Loch- und Schlitzplatten richtig montieren

Schon von jeher haben Raumdecken vielfältige Funktionen zu erfüllen: Sie nehmen Vorrichtungen für die Beleuchtung oder Belüftungssysteme auf und nicht selten verbergen sie unter ihrer Oberfläche ein darunter liegendes Gewirr von Installationsleitungen. Raumdecken können hervorragende akustische Eigenschaften haben, im vorbeugenden Brandschutz tragen Sie mit dazu bei, Menschenleben zu schützen.

Neben diesen praktischen und sehr zweckmäßigen Aufgaben können Decken durchaus auch eine ästhetische Funktion übernehmen. In ihrer Gestaltung richtig geplant und handwerklich gekonnt ausgeführt, runden sie das Gesamtbild eines Raumes erst richtig ab und sind so unverzichtbar für die Wirkung eines angenehmen Ambientes.

Die Gipsplattenindustrie hat dies erkannt und bietet eine Vielzahl an Deckenplatten, mit denen sich Ansprüche an Funktionalität und Ästhetik gleichermaßen erfüllen lassen.

Mit seinen Deckenplatten Rigiton z.B. präsentiert Rigips Decken, die Ästhetik, Umweltfreundlichkeit, Sicherheit im Brandfall und hervorragende akustische Eigenschaften zu einem äußerst attraktiven Preis miteinander vereinen. Die Produktpalette umfasst 4 verschiedene Oberflächendesigns und 3 verschiedene Kantenausbildungen.

Entscheidend für die funktionelle und ästhetische Wirkung einer Decke ist jedoch die fachgerecht ausgeführte Montage, wie hier am Beispiel der Rigiton Lochplatten von Rigips dargestellt werden soll.

Grundsätzlich erfordern Loch- und Schlitzplatten einen höheren Montageaufwand als glatte Decken. Wenn jedoch gewisse Spielregeln eingehalten werden, stimmt anschließend das Ergebnis.

Baustellenbedingungen

Zuerst ist, wie bei allen anderen Arbeiten in Trockenbauweise auch, für entsprechende Baustellenbedingungen zu sorgen, um später die Deckenmontage einwandfrei und unter optimalen Bedingungen ausführen zu können:

  • Loch- und Schlitzplatten müssen flach und auf ebener Unterlage gelagert und vor Feuchtigkeit geschützt werden. Wie alle am Bau verwendeten Stoffe unterliegen auch Loch- und Schlitzplatten Längenänderungen bei Temperatur und Feuchtigkeitseinflüssen.
  • Die Platten sind hochkant zu tragen. Platten mit Akustikvlies auf der Rückseite dürfen beim Abladen nicht über die Kanten der darunter liegenden Platten gezogen oder horizontal verschoben werden, da sich das Vlies sonst ablösen kann. Es empfiehlt sich, die Platten erst anzuheben und dann in vertikaler Stellung weiter zu transportieren.

Verarbeitung

Auch bei der Verarbeitung lohnt es sich im Hinblick auf ein optimales Endergebnis, einige Punkte im Vorfeld zu beachten:

  • Rigiton Platten sollten nicht bei relativer Luftfeuchtigkeit von über 80% oder unter 40% montiert werden.
  • Rigiton Platten dürfen erst verspachtelt werden, wenn keine größeren Längenänderungen durch Temperatur- oder Feuchtigkeitsänderungen auftreten können. Die Raumtemperatur darf beim Verspachteln nicht unter 10°C liegen.
  • Rigiton Platten dürfen nicht unmittelbar an die begrenzenden Bauteile, wie Wände oder Pfeiler stoßen oder mit Wandwinkeln direkt daran verschraubt werden. Bei Längenänderungen oder Bauteildurchbiegungen besteht sonst die Gefahr von Fugenrissen.
  • Bauwerksdehnungsfugen müssen mit den gleichen Dehnungsfugen in das Deckensystem übernommen werden. Es sollte etwa alle 10 m Verlegelänge eine Dehnungsfuge in der Decke angeordnet werden.

Planung

Vor der Verlegung der Rigiton Platten sollte zunächst die Unterkonstruktion genau geplant werden, damit später nach der Fertigstellung, der gewünschte Eindruck auch tatsächlich vorhanden ist. Das bedeutet: Vordringlich muss das optische Bild geplant werden. Es müssen Fragen - etwa ob ein Randfries entstehen soll und wenn ja in welcher Größe - entschieden werden. Davon abhängig ist der Platz in der Deckenmitte, dem sogenannten Deckenspiegel, der mit Rigiton Platten bekleidet werden soll.

Der Platz des Deckenspiegels muss in möglichst gleich große Teile aufgeteilt werden, um später so wenig Fugen wie möglich zu haben.

Es empfiehlt sich, einen entsprechenden Verlegeplan zu erstellen, der die Grundlage für das Einmessen der Unterkonstruktion darstellt. Rigips bietet hier Hilfe und Unterstützung bei der Planung und erstellt objektbezogene Verlegepläne.

Notwendig für die Erstellung von Verlegeplänen sind genaue Angaben über die Art der Lochung, ungelochte Ränder, Breite der Friese sowie über die Größe und Form des Raumes.

Entsprechend den Angaben des Verlegeplanes werden dann im Werk die Platten passgenau zugeschnitten. Rund 95% der Loch- und Schlitzplatten werden individuell für das jeweilige Projekt gefertigt.

Die Verlegepläne enthalten eine Positionierung, die mit den Kennzeichnungen an den einzelnen Platten identisch ist und einen Massenauszug für die Unterkonstruktion.

