Massiver Schutz – leicht umgesetzt

24.08.2012

Wirkungsvolle Schallschutzkonstruktionen für ein Tonstudio

Düsseldorf / Bochum – Dort, wo es auf jeden Ton ankommt, stören unerwünschte Nebengeräusche ganz besonders. Entsprechend wirkungsvoll sollten die Schallschutzkonstruktionen in den neu eingerichteten Tonstudios und den Regieräumen des SAE Instituts in Bochum sein. Die hierzu professionell geplanten und sachkundig ausgeführten Trockenbaulösungen überzeugen mit ihrer perfekten Funktionalität inzwischen Studenten und Lehrkräfte gleichermaßen.

Das SAE Institut ist mit über 20.000 Studenten und 54 Standorten in 26 Ländern nach eigenen Angaben die älteste und größte private Medien-Bildungseinrichtung der Welt. Seit mehr als 30 Jahren erhalten Nachwuchskräfte dort unter anderem in den Bereichen Audio Engineering, Film Making, Digital Journalism, Animation, Game sowie Web Design eine fundierte Ausbildung. Ende 2011 bezog das Institut neue Räumlichkeiten in einem alten Bochumer Gebäude: In einem ehemaligen Luftschutzbunker aus den 1940er-Jahren wurde die komplette dritte Etage nach Plänen der Architekturbüros Stark Architekten Innenarchitekten (Planung Gesamtumbau) und concept-A (Planung 3. OG / Bau- und Raumakustik) zu Schulungs- und Aufenthaltsräumen umgebaut. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die unter Schallschutzaspekten optimale Trennung der Räume gelegt.

Leichtigkeit war gefragt
„Da sich die Schulungsräume in einem ehemaligen Bunkerkomplex befinden und statische Probleme bei einem solchen Gebäude eigentlich nicht zu erwarten waren, lag der Schluss nahe, möglichst schwere Raum-in-Raum-Konstruktionen zu erstellen, um die in den Tonstudios geforderten hohen Bauakustik-Anforderungen zu erfüllen“, berichtet Dipl.-Ing. Oliver Hackhausen vom Architekturbüro concept-A aus München. „Bei näherem Hinsehen stellte sich jedoch heraus, dass zwar die Außenwände und das Dach gigantische Ausmaße besitzen, die Innenbauteile jedoch kaum über das hinausgehen, was man in zivil genutzten Gebäuden aus der entsprechenden Zeit vorfindet. Insbesondere die Tragfähigkeit der Decke, auf der der Studiokomplex entstehen sollte, erwies sich für die im Studiobau häufig gewünschten massiven gemauerten oder betonierten Konstruktionen als nicht ausreichend. Daher konnten hier nur Wand- und Deckenbauteile in Trockenbauweise mit dem Vorteil des wesentlich geringeren Gewichts zum Einsatz kommen.“

In enger Abstimmung mit dem ausführenden Trockenbauunternehmen J. Brinkmann GmbH aus Oberhausen und Technikern von Rigips entstanden hochschalldämmende Konstruktionen, die massiven Konstruktionen in nichts nachstehen. „Innerhalb der akustisch empfindlichen Räume wurden sämtliche Wand- und Deckenlösungen in trockener Bauweise hergestellt. Abhängig davon, welche Räume voneinander getrennt werden sollten, wurden unterschiedliche Schallschutzkonstruktionen gewählt. Die wohl aufwändigste Konstruktion findet sich zwischen den Regie- und Aufnahmeräumen“, erläutert Bernhard Osterkamp, verantwortlicher Projektleiter der J. Brinkmann Bauunternehmung GmbH.

Hoch leistungsfähige Wandkonstruktionen
Die dort errichteten Schallschutztrennwände bestehen eigentlich aus drei Einzelkonstruktionen: „Mittig haben wir zunächst 100 mm MW-Profile montiert und 80 mm dicke Mineralwollplatten eingelegt. Beidseitig erhielt diese Wand dann eine Dreifachbeplankung mit der Rigips-Schallschutzplatte ,Die Blaue’ in einer Plattenstärke von 12,5 mm. Die Vorsatzschalen auf beiden Seiten dieser Schallschutzwand wurden dann in einem Abstand von je 20 mm ohne direkten Kontakt zwischen Vorsatzschale und Wand errichtet. Sie mussten mit einer möglichst tiefen Resonanzfrequenz elastisch gelagert werden, dazu haben wir die entsprechenden UW-Profile auf 25 mm dicken Elastomerstreifen gelagert. Die Vorsatzschalen entstanden aus 100 mm CW-Profilen mit 100 mm Mineralwolldämmung und einer erneut dreilagigen, raumseitigen Bekleidung mit der ,Blauen’ von Rigips“, beschreibt Bernhard Osterkamp die Konstruktion.

