Trockenbau-Decke im RigiRaum

Die Trockenbau-Decke kann als Rigips Weitspannträgerdecke oder bei sehr geringen Lasten als freitragende Rigips Decke ausgeführt werden. Die Trockenbau-Decke wird am Rähmprofil befestigt und liegt zusätzlich auf den RigiProfilen UW der Trennwände auf.

Trockenbau-Decke berechnen

Zunächst muss die erforderliche Tragfähigkeit der Decke inklusive Eigengewicht, aller Auflasten, Einbauten oder angehängten Elemente wie Leuchten etc. ermittelt werden. Es ist eine maximale ständige Gesamtlast von bis zu 250 kg/m2 möglich. Die allgemeinen Konstruktionsregeln unterscheiden sich nicht von den im Trockenbau üblichen Grundsätzen.

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Trockenbau-Decke Unterkonstruktion

Um die richtige Unterkonstruktion im Bereich der Trockenbau-Decke wählen zu können, ist es zuvor notwendig die Lasten aus der Decke zusammenzustellen. Hierzu folgt zunächst eine Lasttabelle für typische Beplankungswerkstoffe und darauf aufbauend erfolgt die nachfolgend ausführlich beschriebene Dimensionierung der Deckenunterkonstruktion für Gipskartonplatten.

Es ist zu beachten, dass bei freier Zugänglichkeit der Trockenbau-Decken eine Begehung im Zuge von Wartungsarbeiten zu vermuten sein wird, obwohl die Decke für diese Belastung unter Umständen überhaupt nicht freigegeben wurde – aus Sicherheitsgründen sollte bei solchen Trockenbau-Deckenunterkonstruktionen immer die bedingte Begehbarkeit eingeplant werden, da es ansonsten zu Personenschäden und Schäden an der Decke kommen kann. Ein nachfolgendes Kapitel informiert über Details für bedingt begehbare Deckenunterkonstruktionen.

Die Trockenbau-Decke des RigiRaums wird mindestens einlagig z. B. mit Rigips Die Harte 12,5 mm zu Aussteifungszwecken unter- und/oder oberseitig beplankt.

Bemessung der Weitspannträger Unterdecke: Lastannahmen

Rigips Die Harte 12,5 (imprägniert) 13,2 kg/m2

Rigips Die Harte 15 imprägniert 15,4 kg/m2

Rigips Habito 12,5 12,2 kg/m2

Rigips Die Dicke 20 RF/RFI 18,8 kg/m2

Rigips Die Dicke 25 RF/RFI 22,4 kg/m2

Rigidur H 12,5 15,0 kg/m2

Rigidur H 15 18,0 kg/m2

Rigidur Estrichelement 20 24,1 kg/m2

Rigidur Estrichelement 25 30,1 kg/m2

Rigidur Estrichelement 30 HF 26,1 kg/m2

Rigidur Estrichelement 30 MW 25,7 kg/m2

Holzwerkstoffplatte 16 mm 9,6 kg/m2

Holzwerkstoffplatte 22 mm 13,2 kg/m2

Spachtelung, Schrauben etc. 0,75 kg/m2

Sonstige Zusatzlasten, z. B. aus angehängten oder eingebauten Leuchten, aus angehängten Sichtdecken oder ähnliches, sind für Trockenbau-Decken bauseitig zu definieren. Generell sollten die Lasten aus Sicherheitsgründen eher etwas höher angesetzt werden. Es wird die Summe der Lasten gebildet.

Beispielrechnung Deckenlast (Spannweite = Raumbreite 3 m):

Von unten nach oben:

- 2 x Rigidur H Gipsfaserplatte 12,5 mm = 30,0 kg/m2

- Holzwerkstoffplatte 16 mm = 9,6 kg/m2

- Rigidur Estrichelement 20 mm = 24,1 kg/m2

- Eventuelle Zusatzlasten, z. B. Beleuchtung = 5,0 kg/m2

= Summe ohne Weitspannträger = 68,7 kg/m2

Auf Grundlage der Lastannahmen werden in Kombination mit der erforderlichen Spannweite der Weitspannträgerdecke der entsprechende Profilquerschnitt und Profilabstand für die Trockenbau-Decke aus den Weitspannträgertabellen entnommen. Hier kommen in bewährter Weise die beiden Profilsysteme L und XL zum Einsatz. Die Weitspannträger bestehen aus Rigips UA-Profilen.

Alle Weitspannträgerkonstruktionen wurden gemäß DIN EN 13 964 Kl. 1 / DIN 18 168 – 2 mit einer maximalen Durchbiegung von l/500 bzw. maximal 4 mm Durchbiegung bemessen. Das Eigengewicht der Weitspannträger sowie von im Abstand von l = 500mm angeordneten Rigips Deckenprofilen CD 60/27 ist in den Berechnungen für die Trockenbau-Decke bereits berücksichtigt.

Bemessung als freitragende Trockenbau-Decke

Alternativ zu den dargestellten Deckenunterkonstruktionen mit Weitspannträgern kann die Deckenunterkonstruktion bei geringen Deckengewichten auch als freitragende Decke ausgebildet werden. Die Unterkonstruktion der freitragenden Decke besteht im Gegensatz zur Weitspannträgerdecke aus RigiProfilen MultiTec CW.

Zur Bemessung der freitragenden Trockenbau-Decke wird zunächst wie bei den Weitspannträgern beschrieben die anzusetzende Flächenlast ermittelt. Anschließend kann mithilfe der im zugehörigen Rigips Technik Aktuell Nr. 46 dargestellten Tabelle mit der erforderlichen Spannweite und der anzusetzenden Flächenlast die entsprechende Profildimensionierung erfolgen.

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Bedingt begehbare Decke

Wie bereits erwähnt gibt es oftmals die Forderung nach einer bedingten Begehbarkeit zu Wartungszwecken oder auch als Sicherheit bei ungeplantem Betreten. Die Forderung nach einer bedingten Begehbarkeit muss dann natürlich sowohl bei der Wahl der Plattenwerkstoffe als auch bei der Wahl der Profile für die Trockenbau-Decke berücksichtigt werden.

Die Weitspannträger müssen in diesem Fall immer auf die höchste Lastklasse ausgelegt werden (250 kg/m2) und der Achsabstand der Weitspannträger ist auf maximal 400 mm zu verringern. Die Bauweise als freitragende Trockenbau-Decke ist nicht möglich. Als Beplankungslagen sind auf der Oberseite der Decke eine mindestens 22 mm starke, tragfähige Holzwerkstoffplatte (OSB-3, OSB-4 oder Spanplatte) als Lastverteilung aufzulegen und alle 250 mm mit den UA-Profilen zu verschrauben. Die Holzwerkstoffplatte sollte immer über mindestens 2 Felder spannen und im Verband verlegt werden.

Für die bedingte Begehbarkeit der Trockenbau-Decke gilt, dass sie grundsätzlich erst einmal reinen Wartungszwecken dienen darf und darum nicht als ständige Lasteinwirkung kalkuliert ist. Wartungszwecke heißt in diesem Fall, dass maximal zwei Personen die Trockenbau-Decke betreten, welche dann auch nicht im selben Deckenfeld stehen dürfen. Grundsätzlich kann man eine regelmäßig begehbare Decke als Sonderlösung einziehen. Da es sich hier aber um statisch tragende Bauteile handelt, die den Ansprüchen der Bauordnungen entsprechen müssen, hat hier ergänzend eine Klärung mit dem Statiker zu erfolgen

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