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Rigips - Der Ausbau-Profi.
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Bauphysik & Normen

Wichtige DIN (EN)-Normen für den Ausbau mit Rigips Produkten und Systemen

Hier finden Sie eine Übersicht über folgende DIN (EN)-Normen

Die einzelnen DIN-Normen können Sie über den Beuth-Verlag beziehen:

Baustoffe

Gipsplatten und Zubehör
DIN EN 520Gipsplatten - Begriffe, Anforderungen und Prüfverfahren
DIN 18180Gipsplatten; Arten und Anforderungen
DIN 18181Gipsplatten im Hochbau - Verarbeitung
DIN EN 14195Metallprofile für Unterkonstruktionen von Gipsplattensystemen Begriffe, Anforderungen und Prüfverfahren
DIN EN 14566Mechanische Befestugungsmittel für Gipsplattensysteme
DIN 18182Zubehör für die Verarbeitung von Gipsplatten
DIN EN 13950Gipsverbundplatten zur Wärme- und Schalldämmung
DIN 18184Gipsplatten-Verbundelemente mit Polystyrol- oder Polyurethan-Hartschaum als Dämmstoff
DIN EN 14190Gipsplattenprodukte aus der Weiterverarbeitung - Begriffe, Anforderungen und Prüfverfahren
Baugipse, Putze und Werkmörtel
DIN EN 13963Materialien für das Verspachteln von Gipsplatten-Fugen – Begriffe, Anforderungen und Prüfverfahren
DIN EN 13914-2Planung, Zubereitung und Ausführung von Innen- und Außenputzen - Planung und wesentliche Grundsätze für Innenputz
DIN EN 13279Gipsbinder und Gips-Trockenmörtel
DIN EN 13658-1Putzträger und Putzprofile aus Metall - Begriffe, Anforderungen und Prüfverfahren - Innenputze
DIN EN 13914-2Planung, Zubereitung und Ausführung von Innen- und Außenputzen - Planung und wesentliche Grundsätze für Innenputz
DIN EN 14496Kleber auf Gipsbasis für Verbundplatten zur Wärme- und Schalldämmung und Gipsplatten
DIN-Fachbericht
CEN/TR 15124
Planung, Zubereitung und Ausführung von Gipsinnenputzsystemen, Technische Regel
DIN V 18550Putz und Putzsysteme - Ausführungen
Dämmstoffe für das Bauwesen
DIN EN 13162Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle (MW) - Spezifikation
DIN EN 13163Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Polystyrol (EPS) - Spezifikation
DIN EN 13164Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus extrudiertem Polystyrolschaum (XPS) - Spezifikation
DIN EN 13165Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Polyurethan-Hartschaum (PUR) - Spezifikation
DIN EN 13171Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Holzfasern (WF) - Spezifikation
Estriche im Bauwesen
DIN 18560Estriche im Bauwesen

Bauteile

Wände und Decken aus Gipsplatten
DIN 18168Gipsplatten-Deckenbekleidungen und Unterdecken
DIN 18183Montagewände aus Gipsplatten; Ausführung von Metallständerwänden
DIN EN 13963Materialien für das Verspachteln von Gipsplatten-Fugen - Begriffe, Anforderungen und Prüfverfahren
DIN EN 13964Unterdecken - Anforderungen und Prüfverfahren
DIN 18032-3Sporthallen - Hallen für Turnen und Spielen und Mehrzwecknutzung - Teil 3: Prüfung der Ballwurfsicherheit
DIN 4103Nichttragende innere Trennwände
Maßtoleranzen
DIN 18200Übereinstimmungsnachweis für Bauprodukte - Werkseigene Produktionskontrolle, Fremdüberwachung und Zertifizierung von Produkten
DIN 18202Toleranzen im Hochbau - Bauwerke
DIN 18203-3Toleranzen im Hochbau; Bauteile aus Holz und Holzwerkstoffen
Holzbau
DIN 1052Holzbauwerke
DIN 52175Holzschutz; Begriffe, Grundlagen

Bauphysik

Schallschutz und Bauakustik
DIN 4109Schallschutz im Hochbau
DIN 18041Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen
DIN EN 12354Bauakustik - Berechnung der akustischen Eigenschaften von Gebäuden aus den Bauteileigenschaften
DIN EN ISO 140Akustik - Messung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen
DIN EN ISO 717Akustik - Bewertung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen
DIN EN ISO 10848Akustik - Messung der Flankenübertragung von Luftschall und Trittschall zwischen benachbarten Räumen in Prüfständen
Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
DIN 4102Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
DIN EN 13501Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten
DIN EN 1363Feuerwiderstandsprüfungen
DIN EN 1364Feuerwiderstandsprüfungen für nichttragende Bauteile
DIN EN 1365Feuerwiderstandsprüfungen für tragende Bauteile
DIN EN 1366Feuerwiderstandsprüfungen für Installationen
DIN EN 1634Prüfungen zum Feuerwiderstand und zur Rauchdichte für Feuer- und Rauchschutzabschlüsse, Fenster und Beschläge
DIN EN ISO 13943Brandschutz - Vokabular
Wärmeschutz im Hochbau
DIN 4108Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden
DIN EN 13829Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden - Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden - Differenzdruckverfahren

Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)

VOB Teil A
DIN 1960Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen
VOB Teil B
DIN 1961Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen
VOB Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV)
DIN 18299Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art
DIN 18334Zimmerer- und Holzbauarbeiten
DIN 18340Trockenbauarbeiten
DIN 18350Putz- und Stuckarbeiten
DIN 18355Tischlerarbeiten
DIN 18363Maler- und Lackiererarbeiten - Beschichtungen

Baulicher Brandschutz

Rigips – der Brandschutzexperte

Erstes Prüfzeugnis von 1949

Rigips... ein Pionier von Anfang an

50 Jahre Brandschutz-Erfahrung, so stellt sich Rigips als Experte mit einem innovativen Programm für den „Baulichen Brandschutz“ dar. Schon 1949 wurde Rigips das erste Prüfzeugnis vom damaligen Institut für Baustoffkunde und Materialprüfung der Technischen Hochschule Braunschweig ausgestellt.

Sicherheit im Brandfall

Heute bietet Rigips ein breites Spektrum an hervorragenden Produkten und Konstruktionen für den vorbeugenden baulichen Brandschutz, damit sich kein Brandherd ausbreiten und verheerende Schäden an Mensch, Tier oder Sachgütern hervorrufen kann.
Hunderte von Prüfzeugnissen und Zulassungen dokumentieren das einwandfreie Funktionieren unserer Rigips-Konstruktionen nach DIN 4102.

Qualität nach EN ISO 9001

Rigips verpflichtet sich zu höchster Qualität. Dies gilt sowohl für die Produkte als auch für unsere Mitarbeiter, die Ihnen täglich mit Rat und Tat fachkompetent zur Verfügung stehen. Ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, das uns verpflichtet und bei Ihnen in allen Bereichen, von der ersten Beratung bis hin zum fertiggestellten System, Vertrauen schafft.

Gips - mit eingebauter Feuerwehr

Gips - mit eingebauter FeuerwehrFür den Brandschutz einzusetzende Rigips-Platten basieren auf dem Naturprodukt Gips. Es enthält kristallgebundene Wasseranteile, die im Brandfall als „Löschwasser“ dienen. Dieser dann austretende Wasserdampf bewirkt, dass die Temperatur der Oberfläche nicht höher als 100°C ansteigen kann, solange sich Wasserdampf bildet. In z. B. „Der Dicken 20“ sind, ausgehend von einem Durchschnittsanteil der Wasserkristalle von 21%, pro m2 über 4 Liter „Löschwasser“ enthalten.

Innovative Systemlösungen

Rigips bietet eine Vielzahl von Systemlösungen an, die einfachere Konstruktionsaufbauten beinhalten und auch sehr viel schlanker sind als vergleichbare Systeme der DIN 4102. Hiermit werden nicht „nur“ Materialkosten eingespart, sondern es wird auch die Bauzeit verkürzt. So werden Brandschutzsysteme und Detaillösungen angeboten, die Ihnen helfen sollen, Ihr Brandschutzkonzept schlüssig und kostengünstig umzusetzen. Des Weiteren bietet Rigips dort Systemlösungen an, wo genormte Konstruktionen nicht mehr ausreichen, wie z. B. die Rigips Brandwand TB, Installations-/Kabelkanäle sowie Stützen-/Trägerbekleidungen aus Ridurit (Glasroc F) etc. Das ist nur mit absoluten Spitzenerzeugnissen möglich, die, aufeinander abgestimmt, ein Komplettsystem bilden. Neue Ideen, intensive Entwicklungsarbeit und umfangreiche Prüfserien in Brandschutz-Instituten führen zu einem ständigen Fortschritt des heute technisch Möglichen. Für diese geprüfte Sicherheit stehen Ihnen Fachkräfte in der Entwicklungs- und Anwendungstechnik zur Verfügung, die auch schon einmal zur anwendungstechnischen Vervollkommnung das „Unmögliche“ möglich machen. Sollte für eine besondere Bausituation kein Prüfzeugnis zutreffen, sind Ihnen unsere Brandschutzexperten im Innen- oder Außendienst gerne mit einem fachkompetenten Konstruktionsvorschlag behilflich, der in Anlehnung an bestehende Prüfzeugnisse entweder mit einem Gutachten abgedeckt oder direkt von der örtlichen Bauaufsicht akzeptiert werden kann.

Prüfzeugnisse und Zulassungen

Geprüfte Konstruktionen werden einzeln in Prüfzeugnissen bzw. Zulassungen in Wort und Bild beschrieben. Die zur jeweiligen Systemlösung aufgeführten Materialien sind bindend und nicht durch andere oder ähnliche Materialien austauschbar. Einzelne Komponenten sind evtl. dicker (größer) dimensionierbar. Hierfür ist die Rücksprache mit unserem technischen Service notwendig. Nicht alle notwendigen Details können hier erläutert werden, deshalb gilt: Zur Ausführung jeder der hier im Katalog enthaltenen Brandschutz-Konstruktion muss das entsprechende Prüfzeugnis/Gutachten bzw. Zulassung zurate gezogen werden!

Das Rigips-Labor

BrandkurveRigips hat sehr früh den Bereich Forschung und Entwicklung vorangetrieben. Ein zentrales Labor mit qualifizierten Mitarbeitern befindet sich in Bodenwerder. Hier werden mit modernsten Labor- und Analysegeräten Gipse und andere Baustoffe auf all ihre produkt- und verarbeitungsrelevanten Eigenschaften untersucht. Für innovative Entwicklungen und die Optimierung vorhandener Produkte, gerade für den Brandschutz, werden hier neue Rezepturen entwickelt, geprüft und produktionstechnisch erprobt. Eine wichtige Aufgabe sind aber auch qualitätssichernde Untersuchungen. Diese beziehen sich sowohl auf die Rohstoffe, die in den Produktionsprozess gelangen, als auch auf die Fertigprodukte. Neben den klassischen Untersuchungsmethoden werden heute auch modernste elektronische Untersuchungsverfahren und -geräte eingesetzt.

Das Rigips-Brandhaus

Der ständig steigende Einsatz insbesondere von Rigips-Brandschutz-Konstruktionen in Krankenhäusern, Schulen, Verwaltungsgebäuden usw. erfordert aufgrund baurechtlicher Vorschriften immer mehr Entwicklungen geeigneter Systeme und deren Modifikationen. Dazu bedarf es eigener qualifizierter Prüfeinrichtungen. Ein Brandofen für Vorprüfungen von Brandschutz-Konstruktionen, der ständig auf dem neuesten Stand der Technik gehalten wird, gibt Rigips die Möglichkeiten, der Innovation von Produkten und Systemen gerecht zu werden und somit dem Planer und Architekten, dem Trockenbauer und Handel jederzeit das technisch Mögliche anzubieten und weiter zu verfeinern. Vor dem offiziellen Brandversuch in einem Materialprüfungsamt kann jede Neuentwicklung auf Herz und Nieren überprüft werden, um dem Markt ein optimales Spitzenerzeugnis anzubieten.
Das Rigips-BrandhausDas Rigips-Brandhaus

Begriffe und Anforderungen nach DIN 4102 und mitgeltenden Normen

Einleitung
In der DIN 4102 werden brandschutztechnische Begriffe, Anforderungen und Prüfungen für Bauteile und Baustoffe festgelegt. Als Bauteile im Sinne dieser Norm gelten Wände, Decken, Stützen, Unterzüge, usw. Bauteile mit brandschutztechnischen Sonderanforderungen wie Brandwände, Feuerschutzabschlüsse, Abschlüsse in Fahrschachtwänden, Verglasungen der Feuerwiderstandsklasse G, Lüftungsleitungen etc. werden hinsichtlich der Begriffe, Anforderungen und Prüfungen in DIN 4102 Teil 3 bzw. Teil 5 bis 7 behandelt.

...in eigener Sache
Die hier aufgeführten Begriffserklärungen und Erläuterungen sind Auszüge für Planer, Architekten und Anwender des Trockenbaus aus der DIN 4102 von 1994 und aus dem Entwurf der DIN 14011 7/91. Sie ersetzen nicht die Ausarbeitung mit den Langtexten der DIN 4102 und derer mitgeltenden Normen.

DIN 4102 (Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen)

DIN 4102-1Baustoffe
DIN 4102-2Bauteile
DIN 4102-3Brandwände und nichttragende Außenwände
DIN 4102-4Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile
DIN 4102-5Feuerschutzabschlüsse, Abschlüsse in Fahrschachtwänden und gegen feuerwiderstandsfähige Verglasungen
DIN 4102-6Lüftungsleitungen
DIN 4102-7Bedachungen
DIN 4102-8Kleinprüfstand
DIN 4102-9Kabelabschottungen
DIN 4102-11Rohrummantelungen, Rohrabschottungen, Installationsschächte und -kanäle sowie Abschlüsse ihrer Revisionsöffnungen
DIN 4102-12Funktionserhalt von elektrischen Kabelanlagen
DIN 4102-13Brandschutzverglasungen
DIN 4102-14Bodenbeläge und Bodenbeschichtungen
DIN 4102-15Brandschacht
DIN 4102-16Durchführung von Brandschachtprüfungen
DIN 4102-17Schmelzpunkt von Mineralfaser-Dämmstoffen
DIN 4102-18Feuerschutzabschlüsse "selbstschließend"

Vorbeugender Brandschutz

Der vorbeugende Brandschutz umfasst Maßnahmen zur Verhinderung eines Brandausbruchs und einer Brandausbreitung sowie zur Sicherung der Rettungswege und schafft Voraussetzungen für einen wirkungsvollen abwehrenden Brandschutz.

