Grundlagen für die Erstellung von Montagewänden

Die Basis leistungsfähiger Montagewände bildet die Unterkonstruktion. Sie besteht aus Stahlblech-Profilen (verzinkt), Nennblechdicke ≥ 0,6 mm nach DIN 18182 und DIN EN 14195 oder Holz, mindestens Sortierklasse S 10 (MS 10) nach DIN EN 1912, Restfeuchte ≤ 20 % Massenanteile (scharfkantig, Ständermaße mind. 60 x 60 mm).

Montageablauf am Beispiel einer Metallständerwand

Zunächst wird der gewünschte Wandverlaufs auf Boden und Decke aufgerissen, dann werden Fixpunkte, z. B. für Türen, sowie die Montageseite markiert.

Anschließend werden die Profile zugeschnitten (mit Blechschere, Schlagschere, Knabberer oder Metallkreissäge – niemals mit Trennschleifer/Flex, da sonst der Korrosionsschutz durch Verbrennung zerstört würde).

Rigips UW-Profile mit Anschlussdichtung werden an Decke und Boden befestigt (Abstand = max. 1.000 mm). Bauteiltrennfugen des Rohbaus sind in Rigips-Montagewände zu übernehmen. Ansonsten sind Dehnungsfugen mind. alle 15 m vorzusehen. Als Wandanschluss werden die RigiProfil MultiTec CW mit Anschlussdichtung im Abstand von ≤ 1.000 mm (mind. jedoch 3 Stück) befestigt.

Der Befestigungsbeginn der Rigips UW- bzw. CW-Anschlussprofile = 100 mm erfolgt vom jeweiligen Profilende.

Der optimale untere Anschluss der Montagewände erfolgt direkt auf dem Rohboden. Werden nachträglich einzubringende Montagewände mit Schallschutz-Anforderungen auf einen schwimmenden Estrich gestellt, so ist dieser im Bereich der Rigips UW-Profile zu trennen und von Rückständen zu säubern.

Der optimale obere Anschluss der Montagewände erfolgt an der Rohdecke. Werden Montagewände an abgehängten Decken oder Deckenbekleidungen befestigt, so sind diese zusätzlichen Auflagerkräfte aus der Wand besonders abzufangen.

Die CW-Ständer sind so zu bemessen, dass sie mind. 15 mm in das an der Decke montierte Rigips UW-Profil eingreifen und mit 10 bis 20 mm Luft eingestellt werden.

Die RigiProfil MultiTec CW werden lose in die Rigips UW-Profile eingestellt. Dabei zeigen die offenen Seiten in Montagerichtung der Beplankung. Eine Fixierung von z. B. Eckprofilen durch vercrimpen kann hilfreich sein. Verschrauben oder vernieten von Rigips CW- und UW-Profilen ist jedoch nicht zulässig.

Sind die Längen der CW-Ständer für Montagewände mit übergroßen Höhen nicht ausreichend, so können diese je nach Höhenanforderung ohne Probleme wie folgt verlängert werden:

– Für Wandhöhen ≤ 5 Meter werden die Profilstöße der CW-Ständer

Einfach mit UW-Profilstücken (≥ 1.000 mm) hinterlegt. Diese Profilteile sind mit Blind-Nieten ≥ 3,2 x 6 mm zu befestigen. Diese Befestigungen sind ≤ 40 mm vom Stoß anzubringen.

– Für Wandhöhen > 5 Meter werden die Profilstöße der CW-Ständer einfach mit CW-Profilstücken (≥ 1.000 mm) verschachtelt. Diese Profilteile sind ebenso mit Blind-Nieten ≥ 3,2 x 6 mm zu befestigen. Diese Befestigungen sind ≤ 40 mm entfernt vom Stoß anzubringen.

Ein Tipp vom Rigips-Experten: An den Decken sollten zweiseitig selbstklebende Rigips-Anschlussdichtungen für die sofortige UW-Profilfixierung verwendet werden.

Für erhöhte Schall- bzw. Brandschutz-Anforderungen ist das Verfüllen dieser Verschachtelungen mit entsprechender Mineralwolle erforderlich. Die Stoßfugen der zu verlängernden CW-Ständer sollten nicht auf einer Höhe liegen! Die max. Höhenangabe eines Wandsystems darf in keinem Fall überschritten werden!

Die Einteilung des CW-Rasters erfolgt in Abwägung des Zuschnittaufwandes der Beplankung. Hierbei sind die jeweiligen Fixpunkte (z. B. Türöffnungen) der Wände zu berücksichtigen. Die exakte Lage der Ständer wird beim Beplanken eingerichtet. Um eine möglichst günstige Abstimmung (wenig Verschnitt) zu haben, beginnt die Beplankung am Anfang der Wand nicht zwangsläufig mit einer ganzen Platte.

Schraubenlängen sind so zu wählen, dass sie die Profile um mindestens 10 mm durchdringen. Beispiel: bei Beplankung 12,5 mm beträgt die Schraubenlänge 25 mm; bei Beplankung 2 x 12,5 mm mind. 35 mm Schraubenlänge, usw.

