Begriffe rund um den Schall

Als Schall bezeichnet man allgemein Schwingungen eines elastischen Mediums (z. B. Gase, Flüssigkeiten, feste Körper). Grundsätzlich wird unterschieden nach:

Luftschall ist der sich in der Luft ausbreitende Schall.

Körperschall ist der sich in festen Stoffen ausbreitende Schall.

Trittschall ist der Schall, der beim Begehen und bei ähnlicher Anregung einer Decke, Treppe o. Ä. als Körperschall entsteht und teilweise als Luftschall in einen darunterliegenden oder anderen Raum abgestrahlt wird.

Flankierende Bauteile und Flankenübertragung

Unter flankierenden Bauteilen versteht man in der Regel Wände und Decken, die zusätzlich zu dem raumtrennenden Element an der Schallübertragung beteiligt sind und die im Allgemeinen senkrecht zum Trennelement stehen, z. B. Decke, Fußboden, linke und rechte Seitenwand.

Die Flankenübertragung von Schall ist Teil der Nebenwegübertragung, die ausschließlich über die angrenzenden flankierenden Bauteile erfolgt, d. h. unter Ausschluss der Übertragung durch Undichtheiten, Raumluftanlagen, Leitungen und Ähnliches.

Schalldämmung

Die Schalldämmung beschreibt die Minderung der Schallübertragung zwischen Räumen (oder zwischen dem Außenbereich und Räumen) durch Bauteile und durch Maßnahmen an Bauteilen und sonstigen übertragenden Elementen.

Bezugskurve

Die Bezugskurve für die Luftschalldämmung ist die Festlegung von Bezugswerten der Schalldämmmaße R und R’ in Abhängigkeit von der Frequenz.

Schalldämmmaß

Das Schalldämmmaß kennzeichnet die Luftschalldämmung von Bauteilen (z. B. Wänden). Durch Anfügen besonderer Kennzeichnungen und Indizes wird das Schalldämmmaß unterschieden. Je nachdem, ob der Schall:

(1.) ausschließlich durch das zu prüfende Bauteil oder

(2.) auch über etwaige Nebenwege übertragen wird.

Labor-Schalldämmaß R (1.)

Das Labor-Schalldämmmaß R wird verwendet, wenn der Schall ausschließlich durch das zu prüfende Bauteil übertragen wird, z. B. in einem Prüfstand ohne Flankenübertragung nach DIN EN ISO 10140.

Bau-Schalldämmmaß R’ (2.)

Das Bau-Schalldämmmaß R’ wird verwendet bei zusätzlicher Flanken- oder anderer Nebenwegübertragung. Die Prüfungen werden in ausgeführten Bauten mit der dort vorhandenen Flanken- und Nebenwegübertragung vorgenommen.

Bewertetes Schalldämmmaß Rw und R’w

Die bewerteten Schalldämmmaße Rw und R’w sind die Einzahlangaben zur Kennzeichnung der Luftschalldämmung von Bauteilen. Die bewerteten Schalldämmmaße Rw und R’w beruhen auf der Bestimmung des Schalldämmmaßes mittels Terzfilteranalyse. Zahlenmäßig sind Rw und R’w die Werte der entsprechend DIN EN ISO 717-1 um ganze dB verschobenen Bezugskurve bei 500 Hz.

Bewertetes Flankendämmmaß Rij,w

Einzahlangabe des Schalldämmmaßes für die flankierende Übertragung auf dem Übertragungsweg ij, bei welchem das Bauteil i im Senderaum angeregt und über das Bauteil j im Empfangsraum Schallleistung abgestrahlt wird. Die über einen Flankenweg übertragene Schallleistung wird auf die auf das Trennbauteil auftreffende Schallleistung bezogen. Die Indizes ij stehen verallgemeinernd für die Übertragungswege Df, Fd und Ff. Das bewertete Flankendämmmaß wird in dB angegeben und nach DIN EN ISO 717-1 ermittelt.

Bewertete Norm-Flankenschallpegeldifferenz Dn,f,w

Einzahlangabe der auf eine Bezugsabsorptionsfläche von A0 = 10 m² bezogenen Schalldruckpegeldifferenz, wenn die Übertragung nur über einen festgelegten Flankenweg (Ff) stattfindet. Die bewertete Norm-Flankenschallpegeldifferenz wird in dB angegeben und nach DIN EN ISO 717-1 ermittelt.

