Putz-Oberflächen richtig vorbereiten

Damit niemanden die Decke auf den Kopf fällt

Ein wichtiger Faktor für die Qualität der Arbeit des Stuckateurs ist die Beschaffenheit des Putzuntergrundes. Praktisch ist, wenn der Untergrund aus Ziegeln, Bimssteinen oder Hohlblocksteinen besteht, denn in diesem Fall kann ohne weitere Vorbehandlung sofort mit den Putzarbeiten begonnen werden. In allen anderen Fällen sind Vorarbeiten unerläßlich. Es gilt: Nur ein optimal vorbereiteter Untergrund bietet gute Voraussetzungen für die Haftung des Putzes. Er muss deshalb stets mit größter Sorgfalt auf seine Beschaffenheit hin überprüft und für die Putzarbeiten vorbereitet werden. Die Art der Vorbereitungen ist dabei abhängig von der Art und Beschaffenheit des Putzgrundes und von den Eigenschaften des Putzsystems, das aufgetragen werden soll. Rigips bietet Grundierungen und weiteres Zubehör zur fachgerechten Vorbereitung des Putzgrundes an. Falls eine entsprechende Vorbehandlung des Putzgrundes nicht vorgenommen wird, werden bei der Verarbeitung des Putzes unweigerlich Probleme auftreten. Wie diese aussehen, hängt von der Art des Untergrundes ab. Grob lassen sich drei Untergrundarten unterscheiden, die auch jeweils unterschiedlich behandelt werden müssen:

  1. Stark saugender Untergrund
  2. Unterschiedlich saugender Untergrund
  3. Schwach saugender, glatter Untergrund

Stark saugende Untergründe

Zur Gruppe der stark saugenden Untergründe zählen Porenbeton, Porenziegel und Kalksandstein. Hier verkürzt sich bei ungenügender oder fehlender Vorbereitung die Verarbeitungszeit erheblich. Das heißt: Die einzelnen Arbeitsschritte lassen sich nicht mehr sorgfältig genug ausführen. Insbesondere beim letzten Arbeitsschritt, dem Glätten, steht dem Verarbeiter nicht mehr ausreichend Glättschmand zur Verfügung.

Unterschiedlich saugender Untergrund

Zu dieser Gruppe zählt etwa Mischmauerwerk oder Wände, die aus kleinformatigen Kalksandsteinen gemauert sind. Bei diesen Wänden ist der Fugenanteil sehr hoch und es besteht ein stark unterschiedliches Saugverhalten im Bereich Mauerwerksfuge/Stein. Denn Fugen werden heute weitgehend mit hydrophobiertem Mörtel (schwach saugend) gemauert, Kalksandstein aber ist eher als stark saugend einzustufen. Wird dieser Untergrund nicht entsprechend auf das Verputzen vorbereitet, kann es passieren, dass bei den letzten beiden Arbeitsschritten (Filzen und Glätten) ein Teil des noch relativ weichen Materials aus dem Bereich der Fugen mit der Filzscheibe bzw. mit der Glättkelle herausgezogen wird.

Schwach saugender, glatter Untergrund

Zu dieser Gruppe zählen glatter Beton, stark verdichteter Beton, glatte Hartschaumputzträger und Styroporplatten. Wenn diese Untergrundart nicht richtig vorbereitet wird, kommt es in der Regel zu einem Ablösen der Putzschale, da sich die nadelförmigen Gipskristalle nicht ausreichend am Untergrund verkrallen können. Besonders unangenehm ist, dass die Schäden selten während oder unmittelbar nach der Bauphase auftreten, sondern oftmals erst nach Jahren.

Untergrundvorbereitung

Richtige Untergrundvorbereitung ist also sinnvoll und notwendig. Sie sollte in zwei Schritten erfolgen:

  1. Reinigung des Untergrundes
  2. Vorbehandlung mit einer Haftbrücke oder Grundierung, je nach Beschaffenheit des Putzgrundes

Unter Haftbrücke versteht man eine mit mineralischen Zuschlägen gefüllte Dispersion, die auf nicht oder nur schwach saugenden Untergründen die Putzhaftung verbessert. Eine Grundierung reduziert bzw. gleicht eine zu hohe oder unterschiedliche Saugfähigkeit des Untergrundes aus.

