Richtig verputzen - leicht gemacht

Am Ende gibt es immer eine meist einfache Lösung

Die Erfahrungen in der Praxis haben gezeigt, dass der Erfolg des Stuckateurs und die Qualität seiner Arbeit im Wesentlichen von zwei Faktoren abhängen: Von der Beschaffenheit und dem Zustand des Putzuntergrundes sowie von der richtigen handwerklichen Verarbeitung des Putzes.

Fehler: Feuchtigkeitseinwirkung bei Transport und Lagerung
Lösung: Das Putzmaterial ist während des Transports und der Lagerung vor Feuchtigkeit zu schützen. Auf der Baustelle sollte das in Säcken gelieferte Material deshalb in geschlossenen Räumen, möglichst auf Holzrosten gelagert werden.

Fehler: Zu lange Lagerung des Mörtels
Lösung: Bei sachgerechter Lagerung kann das Material so lange gelagert werden, wie es auf dem Gebinde aufgedruckt ist, ohne dass es zu Qualitätseinbußen kommt.

Fehler: Ungenügende Überprüfung des Putzuntergrundes
Lösung: Grundsätzlich gilt: Der Putzgrund muss fest, sauber, trocken und frostfrei sein und vor der Verarbeitung genau geprüft werden. Die Prüfung des Putzuntergrundes sollte am besten nach folgendem Schema und in dieser Reihenfolge geschehen:

  1. Augenschein
    - bereits auf den ersten Blick ist manches zu erkennen, was sich auf die Haftung des Putzes nachteilig auswirken kann.
  2. Wischprobe
    - durch Wischen mit der flachen Hand wird anhaftender Staub festgestellt.
  3. Kratzprobe
    - dadurch lässt sich ein Abplatzen des Putzes feststellen
  4. Benetzungsprobe 
    - dabei wird Wasser gleichmäßig auf der Betonoberfläche aufgetragen. Wenn ihre Farbe nicht von hell-auf dunkelgrau wechselt, so ist dies ein Zeichen für
    • noch feuchten Beton
    • Rückstände von Schalungstrennmitteln
    • dichte und fest anhaftende Sinterhaut
    • stark verdichteten Beton

Fehler: Fremdstoffe nicht entfernt
Lösung: Schmutz, Ruß oder Mörtelspritzer beeinträchtigen die Putzhaftung und müssen deshalb entfernt werden.

Fehler: Verputzen trotz Kalkausscheidungen
Lösung: eventuelle Kalkausscheidungen beeinträchtigen die Putzhaftung und müssen mit dem Stahlbesen entfernt werden.

Fehler: Verputzen trotz Bildung von Kondenswasser
Lösung: Abtrocknen der Oberfläche abwarten

Fehler: Verputzen trotz anhaftenden Staubes
Lösung: anhaftender Staub muss feucht abgebürstet werden

Fehler: Verputzen trotz loser Oberfläche
Lösung: bei Abplatzen oder Abblättern muss die Oberfläche mit einem Stahlbesen wund gekratzt werden

Fehler: Verputzen trotz feuchten Untergrundes
Lösung: bei feuchtem Untergrund muss das Austrocknen abgewartet werden

Fehler: Verputzen trotz Rückständen von Schalungsmitteln
Lösung: Rückstände von Schalungstrennmitteln müssen mit einem scharfen Spezialwaschmittel entfernt werden

Fehler: Verputzen trotz fester und anhaftender Sinterhaut
Lösung: auf die zu verputzende Fläche muss zuvor eine Haftbrücke (Rikombi-Kontakt) aufgetragen werden

Fehler: Verputzen auf stark verdichtetem Beton
Lösung: vor dem Verputzen muss eine Haftbrücke (Rikombi-Konakt) aufgetragen werden

Fehler: Verarbeitung bei Frost
Lösung: Die Putzgrund- und Nassmörteltemperaturen sollten bei über + 5° C liegen. Im abgebunden Zustand, also etwa nach einem Tag, ist der Putz durch Frost nicht mehr gefährdet.

Fehler: Ungenügend gereinigtes Arbeitsgerät
Lösung: Gipsrückstände an Arbeitsgeräten und im Anmachwasser verkürzen die Abbinde- und Verarbeitungszeiten

Fehler: Mehrlagiges Verputzen
Lösung: bei mehrlagigem Verputzen ist die Haftung der einzelnen Lagen nicht immer gewährleistet. Lässt es sich nicht vermeiden, sollte "frisch in frisch" verputzt werden oder erst nach Aufkämmen und Austrocknung der ersten Lage die nächste Lage aufgebracht werden.