Hingehört: Raumakustik-Sieger bei der 9. Rigips Trophy

18.05.2015

Hochwertig ausgeführte Raum-in-Raum-Lösung für das Orchester der Staatsoper Hannover

Düsseldorf / Hannover – Das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Musiker in großen Orchestern will geübt sein. Über eine darauf optimal ausgelegte Umgebung können sich seit Kurzem die Mitglieder des Orchesters der Staatsoper Hannover freuen. Für sie wurde in wenigen Monaten das ehemalige Landesbühnentheater zu einem Probesaal der raumakustischen „Extraklasse“ umgebaut. Unter anderem die konsequent schallentkoppelte Raum-in-Raum-Lösung, die in enger Abstimmung des Akustikers mit der für den Ausbau verantwortlichen Germerott Innenausbau GmbH & Co. KG entstand, sorgt für überzeugende Klangreinheit im Saal – eine Ausbauleistung, die bei der 9. Rigips Trophy 2013 I 2014 mit dem Sieg im Leistungsbereich Akustiksysteme gewürdigt wurde. 

Obwohl in dem neuen Saal nicht vor Publikum gespielt wird, sind die Ansprüche an den Raumklang hoch: Die Musi­ker müssen sich beim gemeinsamen Proben untereinander gut hören können, um das Zusammenspiel zu perfektionieren. Die Grundlage dafür schuf ein innovatives Akustikkonzept, dessen Umsetzung vor, während und nach den Umbaumaßnahmen genau überprüft wurde.

Obwohl die versierten Musiker des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover in dem neuen Saal nicht vor Publikum spielen, sind die Ansprüche an den Raumklang von besonderer Bedeutung: Die Musiker müssen sich beim gemeinsamen Proben untereinander gut hören können, um das Zusammenspiel harmonisch aufeinander abzustimmen. Die Grundlage dafür schuf ein innovatives Akustikkonzept, dessen Umsetzung vor, während und nach den Umbaumaßnahmen genau überprüft wurde.

Senkung des Grundgeräuschpegels
Zusammen rund 1.400 m² messen die Wand-, Decken- und Bodenflächen des neun Meter hohen Probesaals. Messungen vor den Umbaumaßnahmen und Befragungen der Musiker durch den Akustiker standen am Anfang des Projektes. „Wie bei jeder raumakustischen Planung ist auch für einen Orchesterproberaum ein sehr niedriger Grundgeräuschpegel die erste Voraussetzung“, erläutert der renommierte Akustiker Vladimir Szynajowski. „Bereits bei einem Grundgeräuschpegel von 30 dB(A) ist bei einigen Instrumenten die untere Grenze des Dynamikbereichs stark gestört und subtile Klangnuancen können nicht mehr ausreichend wahrgenommen werden. Aus diesem Grund wurde für den Probesaal in Hannover ein Schallimmissions­grenzwert von maximal 25 dB(A) festgelegt, der auch bei einem Luftdurchsatz von 10.000 m³/h eingehalten werden sollte.“

Die Einhaltung dieses niedrigen Grundgeräuschpegels gewährleisten zwei wichtige Eckpfeiler des akustischen Konzepts: Um die Strömungsgeräusche der Lüftungsanlage zu reduzieren, wurden großzügig dimensionierte Austrittsflächen erstellt. Sie finden sich dezent etwa im unteren Bereich der „Dirigentenwand“ und in der Podesterie. Die gemessene Luftaustrittsgeschwindigkeit beträgt bei diesen Auslassbereichen geringe 0,16 m/s, was eine nicht nur geräuscharme, sondern auch eine zugfreie Einbringung der Frischluft garantiert.

Konsequent schallentkoppelt: Boden, Decke, Wände
Für eine weitere Reduzierung des Geräuschpegels sorgt die Raum-in-Raum-Bauweise: „Die gesamte Innenschale inklusive der Boden- und Deckenflächen wurde konsequent vom bestehenden Baukörper schallentkoppelt hergestellt“, erläutert Frank Fenselau, Geschäftsführer der Germerott Innenausbau GmbH & Co. KG aus Gehrden. So entstand zum Beispiel die Bodenunterkonstruktion auf dem vorhandenen Betonestrich aus C-Profilen auf Polymerlagern mit einer eingelegten Mineralwolldämmung und einer Auflage aus verleimten und verschraubten Holzwerkstoffplatten.