Brandabschnitt

Der Brandabschnitt ist der Teil eines Gebäudes oder einer Gebäudegruppe, der durch Wände und/oder Decken begrenzt ist, für die bestimmte Anforderungen gelten.

Brandwände

Brandwände sind Wände zur Trennung oder Abgrenzung von Brandabschnitten. Sie sind dazu bestimmt, die Ausbreitung von Feuer auf andere Gebäude oder Gebäudeabschnitte zu verhindern. Brandwände müssen den in Abschnitt 4.2.1 bis 4.2.4 genannten Anforderungen genügen, es sei denn, dass sie eine höhere Feuerwiderstandsdauer (siehe Abschnitt 4.2.5) entsprechend besonderen bauaufsichtlichen Bestimmungen aufweisen müssen.

4.2 Anforderungen

  • 4.2.1 Brandwände müssen aus Baustoffen der Klasse A nach DIN 4102 Teil 1 bestehen.
  • 4.2.2 Brandwände müssen die Forderungen der Abschnitte 4.2.3 und 4.3.4 ohne Anordnung von Bekleidungen erfüllen.
  • 4.2.3 Brandwände müssen bei mittiger und aus mittiger Belastung die Anforderungen mind. der Feuerwiderstandsklasse F 90 nach DIN 4102 Teil 2 erfüllen.
  • 4.2.4 Brandwände müssen bei den Prüfungen nach Abschnitt 4.3.3 unter der dort definierten Stoßbeanspruchung standsicher und raumabschließend im Sinne von DIN 4102 Teil 2 bleiben...

Baustoffklassen

Das Brandverhalten von Baustoffen wird nicht nur von der Art des Stoffes beeinflusst, sondern insbesondere auch von der Gestalt, der spezifischen Oberfläche und Masse, dem Verbund mit anderen Stoffen, den Verbindungsmitteln sowie der Verarbeitungstechnik.
Diese Einflüsse sind bei den Vorbereitungen von Prüfungen, bei der Auswahl von Proben und bei der Interpretation der Prüfergebnisse sowie bei der Kennzeichnung von Baustoffen zu berücksichtigen.
Die Baustoffe werden nach ihrem Brandverhalten in Klassen eingeteilt, siehe folgende Tabelle.
Die Kurzzeichen und Benennungen dürfen nur dann verwendet werden, wenn das Brandverhalten nach DIN 4102 Teil 1 ermittelt worden ist.
Baustoffklasse
Bauaufsichtliche Benennung
Anicht brennbare Baustoffe
A 1
A 2
Bbrennbare Baustoffe
B 1schwerentflammbare Baustoffe
B 2normalentflammbare Baustoffe
B 3leichtentflammbare Baustoffe
1) Nach den Prüfzeichenverordnungen der Länder bedürfen nichtbrennbare Baustoffe (Klasse A), soweit sie brennbare Bestandteile enthalten, und schwerentflammbare Baustoffe (Klasse B 1) eines Prüfzeichens des Deutschen Instituts für Bautechnik, sofern sie nicht im Anhang zur Prüfzeichenverordnung ausgenommen sind.

Ermittlung der Baustoffklassen

...durch Brandprüfungen
Die Baustoffklasse wird auf der Grundlage von Prüfungen nach dieser Norm (DIN 4102) ermittelt. Baustoffe, die unter den Begriff Bauprodukt nach den Landesbauordnungen fallen und die zwar die allgemeinen Anforderungen an die jeweilige Baustoffklasse erfüllen, — für deren Klassifizierung jedoch die Prüfergebnisse nach dieser Norm allein nicht ausreichen (siehe DIN 4102-1, Abs. 5.1.2.1, 5.2.2.1 und 6.1.2.1) oder — bei denen die Voraussetzungen für die Klassifizierung jedoch durch Ergebnisse aus zusätzlichen Prüfungen nach anderen Prüfverfahren erfüllt werden sollen, bedürfen zusätzlicher Beurteilungen1).
1) Diese Baustoffe bedürfen als bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweis einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung oder einer Zustimmung für den Einzelfall.

...ohne Brandprüfungen
Die in DIN 4102 Teil 4 genannten Baustoffe sind ohne weitere Brandprüfungen in die dort angegebene Baustoffklasse einzureihen.

Nachweise des Brandverhaltens von Baustoffen

  • A 1 Gips, Kalk, Zement, Beton, Mörtel, Ziegel, Steine
    → durch DIN 4102 Teil 4 abgedeckt, Ridurit (Glasroc F)
    → Nachweis durch allg. bauaufsichtl. Zulassung Z-PA-III 4.557 Mineralfasern mit geringfügiger Kunstharzbindung
    → Nachweis durch allg. bauaufsichtl. Zulassung erforderlich
  • A 2 Gipsplatten (Rigips Feuerschutzplatten RF)
    → durch DIN 4102 Teil 4 abgedeckt Gipsfaserplatten, Mineralwolle mit Kunstharzbindung
    → Nachweis durch allg. bauaufsichtl. Zulassung bzw. allg. bauaufsichtl. Prüfzeugnis erforderlich
  • A 2 Gipsplatten (Rigips Feuerschutzplatten RF)
    → durch DIN 4102 Teil 4 abgedeckt Gipsfaserplatten, Mineralwolle mit Kunstharzbindung
    → Nachweis durch allg. bauaufsichtl. Zulassung bzw. allg. bauaufsichtl. Prüfzeugnis erforderlich
  • B 2 Holz, Dachpappe
    → durch DIN 4102 Teil 4 abgedeckt

Brandverhalten von Bauteilen

Das Brandverhalten von Bauteilen wird durch die Feuerwiderstandsdauer und durch weitere, nachfolgend aufgeführte Eigenschaften gekennzeichnet. Die Feuerwiderstandsdauer ist die Mindestdauer in Minuten, während der ein Bauteil die gestellten Anforderungen nach DIN 4102-2 erfüllt.

Bauaufsichtliche Benennungen

Folgende bauaufsichtliche Benennungen entsprechen den in DIN 4102 Teil 2, Tabelle 2 angegebenen Benennungen (Wände, Decken, Stützen).
F 30-Bfeuerhemmend
F 30-ABfeuerhemmend und in den wesentlichen Teilen aus nichtbrennbaren Baustoffen
F 30-Afeuerhemmend und aus nichtbrennbaren Baustoffen
F 90-ABfeuerbeständig und in den wesentlichen Teilen aus nichtbrennbaren Baustoffen
F 90-Afeuerbeständig und aus nichtbrennbaren Baustoffen

Mitgeltende Normen

  • Rechtsgrundlagen für die Erteilung allgemeiner bauaufsichtlicher (baurechtlicher) Zulassungen
  • DIN VDE 0108 Teil1, Beiblatt 1 (Baurechtliche Regelung von Starkstromanlagen und Sicherheitsstromversorgung in baulichen Anlagen für Menschenansammlungen - insbesondere § 7 Absatz 4 der Arbeitsstättenverordnung)
  • Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie MLAR Fassung März 2000
  • Vorschlag für einen Einführungserlass, betreffend DIN 4102 Teil 11 (Vorschlag 1/88 des DIBt Berlin)

Auszüge aus der Musterbauordnung (MBO)

Fassung November 2002

Die 106. Bauministerkonferenz hat am 8. November 2002 in Frankfurt a. M. einstimmig eine überarbeitete
Musterbauordnung (MBO) beschlossen, die zur Vereinfachung des Verfahrens- und des materiellen Bauordnungsrechtes sowie zu einer
Wiederannäherung des Bauordnungsrechtes der Länder beitragen soll. Der Text der neuen MBO hat danach das europäische
Notifizierungsverfahren beanstandungsfrei durchlaufen und steht jetzt zur Verfügung.

Inhaltsverzeichnis

§1 Anwendungsbereich


(1)
  • Dieses Gesetz gilt für bauliche Anlagen und Bauprodukte.
  • Es gilt auch für Grundstücke sowie für andere Anlagen und Einrichtungen, an die in diesem Gesetz oder in Vorschriften aufgrund dieses Gesetzes Anforderungen gestellt werden.
(2) Dieses Gesetz gilt nicht für
  1. Anlagen des öffentlichen Verkehrs einschließlich Zubehör, Nebenanlagen und Nebenbetrieben, ausgenommen Gebäude,
  2. Anlagen, die der Bergaufsicht unterliegen, ausgenommen Gebäude,
  3. Leitungen, die der öffentlichen Versorgung mit Wasser, Gas, Elektrizität, Wärme, der öffentlichen Abwasserentsorgung oder der Telekommunikation dienen,
  4. Rohrleitungen, die dem Ferntransport von Stoffen dienen,
  5. Kräne und Krananlagen.

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§2 Begriffe


(1)
  • Bauliche Anlagen sind mit dem Erdboden verbundene, aus Bauprodukten hergestellte Anlagen; eine Verbindung mit dem Boden besteht auch dann, wenn die Anlage durch eigene Schwere auf dem Boden ruht oder auf ortsfesten Bahnen begrenzt beweglich ist oder wenn die Anlage nach ihrem Verwendungszweck dazu bestimmt ist, überwiegend ortsfest benutzt zu werden.
  • Bauliche Anlagen sind auch
    1. Aufschüttungen und Abgrabungen,
    2. Lagerplätze, Abstellplätze und Ausstellungsplätze,
    3. Sport- und Spielflächen,
    4. Campingplätze, Wochenendplätze und Zeltplätze,
    5. Freizeit- und Vergnügungsparks,
    6. Stellplätze für Kraftfahrzeuge,
    7. Gerüste,
    8. Hilfseinrichtungen zur statischen Sicherung von Bauzuständen.
  • Anlagen sind bauliche Anlagen und sonstige Anlagen und Einrichtungen im Sinne des §1 Abs. 1 Satz 2.
(2) Gebäude sind selbstständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zu dienen.

(3)

  • Gebäude werden in folgende Gebäudeklassen eingeteilt:
    1. Gebäudeklasse 1:
      a) freistehende Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 m und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 m2 und
      b) freistehende land- oder forstwirtschaftlich genutzte Gebäude,
    2. Gebäudeklasse 2:
      Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 m und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 m2,
    3. Gebäudeklasse 3:
      sonstige Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 m,
    4. Gebäudeklasse 4:
      Gebäude mit einer Höhe bis zu 13 m und Nutzungseinheiten mit jeweils nicht mehr als 400 m2,
    5. Gebäudeklasse 5:
      sonstige Gebäude einschließlich unterirdischer Gebäude.
  • Höhe im Sinne des Satzes 1 ist das Maß der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist, über der Geländeoberfläche im Mittel.
  • Die Grundflächen der Nutzungseinheiten im Sinne dieses Gesetzes sind die Brutto-Grundflächen; bei der Berechnung der Brutto-Grundflächen nach Satz 1 bleiben Flächen in Kellergeschossen außer Betracht.
(4) Sonderbauten sind Anlagen und Räume besonderer Art oder Nutzung, die einen der nachfolgenden Tatbestände erfüllen:
  1. Hochhäuser (Gebäude mit einer Höhe nach Absatz 3 Satz 2 von mehr als 22 m),
  2. bauliche Anlagen mit einer Höhe von mehr als 30 m,
  3. Gebäude mit mehr als 1.600 m2 Grundfläche des Geschosses mit der größten Ausdehnung, ausgenommen Wohngebäude,
  4. Verkaufsstätten, deren Verkaufsräume und Ladenstraßen eine Grundfläche von insgesamt mehr als 800 m2 haben,
  5. Gebäude mit Räumen, die einer Büro- oder Verwaltungsnutzung dienen und einzeln eine Grundfläche von mehr als 400 m2 haben,
  6. Gebäude mit Räumen, die einzeln für die Nutzung durch mehr als 100 Personen bestimmt sind,
  7. Versammlungsstätten
    a) mit Versammlungsräumen, die insgesamt mehr als 200 Besucher fassen, wenn diese Versammlungsräume gemeinsame Rettungswege haben,
    b) im Freien mit Szenenflächen und Freisportanlagen, deren Besucherbereich jeweils mehr als 1.000 Besucher fasst und ganz oder teilweise aus baulichen Anlagen besteht,
  8. Schank- und Speisegaststätten mit mehr als 40 Gastplätzen, Beherbergungsstätten mit mehr als 12 Betten und Spielhallen mit mehr als 150 m2 Grundfläche,
  9. Krankenhäuser, Heime und sonstige Einrichtungen zur Unterbringung oder Pflege von Personen,
  10. Tageseinrichtungen für Kinder, behinderte und alte Menschen,
  11. Schulen, Hochschulen und ähnliche Einrichtungen,
  12. Justizvollzugsanstalten und bauliche Anlagen für den Maßregelvollzug,
  13. Camping- und Wochenendplätze,
  14. Freizeit- und Vergnügungsparks,
  15. Fliegende Bauten, soweit sie einer Ausführungsgenehmigung bedürfen,
  16. Regallager mit einer Oberkante Lagerguthöhe von mehr als 7,50 m,
  17. bauliche Anlagen, deren Nutzung durch Umgang oder Lagerung von Stoffen mit Explosions- oder erhöhter Brandgefahr verbunden ist,
  18. Anlagen und Räume, die in den Nummern 1 bis 17 nicht aufgeführt und deren Art oder Nutzung mit vergleichbaren Gefahren verbunden sind.
(5) Aufenthaltsräume sind Räume, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt oder geeignet sind.
(6)
  • Geschosse sind oberirdische Geschosse, wenn ihre Deckenoberkanten im Mittel mehr als 1,40 m über die Geländeoberfläche hinausragen; im Übrigen sind sie Kellergeschosse.
  • Hohlräume zwischen der obersten Decke und der Bedachung, in denen Aufenthaltsräume nicht möglich sind, sind keine Geschosse.
(7)
  • Stellplätze sind Flächen, die dem Abstellen von Kraftfahrzeugen außerhalb der öffentlichen Verkehrsflächen dienen.
  • Garagen sind Gebäude oder Gebäudeteile zum Abstellen von Kraftfahrzeugen. 3Ausstellungs-, Verkaufs-, Werk- und Lagerräume für Kraftfahrzeuge sind keine Stellplätze oder Garagen.
(8) Feuerstätten sind in oder an Gebäuden ortsfest benutzte Anlagen oder Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, durch Verbrennung Wärme zu erzeugen.

(9) Bauprodukte sind

  1. Baustoffe, Bauteile und Anlagen, die hergestellt werden, um dauerhaft in bauliche Anlagen eingebaut zu werden,
  2. aus Baustoffen und Bauteilen vorgefertigte Anlagen, die hergestellt werden, um mit dem Erdboden verbunden zu werden wie Fertighäuser, Fertiggaragen und Silos.
(10) Bauart ist das Zusammenfügen von Bauprodukten zu baulichen Anlagen oder Teilen von baulichen Anlagen.

