Korrosionsschutz im Trockenbau - Teil 2

Korrosionsschutz von Standard-Profilen und Zubehören

Profile

Sind Trockenbauprofile aus Stahlblech für den deutschen Markt bestimmt, entsprechen sie in der Regel sowohl der nationalen Norm DIN 18182-1 als auch der europäischen Norm EN 14195. Sowohl die nationale als auch die europäische Norm gilt für Trockenbauprofile aus Stahlblech, die für die Ausführung von Unterkonstruktionen in Kombination mit Gipsplatten vorgesehen sind. Die Vorgaben der nationalen Norm DIN 18182-1 orientieren sich an den Gegebenheiten des deutschen Marktes. Für die unterschiedlichen Profilarten sind hier geometrische Vorgaben an die Querschnitte und definierte Blechdicken hervorzuheben. In Tabelle 1 sind diese verbindlichen Vorgaben zusammengestellt.

Tabelle Korrosionsschutz im Trockenbau

Gemäß DIN 18182-1 wird der Werkstoff und dessen Zinküberzug als schmelztauchveredeltes Stahlband oder Blech aus weichen unlegierten Stählen zum Kaltumformen nach DIN EN 10346 definiert. Dabei muss der Schutzüberzug einer bestimmten Klasse entsprechen. Er darf eine zweiseitige Schutzauflage aus Zink von 100 g/m2 keinesfalls unterschreiten. Diese Art der Verzinkung trägt die Bezeichnung „Z 100“. Für Profile im trockenen Innenausbau gilt sie als Mindestanforderung.

Um die Einhaltung der Vorgaben zu dokumentieren, sind normkonforme Profile entsprechend beschriftet. Genannt wird die dazugehörige Norm ebenso wie die  Profilart, Blechdicke und Abmessung mit Steghöhe und Flanschbreite. Auch werden Angaben zum Schutzüberzug gemacht.

 

Zubehöre

Die Zubehörteile werden in Anlehnung an die Schutzauflage „Z 100“ für Profile verzinkt. Maßgeblich ist dabei allerdings nicht eine einzelne Produktnorm für Profilzubehöre. Vielmehr stammt die Vorgabe aus der nationalen Norm DIN 18168-1 mit dem Titel „Gipsplatten Deckenbekleidungen und Unterdecken“. Diese Norm formuliert Anforderungen an die Bauart. Die Tabelle 2 oben, Zeile 1 beinhaltet entsprechende Vorgaben an die Korrosionsbeständigkeit für Profile, Abhänger und Verbindungselemente aus Metall, die in Innenräumen eingesetzt werden sollen.

Die Mindestschichtdicke der einseitigen Verzinkung ist hier mit 7 μm angegeben.

Einer Zink-Auflagemasse von 100g/m2 beidseitig entspricht eine Zinkschichtdicke von etwa 7,1 μm je Seite. Zur allgemeinen Umrechnung der Zink-Auflagemasse in eine Zinkschichtdicke wird folgende Formel eingesetzt:

Gleichung Korrosionsschutz

 

Anwendungsgrenzen von Standardprofilen und -zubehören

Um im Gebäudeinneren Wand- und Decken-Unterkonstruktionen im Trockenbauverfahren zu errichten, können Standardprofile und -zubehöre mit einer regulären Oberflächenbeschichtung (Z100, 7 μm) zum Einsatz kommen. Die Voraussetzungen: Die relative Luftfeuchte muss in der Regel unter 60 Prozent bleiben, es darf keine Kondensation auftreten und keine Sonderbelastung wirken (siehe auch DIN 55634). Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, was in vielen Feucht- und Nassräumen, Schwimmbädern oder stark frequentierten Dusch- und Badebereichen der Fall ist – dürfen Standardprofile und -zubehöre nicht eingesetzt werden. Mit zusätzlich korrosionsgeschützten Profilen und Zubehören lassen sich In diesen Bereichen dennoch sichere und langlebige Trockenbaukonstruktionen errichten.

Arten von Korrosion

Wie wichtig die geeignete Wahl der Unterkonstruktion ist, zeigt das untenstehende Diagramm, welches den Abtrag der Zinkbeschichtung in verschiedenen Bereichen für den Zeitraum von einem Jahr aufzeigt. Während das Verhältnis von der Zinkbeschichtung eines Standardprofils zum Abtrag im normalen Innenraum auf einem sicheren Niveau liegt, zeigen die Verhältnisse zur Außendecke oder dem Schwimmbad bereits ein deutlich zu geringes Sicherheitsniveau auf. Besonders deutlich wird der Vergleich zwischen der Zinkschicht eines Standardprofils und dem Abtrag in einem Jahr bei Verwendung in einem Solebad. Hier ist bereits der Abbau der Zinkschicht vor dem Ablauf eines Jahres erfolgt.

Korrosionsschutz Trockenbaqu

X