Weit aufwändiger und an Herausforderungen reicher gestalteten sich die Arbeiten an den Deckenflächen. „In einem ersten Schritt haben wir eine Unterdecke aus zwei Lagen ,Rigips Feuerschutzplatten RF’ erstellt. Hierfür haben wir eine Unterkon­struktion aus ,Rigips UA 50’-Profilen als Grund- und ,CD 60/27/06’ als Tragprofile mittels schwingungsentkoppelnden Befestigungselementen an den vorhandenen Stahlträgern montiert. Die Abhanghöhe betrug circa 500 mm. Anschließend haben wir 80 mm dicke Mineralwollematten auf die Unterkonstruktion gelegt und gleitsicher befestigt. Zur Verbesserung der Schallschutzeigenschaften haben wir zwischen die beiden Rigips-Plattenlagen zusätzlich eine 5 mm dicke Bitumenbahn eingelegt.“

Von dieser Gipsplatten-Unterdecke wiederum wurde über Noniusabhänger die Tragkonstruktion für die Sichtdecke aus gefalteten Gipskartonelementen abgehängt. Die Faltelemente bestehen aus den leistungsstarken Schallschutzplatten „Rigips Die Blauen“ und weisen jeweils eine Schrägstellung von 21º auf einer Länge von 1.250 mm auf. Sie sorgen so für eine gleichmäßige Schallstreuung. „Insbesondere das Anbringen der großen Faltelemente erforderte aufgrund der Kürze der Bauzeit ein hohes Maß an Vorplanung und Vorfertigung. Sämtliche Anschlüsse der Decke an die Massivwand wurden mithilfe eines Rotationslasers exakt justiert und elastisch mit Ein-Komponenten-Dichtstoff verfugt“, so Frank Fenselau.

Für ihre gezeigten Leistungen wurde die Germerott Innenausbau GmbH & Co. KG im Rahmen der 9. Rigips Trophy 2013 I 2014 mit dem Sieg im Leistungsbereich Akustiksysteme gewürdigt.

Formen und Materialauswahl erzielen beste Ergebnisse
Der raumakustische Entwurf basiert in seinen Überlegungen auf einer mittleren Orchesterbesetzung, was in etwa 80 Musikerinnen und Musikern entspricht. Für die Herstellung einer ausreichenden Schalldiffusität wurden neben der Deckenfläche auch die Wände prismatisch geformt. Hierfür erhielten die neun Meter hohen umlaufenden Wände Vorsatzschalen aus „Rigips“-Profilen mit einer eingelegten Mineralwolledämmung („ISOVER Akustik TP 1“). Der Ständerabstand betrug 625 mm und die Vorsatzschalen wurden an den vorhandenen Betonstützen (Abstand circa fünf Meter) schwingungsentkoppelt befestigt. Die Beplankung gleicht derjenigen der Deckenlösung: zwei Lagen „Rigips Feuerschutzlatten RF“ (12,5 mm) mit einer eingelegten Bitumenbahn zur besseren Schalldämpfung. „Die Wandinnen­seiten wurden als selbsttragende Konstruktion aus Konstruktionsvollholz ausgeführt, die mit Elementen von unterschiedlichen Schallabsorptionsgraden ausgefacht wurde, wodurch die Nachhallzeit im gesamten relevanten Frequenzbereich einge­stellt werden konnte. Hier sorgt die Kombination aus unterschiedlichen Materialien wie Blähglasgranulat-Platten, Holz oder ,Rigiton Lochplatten 8/18 R’ für das gewün­schte Ergebnis“, berichtet Frank Fenselau.

