt 2 sind Vorschläge zur Festlegung eines erhöhten Schallschutzes enthalten. Die in Kapitel 3 des Beiblatts 2 zu DIN 4109:1989-11 aufgeführten „Vorschläge für einen erhöhten Schallschutz“ und die „Empfehlungen für den Schallschutz im eigenen Wohn- oder Arbeitsbereich“ haben bis auf Weiteres ihre Gültigkeit.

Die folgende Tabelle 1 gibt einen Überblick über die wichtigsten Anforderungswerte für Decken.

einen Überblick über die wichtigsten Anforderungswerte für Decken.

* Beim Neubau von Gebäuden mit Deckenkonstruktionen, die DIN 4109-33:2016-07, Schallschutz im Hochbau — Teil 33: Daten für die rechnerischen Nachweise des Schallschutzes (Bauteilkatalog) — Holz-, Leicht- und Trockenbau, zuzuordnen sind, liegt die Anforderung bei L′n,w ≤ 53 dB.

Weitere Empfehlungen zu einem erhöhten Schallschutz sind zum Beispiel in der VDI 4100 enthalten. Diese Richtlinie definiert drei Schallschutzstufen (SSt) für die Planung und Bewertung von Wohnungen.

 

Tabelle 2: Auszug aus der VDI 4100:2012-10, empfohlene Schallschutzwerte Mehrfamilienhäuser

empfohlene Schallschutzwerte Mehrfamilienhäuser

Tabelle 3: Auszug aus der VDI 4100:2012-10, empfohlene Schallschutzwerte Einfamilien-, Doppel- und Einfamilien Reihenhäuser

empfohlene Schallschutzwerte Einfamilien-, Doppel- und Einfamilien Reihenhäuser

Tabelle 4: Auszug aus der VDI 4100:2012-10, empfohlene Schallschutzwerte für höheren Schallschutz innerhalb von Wohnungen und Einfamilienhäusern

 Tabelle 4: Auszug aus der VDI 4100:2012-10, empfohlene Schallschutzwerte für höheren Schallschutz innerhalb von Wohnungen und Einfamilienhäusern

 

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