Im nächsten Schritt erfolgt dann die Montage der Unterkonstruktion. Die Unterkonstruktion aus Grund- und Tragprofilen wird so montiert und ausgerichtet, dass die Rigiton Platten von Rigips in Querverlegung an den Tragprofilen verschraubt werden können. An den Querstößen der Platten muss immer ein Tragprofil angeordnet werden. Der seitliche Abstand der Tragprofile untereinander muss 320 mm sein. Die Verlegung der Platten sollte so geplant werden, dass die Plattenlängskanten quer zum Lichteinfall verlaufen. Rigiton Platten müssen immer in der gleichen Richtung verlegt werden (s. Kennzeichnung der Platten).

Verlegevorgang

Die Verlegung der Rigiton Platten erfolgt immer von der Raummitte aus. Mit einer Schlagschnur wird die Position der 1. Platte eingemessen und markiert. Vor Montage der 1. Platte sollte ein unverrückbarer Anschlag montiert werden.

Vorbereiten der Platten

Die Ansichtsseiten sämtlicher Plattenkanten werden vor der Montage leicht angeschliffen, um die Kanten zu brechen.

Montage der ersten Platte

Die erste Platte wird gegen den Anschlag geschoben, ausgerichtet und mit Schnellbauschrauben TN 3,5 x 25 mm im Abstand von max. 170 mm verschraubt. Zunächst wird die Stirnseite und anschließend die Längskante verschraubt. Ist eine zusätzliche Auflage zur Verbesserung der Akustik vorgesehen, wird diese Zug um Zug mit aufgelegt.

Anfeuchten

Die jeweils zu verklebenden Kanten der Rigiton Platten werden mit einem Pinsel oder Schwamm leicht angefeuchtet. Dadurch wird der lose Staub gebunden und ein Aufbrennen des Klebers verhindert.

Auftragen des Klebers

Auf die angefeuchtete Plattenkante wird der Fugenverbinder 63 mit einem Spachtel vollflächig aufgetragen.

Montage der nachfolgenden Platten

Die nachfolgende Platte wird an die bereits montierten Platten geschoben. Vor dem Fixieren müssen die Lochbilder der Platte diagonal und senkrecht ausgerichtet werden. Die Verschraubung beginnt in der Ecke, in der die Rigiton Platten mit Längs- und Stirnkante an bereits montierte Platten stoßen. Zunächst wird die Stirnkante, anschließend die Längskante verschraubt. Den aus den Fugen austretenden Fugenkleber zunächst nicht abstoßen, sondern ca. 20 Minuten antrocknen lassen. Dann kann der Kleber mit einem Spachtel abgestoßen werden. Der Kleber darf keinesfalls breit gespachtelt werden.

Verspachteln

Vor dem Verspachteln muss der Kleber vollständig trocken sein. Dann werden die gefüllten und abgestoßenen Fugen leicht überhöht mit Fugenfüller Super nachgespachtelt. Auch die Schraubstellen werden überspachtelt. Die getrockneten und verspachtelten Stellen werden mit einem Hand- oder Stielschleifer eben geschliffen.

Loch- und Schlitzplatten sind aufwendiger zu verarbeiten als glatte Decken. Wenn sich jedoch der Verarbeiter die Mühe macht und die Montage der Decke zuvor genau und sorgfältig vorbereitet und wenn zusätzlich die hier beschriebenen Montagerichtlinien beachtet und durchgeführt werden, dann stimmt anschließend das Ergebnis. Die Rigiton Decke bietet so ein Höchstmaß an Sicherheit gegen spätere Rissbildung. Mit ihren gestalterischen Qualitäten und der durchdachten Befestigungstechnik sind Loch- und Schlitzplatten ein bewährtes Gestaltungsmittel, um die jeweils beste innenarchitektonische Lösung zu realisieren.

  1. Sauber eingebaute Lochdecken tragen zur innenarchitektonischen Wirkung eines Raumes bei
  2. Genaues Einmessen und Ausrichten der Grund- und Tragprofile ist die Bedingung für saubere Loch- und Schlitzplattenverlegung.
  3. Die Mineralwolle wird passend zurechtgeschnitten
  4. Ist eine zusätzliche Auflage zur Verbesserung der Akustik vorgesehen, wird diese Zug um Zug mit aufgelegt.
  5. Vor Beginn der eigentlichen Montage sollten die Ränder abgeschliffen werden, um kleine Unebenheiten zu beseitigen und Staub zu entfernen. Anschließend werden die Ränder angefeuchtet, um den Staub zu binden.
  6. Mit einer Schlagschnur wird die Position der ersten Platte eingemessen und markiert. Vor Montage der 1. Platte sollte ein unverrückbarer Anschlag montiert werden. Die anderen Platten werden dann genau daran ausgerichtet.
  7. Die erste Platte wird gegen den Anschlag geschoben, ausgerichtet und befestigt.
  8. Befestigung der Platten.
  9. Bei der zweiten und allen nachfolgenden Platten Fugenverbinder auf die gesamte Kantenlänge auftragen, an die erste Platte anschieben und daran ausrichten.
  10. Die Montage erfolgt immer von der Deckenmitte aus, dann sternförmig nach außen. Die Flucht der Lochreihen muss immer längs, quer und diagonal geprüft werden.
  11. a. Verlegeplan 
    b. Bestimmung der Stoßlattung 
    c. Zwischenlattung
  12. a. Richtung der Platten 
    b. Verlegevorgang 
    c. Fugendetail