Oberflächenbehandlung

Vorbehandlung

Mörtelspritzer, Spachtelgrate und dergleichen müssen von der Platten-Oberfläche entfernt werden. Spachtelstellen müssen trocken und ggf. gratfrei geschliffen sein. Beim Schleifen darf der Karton neben den Spachtelstellen nicht aufgeraut werden.

Bei Anstrichen, die eine besondere Anforderung an die Beschaffenheit des Untergrundes stellen, empfiehlt sich eine vollflächige Überspachtelung.

Grundierung

Auf die verspachtelten Rigips-Platten wird anschließen eine Grundierung aufgebracht. Durch sie wird das unterschiedliche Saugverhalten von unbehandelten Karton- und Spachtelflächen ausgeglichen. Die Grundierung sollte mit Rikombi Grund (wasserverdünnbar) oder Tiefengrund erfolgen. Vor der Weiterverarbeitung muss die Grundierung durchgetrocknet sein. Bei wasserbeaufschlagten Wandflächen (z. B. Duschen) ist das Auftragen einer flexiblen Flächendichtung oder einer dünnen ganzflächigen Dichtschicht mit dem später zu verwendenden Fliesenkleber empfehlenswert.

Anstriche

Für den Anstrich eignen sich alle handelsüblichen Farben, z. B. Leimfarbe, Dispersionsfarbe, Dispersionslacke, Ölfarbe, Alkydharzfarbe, Polymerisatharzfarbe,

Polyuhrethanfarbe, Epoxydharzfarbe. Silikonfarbe kann nur mit entsprechendem Voranstrich aufgetragen werden. Nicht geeignet sind Anstriche auf Mineralbasis, wie Kalk-, Wasserglas und Silikatfarben (auch Reinsilikatfarbe genannt). Ungeeignet sind auch Nitro-Kombilacke. Bei Lackierungen (doppelt beplanken!) etc. ist die Fugenverspachtelung immer mit Bewehrungsstreifen herzustellen. Dispersionvergütete Silikatfarben (Organo-Silikatfarben, Dispersionssilikatfarben) dürfen nur dann verwendet werden, wenn der Hersteller die Eignung ausdrücklich zusichert und dazu genaue Verarbeitungshinweise gibt. Sofern bestimmte Gebrauchseigenschaften von diesen Farben erfüllt werden müssen (z. B. Waschbeständigkeit nach DIN EN ISO 11998), sollten diese ausdrücklich zugesichert sein.

Bei mit Aquaroc ProMix Finish hergestellten Spachteloberflächen (Wände und Decken im Innenbereich) ist es unbedingt notwendig, ein dimensionsstabiles Malervlies in die abschließende Farbbeschichtung einzubringen. Nur durch das Einbringen eines speziellen Malervlieses können mögliche Haarrisse in der Oberfläche sicher überbrückt werden. Rigips empfiehlt hier die Verwendung von Caparol Systemen (z. B. Capaver Akkordvliese) oder gleichwertiges Material und verweisen auf die Technischen Merkblätter der Hersteller.

Tapeten und Putze

Als Oberbelage können alle handelsüblichen Tapeten verwendet werden. Dank der Grundierung wird bei späterer Erneuerung der Tapezierung der Plattenkarton beim Ablösen der Tapete nicht beschädigt. Durch Auftragen von Tapeten-Wechselgrund kann die Tapete bei Erneuerungsarbeiten ohne Befeuchtung im trockenen Zustand von den Rigips-Platten entfernt werden. Nur Kleber auf Basis von Methylcellulose und/oder geeigneten Kunstharzen sind zu verwenden. Es wird empfohlen, Kleber und Oberflächenbeschichtung auf ihre Eignung zu prüfen.

Auf Rigips-Platten dürfen Flächenspachtel, Rigips-Gipsputze, mineralisch oder kunststoffgebundene Dekorputze mit einem Eignungsnachweis der Hersteller aufgebracht werden. Die Flächen müssen gemäß unseren Vorschriften verspachtelt sein. Werden Flächen-Spachtelmassen aufgebracht entfällt die vorherige Grundierung.

