Der trockene Innenausbau bietet vielfältige Lösungen für die Umsetzung einer modernen, funktionalen und designorientierten Architektur. In den vergangenen Jahren hat die Nachfrage nach freitragenden, eigenständigen Raum-in-Raum-Kostruktionen stetig zugenommen.

Rigips hat dies zum Anlass genommen, den RigiRaum zu entwickeln. Der RigiRaum wird ausschließlich aus Rigips-Produkten, die kurzfristig bei jedem gut sortierten Baustoffhandel zu erhalten sind bzw. lagermäßig vorgehalten werden, erstellt. In den nachfolgenden Kapiteln werden die wichtigsten grundlegenden technischen Informationen zum RigiRaum und zu dessen Verwendung als Raum-in-Raum-Kostruktion vorgestellt.

Einleitung: Raumsysteme mit RigiRaum

Die Einsatzbereiche des RigiRaums sind vielfältig – angefangen vom Ausbau in Industriebereichen über die Einhausung von großen elektrischen Anlagen bis hin zur Abgrenzung von Fluchtwegbereichen und flexiblen Wohnbereichen. Überall dort, wo die vorhandene Bausubstanz große Räume geschaffen hat, die in kleinere Raumzellen unterteilt werden sollen, suchen Planer häufig nach einem Raum-im-Raum-Konzept, das schnellere, effizientere und kostengünstigere Lösungen vorsieht, als massive Aufmauerungen.

Wer Raum in Raum bauen möchte, findet für diesen Einsatz seit geraumer Zeit Raumsysteme mit entsprechenden Lösungen am Markt. Diese haben aber oft mehrere Nachteile. Als Raum-in-Raum-Konstruktion sind sie zum einen an den Einsatz von Sonderprofilen gebunden, die oftmals baustellenbezogen bestellt werden müssen und dadurch nicht immer direkt verfügbar sind. Zum anderen ist die Einsatzfähigkeit dieser Systeme beim Bauen von Raum im Raum auf Versuchsaufbauten mit einer fiktiven Belastung begründet. Dies bedeutet, dass für alle über diese Belastung hinaus gehenden Werte keine sichere Aussage getätigt werden kann.

Die Auslegung des RigiRaums beruht auf den technischen Kennwerten von Rigips Profilen, Rigips Gipsplatten, Rigips Spachtelmassen und weiteren Rigips Zubehörteilen. RigiSystem steht für Qualität, Service und Sicherheit – auch bei der Ausführung des RigiRaums als freitragendes Raum-in-Raum-System.

Der typische Einsatzbereich eines RigiRaums: Bestehende Gebäude sollen in einzelne Raumzellen unterteilt werden. Zumeist geht es bei dem neuen Raumkonzept lediglich um eine räumliche Abtrennung z. B. als Show-Room oder als separat abgetrennter Arbeitsbereich (Raumsysteme Büro o. ä.). Oft werden hierbei zusätzliche Anforderungen an den Brandschutz gestellt, z. B. im Bereich der Abtrennung von haustechnischen Anlagen. Für eine individuelle Beratung zur Raum-in-Raum-Kostruktion und zur Unterstützung von Planungs- und Ausführungsarbeiten  stehen die Rigips-Außendienstmitarbeiter und Techniker gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner finden sich unter www.rigips.de/kontakt

Systembeschreibung

Der RigiRaum ist ein Raum-in-Raum Trockenbausystem bestehend aus im Rechteck angeordneten Trockenbauwänden. In diesen Wänden werden zur Lastabtragung des Deckengewichts und aus Gründen der Stabilität die äußeren Profile und gegebenenfalls weitere Ständerprofile gegen so genannte XL-Stützen ausgetauscht.

Diese XLStützen bestehen aus Rücken an Rücken verschraubten Rigips UA-Profilen ≥ 75mm. Auf diesen Stützen und den Wänden liegt ein umlaufender Rähm aus, mit nach außen geöffneten, Rigips UAProfilen auf. An diesem Rähm wird die Deckenkonstruktion, als Weitspannträgerdecke oder als freitragende Decke konstruiert, befestigt.

Planung des RigiRaum

Zur Auslegung des Raum-in-Raum-Systems ist zuerst festzulegen, welche Abmessungen erforderlich sind. Die maximale Wandlänge des Systems beträgt 10 m. Die Breite des Systems richtet sich nach der maximalen Spannweite des Deckensystems, in der Regel ca. 5 m. Das Seitenverhältnis der Wände darf jedoch nicht größer als 1:2 werden. So darf ein einzelner, nur 2,5 m breiter RigiRaum maximal 5 m lang gebaut werden. Die maximale Höhe des RigiRaum beträgt 4 m (alle Maße im Lichten).

Auf Anfrage können mit gewissen Einschränkungen auch weitere Dimensionen und Seitenverhältnisse mit dieser Raum-in-Raum-Kostruktionen verwirklicht werden. Bei einem Raumkonzept mit anderen Dimensionen müssen beispielsweise zusätzliche aussteifende Wände bzw. Beplankungslagen eingeplant werden. Selbstverständlich kann der RigiRaum auch in einer Ecke oder entlang von Massivwänden angeschlossen werden. Ebenso ist die Kopplung mehrerer RigiRäume sowohl in Längs- als auch in Querrichtung möglich.

Die Erstellung von Wandöffnungen im RigiRaum wird später beschrieben.

Alle Systeme von Rigips mit RiKS kalkulieren.

Statisches System

Die Aufstellung eines RigiRaum erfolgt im Innenbereich mit „normalen“ Temperatur- und Feuchtebedingungen.

Die Hauptbelastungen des Raum-in-Raum-Systems resultieren aus den vertikalen Lasten aus der Deckenkonstruktion und den Anpralllasten durch Menschen bzw. Ersatzflächenlasten der Wände selbst. Die Wandlasten wurden den Vorgaben aus dem IGG Merkblatt Nr. 8 entnommen. 

Die Lasten der Decke hängen von der jeweiligen Beplankungsart, eventuellen zusätzlichen Lasten und natürlich von der Spannweite der Decke selbst ab. Die Aussteifung sowie der senkrechte Lastabtrag des Deckengewichts und möglicher weiterer Lasten erfolgt über die XL-Stützen und die Wände. Zur Lastverteilung dient das umlaufende Rähmprofil.

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