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§3 Allgemeine Anforderungen


(1) Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden.

(2) Bauprodukte und Bauarten dürfen nur verwendet werden, wenn bei ihrer Verwendung die baulichen Anlagen bei ordnungsgemäßer Instandhaltung während einer dem Zweck entsprechenden angemessenen Zeitdauer die Anforderungen dieses Gesetzes oder aufgrund dieses Gesetzes erfüllen und gebrauchstauglich sind.

(3)

  • Die von der obersten Bauaufsichtsbehörde durch öffentliche Bekanntmachung als Technische Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln sind zu beachten.
  • Bei der Bekanntmachung kann hinsichtlich ihres Inhalts auf die Fundstelle verwiesen werden.
  • Von den Technischen Baubestimmungen kann abgewichen werden, wenn mit einer anderen Lösung in gleichem Maße die allgemeinen Anforderungen des Absatzes 1 erfüllt werden; §17 Abs. 3 und §21 bleiben unberührt.
(4) Für die Beseitigung von Anlagen und für die Änderung ihrer Nutzung gelten die Absätze 1 und 3 entsprechend.

(5) Bauprodukte und Bauarten, die in Vorschriften anderer Vertragsstaaten des Abkommens vom 2. Mai 1992 über den europäischen Wirtschaftsraum genannten technischen Anforderungen entsprechen, dürfen verwendet oder angewendet werden, wenn das geforderte Schutzniveau in Bezug auf Sicherheit, Gesundheit und Gebrauchstauglichkeit gleichermaßen dauerhaft erreicht wird.

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§14 Brandschutz


Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.

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§15 Wärme-, Schall-, Erschütterungsschutz


(1) Gebäude müssen einen ihrer Nutzung und den klimatischen Verhältnissen entsprechenden Wärmeschutz haben.

(2)

  • Gebäude müssen einen ihrer Nutzung entsprechenden Schallschutz haben.
  • Geräusche, die von ortsfesten Einrichtungen in baulichen Anlagen oder auf Baugrundstücken ausgehen, sind so zu dämmen, dass Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen.
(3) Erschütterungen oder Schwingungen, die von ortsfesten Einrichtungen in baulichen Anlagen oder auf Baugrundstücken ausgehen, sind so zu dämmen, dass Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen.

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§17 Bauprodukte


(1)
  • Bauprodukte dürfen für die Errichtung, Änderung und Instandhaltung baulicher Anlagen nur verwendet werden, wenn sie für den Verwendungszweck
    1. von den nach Absatz 2 bekannt gemachten technischen Regeln nicht oder nicht wesentlich abweichen (geregelte Bauprodukte) oder nach Absatz 3 zulässig sind und wenn sie aufgrund des Übereinstimmungsnachweises nach §22 das Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen) tragen oder
    2. nach den Vorschriften
      1. des Bauproduktengesetzes (BauPG),
      2. zur Umsetzung der Richtlinie 89/106 EWG des Rates zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über Bauprodukte (Bauproduktenrichtlinie) vom 21. Dezember 1988 (ABl. EG Nr. L 40 S. 12), geändert durch Art. 4 der Richtlinie 93/68/EWG des Rates vom 22. Juli 1993 (ABl. EG Nr. L 220 S. 1), durch andere Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften und andere Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder
      3. zur Umsetzung sonstiger Richtlinien der Europäischen Gemeinschaften, soweit diese die wesentlichen Anforderungen nach §5 Abs. 1 BauPG berücksichtigen, in den Verkehr gebracht und gehandelt werden dürfen, insbesondere das Zeichen der Europäischen Gemeinschaften (CE-Kennzeichnung) tragen und dieses Zeichen die nach Absatz 7 Nr. 1 festgelegten Klassen- und Leistungsstufen ausweist oder die Leistung des Bauprodukts angibt.
  • Sonstige Bauprodukte, die von allgemein anerkannten Regeln der Technik nicht abweichen, dürfen auch verwendet werden, wenn diese Regeln nicht in der Bauregelliste A bekannt gemacht sind. 3Sonstige Bauprodukte, die von allgemein anerkannten Regeln der Technik abweichen, bedürfen keines Nachweises ihrer Verwendbarkeit nach Absatz 3.
(2)
  • Das Deutsche Institut für Bautechnik macht im Einvernehmen mit der obersten Bauaufsichtsbehörde für Bauprodukte, für die nicht nur die Vorschriften nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 maßgebend sind, in der Bauregelliste A die technischen Regeln bekannt, die zur Erfüllung der in diesem Gesetz und in Vorschriften aufgrund dieses Gesetzes an bauliche Anlagen gestellten Anforderungen erforderlich sind.
  • Diese technischen Regeln gelten als Technische Baubestimmungen im Sinne des §3 Abs. 3 Satz 1.
(3) Bauprodukte, für die technische Regeln in der Bauregelliste A nach Absatz 2 bekannt gemacht worden sind und die von diesen wesentlich abweichen oder für die es Technische Baubestimmungen oder allgemein anerkannte Regeln der Technik nicht gibt (nicht geregelte Bauprodukte), müssen
  1. eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (§18),
  2. ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (§19) oder
  3. eine Zustimmung im Einzelfall (§20) haben. 2Ausgenommen sind Bauprodukte, die für die Erfüllung der Anforderungen dieses Gesetzes oder aufgrund dieses Gesetzes nur eine untergeordnete Bedeutung haben und die das Deutsche Institut für Bautechnik im Einvernehmen mit der obersten Bauaufsichtsbehörde in einer Liste C öffentlich bekannt gemacht hat.
(4) Die oberste Bauaufsichtsbehörde kann durch Rechtsverordnung vorschreiben, dass für bestimmte Bauprodukte, auch soweit sie Anforderungen nach anderen Rechtsvorschriften unterliegen, hinsichtlich dieser Anforderungen bestimmte Nachweise der Verwendbarkeit und bestimmte Übereinstimmungsnachweise nach Maßgabe der §§17 bis 20 und der §§22 bis 25 zu führen sind, wenn die anderen Rechtsvorschriften diese Nachweise verlangen oder zulassen.

(5)

  • Bei Bauprodukten nach Absatz 1 Nr. 1, deren Herstellung in außergewöhnlichem Maß von der Sachkunde und Erfahrung der damit betrauten Personen oder von einer Ausstattung mit besonderen Vorrichtungen abhängt, kann in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, in der Zustimmung im Einzelfall oder durch Rechtsverordnung der obersten Bauaufsichtsbehörde vorgeschrieben werden, dass der Hersteller über solche Fachkräfte und Vorrichtungen verfügt und den Nachweis hierüber gegenüber einer Prüfstelle nach §25 zu erbringen hat.
  • In der Rechtsverordnung können Mindestanforderungen an die Ausbildung, die durch Prüfung nachzuweisende Befähigung und die Ausbildungsstätten einschließlich der Anerkennungsvoraussetzungen gestellt werden.
(6) Für Bauprodukte, die wegen ihrer besonderen Eigenschaften oder ihres besonderen Verwendungszwecks einer außergewöhnlichen Sorgfalt bei Einbau, Transport, Instandhaltung oder Reinigung bedürfen, kann in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, in der Zustimmung im Einzelfall oder durch Rechtsverordnung der obersten Bauaufsichtsbehörde die Überwachung dieser Tätigkeiten durch eine Überwachungsstelle nach §25 vorgeschrieben werden.

(7) Das Deutsche Institut für Bautechnik kann im Einvernehmen mit der obersten Bauaufsichtsbehörde in der Bauregelliste B

  1. festlegen, welche der Klassen und Leistungsstufen, die in Normen, Leitlinien oder europäischen technischen Zulassungen nach dem Bauproduktengesetz oder in anderen Vorschriften zur Umsetzung von Richtlinien der Europäischen Gemeinschaften enthalten sind, Bauprodukte nach Absatz 1 Nr. 2 erfüllen müssen, und
  2. bekannt machen, inwieweit andere Vorschriften zur Umsetzung von Richtlinien der Europäischen Gemeinschaften die wesentlichen Anforderungen nach §5 Abs. 1 BauPG nicht berücksichtigen.

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§18 Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung


(1) Das Deutsche Institut für Bautechnik erteilt eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für nicht geregelte Bauprodukte, wenn deren Verwendbarkeit im Sinne des §3 Abs. 2 nachgewiesen ist.

(2)

  • Die zur Begründung des Antrags erforderlichen Unterlagen sind beizufügen.
  • Soweit erforderlich, sind Probestücke vom Antragsteller zur Verfügung zu stellen oder durch Sachverständige, die das Deutsche Institut für Bautechnik bestimmen kann, zu entnehmen oder Probeausführungen unter Aufsicht der Sachverständigen herzustellen.
  • §69 Abs. 2 gilt entsprechend.
(3) Das Deutsche Institut für Bautechnik kann für die Durchführung der Prüfung die sachverständige Stelle und für Probeausführungen die Ausführungsstelle und Ausführungszeit vorschreiben.

(4)

  • Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung wird widerruflich und für eine bestimmte Frist erteilt, die in der Regel fünf Jahre beträgt.
  • Die Zulassung kann mit Nebenbestimmungen erteilt werden.
  • Sie kann auf schriftlichen Antrag in der Regel um fünf Jahre verlängert werden; §73 Abs. 2 Satz 2 gilt entsprechend.
(5) Die Zulassung wird unbeschadet der privaten Rechte Dritter erteilt.

(6) Das Deutsche Institut für Bautechnik macht die von ihm erteilten allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen nach Gegenstand und wesentlichem Inhalt öffentlich bekannt.

(7) Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen nach dem Recht anderer Länder gelten auch im Land ..... .

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§19 Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis


(1)
  • Bauprodukte,
    1. deren Verwendung nicht der Erfüllung erheblicher Anforderungen an die Sicherheit baulicher Anlagen dient, oder
    2. die nach allgemein anerkannten Prüfverfahren beurteilt werden, bedürfen anstelle einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung nur eines allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses.
  • Das Deutsche Institut für Bautechnik macht dies mit der Angabe der maßgebenden technischen Regeln und, soweit es keine allgemein anerkannten Regeln der Technik gibt, mit der Bezeichnung der Bauprodukte im Einvernehmen mit der obersten Bauaufsichtsbehörde in der Bauregelliste A bekannt.
(2)
  • Ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis wird von einer Prüfstelle nach §25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 für nicht geregelte Bauprodukte nach Absatz 1 erteilt, wenn deren Verwendbarkeit im Sinne des §3 Abs. 2 nachgewiesen ist.
  • §18 Abs. 2 bis 7 gilt entsprechend.

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§20 Nachweis der Verwendbarkeit von Bauprodukten im Einzelfall


  • Mit Zustimmung der obersten Bauaufsichtsbehörde dürfen im Einzelfall
    1. Bauprodukte, die ausschließlich nach dem Bauproduktengesetz oder nach sonstigen Vorschriften zur Umsetzung von Richtlinien der Europäischen Gemeinschaften in Verkehr gebracht und gehandelt werden dürfen, jedoch deren Anforderungen nicht erfüllen, und
    2. nicht geregelte Bauprodukte verwendet werden, wenn deren Verwendbarkeit im Sinne des §3 Abs. 2 nachgewiesen ist.
  • Wenn Gefahren im Sinne des §3 Abs. 1 nicht zu erwarten sind, kann die oberste Bauaufsichtsbehörde im Einzelfall erklären, dass ihre Zustimmung nicht erforderlich ist.

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§21 Bauarten


(1)
  • Bauarten, die von Technischen Baubestimmungen wesentlich abweichen oder für die es allgemein anerkannte Regeln der Technik nicht gibt (nicht geregelte Bauarten), dürfen bei der Errichtung, Änderung und Instandhaltung baulicher Anlagen nur angewendet werden, wenn für sie
    1. eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (§18) oder
    2. eine Zustimmung im Einzelfall (§20)
    erteilt worden ist.
  • Anstelle einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung genügt ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis, wenn die Bauart nicht der Erfüllung erheblicher Anforderungen an die Sicherheit baulicher Anlagen dient oder nach allgemein anerkannten Prüfverfahren beurteilt wird.
  • Das Deutsche Institut für Bautechnik macht diese Bauarten mit der Angabe der maßgebenden technischen Regeln und, soweit es keine allgemein anerkannten Regeln der Technik gibt, mit der Bezeichnung der Bauarten im Einvernehmen mit der obersten Bauaufsichtsbehörde in der Bauregelliste A bekannt.
  • §17 Abs. 5 und 6 sowie §§18, 19 Abs. 2 und §20 gelten entsprechend.
  • Wenn Gefahren im Sinne des §3 Abs. 1 nicht zu erwarten sind, kann die oberste Bauaufsichtsbehörde im Einzelfall oder für genau begrenzte Fälle allgemein festlegen, dass eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis oder eine Zustimmung im Einzelfall nicht erforderlich ist.
(2) Die oberste Bauaufsichtsbehörde kann durch Rechtsverordnung vorschreiben, dass für bestimmte Bauarten, auch soweit sie Anforderungen nach anderen Rechtsvorschriften unterliegen, Absatz 1 ganz oder teilweise anwendbar ist, wenn die anderen Rechtsvorschriften dies verlangen oder zulassen.

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§22 Übereinstimmungsnachweis


(1) Bauprodukte bedürfen einer Bestätigung ihrer Übereinstimmung mit den technischen Regeln nach §17 Abs. 2, den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen, den allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen oder den Zustimmungen im Einzelfall; als Übereinstimmung gilt auch eine Abweichung, die nicht wesentlich ist.

(2)

  • Die Bestätigung der Übereinstimmung erfolgt durch
    1. Übereinstimmungserklärung des Herstellers (§23) oder
    2. Übereinstimmungszertifikat (§24).
  • Die Bestätigung durch Übereinstimmungszertifikat kann in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, in der Zustimmung im Einzelfall oder in der Bauregelliste A vorgeschrieben werden, wenn dies zum Nachweis einer ordnungsgemäßen Herstellung erforderlich ist.
  • Bauprodukte, die nicht in Serie hergestellt werden, bedürfen nur der Übereinstimmungserklärung des Herstellers nach §23 Abs. 1, sofern nichts anderes bestimmt ist.
  • Die oberste Bauaufsichtsbehörde kann im Einzelfall die Verwendung von Bauprodukten ohne das erforderliche Übereinstimmungszertifikat gestatten, wenn nachgewiesen ist, dass diese Bauprodukte den technischen Regeln, Zulassungen, Prüfzeugnissen oder Zustimmungen nach Absatz 1 entsprechen.
(3) Für Bauarten gelten die Absätze 1 und 2 entsprechend.