Gute Planung und exakte Ausführung waren auch bei den Deckenanschlüssen der Trennwände gefragt, um Schallbrücken zu vermeiden. Lediglich die mittig liegende Schallschutzwand wurde mit einer Anschlussdichtung direkt an die Rohdecke angeschlossen. Die Vorsatzschalen hingegen wurden über elastische Kippsicherungen an der Rohdecke befestigt. „An diese Hänger haben wir 50 mm UA-Profile und daran wiederum die die Vorsatzschalen fixierenden UW-Profile befestigt. Auf diese Weise haben wir eine optimale Schallentkopplung geschaffen“, so Bernhard Osterkamp.

Abgehängte Schallschutzdecken
Die Schallschutzdecken aus drei Lagen „Rigips Die Blaue“ (12,5 mm) wurden über spezielle elastische Stahlfeder-Schallschutzhänger zwischen 300 bis 700 mm tief abgehängt. „Eine zusätzliche Schwierigkeit bestand darin, dass die Rohdecken eine gewisse Schräge aufwiesen und die abgehängten Decken aus raumakustischen Gründen zu einem Großteil ebenfalls schräg geplant wurden. Hier war also äußerste Genauigkeit notwendig, denn nahezu jeder Abhänger musste auf eine unterschiedliche, exakt vorgegebene Höhe gebracht werden. Auf die Schallschutzplatten haben wir zusätzlich eine 200 mm dicke Lage aus Mineralwolle verlegt. Durch die Kombination der guten Schallschutzwerte der Rigips-Platten und der besonderen Berücksichtigung der vielen kleinen Detailpunkte haben wir in den Bochumer Studios wirklich schalldichte Räume erstellen können. Allein mit einer dreifachen Beplankung mit ,Rigips Die Blaue’ auf 100 mm starken CW-Profilen werden schon bis zu 63 dB erreicht. Auch mögliche Schwachstellen an Türen, Fenstern, Kabelkanälen oder Klimarohren wurden entsprechend schalldämmend ausgeführt und dort, wo es nötig war, mit zusätzlichen Schalldämpfern versehen.“

Insgesamt montierte das Team der J. Brinkmann Bauunternehmung GmbH, das für den Innenausbau des gesamten Bunkergebäudes verantwortlich war, allein in den vom SAE Institut genutzten Räumlichkeiten mehr als 900 Quadratmeter Wand- und rund 250 Quadratmeter Deckenflächen in schallschutztechnischer Top-Qualität.

Ein Paradies für den Raumakustiker
Bei den bauakustischen Messungen war aufgrund der hohen Schalldämmmaße der Wandkonstruktionen trotz einer üppig dimensionierten Beschallungsanlage, die für die Erzeugung des Schallfeldes mit „Rosa Rauschen“ (1/f-Rauschen) mit einem Schalldruckpegel von mehr als 105 dB(A) eingesetzt wurde, eine saubere Bestimmung des Schalldämmmaßes nur in den untersten Frequenzbändern möglich. Im restlichen Frequenzbereich waren auch bei höchsten Schalldruckpegeln in den Aufnahmeräumen Immissionen in den angrenzenden Räumen trotz der niedrigen Ruhegeräusche von unterhalb GK10 weder hörbar, noch nachmessbar. Die Schalldämmmaße liegen, soweit sie ermittelt werden konnten, oberhalb von 85 dB.

Für Planer Oliver Hackhausen war die so geschaffene Atmosphäre „himmlischer Ruhe“ die perfekte Ausgangslage für die weitere raumakustische Ausstattung. „Für den Nutzer ist neben der Schalldämmung zwischen den Räumen natürlich auch die Raumakustik, also der Klang im jeweiligen Aufnahme- oder Regieraum, von wesentlicher Bedeutung. Um eine gleichmäßige Verteilung des Schallfeldes vor allem im tieffrequenten Bereich zu erzielen, wurden für alle Studioräume aus Sicht der Eigenfrequenzverteilung der Räume günstige Seitenverhältnisse und teilweise nicht rechtwinklige Geometrien gewählt. Ein Teil der abgehängten Decken wurde schräg gestellt. Die raumakustischen Innenausbauten wurden mit speziellen Akustikelementen erstellt. Als Highlight entstand im großen Regieraum 1 eine Frontkonstruktion, in der die großen Hauptlautsprecher oberflächenbündig eingesetzt sind“, so Oliver Hackhausen.

