Normen und Regelungen

Zum Korrosionsschutz von Trockenbaukonstruktionen mit definierten Standards für Wand- und Deckensysteme gibt es keine einheitliche Norm. Mindestanforderungen für den Korrosionsschutz von Profilen und Zubehören enthält die DIN 18168-1 „Gipsplatten-Deckenbekleidungen und Unterdecken Teil 1: Anforderungen an die Ausführung“. Darin werden geschlossene Räume, Bauteile im Freien oder bei hoher Luftfeuchtigkeit und Bauteile in besonders korrosionsbeanspruchten Bereichen voneinander abgegrenzt. Danach soll in geschlossenen Räumen eine

Bandverzinkung von 7μm gegeben sein. Außenbauteile sollen eine zusätzliche Beschichtung haben. Für besonders korrosionsbeanspruchte Bauteile wird auf die DIN 55928-6 verwiesen. Diese wurde inzwischen durch die DIN 55634 ersetzt.

Weitere Vorgaben enthält die DIN EN 13964 „Unterdecken – Anforderungen und Prüfverfahren“. Diese bezieht sich ausschließlich auf Deckenbausätze und definiert mit den Tabellen 7 und 8 eigene Beanspruchungsklassen. Die definierten Beanspruchungsklassen A, B, C und D stimmen allerdings nicht mit den Beanspruchungsklassen der DIN EN ISO 12944 überein. Die DIN EN ISO 12944 gilt als eine Art Basisnorm im Korrosionsschutz. DIN 18168 und DIN EN 13964 beziehen sich also ausschließlich auf die Ausführung von Deckenkonstruktionen. Für Trockenbauwände liegen zur Zeit keine vergleichbaren Normen vor. Zur Beschreibung von Korrosionsbelastungen und Korrosionsbeständigkeiten von Trockenbauprofilen und -zubehören gelten DIN 55634 und DIN EN ISO 12944 in Kombination als allgemeine Regelwerke.

DIN EN ISO 12944-2

DIN EN ISO 12944 „Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme“ gilt seit 1998 in Deutschland. Die Normen-Reihe besteht aus acht Teilen und umfasst alle wichtigen Angaben zum Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme. Da sich Stahlbauten vielfältig gestalten lassen, ist der Einsatzbereich der DIN EN ISO 12944 besonders umfangreich. Die DIN EN ISO 12944-2 teilt insbesondere die Umgebungsbedingungen in atmosphärische Korrosivitätsklassen ein. Auf diese bezieht sich ebenfalls die DIN 55634. Berücksichtigt werden muss, dass DIN EN ISO 12944 für Stahlbauteile mit einer Wandungsdicke von 3,0 mm gilt, DIN 55634 hingegen für tragende dünnwandige Bauteile aus Stahl. Wenn es um Trockenbauprofile geht, sollte DIN EN ISO 12944 also nur im Zusammenhang mit DIN 55634 berücksichtigt werden. Die Verbindung von DIN 55634 zur DIN EN ISO 12944 ergibt sich über die Korrosionsschutzkategorien.

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Korrosivitätskategorien

DIN 55634 bezieht sich auf den Korrosionsschutz tragender dünnwandiger Bauteile aus unlegiertem oder niedrig legiertem Stahl, die atmosphärischer Korrosionsbelastung ausgesetzt und eine Nennblechdicke bis zu 3 mm aufweisen.

Gültig ist diese Norm für Band- und Stückbeschichtungen, die auf der Baustelle oder im Werk ausgeführt wurden. Die Norm regelt die Zuordnung von Korrosionsschutzsystemen zu den atmosphärischen Korrosivitätskategorien C1, C2, C3, C4 und C5 in Abhängigkeit von der Schutzdauer. DIN 55634 ordnet den Korrosivitätsklassen entsprechende Beständigkeitsklassen und notwendige Prüfungen zu. Zum Beispiel wird der Korrosivitätskategorie C3 / C5M ein Kondenswassertest und eine Salzsprühnebelprüfung zugeordnet.

Absatz 4 der Norm stellt fest, dass die Korrosionsbelastung im Inneren von Gebäuden nicht relevant ist, wenn die relative Luftfeuchte in der Regel unter 60 Prozent bleibt, keine Kondensation auftritt und keine Sonderbelastung einwirkt. Unter diesen Umständen ist es erlaubt, eine Zuordnung zur Korrosivitätskategorie C1 vorzunehmen. Mit dieser Regel lassen sich Standardtrockenbauprofile und -zubehöre von höherwertigen korrosionsgeschützten Profilen und Zubehören abgrenzen.

DIN EN ISO 12944-2 definiert folgende Kategorien:

(Einteilung in sechs Korrosivitätsklassen durch atmosphärische Umgebungsbedingungen nach DIN EN ISO 12944-2):

 

Tabelle Korrosionsschutz im Trockenbau

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Die Zuordnung und Festlegung der Korrosivitätskategorie ist ein wichtiger Teil der Planung. Vor allem folgende Fragen sollten dabei berücksichtigt werden:

  • Liegt ein Innen- oder Außenbauteil vor?
  • Wie wird das Bauwerk genutzt und welchen Belastungen ist es ausgesetzt?
  • Gibt es besondere korrosive Verunreinigungen?
  • Wie hoch ist das Risiko, dass sich Kondensat bildet?
  • Wie lange soll das Bauwerk voraussichtlich genutzt werden?

Wichtig:

Werden Außenbauteile – wie zum Beispiel Außendecken – in Küstennähe geplant, muss von erhöhter korrosiver Verunreinigung ausgegangen werden. Nähere Informationen zum Standort und dessen Korrosionsfaktoren lassen sich den nationalen Kartierungen über Korrosionsraten des Umweltbundesamtes entnehmen.

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