(4) Die Übereinstimmungserklärung und die Erklärung, dass ein Übereinstimmungszertifikat erteilt ist, hat der Hersteller durch Kennzeichnung der Bauprodukte mit dem Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen) unter Hinweis auf den Verwendungszweck abzugeben.

(5) Das Ü-Zeichen ist auf dem Bauprodukt, auf einem Beipackzettel oder auf seiner Verpackung oder, wenn dies Schwierigkeiten bereitet, auf dem Lieferschein oder auf einer Anlage zum Lieferschein anzubringen.

(6) Ü-Zeichen aus anderen Ländern und aus anderen Staaten gelten auch im Land ..... .

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§23 Übereinstimmungserklärung des Herstellers


(1) Der Hersteller darf eine Übereinstimmungserklärung nur abgeben, wenn er durch werkseigene Produktionskontrolle sichergestellt hat, dass das von ihm hergestellte Bauprodukt den maßgebenden technischen Regeln, der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, dem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis oder der Zustimmung im Einzelfall entspricht.
(2)
  • In den technischen Regeln nach §17 Abs. 2, in der Bauregelliste A, in den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen, in den allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen oder in den Zustimmungen im Einzelfall kann eine Prüfung der Bauprodukte durch eine Prüfstelle vor Abgabe der Übereinstimmungserklärung vorgeschrieben werden, wenn dies zur Sicherung einer ordnungsgemäßen Herstellung erforderlich ist.
  • In diesen Fällen hat die Prüfstelle das Bauprodukt daraufhin zu überprüfen, ob es den maßgebenden technischen Regeln, der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, dem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis oder der Zustimmung im Einzelfall entspricht.

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§24 Übereinstimmungszertifikat


(1) Ein Übereinstimmungszertifikat ist von einer Zertifizierungsstelle nach §25 zu erteilen, wenn das Bauprodukt
  1. den maßgebenden technischen Regeln, der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, dem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis oder der Zustimmung im Einzelfall entspricht und
  2. einer werkseigenen Produktionskontrolle sowie einer Fremdüberwachung nach Maßgabe des Absatzes 2 unterliegt.
(2)
  • Die Fremdüberwachung ist von Überwachungsstellen nach §25 durchzuführen.
  • Die Fremdüberwachung hat regelmäßig zu überprüfen, ob das Bauprodukt den maßgebenden technischen Regeln, der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, dem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis oder der Zustimmung im Einzelfall entspricht.

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§25 Prüf-, Zertifizierungs-, Überwachungsstellen


(1)
  • Die oberste Bauaufsichtsbehörde kann eine Person, Stelle oder Überwachungsgemeinschaft als
    1. Prüfstelle für die Erteilung allgemeiner bauaufsichtlicher Prüfzeugnisse (§19 Abs. 2),
    2. Prüfstelle für die Überprüfung von Bauprodukten vor Bestätigung der Übereinstimmung (§23 Abs. 2),
    3. Zertifizierungsstelle (§24 Abs. 1),
    4. Überwachungsstelle für die Fremdüberwachung (§24 Abs. 2),
    5. Überwachungsstelle für die Überwachung nach §17 Abs. 6 oder
    6. Prüfstelle für die Überprüfung nach §17 Abs. 5 anerkennen, wenn sie oder die bei ihr Beschäftigten nach ihrer Ausbildung, Fachkenntnis, persönlichen Zuverlässigkeit, ihrer Unparteilichkeit und ihren Leistungen die Gewähr dafür bieten, dass diese Aufgaben den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechend wahrgenommen werden, und wenn sie über die erforderlichen Vorrichtungen verfügen.
  • Satz 1 ist entsprechend auf Behörden anzuwenden, wenn sie ausreichend mit geeigneten Fachkräften besetzt und mit den erforderlichen Vorrichtungen ausgestattet sind.
(2)
  • Die Anerkennung von Prüf-, Zertifizierungs- und Überwachungsstellen anderer Länder gilt auch im Land ..... .
  • Prüf-, Zertifizierungs- und Überwachungsergebnisse von Stellen, die nach Artikel 16 Abs. 2 der Bauproduktenrichtlinie von einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder von einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum anerkannt worden sind, stehen den Ergebnissen der in Absatz 1 genannten Stellen gleich.
  • Dies gilt auch für Prüf-, Zertifizierungs- und Überwachungsergebnisse von Stellen anderer Staaten, wenn sie in einem Artikel 16 Abs. 2 der Bauproduktenrichtlinie entsprechenden Verfahren anerkannt worden sind.
(3)
  • Die oberste Bauaufsichtsbehörde erkennt auf Antrag eine Person, Stelle, Überwachungsgemeinschaft oder Behörde als Stelle nach Artikel 16 Abs. 2 der Bauproduktenrichtlinie an, wenn in dem in Artikel 16 Abs. 2 der Bauproduktenrichtlinie vorgesehenen Verfahren nachgewiesen ist, dass die Person, Stelle, Überwachungsgemeinschaft oder Behörde die Voraussetzungen erfüllt, nach den Vorschriften eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Gemeinschaften oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zu prüfen, zu zertifizieren oder zu überwachen.
  • Dies gilt auch für die Anerkennung von Personen, Stellen, Überwachungsgemeinschaften oder Behörden, die nach den Vorschriften eines anderen Staates zu prüfen, zu zertifizieren oder zu überwachen beabsichtigen, wenn der erforderliche Nachweis in einem Artikel 16 Abs. 2 der Bauproduktenrichtlinie entsprechenden Verfahren geführt wird.

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§26 Allgemeine Anforderungen an das Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen


(1)
  • Baustoffe werden nach den Anforderungen an ihr Brandverhalten unterschieden in
    1. nichtbrennbare,
    2. schwerentflammbare,
    3. normalentflammbare.
  • Baustoffe, die nicht mindestens normalentflammbar sind (leichtentflammbare Baustoffe), dürfen nicht verwendet werden; dies gilt nicht, wenn sie in Verbindung mit anderen Baustoffen nicht leichtentflammbar sind.
(2)
  • Bauteile werden nach den Anforderungen an ihre Feuerwiderstandsfähigkeit unterschieden in
    1. feuerbeständige,
    2. hochfeuerhemmende,
    3. feuerhemmende;
    die Feuerwiderstandsfähigkeit bezieht sich bei tragenden und aussteifenden Bauteilen auf deren Standsicherheit im Brandfall, bei raumabschließenden Bauteilen auf deren Widerstand gegen die Brandausbreitung.
  • Bauteile werden zusätzlich nach dem Brandverhalten ihrer Baustoffe unterschieden in
    1. Bauteile aus nichtbrennbaren Baustoffen,
    2. Bauteile, deren tragende und aussteifende Teile aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und die bei raumabschließenden Bauteilen zusätzlich eine in Bauteilebene durchgehende Schicht aus nichtbrennbaren Baustoffen haben,
    3. Bauteile, deren tragende und aussteifende Teile aus brennbaren Baustoffen bestehen und die allseitig eine brandschutztechnisch wirksame Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen (Brandschutzbekleidung) und Dämmstoffe aus nichtbrennbaren Baustoffen haben,
    4. Bauteile aus brennbaren Baustoffen.
  • Soweit in diesem Gesetz oder in Vorschriften aufgrund dieses Gesetzes nichts anderes bestimmt ist, müssen
    1. Bauteile, die feuerbeständig sein müssen, mindestens den Anforderungen des Satzes 2 Nr. 2,
    2. Bauteile, die hochfeuerhemmend sein müssen, mindestens den Anforderungen des Satzes 2 Nr. 3
    entsprechen.

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§27 Tragende Wände, Stützen


(1)
  • Tragende und aussteifende Wände und Stützen müssen im Brandfall ausreichend lang standsicher sein.
  • Sie müssen
    1. in Gebäuden der Gebäudeklasse 5 feuerbeständig,
    2. in Gebäuden der Gebäudeklasse 4 hochfeuerhemmend,
    3. in Gebäuden der Gebäudeklassen 2 und 3 feuerhemmend sein.
  • Satz 2 gilt
    1. für Geschosse im Dachraum nur, wenn darüber noch Aufenthaltsräume möglich sind; §29 Abs. 4 bleibt unberührt,
    2. nicht für Balkone, ausgenommen offene Gänge, die als notwendige Flure dienen.
(2) Im Kellergeschoss müssen tragende und aussteifende Wände und Stützen
  1. in Gebäuden der Gebäudeklassen 3 bis 5 feuerbeständig,
  2. in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 feuerhemmend
sein.

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§28 Außenwände


(1) Außenwände und Außenwandteile wie Brüstungen und Schürzen sind so auszubilden, dass eine Brandausbreitung auf und in diesen Bauteilen ausreichend lang begrenzt ist.

(2)

  • Nichttragende Außenwände und nichttragende Teile tragender Außenwände müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen; sie sind aus brennbaren Baustoffen zulässig, wenn sie als raumabschließende Bauteile feuerhemmend sind.
  • Satz 1 gilt nicht für brennbare Fensterprofile und Fugendichtungen sowie brennbare Dämmstoffe in nichtbrennbaren geschlossenen Profilen der Außenwandkonstruktion.
(3)
  • Oberflächen von Außenwänden sowie Außenwandbekleidungen müssen einschließlich der Dämmstoffe und Unterkonstruktionen schwerentflammbar sein; Unterkonstruktionen aus normalentflammbaren Baustoffen sind zulässig, wenn die Anforderungen nach Absatz 1 erfüllt sind.
  • Balkonbekleidungen, die über die erforderliche Umwehrungshöhe hinaus hochgeführt werden, müssen schwerentflammbar sein.
(4) Bei Außenwandkonstruktionen mit geschossübergreifenden Hohl- oder Lufträumen wie Doppelfassaden und hinterlüfteten Außenwandbekleidungen sind gegen die Brandausbreitung besondere Vorkehrungen zu treffen.

(5) Die Absätze 2 und 3 gelten nicht für Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3.

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§29 Trennwände


(1) Trennwände nach Absatz 2 müssen als raumabschließende Bauteile von Räumen oder Nutzungseinheiten innerhalb von Geschossen ausreichend lang widerstandsfähig gegen die Brandausbreitung sein.

(2) Trennwände sind erforderlich

  1. zwischen Nutzungseinheiten sowie zwischen Nutzungseinheiten und anders genutzten Räumen, ausgenommen notwendigen Fluren,
  2. zum Abschluss von Räumen mit Explosions- oder erhöhter Brandgefahr,
  3. zwischen Aufenthaltsräumen und anders genutzten Räumen im Kellergeschoss.
(3)
  • Trennwände nach Absatz 2 Nrn. 1 und 3 müssen die Feuerwiderstandsfähigkeit der tragenden und aussteifenden Bauteile des Geschosses haben, jedoch mindestens feuerhemmend sein.
  • Trennwände nach Absatz 2 Nr. 2 müssen feuerbeständig sein.
(4) Die Trennwände nach Absatz 2 sind bis zur Rohdecke, im Dachraum bis unter die Dachhaut zu führen; werden in Dachräumen Trennwände nur bis zur Rohdecke geführt, ist diese Decke als raumabschließendes Bauteil einschließlich der sie tragenden und aussteifenden Bauteile feuerhemmend herzustellen.

(5) Öffnungen in Trennwänden nach Absatz 2 sind nur zulässig, wenn sie auf die für die Nutzung erforderliche Zahl und Größe beschränkt sind; sie müssen feuerhemmende, dicht- und selbstschließende Abschlüsse haben.

(6) Die Absätze 1 bis 5 gelten nicht für Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2.

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§30 Brandwände


(1) Brandwände müssen als raumabschließende Bauteile zum Abschluss von Gebäuden (Gebäudeabschlusswand) oder zur Unterteilung von Gebäuden in Brandabschnitte (innere Brandwand) ausreichend lang die Brandausbreitung auf andere Gebäude oder Brandabschnitte verhindern.

(2) Brandwände sind erforderlich

  1. als Gebäudeabschlusswand, ausgenommen von Gebäuden ohne Aufenthaltsräume und ohne Feuerstätten mit nicht mehr als 50 m3 Brutto-Rauminhalt, wenn diese Abschlusswände an oder mit einem Abstand bis zu 2,50 m gegenüber der Grundstücksgrenze errichtet werden, es sei denn, dass ein Abstand von mindestens 5 m zu bestehenden oder nach den baurechtlichen Vorschriften zulässigen künftigen Gebäuden gesichert ist,
  2. als innere Brandwand zur Unterteilung ausgedehnter Gebäude in Abständen von nicht mehr als 40 m,
  3. als innere Brandwand zur Unterteilung landwirtschaftlich genutzter Gebäude in Brandabschnitte von nicht mehr als 10.000 m3 Brutto-Rauminhalt,
  4. als Gebäudeabschlusswand zwischen Wohngebäuden und angebauten landwirtschaftlich genutzten Gebäuden sowie als innere Brandwand zwischen dem Wohnteil und dem landwirtschaftlich genutzten Teil eines Gebäudes.
(3)
  • Brandwände müssen auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung feuerbeständig sein und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen.
  • Anstelle von Brandwänden nach Satz 1 sind zulässig
    1. für Gebäude der Gebäudeklasse 4 Wände, die auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung hochfeuerhemmend sind,
    2. für Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 hochfeuerhemmende Wände,
    3. für Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 Gebäudeabschlusswände, die jeweils von innen nach außen die Feuerwiderstandsfähigkeit der tragenden und aussteifenden Teile des Gebäudes, mindestens jedoch feuerhemmende Bauteile, und von außen nach innen die Feuerwiderstandsfähigkeit feuerbeständiger Bauteile haben,
    4. in den Fällen des Absatzes 2 Nr. 4 feuerbeständige Wände, wenn der umbaute Raum des landwirtschaftlich genutzten Gebäudes oder Gebäudeteils nicht größer als 2.000 m3 ist.
(4)
  • Brandwände müssen bis zur Bedachung durchgehen und in allen Geschossen übereinander angeordnet sein.
  • Abweichend davon dürfen anstelle innerer Brandwände Wände geschossweise versetzt angeordnet werden, wenn
    1. die Wände im Übrigen Absatz 3 Satz 1 entsprechen,
    2. die Decken, soweit sie in Verbindung mit diesen Wänden stehen, feuerbeständig sind, aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und keine Öffnungen haben,
    3. die Bauteile, die diese Wände und Decken unterstützen, feuerbeständig sind und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen,
    4. die Außenwände in der Breite des Versatzes in dem Geschoss oberhalb oder unterhalb des Versatzes feuerbeständig sind und
    5. Öffnungen in den Außenwänden im Bereich des Versatzes so angeordnet oder andere Vorkehrungen so getroffen sind, dass eine Brandausbreitung in andere Brandabschnitte nicht zu befürchten ist.
(5)
  • Brandwände sind 0,30 m über die Bedachung zu führen oder in Höhe der Dachhaut mit einer beiderseits 0,50 m auskragenden feuerbeständigen Platte aus nichtbrennbaren Baustoffen abzuschließen; darüber dürfen brennbare Teile des Daches nicht hinweggeführt werden.
  • Bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 sind Brandwände mindestens bis unter die Dachhaut zu führen.
  • Verbleibende Hohlräume sind vollständig mit nichtbrennbaren Baustoffen auszufüllen.
(6) Müssen Gebäude oder Gebäudeteile, die über Eck zusammenstoßen, durch eine Brandwand getrennt werden, so muss der Abstand dieser Wand von der inneren Ecke mindestens 5 m betragen; das gilt nicht, wenn der Winkel der inneren Ecke mehr als 120 Grad beträgt oder mindestens eine Außenwand auf 5 m Länge als öffnungslose feuerbeständige Wand aus nichtbrennbaren Baustoffen ausgebildet ist.

