Fachanleitung für Elektriker zur Herstellung eines Funktionspotenzialausgleichs

Zur „Erdung“ und zur gewünschten Minimierung niederfrequenter elektrischer Wechselfelder muss die Climafit-Platte in den Potenzialausgleich einbezogen werden. Hierbei muss lediglich die Funktion erfüllt werden. Darüber hinaus können jedoch grundlegende Anforderungen im Hinblick auf den Personen- und Sachschutz sowie zur Verbesserung der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) notwendig werden. Für die Reduzierung hochfrequenter Immissionen im Frequenzbereich 200-10.000 Megahertz (MHz) ist kein Anschluss an das Potenzialausgleichssystem erforderlich.

Der Funktionspotenzialausgleich erfolgt, indem die elektrisch leitfähige Climafit-Platte unter Zuhilfenahme von vom Hersteller zur Verfügung gestelltem Verbindungsmitteln über einen Funktionspotenzialausgleichsleiter, der nicht die Farbe grüngelb hat, mit der Haupterdungsschiene verbunden wird.

Einsatz des Climafit Erdungsbands an Übergängen

An allen Übergängen im Bereich von Wand und Dachschrägen wird die elektrisch leitfähige Verbindung der Teilflächen über das Climafit Erdungsband hergestellt. Dieses wird durch Biegen entsprechend angepasst und mit mindestens sechs Rigips Climafit Schnellbauschrauben durch die oberste Plattenlage befestigt (drei Schrauben pro Flächenrichtung).

Soll eine komplette Wandfläche in den Funktionspotenzialausgleich einbezogen werden, so erfolgt dies durch eine Reihenschaltung der Climafit Erdungsbänder. Von der „letzten“ Wandfläche beginnend wird hierfür der Funktionspotenzialausgleichsleiter vom Climafit Erdungsband zum nächsten Climafit Erdungsband der nächsten Wandfläche geführt, von dort aus zur nächsten usw. Die Verbindung des Funktionspotenzialausgleichsleiters zur Haupterdungsschiene wird dann an der „ersten“ Wandfläche hergestellt.

Finden Sie hier Climafit-Platten und Zubehör

Hinweise zum Potenzialausgleich

Um diverse negative Auswirkungen im Hinblick auf den Personen- und Sachschutz (Brandgefahr) und die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) zu minimieren, müssen beim Funktionspotenzialausgleich folgende Anforderungen erfüllt werden:

1. Die Elektroanlage des Gebäudes muss als TN-S- beziehungsweise TT-System errichtet sein.

2. Für die automatische Abschaltung der Stromversorgung muss ein zusätzlicher Schutz durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) vorgesehen werden. Diese muss einen Bemessungsdifferenzstrom von nicht mehr als 30 mA für alle Endstromkreise aufweisen, welche in Räume mit solchen großflächigen Abschirmungen hineinführen.

3. Als Funktionspotenzialausgleichsleiter ist H07V-K 1 x 4 mm2/schwarz (Funktionspotenzialausgleich) zu verwenden.

4. Die Funktionspotenzialausgleichsleitung ist direkt an die Haupterdungsschiene anzuschließen. In Ausnahmefällen kann die Funktionspotenzialausgleichsleitung auch an einen geeigneten Schutzleiter oder Schutzpotenzialausgleichsleiter unter Berücksichtigung der Minimierung von Ableitströmen angeschlossen werden.

5. Die Kontaktierung der Funktionspotenzialausgleichsleitung an die Wand-/Deckenkonstruktion erfolgt in Abhängigkeit des angewendeten Montagesystems. Zu unterscheiden ist hierbei die ein- oder zweilagige Beplankung und die Art der Unterkonstruktion (Metall- oder Holzunterkonstruktion).

6. Für die Kontaktierung der Funktionspotenzialausgleichsleitung ist das entsprechende Rigips-Systemzubehör einzusetzen:

  • Climafit Tape
  • Climafit Erdungsband
  • Rigips Climafit Schnellbauschrauben

7. Bei Gebäuden mit Äußerem Blitzschutzsystem sind insbesondere bei Näherungen von großflächigen Abschirmungen sowie Funktionspotenzialausgleichsleitern zu Teilen des Äußeren Blitzschutzsystems die Bestimmungen aus DIN EN 62305-3 (VDE 185-305-3:2006-10: Blitzschutz – Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen) zu berücksichtigen.

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