Weit mehr als Standard
Perfekte Planung und eine handwerklich präzise Ausführung führen in den so ausgebauten Räumen zu (Schallschutz-)Werten, die weit über den üblichen Standards liegen. Eine Philosophie, die Rigips im Rahmen des „Multi-Komfort“-Konzeptes mit zahlreichen weiteren Lösungen für den Innenausbau unterstützt. „Multi-Komfort“ bietet Lösungen für optimal gestaltete, zukunftsorientierte Gebäude mit Produkten und Systemen, die in Hinsicht auf Sicherheit, Ruhe, Gestaltungsfreiheit, Nachhaltigkeit, schnelleren Baufortschritt und damit einhergehende Zeitgewinne oder in Hinsicht auf das Raumklima deutlich höhere Leistungen erbringen als die gegenwärtig gültigen Richtlinien es fordern. Dadurch können Gebäudenutzer mit „Multi-Komfort“-Lösungen ein besonders hohes Maß an Behaglichkeit und Annehmlichkeit genießen. Mitarbeiter und Studenten im neuen Bochumer SAE Institut erfahren dieses Maximum an Komfort nun mit den eigenen Ohren. Mehr Informationen zum „Multi-Komfort“-Konzept finden sich unter www.rigips.de/mkh.

Bautafel
Bauherr: Schmidt GbR Zentralmassiv, Bochum
Gesamtplanung: Stark Architekten Innenarchitekten, Bochum
Planung Ausbau 3. OG: HMP Architekten + Ingenieure / concept-A GmbH, München
Trockenbau: J. Brinkmann Bauunternehmung GmbH, Oberhausen
Technische Begleitung: Ulrich Klocke, Saint-Gobain Rigips GmbH
Fachberater Trockenbausysteme: Martin Heinz, Saint-Gobain Rigips GmbH

Tonstudio Bochum
Die Regieräume wurden schallschutztechnisch professionell von den Aufnahmeräume getrennt.

 

Tonstudio Bochum

Perfekter Schallschutz: Eine mittig platzierte Schallschutzwand und zwei Vorsatzschalen mit insgesamt zwölf Lagen der Schallschutzplatte „Die Blaue“ trennen Aufnahme- und Regieräume voneinander.

Tonstudio Bochum


Die Aufnahmeräume wurden schallschutztechnisch professionell von den Regieräumen getrennt.

 

Rigips – Der Ausbau-Profi
Der Ausbau-Profi Saint-Gobain Rigips GmbH bietet vielfältige Systemlösungen inklusive aller hierfür benötigten Komponenten für den modernen, trockenen und designorientierten Innenausbau. An insgesamt 11 Standorten in Deutschland entwickeln, produzieren und vermarkten über 850 Mitarbeiter neben Gipsplatten sowie Gipsfaserplatten, Zubehöre und EPS-Dämmstoffe für die Anwendung in und an Gebäuden sowie für diverse Spezialanwendungen. Die Saint-Gobain Rigips GmbH ist damit der kompetente Partner für moderne und nachhaltige Innenausbau- und Designlösungen sowie für hochwertige Systeme im Schallschutz, im Brandschutz, in der Wärmedämmung und im Akustikbereich. Rigips gehört zu den führenden Marken für moderne Innenausbaulösungen im deutschen Markt und ist Teil des Saint-Gobain-Konzerns. Saint-Gobain ist eines der 50 größten Industrieunternehmen weltweit. Rund 195.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 64 Ländern erwirtschafteten in 2011 einen Umsatz von 42,1 Mrd. Euro.

Rigips – Das Original. Für Räume zum Leben.
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Saint-Gobain entwickelt, produziert und vertreibt Materialien und Produktlösungen, die einen wichtigen Beitrag für unser Wohlbefinden und unsere Zukunft leisten. Diese Werkstoffe umgeben uns täglich in unseren Lebensräumen und im Alltag: In Gebäuden, Transportmitteln und Infrastrukturen sowie in zahlreichen industriellen Anwendungen. Unsere Systemlösungen sorgen für Komfort, Leistung und Sicherheit und berücksichtigen gleichzeitig die Anforderungen des nachhaltigen Bauens, des effizienten Umgangs mit Ressourcen und des Klimawandels.
Saint-Gobain ist führend in der Gestaltung von Lebensräumen und macht mit seinen Produkten und Systemlösungen Komfort erlebbar. Rund 170.000 Mitarbeiter in 67 Ländern erwirtschafteten 2016 einen Umsatz von 39,1 Mrd. Euro. Auf der Website www.saint-gobain.de und über den Twitter Account @SaintGobainME erhalten Sie weitere Informationen zu Saint-Gobain.

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