(7)

  • Bauteile mit brennbaren Baustoffen dürfen über Brandwände nicht hinweggeführt werden.
  • Außenwandkonstruktionen, die eine seitliche Brandausbreitung begünstigen können wie Doppelfassaden oder hinterlüftete Außenwandbekleidungen, dürfen ohne besondere Vorkehrungen über Brandwände nicht hinweggeführt werden.
  • Bauteile dürfen in Brandwände nur soweit eingreifen, dass deren Feuerwiderstandsfähigkeit nicht beeinträchtigt wird; für Leitungen, Leitungsschlitze und Schornsteine gilt dies entsprechend.
(8)
  • Öffnungen in Brandwänden sind unzulässig.
  • Sie sind in inneren Brandwänden nur zulässig, wenn sie auf die für die Nutzung erforderliche Zahl und Größe beschränkt sind; die Öffnungen müssen feuerbeständige, dicht- und selbstschließende Abschlüsse haben.
(9) In inneren Brandwänden sind feuerbeständige Verglasungen nur zulässig, wenn sie auf die für die Nutzung erforderliche Zahl und Größe beschränkt sind.

(10) Absatz 2 Nr. 1 gilt nicht für seitliche Wände von Vorbauten im Sinne des §6 Abs. 6, wenn sie von dem Nachbargebäude oder der Nachbargrenze einen Abstand einhalten, der ihrer eigenen Ausladung entspricht, mindestens jedoch 1 m beträgt.

(11) Die Absätze 4 bis 10 gelten entsprechend auch für Wände, die nach Absatz 3 Satz 2 anstelle von Brandwänden zulässig sind.

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§31 Decken


(1)
  • Decken müssen als tragende und raumabschließende Bauteile zwischen Geschossen im Brandfall ausreichend lang standsicher und widerstandsfähig gegen die Brandausbreitung sein.
  • Sie müssen
    1. in Gebäuden der Gebäudeklasse 5 feuerbeständig,
    2. in Gebäuden der Gebäudeklasse 4 hochfeuerhemmend,
    3. in Gebäuden der Gebäudeklassen 2 und 3 feuerhemmend sein.
  • Satz 2 gilt
    1. für Geschosse im Dachraum nur, wenn darüber Aufenthaltsräume möglich sind; §29 Abs. 4 bleibt unberührt,
    2. nicht für Balkone, ausgenommen offene Gänge, die als notwendige Flure dienen.
(2)
  • Im Kellergeschoss müssen Decken
    1. in Gebäuden der Gebäudeklassen 3 bis 5 feuerbeständig,
    2. in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 feuerhemmend sein.
  • Decken müssen feuerbeständig sein
    1. unter und über Räumen mit Explosions- oder erhöhter Brandgefahr, ausgenommen in Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2,
    2. zwischen dem landwirtschaftlich genutzten Teil und dem Wohnteil eines Gebäudes.
(3) Der Anschluss der Decken an die Außenwand ist so herzustellen, dass er den Anforderungen aus Absatz 1 Satz 1 genügt.

(4) Öffnungen in Decken, für die eine Feuerwiderstandsfähigkeit vorgeschrieben ist, sind nur zulässig

  1. in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2,
  2. innerhalb derselben Nutzungseinheit mit nicht mehr als insgesamt 400 m² in nicht mehr als zwei Geschossen,
  3. im Übrigen, wenn sie auf die für die Nutzung erforderliche Zahl und Größe beschränkt sind und Abschlüsse mit der Feuerwiderstandsfähigkeit der Decke haben.

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§32 Dächer


(1) Bedachungen müssen gegen eine Brandbeanspruchung von außen durch Flugfeuer und strahlende Wärme ausreichend lang widerstandsfähig sein (harte Bedachung).

(2)

  • Bedachungen, die die Anforderungen nach Absatz 1 nicht erfüllen, sind zulässig bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, wenn die Gebäude
    1. einen Abstand von der Grundstücksgrenze von mindestens 12 m,
    2. von Gebäuden auf demselben Grundstück mit harter Bedachung einen Abstand von mindestens 15 m,
    3. von Gebäuden auf demselben Grundstück mit Bedachungen, die die Anforderungen nach Absatz 1 nicht erfüllen, einen Abstand von mindestens 24 m,
    4. von Gebäuden auf demselben Grundstück ohne Aufenthaltsräume und ohne Feuerstätten mit nicht mehr als 50 m3 Brutto-Rauminhalt einen Abstand von mindestens 5 m einhalten.
  • Soweit Gebäude nach Satz 1 Abstand halten müssen, genügt bei Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 in den Fällen
    1. der Nummer 1 ein Abstand von mindestens 6 m,
    2. der Nummer 2 ein Abstand von mindestens 9 m,
    3. der Nummer 3 ein Abstand von mindestens 12 m.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für
  1. Gebäude ohne Aufenthaltsräume und ohne Feuerstätten mit nicht mehr als 50 m3 Brutto-Rauminhalt,
  2. lichtdurchlässige Bedachungen aus nichtbrennbaren Baustoffen; brennbare Fugendichtungen und brennbare Dämmstoffe in nichtbrennbaren Profilen sind zulässig,
  3. Lichtkuppeln und Oberlichte von Wohngebäuden,
  4. Eingangsüberdachungen und Vordächer aus nichtbrennbaren Baustoffen,
  5. Eingangsüberdachungen aus brennbaren Baustoffen, wenn die Eingänge nur zu Wohnungen führen.
(4) Abweichend von den Absätzen 1 und 2 sind
  1. lichtdurchlässige Teilflächen aus brennbaren Baustoffen in Bedachungen nach Absatz 1 und
  2. begrünte Bedachungen zulässig, wenn eine Brandentstehung bei einer Brandbeanspruchung von außen durch Flugfeuer und strahlende Wärme nicht zu befürchten ist oder Vorkehrungen hiergegen getroffen werden.
(5)
  • Dachüberstände, Dachgesimse und Dachaufbauten, lichtdurchlässige Bedachungen, Lichtkuppeln und Oberlichte sind so anzuordnen und herzustellen, dass Feuer nicht auf andere Gebäudeteile und Nachbargrundstücke übertragen werden kann.
  • Von Brandwänden und von Wänden, die anstelle von Brandwänden zulässig sind, müssen mindestens 1,25 m entfernt sein
    1. Oberlichte, Lichtkuppeln und Öffnungen in der Bedachung, wenn diese Wände nicht mindestens 30 cm über die Bedachung geführt sind,
    2. Dachgauben und ähnliche Dachaufbauten aus brennbaren Baustoffen, wenn sie nicht durch diese Wände gegen Brandübertragung geschützt sind.
(6)
  • Dächer von traufseitig aneinandergebauten Gebäuden müssen als raumabschließende Bauteile für eine Brandbeanspruchung von innen nach außen einschließlich der sie tragenden und aussteifenden Bauteile feuerhemmend sein.
  • Öffnungen in diesen Dachflächen müssen waagerecht gemessen mindestens 2 m von der Brandwand oder der Wand, die anstelle der Brandwand zulässig ist, entfernt sein.
(7)
  • Dächer von Anbauten, die an Außenwände mit Öffnungen oder ohne Feuerwiderstandsfähigkeit anschließen, müssen innerhalb eines Abstands von 5 m von diesen Wänden als raumabschließende Bauteile für eine Brandbeanspruchung von innen nach außen einschließlich der sie tragenden und aussteifenden Bauteile die Feuerwiderstandsfähigkeit der Decken des Gebäudeteils haben, an den sie angebaut werden.
  • Dies gilt nicht für Anbauten an Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3.
(8) Dächer an Verkehrsflächen und über Eingängen müssen Vorrichtungen zum Schutz gegen das Herabfallen von Schnee und Eis haben, wenn dies die Verkehrssicherheit erfordert.

(9) Für vom Dach aus vorzunehmende Arbeiten sind sicher benutzbare Vorrichtungen anzubringen.

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§33 Erster und zweiter Rettungsweg


(1) Für Nutzungseinheiten mit mindestens einem Aufenthaltsraum wie Wohnungen, Praxen, selbstständige Betriebsstätten müssen in jedem Geschoss mindestens zwei voneinander unabhängige Rettungswege ins Freie vorhanden sein; beide Rettungswege dürfen jedoch innerhalb des Geschosses über denselben notwendigen Flur führen.

(2)

  • Für Nutzungseinheiten nach Absatz 1, die nicht zu ebener Erde liegen, muss der erste Rettungsweg über eine notwendige Treppe führen.
  • Der zweite Rettungsweg kann eine weitere notwendige Treppe oder eine mit Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle der Nutzungseinheit sein.
  • Ein zweiter Rettungsweg ist nicht erforderlich, wenn die Rettung über einen sicher erreichbaren Treppenraum möglich ist, in den Feuer und Rauch nicht eindringen können (Sicherheitstreppenraum).
(3)
  • Gebäude, deren zweiter Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr führt und bei denen die Oberkante der Brüstung von zum Anleitern bestimmten Fenstern oder Stellen mehr als 8 m über der Geländeoberfläche liegt, dürfen nur errichtet werden, wenn die Feuerwehr über die erforderlichen Rettungsgeräte wie Hubrettungsfahrzeuge verfügt.
  • Bei Sonderbauten ist der zweite Rettungsweg über Rettungsgeräte der Feuerwehr nur zulässig, wenn keine Bedenken wegen der Personenrettung bestehen.

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§34 Treppen


(1)
  • Jedes nicht zu ebener Erde liegende Geschoss und der benutzbare Dachraum eines Gebäudes müssen über mindestens eine Treppe zugänglich sein (notwendige Treppe).
  • Statt notwendiger Treppen sind Rampen mit flacher Neigung zulässig.
(2)
  • Einschiebbare Treppen und Rolltreppen sind als notwendige Treppen unzulässig.
  • In Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 sind einschiebbare Treppen und Leitern als Zugang zu einem Dachraum ohne Aufenthaltsraum zulässig.
(3)
  • Notwendige Treppen sind in einem Zuge zu allen angeschlossenen Geschossen zu führen; sie müssen mit den Treppen zum Dachraum unmittelbar verbunden sein.
  • Dies gilt nicht für Treppen
    1. in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3,
    2. nach §35 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2.
(4)
  • Die tragenden Teile notwendiger Treppen müssen
    1. in Gebäuden der Gebäudeklasse 5 feuerhemmend und aus nichtbrennbaren Baustoffen,
    2. in Gebäuden der Gebäudeklasse 4 aus nichtbrennbaren Baustoffen,
    3. in Gebäuden der Gebäudeklasse 3 aus nichtbrennbaren Baustoffen oder feuerhemmend sein.
  • Tragende Teile von Außentreppen nach §35 Abs. 1 Satz 3 Nr. 3 für Gebäude der Gebäudeklassen 3 bis 5 müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen.
(5) Die nutzbare Breite der Treppenläufe und Treppenabsätze notwendiger Treppen muss für den größten zu erwartenden Verkehr ausreichen.

(6)

  • Treppen müssen einen festen und griffsicheren Handlauf haben.
  • Für Treppen sind Handläufe auf beiden Seiten und Zwischenhandläufe vorzusehen, soweit die Verkehrssicherheit dies erfordert.
(7) Eine Treppe darf nicht unmittelbar hinter einer Tür beginnen, die in Richtung der Treppe aufschlägt; zwischen Treppe und Tür ist ein ausreichender Treppenabsatz anzuordnen.

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§35 Notwendige Treppenräume, Ausgänge


