Geschwungene Wandkonstruktionen mit Rigips GK-Form und Glasroc F 6

Grundkonstruktionen:

Metall-Unterkonstruktion

  • RigiProfile MultiTec UW: UW 50, UW 75, UW 100 eingeschnitten bzw. vorgestanzte UW-Profile für Rundwände
  • RigiProfile MultiTec CW: CW 50, CW 75, CW 100 für Wandanschlüsse befestigt mit Nageldübel (Brandschutz Metallspreizdübel oder Schlagdübel 6 x 35 mm), Abstand max. 500 mm.

Die CW-Anschlussprofile an den angrenzenden flankierenden Bauteilen sind aus Schallschutzgründen dicht mit Anschlussdichtungen anzuschließen.

  • Anschlussdichtungen:

 – ohne Brandschutz-Anforderungen: Rigips Anschlussdichtung Filz

 – mit Brandschutz-Anforderungen: Rigips Anschlussdichtung Filz, sofern durch Verspachtelung oder Beplankung geschützt (ansonsten Rigips            Anschlussdichtung A1)

  • RigiProfile MultiTec CW: CW 50, CW 75, CW 100

Ständerabstand:

300 mm (für Biegeradien < 3.000 bis 1.200 mm)

250 mm (für Biegeradien < 1.200 bis 900 mm)

200 mm (für Biegeradien < 900 bis 300 mm)

Hohlraumdämmung

  • Mineralwolle als Platten- oder Rollenware (Gewicht und Dicke je nach Systemanforderung)

Beplankung mit Rigips GK-Form

Bei einem Radius von 300 mm bis < 400 mm: Die Platten werden zunächst mit Leitungswasser angefeuchtet. Der Einwirkungszeitraum umfasst ca. 4 x 5 Minuten. Die Verarbeitung kann somit nach etwa 20 Minuten beginnen. Die Platten werden dann auf einer Schablone mit einem Radius von r = 400 mm vorgebogen, danach auf einer Schablone mit dem gewünschten Radius gebogen und fixiert. Vor dem Verschrauben sollten die Platten erst trocknen.

Bei einem Radius von 400 mm bis < 600 mm: Die Platten werden auch hier zunächst mit Leitungswasser angefeuchtet. Der Einwirkungszeitraum beträgt etwa 3 x 5 Minuten. Anschließend werden die Platten auf einer Schablone gebogen. Bei der Verwendung von warmem Wasser mit einem Spritzer Spülmittel lässt sich die Einwirkzeit verkürzen. Das Anfeuchten der Platten sollte mit einem Maler-Quast erfolgen. Es ist darauf zu achten, dass nur die zu stauchende Plattenseite befeuchtet wird.

  • Konkav – innere Krümmung

          Bei innerer Krümmung muss die Ansichtsseite der Rigips GK-Form angefeuchtet werden.

  • Konvex – äußere Krümmung

          Bei äußerer Krümmung muss die Rückseite der Rigips GK-Form angefeuchtet werden.

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Montageablauf mit Rigips GK-Form

Zuerst wird der Wandverlauf auf dem Fußboden angezeichnet. Dabei müssen gegebenenfalls Türöffnungen berücksichtigt werden. Im nächsten Schritt wird der Wandverlauf an die Decke übertragen.

Die eingeschnittenen oder vorgestanzten UW-Anschlussprofile für Rundwände werden mit einseitig klebender Rigips Anschlussdichtung Filz versehen und an Boden und Decke mit Nageldübeln im Abstand von 500 mm befestigt. Die CW-Anschlussprofile an den angrenzenden flankierenden Bauteilen sind aus Schallschutzgründen dicht mit Anschlussdichtungen anzuschließen.

Die CW-Ständerprofile werden zunächst gemäß der Biegeradien auf den Achsabstand ausgerichtet. Sie werden dann mit der offenen Seite in Montagerichtung gestellt, damit die Verschraubung der Beplankung an der stabileren Stegseite beginnt. Die CW-Ständerprofile sind mindestens 15 mm in die Decken-Anschlussprofile einzustellen.

Beplankung der ersten Wandseite

Die Rigips GK-Form wird in Querverlegung auf die C-Wandprofile verschraubt. Dabei sollte die Fixierung fortlaufend mit der Rundung erfolgen. Die Schraubabstände bei Einfachbeplankung sollten ≤ 200 mm betragen. Bei Mehrfachbeplankung sollten die Schraubabstände der unteren Lagen ≤ 550 mm und die der oberen Lage ≤ 200 mm betragen. Gegebenenfalls sind auch bei unteren Plattenlagen die Schraubabstände bei engen Biegeradien zu verringern.

