Akustiklösungen im Wand- und Deckenbereich – Teil 3

Kühl- und Heizsysteme mit Rigitone Climafit-Platten

Rigitone Climafit-Platten sind graphitmodizifierte Lochgipsplatten. Die Kombination von Gips und Graphit verleiht den Rigitone Climafit-Platten eine elektrische Leitfähigkeit und eine besonders hohe Wärmeleitfähigkeit nach DIN EN 520 = 0,52 W/(m*K). Dadurch sind die Platten bestens als hochleistungsfähige Beplankung für moderne Flächentemperierungssysteme wie zum Beispiel Heiz- oder Kühldecken geeignet. Neben den Rigips-Verarbeitungsrichtlinien sind grundsätzlich die DIN 18168, 18181 und die Herstellerangaben zu beachten.

Die Unterkonstruktion von Flächentemperierungssystemen ist immer ein Bestandteil der Klimatechnik. Ihr Aufbau ist herstellerabhängig. Somit sind bei der Montage die jeweiligen Herstellervorgaben unbedingt zu beachten und einzuhalten. Grundsätzlich darf der Abstand der unteren Tragprofile 350 mm nicht überschreiten. Bei abweichenden Achsabständen sind die Angaben des jeweiligen Systemanbieters zu beachten.

Die Beplankung kann mit Rigitone Climafit 6/18 R, 8/18 R, 8-15-20 super R, 8/18 Q oder 12/25 Q erfolgen. Weitere Lochbilder können bei Rigips angefragt werden. Die Verschraubung wird mit Rigips Climafit Schnellbauschrauben 23 im Abstand von maximal 170 mm ausgeführt. Seitens des Systemanbieters ist die Kühldecke nach VDI zu erden. Eine Erdung der Climafit-Beplankung ist darüber hinaus nicht erforderlich.

Bewegungsfugen des Rohbaus müssen in die Unterkonstruktion mit übernommen werden. Wenn keine Angaben vom Systemhersteller vorliegen, sind Dehnungsfugen vorzusehen bei:

  • Kühldecken mit Seitenlängen ab ca. 10 m oder einer Deckenfläche > 100 m2
  • Heizdecken mit einer Seitenlänge ab ca. 7,50 m oder einer Deckenfläche von > 50 m2
  • stark eingeengten Deckenflächen (z. B. Einschnürungen durch Wandvorsprünge)

Bauteilanschlüsse

Bei Anschlüssen an Bauteilen aus anderen Baustoffen (z. B. Beleuchtungskörper oder Stahlstützen) muss eine bewegliche Schattenfuge vorgesehen werden. Wird die Decke an eine zu verputzende Massivwand angeschlossen, ist vor dem Verspachteln ein Trennband (z. B. Rigips TrennFix) einzulegen. Dieses bewirkt eine saubere Trennung der unterschiedlichen Materialien. Rigitone Climafit-Lochplatten lassen sich sowohl in Klebefugen als auch in Spachtelfugentechnik verarbeiten.

Im Unterschied zur Rigitone Activ‘Air hat die Rigitone Climafit Platte einen grau gesprenkelten Gipskern. Dadurch bedingt ist der Farbanstrich besonders gleichmäßig mit einer kurzhaarigen Lammfellrolle aufzubringen. Gleichwohl kann es je nach Blickrichtung zu einer Art „Wolkenbildung“ kommen.

Besonderheiten bei der Verschraubung

Durch den hohen Graphitanteil der Rigitone Climafit-Lochplatten unterscheiden sich diese zum Teil von herkömmlichen Gipsplatten. Zum Beispiel werden durch die elektrische Leitfähigkeit hohe Anforderungen an den Korrosionsschutz der Befestigungsmittel gestellt. Daher sind für die Montage der Rigitone Climafit-Lochplatten ausschließlich die entsprechenden Climafit Schnellbauschrauben 23 zu verwenden. Diese Schrauben sind durch ihre spezielle Beschichtung korrosionsgeschützt. In Einzelfällen kann dieser Schutz jedoch zum Beispiel durch den Eingriff der Werkzeuge beschädigt werden. Nach dem Verspachteln der Schraubenköpfe können so leichte Korrosionsspuren auf der Oberfläche sichtbar werden. Hierbei handelt es sich lediglich um eine oberflächliche Korrosion, die keinen Einfluss auf die Tragfähigkeit der Befestigungsmittel hat. In einem solchen Fall können die betroffenen Schrauben leicht ausgetauscht werden. Alternativ kann der Bereich der Schraubenköpfe vor einer weiteren (Farb-)Beschichtung auch mit einer geeigneten Absperrfarbe isoliert werden.

 

 

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