(1)
  • Jede notwendige Treppe muss zur Sicherstellung der Rettungswege aus den Geschossen ins Freie in einem eigenen, durchgehenden Treppenraum liegen (notwendiger Treppenraum).
  • Notwendige Treppenräume müssen so angeordnet und ausgebildet sein, dass die Nutzung der notwendigen Treppen im Brandfall ausreichend lang möglich ist.
  • Notwendige Treppen sind ohne eigenen Treppenraum zulässig
    1. in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2,
    2. für die Verbindung von höchstens zwei Geschossen innerhalb derselben Nutzungseinheit von insgesamt nicht mehr als 200 m2, wenn in jedem Geschoss ein anderer Rettungsweg erreicht werden kann,
    3. als Außentreppe, wenn ihre Nutzung ausreichend sicher ist und im Brandfall nicht gefährdet werden kann.
(2)
  • Von jeder Stelle eines Aufenthaltsraumes sowie eines Kellergeschosses muss mindestens ein Ausgang in einen notwendigen Treppenraum oder ins Freie in höchstens 35 m Entfernung erreichbar sein.
  • Übereinanderliegende Kellergeschosse müssen jeweils mindestens zwei Ausgänge in notwendige Treppenräume oder ins Freie haben.
  • Sind mehrere notwendige Treppenräume erforderlich, müssen sie so verteilt sein, dass sie möglichst entgegengesetzt liegen und dass die Rettungswege möglichst kurz sind.
(3)
  • Jeder notwendige Treppenraum muss an einer Außenwand liegen und einen unmittelbaren Ausgang ins Freie haben.
  • Innenliegende notwendige Treppenräume sind zulässig, wenn ihre Nutzung ausreichend lang nicht durch Raucheintritt gefährdet werden kann.
  • Sofern der Ausgang eines notwendigen Treppenraumes nicht unmittelbar ins Freie führt, muss der Raum zwischen dem notwendigen Treppenraum und dem Ausgang ins Freie
    1. mindestens so breit sein wie die dazugehörigen Treppenläufe,
    2. Wände haben, die die Anforderungen an die Wände des Treppenraumes erfüllen,
    3. rauchdichte und selbstschließende Abschlüsse zu notwendigen Fluren haben und
    4. ohne Öffnungen zu anderen Räumen, ausgenommen zu notwendigen Fluren, sein.
(4)
  • Die Wände notwendiger Treppenräume müssen als raumabschließende Bauteile
    1. in Gebäuden der Gebäudeklasse 5 die Bauart von Brandwänden haben,
    2. in Gebäuden der Gebäudeklasse 4 auch unter zusätzlicher mechanischer Beanspruchung hochfeuerhemmend und
    3. in Gebäuden der Gebäudeklasse 3 feuerhemmend sein.
  • Dies ist nicht erforderlich für Außenwände von Treppenräumen, die aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und durch andere an diese Außenwände anschließende Gebäudeteile im Brandfall nicht gefährdet werden können.
  • Der obere Abschluss notwendiger Treppenräume muss als raumabschließendes Bauteil die Feuerwiderstandsfähigkeit der Decken des Gebäudes haben; dies gilt nicht, wenn der obere Abschluss das Dach ist und die Treppenraumwände bis unter die Dachhaut reichen.
(5) In notwendigen Treppenräumen und in Räumen nach Absatz 3 Satz 3 müssen
  1. Bekleidungen, Putze, Dämmstoffe, Unterdecken und Einbauten aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen,
  2. Wände und Decken aus brennbaren Baustoffen eine Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen in ausreichender Dicke haben,
  3. Bodenbeläge, ausgenommen Gleitschutzprofile, aus mindestens schwerentflammbaren Baustoffen bestehen.
(6)
  • In notwendigen Treppenräumen müssen Öffnungen
    1. zu Kellergeschossen, zu nicht ausgebauten Dachräumen, Werkstätten, Läden, Lager- und ähnlichen Räumen sowie zu sonstigen Räumen und Nutzungseinheiten mit einer Fläche von mehr als 200 m2, ausgenommen Wohnungen, mindestens feuerhemmende, rauchdichte und selbstschließende Abschlüsse,
    2. zu notwendigen Fluren rauchdichte und selbstschließende Abschlüsse,
    3. zu sonstigen Räumen und Nutzungseinheiten mindestens dicht- und selbstschließende Abschlüsse haben.
  • Die Feuerschutz- und Rauchschutzabschlüsse dürfen lichtdurchlässige Seitenteile und Oberlichte enthalten, wenn der Abschluss insgesamt nicht breiter als 2,50 m ist.
(7)
  • Notwendige Treppenräume müssen zu beleuchten sein.
  • Innenliegende notwendige Treppenräume müssen in Gebäuden mit einer Höhe nach §2 Abs. 3 Satz 2 von mehr als 13 m eine Sicherheitsbeleuchtung haben.
(8)
  • Notwendige Treppenräume müssen belüftet werden können.
  • Sie müssen in jedem oberirdischen Geschoss unmittelbar ins Freie führende Fenster mit einem freien Querschnitt von mindestens 0,50 m2 haben, die geöffnet werden können.
  • Für innenliegende notwendige Treppenräume und notwendige Treppenräume in Gebäuden mit einer Höhe nach §2 Abs. 3 Satz 2 von mehr als 13 m ist an der obersten Stelle eine Öffnung zur Rauchableitung mit einem freien Querschnitt von mindestens 1 m2 erforderlich; sie muss vom Erdgeschoss sowie vom obersten Treppenabsatz aus geöffnet werden können.

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§36 Notwendige Flure, offene Gänge


(1)
  • Flure, über die Rettungswege aus Aufenthaltsräumen oder aus Nutzungseinheiten mit Aufenthaltsräumen zu Ausgängen in notwendige Treppenräume oder ins Freie führen (notwendige Flure), müssen so angeordnet und ausgebildet sein, dass die Nutzung im Brandfall ausreichend lang möglich ist.
  • Notwendige Flure sind nicht erforderlich
    1. in Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2,
    2. in sonstigen Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2, ausgenommen in Kellergeschossen,
    3. innerhalb von Wohnungen oder innerhalb von Nutzungseinheiten mit nicht mehr als 200 m2,
    4. innerhalb von Nutzungseinheiten, die einer Büro- oder Verwaltungsnutzung dienen, mit nicht mehr als 400 m2; das gilt auch für Teile größerer Nutzungseinheiten, wenn diese Teile nicht größer als 400 m2 sind, Trennwände nach §29 Abs. 2 Nr. 1 haben und jeder Teil unabhängig von anderen Teilen Rettungswege nach §33 Abs. 1 hat.
(2)
  • Notwendige Flure müssen so breit sein, dass sie für den größten zu erwartenden Verkehr ausreichen.
  • In den Fluren ist eine Folge von weniger als drei Stufen unzulässig.
(3)
  • Notwendige Flure sind durch nichtabschließbare, rauchdichte und selbstschließende Abschlüsse in Rauchabschnitte zu unterteilen.
  • Die Rauchabschnitte sollen nicht länger als 30 m sein.
  • Die Abschlüsse sind bis an die Rohdecke zu führen; sie dürfen bis an die Unterdecke der Flure geführt werden, wenn die Unterdecke feuerhemmend ist.
  • Notwendige Flure mit nur einer Fluchtrichtung, die zu einem Sicherheitstreppenraum führen, dürfen nicht länger als 15 m sein.
  • Die Sätze 1 bis 4 gelten nicht für offene Gänge nach Absatz 5.
(4)
  • Die Wände notwendiger Flure müssen als raumabschließende Bauteile feuerhemmend, in Kellergeschossen, deren tragende und aussteifende Bauteile feuerbeständig sein müssen, feuerbeständig sein.
  • Die Wände sind bis an die Rohdecke zu führen.
  • Sie dürfen bis an die Unterdecke der Flure geführt werden, wenn die Unterdecke feuerhemmend und ein demjenigen nach Satz 1 vergleichbarer Raumabschluss sichergestellt ist.
  • Türen in diesen Wänden müssen dicht schließen; Öffnungen zu Lagerbereichen im Kellergeschoss müssen feuerhemmende, dicht- und selbstschließende Abschlüsse haben.
(5)
  • Für Wände und Brüstungen notwendiger Flure mit nur einer Fluchtrichtung, die als offene Gänge vor den Außenwänden angeordnet sind, gilt Absatz 4 entsprechend.
  • Fenster sind in diesen Außenwänden ab einer Brüstungshöhe von 0,90 m zulässig.
(6) In notwendigen Fluren sowie in offenen Gängen nach Absatz 5 müssen
  1. Bekleidungen, Putze, Unterdecken und Dämmstoffe aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen,
  2. Wände und Decken aus brennbaren Baustoffen eine Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen in ausreichender Dicke haben.

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§37 Fenster, Türen, sonstige Öffnungen


(1) Können die Fensterflächen nicht gefahrlos vom Erdboden, vom Innern des Gebäudes, von Loggien oder Balkonen aus gereinigt werden, so sind Vorrichtungen wie Aufzüge, Halterungen oder Stangen anzubringen, die eine Reinigung von außen ermöglichen.

(2)

  • Glastüren und andere Glasflächen, die bis zum Fußboden allgemein zugänglicher Verkehrsflächen herabreichen, sind so zu kennzeichnen, dass sie leicht erkannt werden können.
  • Weitere Schutzmaßnahmen sind für größere Glasflächen vorzusehen, wenn dies die Verkehrssicherheit erfordert.
(3) Eingangstüren von Wohnungen, die über Aufzüge erreichbar sein müssen, müssen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 0,90 m haben.

(4)

  • Jedes Kellergeschoss ohne Fenster muss mindestens eine Öffnung ins Freie haben, um eine Rauchableitung zu ermöglichen.
  • Gemeinsame Kellerlichtschächte für übereinanderliegende Kellergeschosse sind unzulässig.
(5)
  • Fenster, die als Rettungswege nach §33 Abs. 2 Satz 2 dienen, müssen im Lichten mindestens 0,90 m x 1,20 m groß und nicht höher als 1,20 m über der Fußbodenoberkante angeordnet sein.
  • Liegen diese Fenster in Dachschrägen oder Dachaufbauten, so darf ihre Unterkante oder ein davor liegender Austritt von der Traufkante horizontal gemessen nicht mehr als 1 m entfernt sein.

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§40 Leitungsanlagen, Installationsschächte und -kanäle


(1) Leitungen dürfen durch raumabschließende Bauteile, für die eine Feuerwiderstandsfähigkeit vorgeschrieben ist, nur hindurchgeführt werden, wenn eine Brandausbreitung ausreichend lang nicht zu befürchten ist oder Vorkehrungen hiergegen getroffen sind; dies gilt nicht für Decken
  1. in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2,
  2. innerhalb von Wohnungen,
  3. innerhalb derselben Nutzungseinheit mit nicht mehr als insgesamt 400 m2 in nicht mehr als zwei Geschossen.
(2) In notwendigen Treppenräumen, in Räumen nach §35 Abs. 3 Satz 3 und in notwendigen Fluren sind Leitungsanlagen nur zulässig, wenn eine Nutzung als Rettungsweg im Brandfall ausreichend lang möglich ist.

(3) Für Installationsschächte und -kanäle gelten Absatz 1 sowie §41 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 entsprechend.

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§47 Aufenthaltsräume


(1)
  • Aufenthaltsräume müssen eine lichte Raumhöhe von mindestens 2,40 m haben.
  • Dies gilt nicht für Aufenthaltsräume in Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 sowie für Aufenthaltsräume im Dachraum.
(2)
  • Aufenthaltsräume müssen ausreichend belüftet und mit Tageslicht belichtet werden können.
  • Sie müssen Fenster mit einem Rohbaumaß der Fensteröffnungen von mindestens 1/8 der Netto-Grundfläche des Raumes einschließlich der Netto-Grundfläche verglaster Vorbauten und Loggien haben.
(3) Aufenthaltsräume, deren Nutzung eine Belichtung mit Tageslicht verbietet, sowie Verkaufsräume, Schank- und Speisegaststätten, ärztliche Behandlungs-, Sport-, Spiel-, Werk- und ähnliche Räume sind ohne Fenster zulässig.

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§48 Wohnungen


(1)
  • Jede Wohnung muss eine Küche oder Kochnische haben.
  • Fensterlose Küchen oder Kochnischen sind zulässig, wenn eine wirksame Lüftung gewährleistet ist.
(2) In Wohngebäuden der Gebäudeklassen 3 bis 5 sind leicht erreichbare und gut zugängliche Abstellräume für Kinderwagen und Fahrräder sowie für jede Wohnung ein ausreichend großer Abstellraum herzustellen.

(3) Jede Wohnung muss ein Bad mit Badewanne oder Dusche und eine Toilette haben.

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§50 Barrierefreies Bauen


(1)
  • In Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen müssen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar sein.
  • In diesen Wohnungen müssen die Wohn und Schlafräume, eine Toilette, ein Bad sowie die Küche oder die Kochnische mit dem Rollstuhl zugänglich sein.
  • §39 Abs. 4 bleibt unberührt.
(2)
  • Bauliche Anlagen, die öffentlich zugänglich sind, müssen in den dem allgemeinen Besucherverkehr dienenden Teilen von Menschen mit Behinderungen, alten Menschen und Personen mit Kleinkindern barrierefrei erreicht und ohne fremde Hilfe zweckentsprechend genutzt werden können.
  • Diese Anforderungen gelten insbesondere für
    1. Einrichtungen der Kultur und des Bildungswesens,
    2. Sport- und Freizeitstätten,
    3. Einrichtungen des Gesundheitswesens,
    4. Büro-, Verwaltungs- und Gerichtsgebäude,
    5. Verkaufs- und Gaststätten,
    6. Stellplätze, Garagen und Toilettenanlagen.
(3)
  • Bauliche Anlagen nach Absatz 2 müssen durch einen Eingang mit einer lichten Durchgangsbreite von mindestens 0,90 m stufenlos erreichbar sein.
  • Vor Türen muss eine ausreichende Bewegungsfläche vorhanden sein.
  • Rampen dürfen nicht mehr als 6 v. H. geneigt sein; sie müssen mindestens 1,20 m breit sein und beidseitig einen festen und griffsicheren Handlauf haben.
  • Am Anfang und am Ende jeder Rampe ist ein Podest, alle 6 m ein Zwischenpodest anzuordnen.
  • Die Podeste müssen eine Länge von mindestens 1,50 m haben.
  • Treppen müssen an beiden Seiten Handläufe erhalten, die über Treppenabsätze und Fensteröffnungen sowie über die letzten Stufen zu führen sind.
  • Die Treppen müssen Setzstufen haben.
  • Flure müssen mindestens 1,50 m breit sein.
  • Ein Toilettenraum muss auch für Benutzer von Rollstühlen geeignet und erreichbar sein; er ist zu kennzeichnen.
  • §39 Abs. 4 gilt auch für Gebäude mit einer geringeren Höhe als nach §39 Abs. 4 Satz 1, soweit Geschosse mit Rollstühlen stufenlos erreichbar sein müssen.
(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten nicht, soweit die Anforderungen wegen schwieriger Geländeverhältnisse, wegen des Einbaus eines sonst nicht erforderlichen Aufzugs, wegen ungünstiger vorhandener Bebauung oder im Hinblick auf die Sicherheit der Menschen mit Behinderungen oder alten Menschen nur mit einem unverhältnismäßigen Mehraufwand erfüllt werden können.

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§51 Sonderbauten


  • An Sonderbauten können im Einzelfall zur Verwirklichung der allgemeinen Anforderungen nach §3 Abs. 1 besondere Anforderungen gestellt werden.
  • Erleichterungen können gestattet werden, soweit es der Einhaltung von Vorschriften wegen der besonderen Art oder Nutzung baulicher Anlagen oder Räume oder wegen besonderer Anforderungen nicht bedarf.
  • Die Anforderungen und Erleichterungen nach den Sätzen 1 und 2 können sich insbesondere erstrecken auf
    1. die Anordnung der baulichen Anlagen auf dem Grundstück,
    2. die Abstände von Nachbargrenzen, von anderen baulichen Anlagen auf dem Grundstück und von öffentlichen Verkehrsflächen sowie auf die Größe der freizuhaltenden Flächen der Grundstücke,
    3. die Öffnungen nach öffentlichen Verkehrsflächen und nach angrenzenden Grundstücken,
    4. die Anlage von Zu- und Abfahrten,
    5. die Anlage von Grünstreifen, Baumpflanzungen und anderen Pflanzungen sowie die Begrünung oder Beseitigung von Halden und Gruben,
    6. die Bauart und Anordnung aller für die Stand- und Verkehrssicherheit, den Brand-, Wärme-, Schall- oder Gesundheitsschutz wesentlichen Bauteile und die Verwendung von Baustoffen,
    7. Brandschutzanlagen, -einrichtungen und -vorkehrungen,
    8. die Löschwasserrückhaltung,
    9. die Anordnung und Herstellung von Aufzügen, Treppen, Treppenräumen, Fluren, Ausgängen und sonstigen Rettungswegen,
    10. die Beleuchtung und Energieversorgung,
    11. die Lüftung und Rauchableitung,
    12. die Feuerungsanlagen und Heizräume,
    13. die Wasserversorgung,
    14. die Aufbewahrung und Entsorgung von Abwasser und festen Abfallstoffen,
    15. die Stellplätze und Garagen,
    16. die barrierefreie Nutzbarkeit,
    17. die zulässige Zahl der Benutzer, Anordnung und Zahl der zulässigen Sitz- und Stehplätze bei Versammlungsstätten, Tribünen und Fliegenden Bauten,
    18. die Zahl der Toiletten für Besucher,
    19. Umfang, Inhalt und Zahl besonderer Bauvorlagen, insbesondere eines Brandschutzkonzepts,
    20. weitere zu erbringende Bescheinigungen,
    21. die Bestellung und Qualifikation des Bauleiters und der Fachbauleiter,
    22. den Betrieb und die Nutzung einschließlich der Bestellung und der Qualifikation eines Brandschutzbeauftragten,
    23. Erst-, Wiederholungs- und Nachprüfungen und die Bescheinigungen, die hierüber zu erbringen sind.

