- Wie groß ist der Schraubabstand bei Wand- und Deckenkonstruktionen?
Bei einfachen Beplankungen beträgt der Schraubabstand bei Wandkonstruktionen 25 cm, bei Deckenkonstruktionen und Dachschrägen 17 cm.
- Mit welchen Klebern können Rigips Platten, z. B. unter Betonunterzügen, geklebt werden?
Das Kleben von Rigips Platten unter Decken und Dachschrägen ist grundsätzlich unzulässig.
- Können Rigips Platten auf vorhandenen Putz geklebt werden?
Putze und Anstriche sind als Untergrund für Trockenputz ungeeignet. Es wird empfohlen als Unterkonstruktion Hut-Deckenprofile anzudübeln und die Rigips Platten mit 25er Schnellbauschrauben zu befestigen.
- Können Rigips Platten nach dem Verspachteln direkt tapeziert oder gestrichen werden?
Nein. Gipsplatten müssen vor der weiteren Beschichtung mit einer Grundierung behandelt werden.
- Was habe ich zu beachten, wenn ich Gipsplatten entsorgen möchte?
Rigips Platten werden als Bau- und Abbruchabfälle entsorgt; Abfallschlüssel gemäß AVV 170802
- Sind bei der Beplankung von Rigipswänden Kreuzfugen zulässig?
Nein. Wenn keine raumhohen Platten verwendet werden können, ist bei den Querfugen ein Versatz von mindestens 40 cm einzuhalten.
- Müssen bei doppelt beplankten Konstruktionen die unteren Platten verspachtelt werden?
Gemäß DIN 18181 sind die Fugen der unteren Beplankungslage durch Verspachteln zu verschließen.
- Wie kann eine Brandschutzwand an eine Trapezblech- oder Holzbalkendecke angeschlossen werden? Sind Sickenfüller hierfür ausreichend?
Gemäß DIN 4102-4 Pkt. 1.3 müssen Bauteile an mindestens gleichwertig klassifizierte Bauteile angeschlossen werden. Dem zufolge müssen Decken einschließlich der tragenden und aussteifenden Bauteile selbständig der gleichen Feuerwiderstandsklasse angehören.
- Wie groß dürfen die Fugen zwischen den Gipsplatten bei Wand- oder Deckenbeplankungen sein?
Rigidur Gipsfaserplatten werden mit einem Fugenabstand von ca. 5-7 mm, Gipsplatten dagegen ohne Fugenabstand verarbeitet. Vereinzelt auftretende Abstände von bis zu ca. 10 mm können in der Regel ohne Gefahr einer Rissbildung mit Rigips Spachtelsystemen, z. B. VARIO Fugenfüller, geschlossen werden.
- Können Rigips Bauplatten nachträglich imprägniert werden und so die Qualität einer GKBI/GKFI erreichen?
Nein. Eine nachträgliche Kernimprägnierung von Bauplatten ist nicht möglich, da sich die "Nachbehandlung" nur auf die Kartonoberfläche auswirkt.
- Welche zusätzlichen Dämmstoffe dürfen bei Trockenestrichkonstruktionen unter kaschierten Estrichelementen verwendet werden?
Als zusätzliche Dämmschicht können bei Rigidur H Estrichelementen 40 PS oder 50 PS Polystyrol Hartschaum PS 30 bzw. EPS DEO 150 KPa, mit einer maximalen Stärke von 30 mm, oder Extrudierter Hartschaum ≥330 kg/m2, mit einer maximalen Stärke von 50 mm, verwendet werden.
- Was ist der Unterschied zwischen einer selbständigen Brandschutzdecke und einer Brandschutzdecke in Verbindung mit einer Rohdecke?
Selbständige Brandschutzdecken funktionieren ohne Berücksichtigung der Rohdecke, also von Unterkante Rigips Platte bis Oberkante Abhänger. Brandschutzdecken mit Rohdecken funktionieren von Unterkante Rigips Platte bis zur Oberkante Fußbodenaufbau.
- Wie werden Kabel durch F30 bis F90 Montagewände hindurchgeführt?
Gemäß DIN 4102 dürfen einzelne elektrische Leitungen durch Feuerschutzwände hindurchgeführt werden, wenn der verbleibende Lochquerschnitt mit gipshaltigen Spachtelmassen (z. B. VARIO Fugenfüller) vollständig in Beplankungsstärke verschlossen wird. Mehrere Kabel müssen durch spezielle Abschottungen geführt werden.
- Wie müssen Türöffnungen bei Rigips Montagewänden ausgebildet werden?
Türöffnungen bis zu einer Breite von 88,5 cm mit einem Türblattgewicht von max. 25 kg können bei einer Wandhöhe von bis zu 2,60 m mit normalen CW-Profilen ausgebildet werden. Wenn die Wandhöhe 2,60 m übersteigt oder schwerere Türblätter verwendet müssen Rigips-Aussteifungsprofile UA verwendet werden.
- Können die im Prüfzeugnis beschriebenen 25 mm dicken Rigips Feuerschutzplatten auch durch zwei 12,5 mm dicke Platten ersetzt werden?
Nein. Die 25 mm dicken Platten weisen im Brandfall erheblich bessere Eigenschaften auf, wie z. B. Gefügezusammenhalt, Dehnungsverhalten etc.
- Kann die im Dachgeschoss notwendige Dampfbremse auch bei doppelten Beplankungen zwischen der ersten und der zweiten Lage angeordnet werden?
Ja. Bezogen auf den Taupunkt der Gesamtkonstruktion besteht kein Unterschied zwischen der Anordnung unter oder zwischen den Platten. Zu bedenken ist jedoch, dass die Luftdichtigkeit der Anschlüsse und Installationen im Falle einer schichtweisen Anordnung sehr viel schwieriger herzustellen ist.
