Rigips Außendecken – Grundlagen der statischen Bemessung - Teil 1

Unterdeckenkonstruktionen mit Trockenbauplatten sind seit vielen Jahren eine feste Größe im Baubereich. Inzwischen werden Unterdecken auch im Außenbereich immer häufiger als Trockenbaukonstruktionen ausgeführt.

Beim Abhängen der Decke ist dabei allerdings zu berücksichtigen, dass Außendecken – im Vergleich zu herkömmlichen Deckensystemen im Innenbereich –  anders beansprucht werden. Die Deckenkonstruktion ist außen zum Beispiel schwankender Luftfeuchtigkeit und vor allem wechselndem Wind ausgesetzt. Um die Decke im Außenbereich sicher und zuverlässig abhängen zu können, bietet Rigips jetzt zwei neue, geprüfte Systeme für Außendecken: Für Decken im geschützten Außenbereich ist die neue vliesarmierte Gipsplatte Glasroc X (System UA10GX) ideal, für Außendecken im höher beanspruchten Bereich empfiehlt der Hersteller zum Abhängen die Zementplatte Rigips Aquaroc (System UA10AR).

Grundsätzliches

Systeme beziehungsweise die genannten Gipsplatten für Außendecken von Rigips lassen sich problemlos im nicht direkt bewitterten Außenbereich einsetzen. Beim Abhängen der Rigipsdecke sind jedoch unbedingt die besonderen Randbedingungen des jeweiligen Objekts zu beachten. Die Ausführung der abgehängten Decke im Außenbereich sollte entsprechend mit einer korrosionsgeschützten Unterkonstruktion erfolgen.

Im Sinne der Tragwerksplanung gelten Unterdeckenkonstruktionen als nicht-tragende Bauteile. Trotzdem ist für abgehängte Decken in jedem Fall ein objektbezogener Standsicherheitsnachweis erforderlich. Die HOAI:2013-07 sieht vor, dass der Nachweis im Idealfall durch den Tragwerksplaner in der Leistungsphase 4 Genehmigungsplanung als besondere Planungsleistung zu erbringen und gesondert zu vergüten ist.

Gesetzliche und normative Regelungen

Entsprechend der Musterbauordnung [1] §3, sind „Anlagen […] so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden.“

§17 regelt den Einsatz von Bauarten, zu denen auch der Bau von Unterdeckenkonstruktionen gehört. Unterteilt wird in geregelte und nicht geregelte Bauarten. Bauarten, die bestimmten Normen unterliegen, gelten – vereinfacht ausgedrückt – als geregelte Bauarten. (Weiterführende Informationen zur Bestimmung von geregelten und nicht geregelten Bauarten finden sich in den Bauregellisten [2] bzw. in der Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen [3].)

Näheres zu den grundsätzlichen Anforderungen an die Planung einer Unterkonstruktion der Decke im Trockenbau enthält die DIN 18168-1 [4], Kapitel 4. Dort heißt es: „Gipsplatten-Deckenbekleidungen und Unterdecken einschließlich ihrer Verankerungen […] sind bei der Planung des Bauwerks zu berücksichtigen und in den Bauvorlagen anzugeben.“

Regelungen für das Abhängen einer Rigipsdecke im Außenbereich

Das Abhängen einer Rigipsdecke im Außenbereich kann zum einen mit der vliesarmierten Gipsplatte Glasroc X nach DIN EN 15283-1 erfolgen und zum anderem mit der zementgebundenen Trockenbauplatte Rigips Aquaroc nach DIN EN 12467.

Unterdeckenkonstruktionen mit Glasroc X können als geregelte Bauart nach DIN 18168-1 ausgeführt werden. Im Kapitel 1 „Anwendungsbereich“ wird unter anderem die vliesarmierte Gipsplatte zum Abhängen einer Decke eindeutig benannt:

„Diese Norm gilt für leichte Deckenbekleidungen und Unterdecken mit Decklagen aus Gipsplatten nach […] E DIN 15283-1 [5] […] einschließlich Einbauten mit einer Eigenlast bis 0,5 kN/m². Diese weisen keine wesentliche Tragfähigkeit auf und sind an tragenden Bauteilen befestigt.“

Kapitel 5.1 umfasst darüber hinaus auch den Einsatz im Außenbereich: „Gipsplatten-Deckenbekleidungen und Unterdecken im Freien und in Bauwerken mit nicht verschließbaren Öffnungen […] sind für die Aufnahme von Winddruck- und Windsogbeanspruchungen zu bemessen.“

Für das Abhängen von Decken mit zementgebundenen Trockenbauplatten gibt es keine normative Regelung. Für Unterdecken mit Rigips Aquaroc ist deshalb ein gesonderter Verwendbarkeitsnachweis erforderlich, wenn die Zementfaserplatten im Außenbereich eingesetzt werden sollen. In der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung Z-31.4-207 ist der Einsatz von Rigips Aquaroc als unterseitige Beplankung von Außendecken geregelt.

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