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§52 Grundpflichten


Bei der Errichtung, Änderung, Nutzungsänderung und der Beseitigung von Anlagen sind der Bauherr und im Rahmen ihres Wirkungskreises die anderen am Bau Beteiligten dafür verantwortlich, dass die öffentlich-rechtlichen Vorschriften
eingehalten werden.

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§53 Bauherr


(1)
  • Der Bauherr hat zur Vorbereitung, Überwachung und Ausführung eines nicht verfahrensfreien Bauvorhabens sowie der Beseitigung von Anlagen geeignete Beteiligte nach Maßgabe der §§54 bis 56 zu bestellen, soweit er nicht selbst zur Erfüllung der Verpflichtungen nach diesen Vorschriften geeignet ist.
  • Dem Bauherrn obliegen außerdem die nach den öffentlich-rechtlichen Vorschriften erforderlichen Anträge, Anzeigen und Nachweise.
  • Er hat vor Baubeginn den Namen des Bauleiters und während der Bauausführung einen Wechsel dieser Person unverzüglich der Bauaufsichtsbehörde schriftlich mitzuteilen.
  • Wechselt der Bauherr, hat der neue Bauherr dies der Bauaufsichtsbehörde unverzüglich schriftlich mitzuteilen.
(2)
  • Treten bei einem Bauvorhaben mehrere Personen als Bauherr auf, so kann die Bauaufsichtsbehörde verlangen, dass ihr gegenüber ein Vertreter bestellt wird, der die dem Bauherrn nach den öffentlich-rechtlichen Vorschriften obliegenden Verpflichtungen zu erfüllen hat.
  • Im Übrigen findet §18 Abs. 1 Sätze 2 und 3 sowie Absatz 2 Verwaltungsverfahrensgesetz1 entsprechende Anwendung.

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§54 Entwurfsverfasser


(1)
  • Der Entwurfsverfasser muss nach Sachkunde und Erfahrung zur Vorbereitung des jeweiligen Bauvorhabens geeignet sein.
  • Er ist für die Vollständigkeit und Brauchbarkeit seines Entwurfs verantwortlich.
  • Der Entwurfsverfasser hat dafür zu sorgen, dass die für die Ausführung notwendigen Einzelzeichnungen, Einzelberechnungen und Anweisungen den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen.
(2)
  • Hat der Entwurfsverfasser auf einzelnen Fachgebieten nicht die erforderliche Sachkunde und Erfahrung, so sind geeignete Fachplaner heranzuziehen.
  • Diese sind für die von ihnen gefertigten Unterlagen, die sie zu unterzeichnen haben, verantwortlich.
  • Für das ordnungsgemäße Ineinandergreifen aller Fachplanungen bleibt der Entwurfsverfasser verantwortlich.

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§55 Unternehmer


(1)
  • Jeder Unternehmer ist für die mit den öffentlich-rechtlichen Anforderungen übereinstimmende Ausführung der von ihm übernommenen Arbeiten und insoweit für die ordnungsgemäße Einrichtung und den sicheren Betrieb der Baustelle verantwortlich.
  • Er hat die erforderlichen Nachweise über die Verwendbarkeit der verwendeten Bauprodukte und Bauarten zu erbringen und auf der Baustelle bereitzuhalten.
(2) Jeder Unternehmer hat auf Verlangen der Bauaufsichtsbehörde für Arbeiten, bei denen die Sicherheit der Anlage in außergewöhnlichem Maße von der besonderen Sachkenntnis und Erfahrung des Unternehmers oder von einer Ausstattung des Unternehmens mit besonderen Vorrichtungen abhängt, nachzuweisen, dass er für diese Arbeiten geeignet ist und über die erforderlichen Vorrichtungen verfügt.

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§56 Bauleiter


(1)
  • Der Bauleiter hat darüber zu wachen, dass die Baumaßnahme entsprechend den öffentlich-rechtlichen Anforderungen durchgeführt wird und die dafür erforderlichen Weisungen zu erteilen.
  • Er hat im Rahmen dieser Aufgabe auf den sicheren bautechnischen Betrieb der Baustelle, insbesondere auf das gefahrlose Ineinandergreifen der Arbeiten der Unternehmer zu achten.
  • Die Verantwortlichkeit der Unternehmer bleibt unberührt.
(2)
  • Der Bauleiter muss über die für seine Aufgabe erforderliche Sachkunde und Erfahrung verfügen.
  • Verfügt er auf einzelnen Teilgebieten nicht über die erforderliche Sachkunde, so sind geeignete Fachbauleiter heranzuziehen.
  • Diese treten insoweit an die Stelle des Bauleiters.
  • Der Bauleiter hat die Tätigkeit der Fachbauleiter und seine Tätigkeit aufeinander abzustimmen.

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Schallschutz

Schallschutzbegriffe in Anlehnung an DIN 4109 und mitgeltende Normen

Schall sind mechanische Schwingungen und Wellen eines elastischen Mediums. Der Frequenzbereich des menschlichen Hörens bewegt sich zwischen ca. 16 Hz bis 16 000 Hz.
In DIN 4109 wird unterschieden nach:
  • Luftschall ist der sich in der Luft ausbreitende Schall.
  • Körperschall ist der in festen Stoffen sich ausbreitende Schall.
  • Trittschall ist der Schall, der beim Begehen und bei ähnlicher Anregung einer Decke, Treppe o. ä. als Körperschall entsteht und teilweise als Luftschall in einen darunter liegenden oder anderen Raum abgestrahlt wird.

Schallschutz

Unter Schallschutz werden einerseits Maßnahmen gegen die Schallentstehung (Primär-Maßnahmen) und andererseits Maßnahmen, welche die Schallübertragung von einer Schallquelle zum Hörer vermindern (Sekundär-Maßnahmen), verstanden.
Bei den Sekundär-Maßnahmen für den Schallschutz muss unterschieden werden, ob sich Schallquelle und Hörer in verschiedenen Räumen oder in demselben Raum befinden.
Im ersten Fall wird Schallschutz hauptsächlich durch Schalldämmung, im zweiten Fall durch Schallabsorption erreicht.
Bei der Schalldämmung unterscheidet man je nach der Art der Schwingungsanregung der Bauteile zwischen Luftschalldämmung und Körperschalldämmung. Unter Körperschalldämmung versteht man Maßnahmen, die geeignet sind, Schwingungsübertragungen von einem Bauteil zum anderen zu vermindern. Besonders wichtige Fälle der Körperschalldämmung sind der Schutz gegen Anregung durch Trittschall – die Trittschalldämmung – und die Körperschalldämmung, z. B. von Sanitärgegenständen gegenüber dem Baukörper.

Vorhaltemaß

Das Vorhaltemaß (2 dB, gemäß DIN 4109) soll den möglichen Unterschied des Schalldämm-Maßes am Prüfobjekt im Prüfstand und den tatsächlichen am Bau sowie eventuelle Streuungen der Eigenschaften der geprüften Konstruktionen berücksichtigen.

Flankenübertragung

Flankenübertragung

Die Flankenübertragung ist der Teil der Nebenweg-Übertragung, der ausschließlich über die angrenzenden Bauteile erfolgt, d. h. unter Ausschluss der Übertragung über Undichtheiten, Lüftungsanlagen, Rohrleitungen und Ähnliches.

Bezugskurve

Bezugskurve

Die Bezugskurve für die Luftschalldämmung ist die Festlegung von Bezugswerten der Schalldämm-Maße R und R’ in Abhängigkeit von der Frequenz (siehe Diagramm).

Schalldämm-Maß

Das Schalldämm-Maß kennzeichnet die Luftschalldämmung von Bauteilen (z. B. Wände).
Durch Anfügen besonderer Kennzeichnungen und Indizes wird das Schalldämm-Maß unterschieden:
1. Je nachdem, ob der Schall ausschließlich durch das zu prüfende Bauteil oder
2. ...auch über etwaige Nebenwege übertragen wird.

Labor-Schalldämm-MaßLabor-Schalldämm-Maß R
Das Labor-Schalldämm-Maß R wird verwendet, wenn der Schall ausschließlich durch das zu prüfende Bauteil übertragen wird, z. B. in einem Prüfstand ohne Flankenübertragung nach DIN EN ISO 140-1/03.98 (DIN 52 210-2/08.84, Abschnitt 3.3.2).

Bau-Schalldämm-Maß R’
Das Bau-Schalldämm-Maß R’ wird verwendet bei zusätzlicher Flanken- oder anderer Nebenweg-Übertragung.
Die Prüfungen werden in ausgeführten Bauten mit der dort vorhandenen Flanken- und Nebenweg-Übertragung vorgenommen.

Bewertetes Schalldämm-Maß Rw und R’w

Das bewertete Schalldämm-Maß Rw und R’w ist die Einzahl-Angabe zur Kennzeichnung der Luftschalldämmung von Bauteilen. Das bewertete Schalldämm-Maß Rw und R’w beruht auf der Bestimmung des Schalldämm-Maßes mittels Terzfilter-Analyse.
Zahlenmäßig ist Rw und R’w der Wert der entsprechend DIN EN ISO 717-1/01.97 (DIN 52 210-4/08.84) um ganze dB verschobenen Bezugskurve bei 500 Hz.

Labor-Schall-Längsdämm-Maß

Labor-Schall-Längsdämm-Maß RL

Das Labor-Schall-Längsdämm-Maß RL ist das auf eine Bezugs-Trennfläche und eine Bezugs-Kantenlänge zwischen flankierendem Bauteil und Trennwand bzw. Trenndecke bezogene Flankendämm-Maß, wenn die Verzweigungsdämmung an der Verbindungsstelle zwischen trennendem und flankierendem Bauteil gering ist, s. Prüfnorm DIN EN 20 140-3/05.95 (DIN 52 210-7/05.89).

Bewertetes Labor-Schall-Längsdämm-Maß RL,w

Das bewertete Labor-Schall-Längsdämm-Maß RL,w ist die Einzahl-Angabe zur Kennzeichnung der Luftschalldämmung von Bauteilen mit einem Schall-Längsdämm-Maß RL, wie vorbeschrieben.
Das bewertete Schall-Längsdämm-Maß RL,w beruht auf der Bestimmung des Schall-Längsdämm-Maßes mittels Terzfilter-Analyse. Zahlenmäßig ist RL,w der Wert der entsprechend DIN EN ISO 717-1/01.97 (DIN 52 210-4) um ganze dB verschobenen Bezugskurve bei 500 Hz.

Gliederung von Schalldämm-Maß-Angaben

frequenzabhängig
frequenzabhängig

bewertete Labor-Schalldämm-Maßebewertete Labor-Schalldämm-Maße

Schalldämmung mit Trennwänden von Rigips

„In der Ruhe liegt die Kraft”

Um sich zu entspannen und Kraft für die Aufgaben des Alltags zu sammeln, benötigt der Mensch Ruhe, ein Gut, das in einer hektischen Zeit mit permanenten Hintergrundgeräuschen von Motoren, Mobiltelefonen, Stereoanlagen usw. immer seltener und kostbarer wird.
Hören ist die subjektive Wahrnehmung von Schall. Zwei unterschiedliche Geräusche gleicher Schallintensität können uns sowohl angenehm (z. B. Musik) als auch belästigend (z. B. Bohrmaschine) erscheinen. Auch ein gleichbleibendes Geräusch wie laute Musik können wir - je nach Tageszeit, Stimmung und Musikgeschmack - einmal als angenehm, dann wiederum als störend empfinden. Unangenehme Geräusche bezeichnen wir als Lärm.
Geschlossene Räume bieten die Möglichkeit, Lärm aus einem Nebenraum so weit abzudämmen, dass er nicht mehr als solcher empfunden wird. Daraus resultieren Anforderungen an die einzelnen Bauteile eines Raumes (Wände, Böden, Decken).

Die Anforderungen an die Schalldämmung von Bauteilen werden in DIN 4109 beschrieben. Kennzeichnende Größe für die erforderliche Luftschalldämmung von Wänden nach DIN 4109 ist der Wert erf. R’w. Dieser Wert beinhaltet neben der reinen Schalldämmung der Trennwand auch die Schallübertragung über die flankierenden Bauteile sowie Undichtigkeiten usw. Bei Türen und Fenstern gelten die Werte für die Schalldämmung bei alleiniger Übertragung durch Türen und Fenster.

Schalldämm-Maße Rw,R von Rigips Metallständerwänden

Im Allgemeinen wird für die schalltechnische Planung DIN 4109 in Verbindung mit Beiblatt 1 herangezogen, in dem das rechnerische Nachweisverfahren geregelt ist. Dort sind außerdem Rechenwerte für zahlreiche Konstruktionen wie z. B. Metallständerwände und flankierende Bauteile angegeben, deren Ursprung rund 20 Jahre alt ist.
In der Zwischenzeit sind nicht nur die Prüfbedingungen (Prüfstände, Messtechnik) verbessert worden, auch die relevanten Bau-Produkte wurden kontinuierlich optimiert. Dies betrifft sowohl die Gipsplatten als auch Profile und Dämmstoffe. Auch die Materialien der flankierenden Bauteile haben sich verändert und zwingen zu veränderten Betrachtungsweisen. Im Zuge der Harmonisierung der nationalen Normen sind bereits neue europäische Normen erschienen (z. B. DIN EN 20 140; DIN EN ISO 140, DIN EN ISO 717).
Um den Planern und Verarbeitern ein Höchstmaß an Sicherheit zu geben, überarbeitet Rigips derzeit seine Schalldämm-Maße Rw,R für Metall-Ständerwände komplett.
Die aktuellen Werte werden einerseits mit Rigips Bauplatten RB und andererseits - für verbesserten Schallschutz - mit Der Blauen von Rigips erzielt.

