Korrosionsschutz im Trockenbau - Teil 1

Wenn es um die Umsetzung einer modernen und funktionalen Architektur geht, sind Trockenbaukonstruktionen heute häufig die erste Wahl. Sie bieten unterschiedlichste Lösungen für Gebäude fast aller Art. Auch Wand- und Deckenkonstruktionen in Feucht- und Nassräumen oder im Außenbereich können im Trockenbau ausgeführt werden. Dabei sind allerdings erhöhte Anforderungen zu berücksichtigen. Um langfristig eine funktionale und sichere Konstruktion gewährleisten zu können, kommt es zum einen auf die Wahl des geeigneten Plattenmaterials an. Zum anderen müssen die für den Bau der Unterkonstruktion erforderlichen Profile und Zubehöre sorgfältig ausgewählt werden. Dabei ist auf einen angemessenen Korrosionsschutz der Metallprofile und Zubehöre zu achten. Dieser ist abhängig von der Nutzung und den Rahmenbedingung des Bauteils.

Im Folgenden werden die wichtigsten grundlegenden technischen Informationen zur Definition von Korrosionsschutz, zu den unterschiedlichen Korrosionsarten und zur Beschichtung von Stahl zum Korrosionsschutz im Trockenbau dargestellt. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Anforderungen und Umsetzung des erhöhten Korrosionsschutzes. Zu den Produkten und deren Verwendung werden außerdem die wichtigsten normativen Vorgaben genannt.

Einleitung

Trockenbauprofile aus Stahlblech sind seit langer Zeit ein festes Element von Gipsplattensystemen. Sie wiegen nicht viel, sind einfach zu verarbeiten und deshalb auf fast jeder Baustelle anzutreffen. Boden-, Wand- und Deckenprofile sind in diversen Ausführungen erhältlich, so dass ganz unterschiedliche Trockenbaukonstruktionen möglich sind. Zum Bau der Unterkonstruktion, an der später die eigentliche Bekleidung befestigt wird, kommen Trockenbauprofile aus Stahlblech zum Einsatz. Feste Bestandteile von Gipsplattensystemen sind außerdem metallische Bauteile wie Befestigungsmittel, Verbinder und Abhängebauteile.

Korrosionsschutz für Profile und Zubehör aus Stahl bzw. Metall

Genau wie alle anderen Stahl- und Metallbauteile sind auch Trockenbauprofile und Profilzubehöre unter atmosphärischen Randbedingungen dem Korrosionseinfluss ausgesetzt. Abhängig von den Umgebungsbedingungen kann dieser unterschiedlich stark ausfallen. Als wirksame Maßnahme gegen den Einfluss von Korrosion sind Trockenbauprofile und Zubehöre im Regelfall mit einem Schutzüberzug aus Zink ausgestattet. Reicht ein metallischer Schutzüberzug aus Zink in bestimmten Fällen nicht aus, werden Profile und Zubehöre mit einer zusätzlichen Beschichtung verwendet. Der Korrosionsschutz entsteht somit durch eine Beschichtung, die das Bauteil von der Umgebung trennt. Die Beschichtung bzw. die Trennschicht muss entsprechend korrosionsbeständig sein und auf dem Untergrund haften.

Definition Korrosion nach DIN EN ISO 8044 / DIN 50900-1

Korrosion ist die Reaktion eines metallischen Werkstoffs mit seiner Umgebung, die eine messbare Veränderung des Werkstoffs bewirkt und zu einer Beeinträchtigung der Funktion eines metallischen Bauteiles oder eines ganzen Systems führen kann. In den meisten Fällen ist diese Reaktion elektrochemischer Natur, in einigen Fällen kann sie jedoch auch chemischer oder metallphysikalischer Natur sein.

Korrosionsarten

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Korrosionsarten. Dazu zählen zum Beispiel die Kontakt-, Flächen-, Spalt- und Spannungsrisskorrosion.

Beeinflusst wird die Korrosionsreaktion metallischer Stoffe vor allem durch folgende Umgebungsfaktoren:

  • Temperatur und Sauerstoffgehalt
  • Relative Luftfeuchtigkeit
  • Kondensatbildung
  • Korrosive Verunreinigungen

Die zu berücksichtigenden korrosiven Verunreinigungen sind zum Beispiel Schwefeldioxid, Stickstoffoxid, Feinstaub und Salze sowie Chloride.

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