Die Nachhallzeitdauer des unbesetzten Orchesterproberaumes beträgt bei mittleren Frequenzen etwa 1,0 s und fällt bei einer Besetzung von 80 Personen auf 0,8 s ab. Der Unterschied der Nachhallzeit im besetzten Zustand beträgt in den Frequenzen von 250 Hz bis 2 kHz weniger als 10 Prozent. Für die Eigenkontrolle und zur Unter­stützung des gegenseitigen Hörens der Musiker sind unterhalb der prismatisch geformten Decke zusätzlich Schallreflektoren angebracht worden, die oberhalb von circa 500 Hz eine geometrische Schallreflexion bewirken. Der Grundgeräuschpegel des Orchesterprobesaals, der im wesentlichen durch die Lüftungsanlage bestimmt wird, lag bei der Abschlussmessung bei nur 23 dB(A).

Für die Architektur- und Bauexperten der 9. Rigips Trophy 2013 I 2014 gab es im Rahmen der Jurysitzung nur wenig Diskussionsbedarf: Die in dieser schallent­koppelten Raum-in-Raum-Lösung umgesetzten Ideen, die zielführende Kombination unterschiedlicher Materialien, die edle Ästhetik der Oberflächen und natürlich die nachgewiesen und von den Musikerinnen und Musikern der Staatsoper bestätigte hervorragende Raumakustik des umgebauten Orchesterprobesaals waren gute Gründe, um die Germerott Innenausbau GmbH & Co. KG zum Gewinner im Leistungsbereich Akustiksysteme zu küren. 

Nachmessungen mit Bravour bestanden: Die raumakustische Wirksamkeit der Maßnahmen und deren äußerst exakte Ausführung durch das Unternehmen Germerott zeigten sich deutlich anhand des unterschrittenen Schall­immissions­grenzwertes. Statt der angestrebten 25 dB(A) ergab die Nachmessung sogar nur 23 dB(A).

Bautafel
Bauherr:
 Niedersächsische Staatstheater Hannover GmbH
Akustik / Architektur: Szynajowski Akustik, Frankfurt a. Main
Ausbaubetrieb: Germerott Innenausbau GmbH & Co. KG, Gehrden
Fachberater Trockenbausysteme: Dennis Pietrzyk, Saint-Gobain Rigips GmbH

Rigips – Das Original. Für Räume zum Leben.
Rigips, das Original, bietet vielfältige Systemlösungen inklusive aller hierfür benötigten Komponenten für den modernen, trockenen und designorientierten Innenausbau. Unter der Marke Rigips werden in Deutschland neben Gipsplatten sowie Gipsfaserplatten, Zubehöre und Dämm-Verbundplatten für die Anwendung in Gebäuden sowie für diverse Spezialanwendungen entwickelt, produziert und vermarktet. Die Saint-Gobain Rigips GmbH ist damit der kompetente Partner für moderne und nachhal­tige Innenausbau- und Designlösungen sowie für hochwertige Systeme im Schallschutz, im Brandschutz, in der Wärmedämmung und im Akustikbereich. Rigips gehört zu den be­deutendsten Marken für moderne Innenausbaulösungen im deutschen Markt und ist Teil der Saint-Gobain-Gruppe.

Saint-Gobain entwickelt, produziert und vertreibt Materialien und Produktlösungen, die einen wichtigen Beitrag für unser Wohlbefinden und unsere Zukunft leisten. Diese Werkstoffe umgeben uns täglich in unseren Lebensräumen und im Alltag: In Gebäuden, Transportmitteln und Infrastrukturen sowie in zahlreichen industriellen Anwendungen. Unsere Systemlösungen sorgen für Komfort, Leistung und Sicherheit und berücksichtigen gleichzeitig die Anforderungen des nachhaltigen Bauens, des effizienten Umgangs mit Ressourcen und des Klimawandels.
Saint-Gobain ist führend in der Gestaltung von Lebensräumen und macht mit seinen Produkten und Systemlösungen Komfort erlebbar. Rund 170.000 Mitarbeiter in 67 Ländern erwirtschafteten 2016 einen Umsatz von 39,1 Mrd. Euro. Auf der Website www.saint-gobain.de und über den Twitter Account @SaintGobainME erhalten Sie weitere Informationen zu Saint-Gobain.

RigipsR ist ein eingetragenes Warenzeichen der Saint-Gobain Rigips GmbH.

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