Rigips Die Blauen

Rechenwert RwRUm dem Planer den Zugang zu den für ihn gewohnten Rechenverfahren zu erleichtern, wird als Schalldämm-Maß der Wand ohne Nebenwege grundsätzlich der Rechenwert Rw,R angegeben. Da in Deutschland derzeit keine Anforderungen an die in neuen Prüfzeugnissen angegebenen Spektrums-Anpassungswerte (C, Ctr usw.) existieren, werden die Werte in dieser Druckschrift nicht berücksichtigt.
Die Rechenwerte beziehen sich auf Rigips-Montagewände, die mit Rigips-Produkten entsprechend den Rigips-Verarbeitungsrichtlinien errichtet wurden. Der Anschluss an die flankierenden Bauteile erfolgte mittels Rigips Anschlussdichtung. Für die Hohlraumdämpfung wurde Mineralwolle nach DIN 18 165 Teil 1 verwendet. Der längenbezogene Strömungswiderstand der Mineralwolle muss r ≤ 5 KNs/m4 betragen.
Die neuen Werte weichen z. T. deutlich von den Rechenwerten aus Beiblatt 1 zu DIN 4109 oder von den Werten aus älteren Prüfzeugnissen ab. Mehrfache Prüfungen identischer Konstruktionen zeigten jedoch nur sehr geringe Abweichungen in den Mess-Ergebnissen. Voraussetzung hierfür ist eine sorgfältige Verarbeitung.
Rechenwerte für Schalldämm-Maße Rw,R von Rigips Metallständer-Wänden als Trennwände sind diesem Dokument bzw. den jeweils aktuellen Herstellerangaben zu entnehmen. Tabelle 23 aus Beiblatt 1 zu DIN 4109 ist diesbezüglich nicht mehr zu verwenden.
Die im Regelfall auf der Baustelle auftretenden Anforderungen können komplett mit Rigips-Konstruktionen erfüllt werden.

Einfluss flankierender Bauteile auf den Schallschutz

Rechenverfahren nach Beiblatt 1 zu DIN 4109

Für die im Bauwerk zu erreichende Schalldämmung kommt es nicht allein auf das Schalldämm-Maß der Trennwand an, sondern ebenso auf das resultierende Schall-Längsdämm-Maß der flankierenden Bauteile. Mit Hilfe der Berechnungsgrundlagen aus Beiblatt 1 zu DIN 4109 lassen sich Prognosewerte für die auf der Baustelle zu erwartende Schalldämmung R’w,R errechnen:
Formel RwR

Rw,R

Rechenwert des bewerteten Schalldämm-Maßes der Trennwand ohne Längsleitung über flankierende Bauteile in dB

R’L,w,R,i

Rechenwert des bewerteten Bau-Schall-Längsdämm-Maßes des i-ten flankierenden Bauteils am Bau in dB

n

Anzahl der flankierenden Bauteile (im Regelfall n = 4)

Die Genauigkeit der Rechnung ist im Allgemeinen ausreichend, wenn sie mit den Einzahl-Angaben der bewerteten Schalldämm-Maße der beteiligten Bauteile durchgeführt wird. Eine frequenzabhängige Berechnung von R’w,R kann in Sonderfällen erforderlich sein. Die rechnerische Ermittlung des bewerteten Schall-Längsdämm-Maßes R’L,w,R,i eines flankierenden Bauteils am Bau nach DIN 52 217 erfolgt dabei nach folgender Gleichung:

Formel RLwRi

RL,w,R,i

Rechenwert des bewerteten Labor-Schall-Längsdämm-Maßes in dB des i-ten flankierenden Bauteils nach DIN 52 217, aus Messungen im Prüfstand oder nach den Ausführungsbeispielen in Beiblatt 1 zu DIN 4109

ST

Fläche der Trennwand in m2

S0

Bezugsfläche in m2 (für Wände S0 = 10 m2)

li

gemeinsame Kantenlänge zwischen der Trennwand und dem flankierenden Bauteil in m

lo

Bezugslänge in m:
- für Decken, Unterdecken, Fußböden 4,5 m
- für Wände 2,8 m

Für Räume mit einer Raumhöhe von etwa 2,5 m bis 3 m und einer Trennwandbreite von etwa 4 m bis 5 m werden die logarithmischen Anteile in der Formel sehr klein. Somit kann die Gleichung wie folgt vereinfacht werden:

Formel RLwRi

Im Folgenden gehen wir grundsätzlich davon aus, dass das bewertete Labor-Schall-Längsdämm-Maß in etwa dem Maß auf der Baustelle entspricht.

Rechenwerte für Schalldämm-Maße Rw,R von Rigips Metallständer-Wänden als Trennwände sind diesem Dokument bzw. den jeweils aktuellen Herstellerangaben zu entnehmen. Tabelle 23 aus Beiblatt 1 zu DIN 4109 ist diesbezüglich nicht mehr zu verwenden.

Als Rechenwerte für Schall-Längsdämm-Maße RL,w,R der einzelnen flankierenden Bauteile können Ergebnisse von Prüfstandsmessungen verwendet werden. Unabhängig davon lassen sich Rechenwerte für Schall-Längsdämm-Maße RL,w,R der einzelnen flankierenden Bauteile auch Beiblatt 1 zu DIN 4109 entnehmen.

Hinweise zu Rechenwerten für Schall-Längsdämm-Maße nach Beiblatt 1 zu DIN 4109

Tabelle 25 massive flankierende Bauteile von Trennwänden

Tabelle 26 Unterdecken mit einer Abhängehöhe von 400 mm

Tabelle 27 Abminderung für Unterdecken mit Absorberauflage, Abhängehöhe über 400 mm

Tabelle 28 Verbesserungsmaße für Unterdecken nach Tabelle 26 durch ein Absorberschott

Tabelle 29 schwimmende Estriche nach DIN 18 560

Tabelle 30 flankierende Holzbalkendecken

Tabelle 31 flankierende, biegesteife Wände mit biegeweicher Vorsatzschale

Tabelle 32 Montagewände aus 12,5 mm dicken Gipsplatten in Ständerbauart nach DIN 18 183

Tabelle 33 Wände in Holzbauart in horizontaler Richtung

Berechnungsschema: Ermittlung des resultierenden Schalldämm-Maßes R’w,R ohne Rechner

BerechnungsschemaDas nachfolgende Beispiel zeigt, dass die Berechnung des Prognosewertes R’w,R bei Verwendung eines Formblattes auch ohne Taschenrechner erfolgen kann. Dabei wird der Differenzwert zwischen jeweils zwei Eingangswerten ermittelt (z. B. Werte-Differenz R’L,w,R Decke/Boden = 5,0 dB). Aus der unten stehenden Zahlenleiste kann damit der Wert deltaR (= 1,2 dB) abgelesen werden, der von dem kleineren der beiden Eingangswerte abzuziehen ist (z. B. 55 dB - 1,2 dB = 53,8 dB).
Berechnungsschema

Der maßgebliche Einfluss der flankierenden Bauteile wird noch besser ersichtlich, wenn man die Anschlussbedingungen - wie in der nachfolgenden Tabelle dargestellt - systematisch verändert. Eine Trennwandkonstruktion mit z. B. Rw,R = 60 dB erreicht je nach Flankenausbildung resultierende Werte R’w,R von 37 dB bis 57 dB. Dabei kann der aus allen fünf Bauteilen resultierende Wert bestenfalls dem schlechtesten Einzelwert entsprechen (Die Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied).

Beispiele zum Einfluss der Flankenübertragung

(Rechenwerte nach Beiblatt 1 zu DIN 4109 bzw. Prüfzeugnissen)
Trennwand:
Doppelständerwand mit beidseitig 2 x 12,5 Rigips Bauplatte RB auf 2 x CW 50 und 80 mm Mineralwolle

Beispiele zum Einfluss der Flankenübertragung

Erforderliche Schalldämmung Rw,R

Die folgende Tabelle zeigt, welchen Rechenwert Rw,R eine Trennwand (bei eindeutig definiertem resultierendem Schall-Längsdämm-Maß) mindestens haben muss, um den Mindest-Anforderungen an erf. R’w aus DIN 4109 zu genügen.
So muss z. B. eine Trennwand mindestens einen Rechenwert von Rw,R = 58 dB haben, um bei einer resultierenden Schall-Längsdämmung von RL,w,R = 55 dB die Anforderungen an eine Wohnungstrennwand von R’w,R = 53 dB zu erfüllen.

Beispiele zur erforderlichen Schalldämmung Rw,R von Trennwänden zur Erfüllung der Anforderungen erf. R’w

Bauteile
DIN 4109
erf. R’w dB
Resultierendes Schall-Längsdämm-Maß der 4 flankierenden Bauteile
R’L,w,R dB
65
60
55
50
45
40
Bürowand
37
383838383840Rw,R
dB
Wand zwischen Wohn- und Kinderschlafzimmer
40
4141414142
Wand zwischen Flur und Behandlungsraum
42
4343434345
Wand zwischen Direktionsund Vorzimmer
45
46464647
Wand zwischen Unterrichts-, Übernachtungs- oder Krankenräumen
47
48484850*)
Treppenraumwand
52
535355
Wohnungstrennwand
53
545458
Wand zwischen Unterrichts- und Musikraum
55
5657
* Anforderung ist durch keine Trennwand zu erfüllen (zu hohe Flankenübertragung)

Zur Berücksichtigung schwankender Baustellenbedingungen empfehlen wir die errechneten Werte R’w,R mit einem zusätzl. Sicherheitszuschlag zu versehen. Der Sicherheitszuschlag wurde in dieser Tabelle nicht berücksichtigt (siehe hierzu auch Ablaufdiagramm für die Planung).

Diese Beispiele zeigen, dass die im Regelfall auf der Baustelle auftretenden Anforderungen komplett mit Rigips-Konstruktionen abgedeckt werden können.
Entscheidend für die Qualität der am Bau erzielten Schalldämmung ist in erster Linie eine konsequente Planung aller Bauteile samt Anschlüssen sowie eine fachgerechte Ausführung, die nur durch Überwachung im Bauablauf gesichert werden kann.
Durch gute Arbeit in Planungsbüros und auf Baustellen wird dies seit vielen Jahren täglich bestätigt.

Ablaufdiagramm für die Planung

Bezugskurven Prüfstand/Bau und Ablaufdiagramm

Anforderungen und Vorschläge nach DIN 4109

Erforderliche Luftschalldämmung von Wänden und Türen zum Schutz gegen Schallübertragung aus einem fremden Wohn- oder Arbeitsbereich.
Bauteile
Mindest-
anforderungen

erf. R’w
dB
Vorschläge
für erhöhten
Schallschutz
erf. R’w
dB
Bemerkungen
1. Geschosshäuser mit Wohnungen und Arbeitsräumen
Wohnungstrennwände und Wände zwischen fremden Arbeitsräumen
53
≥ 55
Wohnungstrennwände sind Bauteile, die Wohnungen voneinander oder von fremden Arbeitsräumen trennen.
Treppenraumwände und Wände neben Hausfluren
52
≥ 55
Für Wande mit Türen gilt die Anforderung erf. R’w (Wand) = erf. Rw (Tür) + 15 dB. Darin bedeutet erf. R’w (Tür) die erforderliche Schalldammung der Tür. Wandbreiten ≤ 30 cm bleiben dabei unberucksichtigt.
Wände neben Durchfahrten, Einfahrten von Sammelgaragen u. Ä.
55
-
Wände von Spiel- oder ähnlichen Gemeinschaftsräumen.
55
-
Türen, die von Hausfluren oder Treppenräumen in Flure und Dielen von Wohnungen und Wohnheimen oder von Arbeitsräumen führen.
27
≥ 37
Bei Türen gilt erf. R’w.
Türen, die von Hausfluren oder Treppenräumen unmittelbar in Aufenthaltsräume - außer Flure und Dielen - von Wohnungen führen.
37
-
Bei Türen gilt erf. R’w.
2. Einfamilien-Doppelhäuser und Einfamilien-Reihenhäuser
Haustrennwände
57
≥ 67
3. Beherbergungsstätten
wischen
- Übernachtungsräumen
- Fluren und Übernachtungsräumen
47
≥ 52
Das erf. R’w gilt für die Wand allein.
Türen zwischen Fluren und Übernachtungsräumen
32
≤ 37
Bei Türen gilt erf. R’w.
Mindestanforderungen: Auszug aus DIN 4109 Tabelle 3.
Vorschläge für erhöhten Schallschutz: Auszug aus Beiblatt 2 zu DIN 4109, Tabelle 2.
Um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, empfehlen wir, den geforderten Schallschutz für einzelne oder mehrere Bauteile eindeutig vertraglich zu vereinbaren!

Bauteile
Mindest-
anforderungen
 
erf. R’w
dB
Vorschläge
für erhöhten
Schallschutz
erf. R’w
dB
Bemerkungen
4. Krankenanstalten, Sanatorien
Wände zwischen
- Krankenräumen
- Fluren und Krankenräumen
- Untersuchungs-/Sprechzimmern
- Fluren und Untersuchungs- bzw. Sprechzimmern
- Krankenräumen und Arbeits- und Pflegeräumen
47
≥ 52
Das erf. R’w gilt für die Wand allein.
Wände zwischen
- Operations- und Behandlungsräumen
- Fluren und Operations- und Behandlungsräumen
42
-
Das erf. R’w gilt für die Wand allein.
Wände zwischen
- Räumen der Intensivpflege, Fluren und Krankenräumen der Intensivpflege
37
-
Das erf. R’w gilt für die Wand allein.
Türen zwischen
- Untersuchungs-/Sprechzimmern
- Fluren und Untersuchungs- bzw. Sprechzimmern
37
-
Bei Türen gilt erf. R’w.
Türen zwischen
- Fluren und Krankenräumen
- Operations- und Behandlungsräumen
- Fluren und Operations- bzw. Behandlungsräumen
32
≥ 37
Bei Türen gilt erf. R’w.
5. Schulen und vergleichbare Unterrichtsbauten
Wände zwischen Unterrichtsräumen oder ähnlichen Räumen
47
-
Wände zwischen Unterrichtsräumen oder ähnlichen Räumen und Fluren
47
-
Wände zwischen Unterrichtsräumen oder ähnlichen Räumen und Treppenhäusern
52
-
Wände zwischen Unterrichtsräumen oder ähnlichen Räumen und "besonders lauten" Räumen (z. B. Sporthallen, Musikräumen, Werkräumen)
55
-
Türen zwischen Unterrichtsräumen oder ähnlichen Räumen und Fluren
32
-
Bei Türen gilt erf. R’w.
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