Abdichtung in Feucht- und Nassräumen – Ohne geht es nicht!

Abdichtungen sind in mäßig und hoch belasteten Feucht- und Nassräumen als fester Bestandteil einzuplanen und können als Verbundabdichtung durch flüssig zu verarbeitende Dichtstoffe, Platten oder Bahnen auf dem Untergrund aufgebracht werden. Zu den flüssig zu verarbeitenden Dichtstoffen gehören Kunststoffdispersionen (Flüssigfolie), Zement-Kunststoff-Kombinationen (Dichtschlämmen) und Reaktionsharze. Die verschiedenen Abdichtungsstoffe weisen eine unterschiedliche Schichtstärke auf und eignen sich je nach Art gut für Boden- und Wandflächen. Für Trockenbauwände haben sich Kunststoffdispersionen als besonders bevorzugt erwiesen, welche durch Abdichtbänder und entsprechende Formteile ergänzt werden.

Allgemein weisen Trockenbaukonstruktionen aufgrund ihrer Ebenheit einen besonders guten Untergrund für Verbundabdichtungen auf. Gipsbaustoffe wie imprägnierte Rigips-Platten und Rigips Glasroc H sind in der Lage, Feuchtigkeitsspitzen durch erhöhte Luftfeuchtebeanspruchung, wie sie beispielsweise beim Duschen entstehen, aufzunehmen und abzubauen. Die Formänderungen infolge hygrischer Beanspruchung sind gering. Bei andauernder Durchfeuchtung des Werkstoffs tritt eine Reduzierung der Festigkeit auf, welche durch eine funktionierende Abdichtung sicher vermieden werden kann.

Rigips Aquaroc als zementgebundene Bauplatte ohne organische Zuschläge ist feuchtebeständig und zudem weitestgehend widerstandsfähig gegen aggressive Atmosphären. Das Verformungsverhalten der Platten bei hygrischer Beanspruchung ist relativ gering. Daher eignet sich auch Rigips Aquaroc sehr gut zur Aufnahme von Verbundabdichtungen, welche besonders in den Beanspruchungsklassen A und C auch für Zementplattenuntergründe erforderlich sind.

Richtlinien und Merkblätter

Gesonderte Hinweise zum Thema Abdichtungen sind dem IGG-Merkblatt 5‚ Bäder und Feuchträume im Holz- und Trockenbau, sowie dem ZDB Merkblatt‚ Verbundabdichtungen, zu entnehmen. Zudem gibt DIN 18534-1, welche sich derzeit in Ausarbeitung befindet, entsprechende Hinweise zu Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätzen von Abdichtungen in Innenräumen.

Wandflächen ohne Spritzwasserbeanspruchung müssen in der Regel nicht abgedichtet werden. Bei feuchtigkeitsempfindlichen Umfassungsbauteilen oder Verlegeuntergründen sowie bei den Beanspruchungsklassen A und C ist die Flächenabdichtung auch unter und hinter Einbauteilen (z. B. Dusch- und Badewannen) erforderlich und vom Planer gewerkübergreifend vorzusehen oder die Abdichtung ist durch andere geeignete Maßnahmen (z. B. Dichtbänder für den Wannenanschluss) sicherzustellen.

Rigips-Empfehlung

Zur Abdichtung in Feucht- und Nassräumen empfehlen sich besonders die geprüften Produkte der Saint-Gobain Weber GmbH:

Flüssigdichtfolie

weber.tec 822 ist eine einkomponentige, flexible Flüssig-Dichtfolie zur naht- und fugenlosen Abdichtung unter Fliesen und Plattenbelägen für Feucht- und Nassraumbereiche im Innenbereich. Sie schützt feuchtigkeitsempfindliche Untergründe vor Durchfeuchtung und ist bestens geeignet zur Abdichtung von Wand- und Bodenflächen in Bädern ohne Bodenablauf, Duschen und anderen feuchtigkeitsbeanspruchten Räumen.

Fliesenkleber und hochflexible Reaktivabdichtung in einem

weber.xerm 844 ist ein hochflexibles, schnell- und reaktivabbindendes, zweikomponentiges System aus Fliesenkleber und Abdichtung, das im ausgehärteten Zustand wasserdicht ist. weber.xerm 844 eignet sich zur Herstellung einer Verbundabdichtung unter keramischen Belägen bei Feuchtigkeitsbeanspruchungsklassen A0, B0, A und B im Innen- und Außenbereich und bietet höchste Sicherheit gegen Feuchteschäden bei Konstruktionsaufbauten mit hoher Wasserbelastung.

Flexible Reaktionsharzabdichtung

weber.tec 827/827 S ist eine zweikomponentige Epoxidharz Verbundabdichtung unter Fliesenbelägen, insbesondere für den Bau oder die Sanierung von Schwimmbecken, Sole- und Thermalbädern, Großküchen, Feucht- und Nassräumen sowie in Laborräumen. Als Untergrund eignen sich saugfähige mineralische Flächen, glasierte und unglasierte keramische Beläge sowie Gussasphalt.

Zur Abdichtung gehören auch Randanschlüsse und Bewegungsfugen. Bei Durchdringungen sind Manschetten und Formteile zu benutzen. Die entsprechenden Verarbeitungsrichtlinien der Saint-Gobain Weber GmbH sind zu beachten.

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