Reinigung des Untergrundes

Grundsätzlich gilt, dass der Untergrund fest, trocken, staubfrei und sauber sein muss, damit der Putz gut und sicher haftet. Die Putzhaftung kann beeinträchtigt werden durch:

  • Feuchte Oberflächen, sie müssen zunächst gründlich abtrocknen, Wände müssen durch eine Feuchtigkeitssperrschicht vor aufsteigender und rückseitig einwirkender Feuchtigkeit geschützt werden.
  • Fremdstoffe wie Schmutz, Ruß oder Mörtelspritzer, sie müssen entfernt werden.
  • Kalkausscheidungen, die mit einem Stahlbesen entfernt werden müssen
  • anhaftenden Staub, der feucht abgebürstet werden muss
  • Abplatzen oder Abblättern der Oberfläche, die in dem Fall mit einem Stahlbesen wund gekratzt werden muss
  • Rückstände von Schalungsmitteln, die mit einem scharfen Spezialmittel entfernt werden müssen

Vorbehandlung des Putzuntergrundes

Wenn durch diese Maßnahmen die technischen Voraussetzungen geschaffen wurden, kann mit der eigentlichen Vorbehandlung des Untergrundes begonnen werden. Je nach Untergrundbeschaffenheit wird eine Haftbrücke oder Grundierung aufgetragen. Rigips z.B. bietet mit Rikombi-Grund, Rikombi-Sperre und Rikombi-Kontakt Grundierungen an, die auf die Rigips Putzsysteme abgestimmt sind und zum Einsatz innerhalb der vorher besprochenen drei Untergrundarten besonders geeignet sind. Der Einsatz von Rigips Grundierungen bietet so die besten Voraussetzungen für ein optimales Putzergebnis auf allen Untergründen.

Stark saugende Untergründe

Sie werden am besten mit einer Grundierung wie Rikombi-Grund von Rigips vorbehandelt. Die Grundierung wird entsprechend dem Saugverhalten der Untergründe im Verhältnis 1:2 bis 1:5 mit Wasser verdünnt. Dabei gilt als Faustregel: Je stärker das Saugverhalten, um so stärker die Verdünnung. Übrigens: Rikombi Grund ist auch geeignet als Oberflächengrundierung für sämtliche Gipsputze und Gipsplatten. Die mit Rikombi Grund vorbehandelten Untergründe eignen sich für Anstriche, Tapeten und Beschichtungen mit Kunststoffputzen für den Innenbereich. Tapeten, die etwa auf Gipsplatten direkt auf ausreichend grundierte Flächen geklebt wurden, können später einfach wieder mit Wasser abgelöst werden, ohne die Trägerschicht zu beschädigen.

Untergründe mit unterschiedlicher Saugfähigkeit

Diese Oberflächen sollten mit einer Aufbrennsperre (Rikombi Sperre) vorbehandelt werden. Dadurch wird ein Aufbrennen bzw. unterschiedliches Anziehen des Putzes verhindert und es können bei der weiteren Verarbeitung optimale Ergebnisse erzielt werden. Die Aufbrennsperre wird dabei im Verhältnis von bis zu 1:3 mit Wasser verdünnt.

Schwach saugende Untergründe

Diese Oberflächen sollten zur Verbesserung der Haftungseigenschaften mit einer Haftbrücke (Rikombi-Kontakt) vorbehandelt werden. Rigips bietet diese Haftbrücke gleich in gebrauchsfertigem Zustand an, sie muss also nicht mehr weiter verdünnt werden.

Ebenfalls mit einer Haftbrücke vorbehandelt werden sollten Flächen mit fester und anhaftender Sinterhaut sowie Oberflächen, die durch Trennmittel verschmutzt sind, auch wenn diese mit geeigneten Beton-Reinigungsmitteln bereits behandelt wurden.

Die Rigips-Grundierungen sind besonders anwenderfreundlich: Sie lassen sich einfach mit der Lammfellrolle Deckenbürste oder aber maschinell mit einem Sprühgerät auftragen.

In jedem Fall sollten die vorbehandelten Flächen gut durchtrocknen, da es sonst bei der weiteren Verarbeitung zu Qualitätsverlusten kommen kann. Die normale Trocknungszeit beträgt etwa 24 Stunden. Alle Geräte und Werkzeuge sollten nach Gebrauch gründlich gereinigt werden, da sich die erhärteten Reste der Grundierungen später nur noch mechanisch entfernen lassen.