Nach der Beplankung der ersten Wandseite und der Verlegung der erforderlichen Elektro- und Sanitärinstallation im Wandhohlraum wird zur Verbesserung der Schalldämmung eine Hohlraumdämmung eingebracht. Der gesamte Hohlraum ist vollflächig zu dämmen. Der Dämmstoff ist gegen Abrutschen zu sichern.

Beplankung der zweiten Wandseite

Durch die Beplankung der zweiten Wandseite erhält die Rigips-Montagewand eine zusätzliche Stabilität. Es wird vorzugsweise mit einer halben Plattenlänge in Querverlegung begonnen. Der Versatz der senkrechten Fugen beträgt mindestens zwei Ständer (= 600 mm). Der Versatz von Horizontalfugen beträgt mindestens 400 mm und muss bei einlagiger Beplankung zur gegenüberliegenden Beplankung eingehalten werden. Anschließend erfolgt die Verspachtelung der Plattenfugen mit VARIO Fugenspachtel und Rigips Papierbewehrungsstreifen. Weitere Anschlüsse und Schraubenköpfe werden ebenfalls mit VARIO Fugenspachtel geschlossen.

Wichtig: Die Schraubenabstände im Bereich von Querstößen sollten grundsätzlich von 200 mm auf 100 mm reduziert werden.

Die Befestigung erfolgt mit Glasroc F (Riflex) Spezialschrauben 3,9 x 19 mm bzw. mit Rigips Schnellbauschrauben TN 3,5 x 25 für die zweite Beplankungslage. Zum Ausgleich des Überganges zu geraden Bauteilen wird auf den letzten Ständer der geschwungenen Wand ein Streifen hinterlegt. Die Befestigung erfolgt mit Glasroc F (Riflex) Spezialschrauben. Der Übergang ist mit Rigips Papierbewehrungsstreifen großflächig zu spachteln.

Um eine optimale trockene Biegung zu erreichen, sollten die 6 mm starken Glasroc F-Platten vor der Verschraubung auf die Unterkonstruktion „aufgeschüttelt“ werden. Dieser Vorgang bewirkt, dass die Längsfasern in den Platten gebrochen werden und somit der Biegevorgang erleichtert wird. Die typischen Knackgeräusche während des „Aufschüttelns“ und des Biegens sind unbedenklich.

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Montageablauf mit Glasroc F 6

Die trocken gebogenen Spezialgipsplatten Glasroc F 6 werden direkt auf die C-Wandprofile in Querverlegung verschraubt. Die erste Beplankungslage wird bei Doppelbeplankung mit Glasroc F (Riflex) Spezialschrauben (Schraubabstand = 550 mm, bei Einfachbeplankung maximal 200 mm) befestigt. Die zweite Beplankungslage wird mit Schnellbauschrauben (Schraubabstand= 200mm) befestigt.

Montage der zweiten Wandseite

Es wird vorzugsweise mit einer halben Plattenlänge in Querverlegung begonnen. Der Versatz der senkrechten Fugen beträgt mindestens 2 Ständer bzw. 600 mm. Der Versatz von Horizontalfugen beträgt mindestens 400 mm und muss bei einlagiger Beplankung zur gegenüberliegenden Beplankung eingehalten werden.

Zum Einsatz kommen Glasroc F (Riflex) Spezialschrauben 3,9 x 19 mm bzw. Rigips Schnellbauschrauben 25 und 35 mm für zweite und dritte Beplankung.

Verspachtelung

Plattenfugen und Befestigungsmittel der äußeren Beplankung sind in mehreren Arbeitsgängen mit VARIO Fugenspachtel zu verspachteln. Glasroc F 6 Spezialgipsplatten werden mit Rigips Glasfaserbewehrungsstreifen verspachtelt. Die Fugen der inneren (unteren) Beplankungslagen können ohne Verspachtelung stumpf gestoßen werden. Bei Schallschutzanforderungen sind die Fugen zu schließen. Eine vollflächige Verspachtelung ist nur bei besonderen außergewöhnlichen Anforderungen vorzusehen. Für Lackierungen ist zweilagig zu beplanken.

Verarbeitungstipps

Zum Ausgleich des Überganges zu geraden Bauteilen wird auch hier auf den letzten Ständer der geschwungenen Wand ein Streifen hinterlegt. Die Befestigung erfolgt mit Glasroc F (Riflex) Spezialschrauben. Der Übergang ist mit Rigips Glasfaserbewehrungsstreifen großflächig zu spachteln.

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