Einbruchhemmung mit Trockenbaukonstruktionen von Rigips – Teil 2

Die drei Bausteine der Einbruchsicherheit

Ein Bauteil muss drei verschiedene Prüfszenarien durchlaufen, bevor seine einbruchhemmenden Eigenschaften beschrieben werden können. Maßgeblich für die Bestimmung der Einbruchhemmung sind europäische Normen:

DIN EN 1628 – Prüfverfahren, Ermittlung der Widerstandsfähigkeit unter statischer Belastung

DIN EN 1629 – Prüfverfahren, Ermittlung der Widerstandsfähigkeit unter dynamischer Belastung

DIN EN 1630 – Prüfverfahren, Ermittlung der Widerstandsfähigkeit gegen manuelle Einbruchversuche

Diese zentralen Aspekte der Einbruchsicherheit beziehungsweise Einbruchhemmung werden im Folgenden näher erläutert.

DIN EN 1628: Widerstandsfähigkeit unter statischer Belastung

Die DIN EN 1628 ist – wie zuvor bereits gesagt – auf die Prüfung von Bauelementen ausgelegt, nicht aber auf die Bauteile selbst. Um die Einbruchsicherheit näher zu bestimmen, lassen sich die Prüfanforderungen allerdings entsprechend auf den einbruchhemmenden Trockenbau beziehungsweise auf Trockenbaukonstruktionen übertragen. Das auf Einbruchsicherheit zu prüfende Trockenbau-Teil wird dafür zunächst in einen Prüfrahmen eingebaut und dann mit Hilfe eines Druckstempels an unterschiedlichen Punkten auf Druck beansprucht. Soll eine Metallständerwand in Anlehnung an die DIN EN 1628 geprüft werden, handelt es sich bei diesen Punkten immer um die Verankerungspunkte am Baukörper. Geprüft werden können aber ebenso Stellen zwischen oder auf den Profilen. Die Prüflast hängt dabei von der zu erreichenden Widerstandsklasse ab.

DIN EN 1629: Widerstandsfähigkeit unter dynamischer Belastung

Die dynamische Prüfung nach DIN EN 1629 hat die Funktion, körperliche Angriffe ohne Einsatz von Werkzeugen – wie zum Beispiel Schulterstöße oder Fußtritte – zu simulieren. Um die Einbruchsicherheit zu bestimmen, wird das zu prüfende Trockenbau-Teil zunächst wie bei der statischen Prüfung in einen Prüfrahmen eingebaut. Die Belastung erfolgt anschließend stoßartig mit Hilfe einer Pendelstoßvorrichtung einmal auf jede Ecke und dreimal auf die Mitte des Probekörpers. Der Probekörper darf während dieser Stoßbelastungen nicht versagen. Die der DIN EN 1629 entsprechenden Konstruktion der Pendelstoßvorrichtung besteht aus einem an einem Seil aufgehängten Zwillingsreifen mit einer Gesamtmasse von 50 kg. Die Fallhöhe hängt dabei von der zu erreichenden Widerstandsklasse ab.

DIN EN 1630: Widerstandsfähigkeit gegen manuelle Einbruchversuche

Die Widerstandsfähigkeit gegenüber manuellen Einbruchversuchen nach DIN EN 1630 hat den größten Praxisbezug. Abhängig von der zu erreichenden Widerstandsklasse stehen dem Einbrecher im Rahmen des Prüfszenariums verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, die von den beschriebenen Tätergruppen in der Praxis tatsächlich genutzt werden.

Bevor die eigentliche Prüfung in Anlehnung an DIN EN 1630 zur Einbruchsicherheit beginnt, werden Vorprüfungen durchgeführt, um mögliche Schwachstellen des Trockenbau-Teils zu ermitteln. Diese Prüfungen dürfen an beliebigen Stellen des Bauteils mit beliebigen Werkzeugen des vorgesehenen Werkzeugsatzes durchgeführt werden. Die ermittelte vermeintliche Schwachstelle des Bauteils ist der Bereich, in dem in der anschließenden Hauptprüfung der Einbruchversuch unternommen wird. Als bestanden gilt die Prüfung, wenn es nicht gelingt, eine durchgangsfähige Öffnung mit definierten Maßen herzustellen.

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