Gipsputze und Dekorputze

Die Fugenverspachtelung der Rigips-Platten erfolgt immer mit Bewehrungsstreifen. Bei einfach beplankten Konstruktionen wird mit Rikombi Kontakt grundiert. Bei Rigips-Gipsputzen mit Auftragsdicken von im Mittel 10 mm, muss im oberen Drittel des Putzes vollflächig ein Armierungsgewebe eingebettet werden. Die Verarbeitung erfolgt hierbei frisch in frisch. Anschlüsse an Massivbauteile sind freizuschneiden (Kellenschnitt).

Für das Aufbringen von Dekorputzen erfolgt die Grundierung entsprechend der jeweiligen Herstellervorschriften. Rigips empfiehlt, die Verträglichkeit der Putze mit den Spachtelmassen an Testflächen zu überprüfen. Die Beschichtung der Flächen darf erst dann erfolgen, wenn keine Längenänderungen der Platten infolge von Temperatur- oder Feuchtigkeitseinflüssen mehr zu erwarten sind. Für eine ausreichende Belüftung der Räume ist zu sorgen, um eine möglichst rasche Austrocknung zu gewährleisten.

Befliesung

Naturgemäß wird ein großer Anteil der Wandflächen in Feucht- und Nassräumen mit keramischen Werkstoffen belegt. Hierbei kommen unterschiedliche Fliesen, Platten, Mosaike und Feinsteinzeuge nach DIN EN 14411 mit sehr unterschiedlichen Formaten zum Einsatz. Imprägnierte Rigips-Platten, Rigips Glasroc H und Rigips Aquaroc eignen sich hervorragend als Untergrund zur Aufnahme der genannten Beläge, wobei folgende Hinweise zu berücksichtigen sind.

Befliesung auf imprägnierten Rigips-Platten

Trenn- und Schachtwände mit keramischer Belegung bei einem Ständerachsabstand von 625 mm benötigen eine zweifache Beplankung aus imprägnierten Rigips-Platten 12,5 mm RBI. Alternativ kann die Beplankung als Einfachbeplankung aus Rigips Die Dicke 20 RFI oder Rigips Die Leichte 25 RBI erfolgen. Bei Verfliesung von geeigneten Trennwänden oder befestigten Vorsatzschalen hat sich ein Fliesengewicht bis zu 25 kg/m2 in der Praxis als unkritisch erwiesen. Sollten keramische Beläge auf frei stehenden bzw. angesetzten Vorsatzschalen oder Trockenputz vorgesehen sein, empfiehlt sich, das Gewicht der Fliesen auf 15 kg/m2 zu begrenzen. Die Verlegung auf imprägnierten Rigips-Platten hat im Dünnbettverfahren mit einer durchlaufenden Kleberschicht zu erfolgen.

Befliesung auf Rigips Glasroc H

Rigips Glasroc H ist schon bei einlagiger Beplankung und einem regulären Ständerachsabstand von 625 mm für keramische Beläge mit einem Flächengewicht von 30 kg/m2 bestens geeignet. Das Fliesenformat sollte hierbei ohne weitere Maßnahmen ein Flächenmaß max. 1.800 cm2 (z. B. Format 30/60) nicht überschreiten. Die Verlegung auf Rigips Glasroc H hat im Dünnbettverfahren mit einer durchlaufenden Kleberschicht zu erfolgen.

Befliesung auf Rigips Aquaroc

Rigips Aquaroc ist aufgrund der hohen Festigkeit schon bei einlagiger Beplankung und einem Ständerachsabstand von ≤ 625 mm für keramische Beläge ideal geeignet. Das Format der Fliesen sollte eine Fläche von maximal 1.800 cm2 (z. B. Format 30/60) und ein maximales Flächengewicht von 30 kg/m2 betragen. Die Verlegung kann im Dünn- und Mittelbettverfahren mit einer durchlaufenden Kleberschicht erfolgen.

Ein Tipp der Rigips-Experten: Natursteinfliesen sind in ihrer Beschaffenheit vielfältig und bedürfen, besonders aufgrund der Materialdicke und des Gewichts, einer genauen Betrachtung im Einzelfall.

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