Anschlussdichtungen und Befestigungsmittel

Anschlussdichtungen nur Schallschutz

• Rigips Anschlussdichtung Filz, d ≤ 5 mm

• Rigips Anschlussdichtung A1

Anschlussdichtungen mit Brandschutz

(Auf Prüfzeugnis achten!)

• Rigips Anschlussdichtung Filz, d ≤ 5 mm (Fugen in Plattendicke schließen)

• Rigips Anschlussdichtung A1, d = 12 mm, b = profilabhängig

Beplankung

Grundsätzlich werden raumhohe Platten für die Beplankung empfohlen. Das verbessert nicht nur die physikalischen Eigenschaften der Montagewände, sondern verringert zudem den Arbeits- und Materialaufwand für Zuschnitte und Spachtelarbeiten. Die senkrechten Fugen gegenüberliegender Beplankungsseiten müssen generell einen Fugenversatz von mindestens einem CW-Profilabstand haben. Sollte die Beplankung mit ganzen Platten nicht möglich sein, so sind notwendige horizontale Fugen im oberen Wandbereich anzuordnen. Werden bei einlagig beplankten Montagewänden Horizontalfugen innerhalb einer Beplankungsseite angeordnet, müssen diese mindestens 400 mm voneinander entfernt sein. Bei mehrlagig beplankten Montagewänden sind die Fugen der einzelnen Plattenlagen mit einem Versatz von mind. 250 mm zueinander anzuordnen (siehe Bild 3). Plattenstreifen, bei mehrlagigen Konstruktionen auch in der unteren Beplankung, sollen ca. 500 mm Breite nicht unterschreiten. Sämtliche Plattenstöße sollen dicht gestoßen werden. Fugenabstände bis 10 mm sind unbedenklich aber mit erhöhtem Spachtelaufwand zu schließen. Beim Anbringen der Beplankung sind die Rigips CW-Profile auf festen Stand in den Rigips UW-Profilen zu prüfen.

Um ein einwandfreies Verfugen der Anschlüsse für Montagewände mit Schall- bzw. Brandschutz-Anforderungen zu gewährleisten, sind Mindestfugenbreiten wie folgt einzuhalten:

• Beplankung zum Rohfußboden = ca. 5 mm

• Beplankung zum Rohfußboden (Feuchträume) = ca. 10 mm

• Beplankung zur Decke = ca. 5 mm

• Beplankung zu flankierender Wand = ca. 5 mm

Verschraubung

Die erste Platte wird exakt mit der Wasserwaage eingelotet und von der Mitte aus angeschraubt. Bei den weiteren Platten beginnt die Verschraubung an der anliegenden Plattenecke und ist, ohne Verspannung der Platten, weiterzuführen.

Die Verschraubung erfolgt zuerst an der stabileren Stegseite des seitlichen CW Profilflansches. Die Punkt-Markierungen in Mitte der Sichtseiten und der Plattenrückseiten bieten gute Orientierungshilfen für die Ständerjustierung in Plattenmitte.

Eine ebene Auflagebreite an den Plattenstößen von 1⁄2 CW-Profilbreite müssen eingehalten werden. Aus statischen Gründen ist es von Vorteil, die Rigips Schnellbauschrauben versetzt (Abstand 20 bis 30 mm) einzudrehen. Der Mindestschraubabstand zur Plattenkante beträgt:

– Bei Kanten mit Kartonummantelung (VARIO) = 10 mm

– Bei Kanten ohne Kartonummantelung (scharfkantig) = 15 mm

Die Schraubenköpfe dürfen den Karton nicht durchdringen. Rigips empfiehlt, Beplankungen nicht mit den Rigips UW-Profilen (Boden-/ Deckenanschluss) zu befestigen. Die Länge der Verschraubung ist so zu wählen, dass die RigiProfil MultiTec CW mind. 10 mm durchbohrt werden. Schraubenabstände betragen:

- bei Einfachbeplankung: ≤ 250 mm.

- bei Doppelbeplankung:

1. Beplankung ≤ 750 mm

2. Beplankung ≤ 250 mm

Wichtig: Bei Brandschutz-Konstruktionen sind kleinere Mindest-Schraubabstände möglich. Die Angaben aus der jeweiligen Systembeschreibung bzw. aus dem Prüfzeugnis sind einzuhalten.

Verspachtelung

Bei mehrlagigen Beplankungen müssen grundsätzlich auch die Fugen und Randanschlüsse der ersten Beplankungslage verspachtelt werden, wobei hier auf den Bewehrungsstreifen sowie auf die Verspachtelung der Befestigungsmittel verzichtet werden kann. Vor der Montage der nächsten Lage muss der Fugenspachtel der unteren Lage zwar abgebunden, aber nicht unbedingt ausgetrocknet sein. Um Rissbildungen zu vermeiden, darf mit dem Spachteln der Fugen der letzten Beplankungslage erst begonnen werden, wenn beide Wandseiten geschlossen sind und keine Längenänderungen der Platten mehr erwartet werden.

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