Bewertetes Luftschallverbesserungsmaß ΔRw

Differenz des Schalldämmmaßes eines Grundbauteils mit Vorsatzkonstruktion

(z. B. einer Vorsatzschale, einer Unterdecke oder eines schwimmenden Estrichs) und desselben Grundbauteils ohne diese Vorsatzkonstruktion.

Bewerteter Norm-Trittschallpegel L’n,w

Mithilfe einer Bezugskurve ermittelte Einzahlangabe zur Kennzeichnung der Trittschalldämmung in Gebäuden mit zusätzlicher Berücksichtigung der Übertragung über flankierende Bauteile.

Bewertetes Trittschallverbesserungsmaß ΔL

Die Trittschallminderung ΔL ist die Verbesserung des äquivalenten bewerteten Trittschallpegels, die durch das Aufbringen einer Deckenauflage (z. B. Rigips Estrichelement) erreicht wird.

Maximaler Norm-Schalldruckpegel LAFmax,n

Kennzeichnende Größe für die Einwirkung von Störgeräuschen aus Wasserinstallationen und sonstigen gebäudetechnischen Anlagen auf zu schützende Aufenthaltsräume, die mit der Frequenzbewertung A und der Zeitbewertung F (FAST), bezogen auf eine Bezugsabsorptionsfläche A0 = 10 m2, gemessen wird.

Sicherheitsbeiwert uprog

Für die Schallschutznachweise der DIN 4109 sind die durchzuführenden Prognoserechnungen zur Berücksichtigung der Unsicherheit mit einem Zu- bzw. Abschlag auf das Endergebnis zu versehen. Diese Zu- bzw. Abschläge entsprechen der Unsicherheit der Prognose und werden als Sicherheitsbeiwert uprog bezeichnet. Die vereinfachte Ermittlung der Sicherheitsbeiwerte sieht ohne weitere Rechnung einen pauschalen Zu- oder Abschlag auf das Ergebnis der Prognoserechnung vor.

Daraus ergibt sich

– für die Luftschalldämmung von trennenden Bauteilen im Gebäude:

R’w - uprog ≥ erf. R’w (dB)

– für die Trittschallübertragung

L’n,w + uprog ≤ zul. L’n,w (dB)

Mit Ausnahme einer Sonderregelung für Türen wird für die Luftschallübertragung im Gebäude und aus der Gebäudeumgebung zum Nachweis der Anforderungen nach DIN 4109-1:2016-07, Tabellen 2 - 7 als pauschaler Wert uprog = 2 dB angesetzt.Damit gilt zur Erfüllung der Anforderungen an die Luftschalldämmung von trennenden Bauteilen: R’w - 2 dB ≥ erf. R’w (dB).

Für die Trittschalldämmung im Massivbau und für massive Decken im Skelettbau (auch für massive Decken in Einfamilien-Doppel- und -Reihenhäusern) und für massive Treppen an massiven ein- und zweischaligen Wänden sowie für die Trittschalldämmung im Holz-, Leicht- und Trockenbau wird als pauschaler Wert uprog = 3 dB angesetzt. Damit gilt zur Erfüllung der Anforderungen an die Trittschalldämmung: L’n,w + 3 dB ≤ zul. L’n,w (dB).

Schallschutz

Bewertete Standard-Schallpegeldifferenz DnT,w

Mithilfe einer Bezugskurve ermittelte Einzahlangabe zur Kennzeichnung des Luftschallschutzes zwischen Räumen in Gebäuden.

– D: Schalldruckpegeldifferenz, frequenzabhängig.

– DnT: Standard-Schallpegeldifferenz, bezogen auf einen Bezugswert der Nachhallzeit im Empfangsraum, frequenzabhängig.

– DnT,w: bewertete Standard-Schallpegeldifferenz, Einzahlwert.

Bewerteter Standard-Trittschallpegel L’nT,w

Mithilfe einer Bezugskurve ermittelte Einzahlangabe zur Kennzeichnung des Trittschallschutzes in Gebäuden, basierend auf den Ergebnissen von Messungen in Terz- und Oktavbändern und daraus bestimmten Standard-Trittschallpegeln, Einzahlwert.

Maximaler Standard-Schalldruckpegel LAFmax,nT

Kennzeichnende Größe für die Einwirkung von Störgeräuschen aus Wasserinstallationen und sonstigen gebäudetechnischen Anlagen auf zu schützende Aufenthaltsräume, mit der Frequenzbewertung A und der Zeitbewertung F (FAST), bezogen auf eine Nachhallzeit von T0 = 0,5 s.

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