Rechenverfahren des Trittschallschutzes

Der Norm-Trittschallpegel einer Deckenkonstruktion wird aus der Differenz des äquivalenten bewerteten Norm-Trittschallpegels und dem Trittschallverbesserungsmaß der Deckenauflage berechnet. Für die Verbesserung der Trittschalldämmung sind insbesondere schwimmende Estriche geeignet. Das Verbesserungsmaß ist dabei abhängig von der Masse der Estrichscheibe und der dynamischen Steifigkeit der Dämmstoffunterlage (Trittschalldämmung). Gemäß DIN 4109-2, Abschnitt 4.3 wird der bewertete Norm-Trittschallpegel für Decken auf der Grundlage von Einzahlangaben berechnet. Er berücksichtigt den bewerteten Norm-Trittschallpegel der Deckenkonstruktion und die Trittschallübertragung über die flankierenden Bauteile. Je niedriger dieser Wert ist, desto günstiger ist das Ergebnis. Aufgrund der konstruktiven Unterschiede bei der Schallübertragung in unterschiedlichen Bauweisen wird dieses Rechenmodell für den Schallschutznachweis in Abhängigkeit von der Deckenkonstruktion unterschiedlich umgesetzt.

Nach DIN 4109-2 wird unterschieden zwischen

• Trittschallübertragung über Massivdecken und bei Gebäuden mit zweischaliger massiver Haustrennwand (Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser)

• Trittschall bei leichten Decken in Holzbauweise

• Trittschall bei Treppen

Nachweis des Trittschallschutzes für Massivdecken

Bei Massivdecken zwischen direkt übereinanderliegenden Räumen wird der bewertete Norm-Trittschallpegel ermittelt aus

• dem äquivalenten bewerteten Norm-Trittschallpegel der Massivdecke in Abhängigkeit vom Flächengewicht der Rohdecke,

• ggf. der bewerteten Trittschallminderung einer Deckenauflage und

• dem Korrekturwert K nach DIN 4109-2, zur Berücksichtigung der Trittschallübertragung über flankierenden Bauteilen.

Die Berechnung kann dabei erfolgen für

• Rohdecken ohne Deckenbekleidung/Unterdecken

• Rohdecken mit Deckenbekleidungen/Unterdecken aus Gipsplatten und mindestens 40 mm Dämmstoff im Deckenhohlraum

• Rohdecken mit abgehängter Unterdecke/freitragender Unterdecke aus Gipsplatten, Abhängehöhe mindestens 200 mm, mit mindestens 50 mm Dämmstoff im Deckenhohlraum

Durch eine Unterdecke kann die direkte Trittschallübertragung der Decke vermindert werden. Der Effekt einer Unterdecke wird in dem Korrekturglied bereits berücksichtigt. Eine weitere Flankenübertragung muss bei der Berechnung nicht berücksichtigt werden.

Als Unterdecken werden nur schallschutztechnisch wirksame Unterdecken bewertet, die ein Verbesserungspotenzial der Luftschalldämmung, bezogen auf die Norm-Massivdecke (Stahlbeton, d = 140 mm), besitzen.

Werden die flankierenden Bauteile mit einer Vorsatzschale versehen, sind die Abschläge durch eine reduzierte Flankenwegübertragung nicht erforderlich. Die Korrekturwerte K bei Massivdecken ohne Unterdecken werden rechnerisch wirksam, wenn die mittlere resultierende Flächenmasse der flankierenden massiven Wände gleich oder kleiner ist als die Flächenmasse der Decke. Dies gilt für eine flächenbezogene Masse der Trenndecke im Bereich von 100 kg/m2 ≤ m’f,m ≤ 500 kg/m2.

Nachweis des Trittschallschutzes bei leichten Decken in Holzbauweise (Unterschiede zum Massivbau)

Der Nachweis der Trittschalldämmung im Holzbau wird prinzipiell analog zu dem im Massivbau erbracht. Dabei werden neben der direkten Schallübertragung (Dd) zwei Arten der Nebenwegübertragung berücksichtigt:

Df: die Übertragung über trennende Decke und flankierendes Bauteil

DFf: Die Übertragung über den schwimmenden Estrich und das flankierende Bauteil

Beim Trittschallschutz im Holzbau wird nicht mit Verbesserungsmaßen für Deckenauflagen bzw. schwimmenden Estrich gearbeitet. Die Trittschalldämmung der Decke wird für den Gesamtaufbau mit schwimmendem Estrich nach Norm oder Prüfzeugnis verwendet.

Berechnung der Schalldämmung zusammengesetzter Flächen

Oft hat man den Fall, dass trennende Bauteile aus Flächenteilen unterschiedlicher Schalldämmung zusammengesetzt sind wie z. B. Wände mit Türen und Fenstern. Geringer dämmende Teilflächen beeinflussen dabei die Schalldämmung der Gesamtfläche erheblich.

Die Genauigkeit der Rechnung ist im Allgemeinen ausreichend, wenn sie mit den Einzahlangaben des bewerteten Schalldämm- bzw. Bauschalldämm-Maßes der beteiligten Bauteile durchgeführt wird. Eine frequenzabhängige Berechnung für R’w gesamt ist nur in Sonderfällen erforderlich. Das hier dargestellte Nomogramm gestattet, die Verminderung des Schalldämm-Maßes in Abhängigkeit von der Differenz der Schalldämm-Maße der Teilflächen und vom Flächenanteil der kleineren Teilfläche abzulesen.

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