- Gibt es eine bauaufsichtliche Zulassung für Gipsplatten?
Eine Gipsplatte ist ein geregeltes Bauprodukt für das in der Bauregelliste eine technische Regel in Form der DIN 18180 bzw. DIN EN 520 bekannt gegeben ist. Die Verwendbarkeit des Bauproduktes ergibt sich aus der Übereinstimmung mit der technischen Regel welche mit dem Ü-Zeichen dokumentiert wird.
- Gibt es einen speziellen Fugenspachtel für Feuchträume?
Rigips Fugenspachtel ist auch für Feuchträume, wie Bäder und ähnlich genutzte Räume, geeignet.
- Kann zum Verspachteln von Ridurit (Glasroc F)-Platten auch Fugenfüller Super Plus eingesetzt werden?
Die Ridurit (Glasroc F)-Platten dürfen aufgrund ihrer höheren Saugfähigkeit nur mit dem speziell darauf abgestimmten Fugenspachtel Ridurit (Glasroc F)- oder VARIO Fugenspachtel mit Glasfaser-Bewehrungsstreifen verspachtelt werden.
- Welchen Einfluss hat es auf die Schallschutzwerte, wenn bei einer Wandbeplankung nicht 2 x 12,5 mm RF, sondern 1 x 25 mm RF pro Wandseite eingesetzt wird?
Bei einer Beplankung mit 1 x 25 mm pro Wandseite verliert die Konstruktion ihre Biegeweichheit. Das hat eine Verschlechterung des Schallschutzes zu Folge.
- Kann mit "Die Leichte 25 imprägniert" eine F90-Wand montiert werden?
Mit "Die Leichte 25" und "Die Leichte 25 imprägniert" können Wandkonstruktionen nur bis F30 ausgeführt werden. F90 -Konstruktionen sind nicht möglich.
- Wie lässt sich der Schallschutz einer vorhandenen Massivwand verbessern?
Zur Verbesserung des Schallschutzes besteht die Möglichkeit, an die bestehende Massivwand eine freistehende Vorsatzschale oder eine Vorsatzschale auf Justierschwingbügeln mit jeweils mind. 40 mm Mineralwolle Dämmung anzubringen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Verbundplatte Rigitherm Doublissimo oder Rigitherm MF auf Mauerwerk oder Beton mit Ansetzbinder anzusetzen. Die Verbesserung der Luftschalldämmung erfolgt in beiden Fällen in Verbindung mit der flächenbezogenen Masse der vorhandenen Massivwand.
- Muss beim Verspachteln von Rigips Brandschutzkonstruktionen ein spezieller Brandschutzspachtel verwendet werden?
Nein. Die gipsgebundenen Fugenfüller und Spachtelmassen entsprechen der Baustoffklasse A1 und werden zum Verspachteln von Brandschutzkonstruktionen eingesetzt.
- Aus welchem Gips werden Gipsfaserplatten gefertigt?
Gipsfaserplatten von Rigips werden aus Naturgips gefertigt. Die Faserverstärkung erfolgt durch Beimengung von Zellulosestoffen. Aber auch sog. REA-Gips aus Rauchgasentschefelungsanlagen von Steinkohlekraftwerken kann völlig unbedenklich eingesetzt werden. Unabhängige Gutachten, die bei Rigips abgefordert werden können belegen, dass dieser Gips ein gesundheitlich völlig unbedenklicher Baustoff ist.
- Können nass gewordene Gipsplatten noch verarbeitet werden?
Nur wenn die Feuchtigkeitseinwirkung kurz war und die Platten anschließend die Feuchtigkeit wieder abgeben konnten, werden die physikalischen Eigenschaften wieder erreicht. Die Montage darf erst nach dem vollständigen Austrocknen der Platten erfolgen.
- Nach einem Deckanstrich haben sich meine Gipsplatten gelblich verfärbt. Mein Maler sagt das liegt am Lignin. Hat mein Maler mit seiner Vermutung Recht? Was bewirkt Lignin und wie können solche Verfärbungen vermieden werden?
Lignin ist ein Holzbestandteil der für das Vergilben von Papier bei Sonneneinstrahlungen verantwortlich ist. Die Vergilbung entsteht durch sich lösendes Lignin aus der Kartonschicht, das durch Feuchtigkeitseinwirkung z. B. durch Luftfeuchtigkeit, Kleister oder Farben an die Plattenoberfläche transportiert wird. Derartige Verfärbungen stellen keinen Qualitätsmangel dar sondern sind typische Materialeigenschaften.
Rigips-Platten und Zubehör sind vor Feuchtigkeit und Witterungseinflüssen wie auch Sonneneinstrahlung zu schützen. In dem Fall, dass Rigips-Platten nach der Fertigstellung nicht sofort mit einer Oberflächenbeschichtungen versehen werden können sollte eine entsprechende Grundierung aufgebracht werden.
Vergilbte Gipsplatten müssen mit einem Isolieranstrich über die gesamte Fläche versehen werden um einen weiteren Lignintransport zu verhindern.
- Dürfen in Brandschutzklassifizierten Wänden auch Hohlraumdübel zur Befestigung von Konsollasten eingesetzt werden?
In Rigips Montagewände mit Brandschutzanforderung dürfen unter Einhaltung der max. zulässigen Konsollasten (DIN 18 183) geeignete Hohlraumdübel eingesetzt werden. Konsollasten gemäß DIN 18 183 über 70 kg/lfm. (bis max. 150 kg/lfm.) müssen jedoch über geeignete Traversen in die Metallunterkonstruktion eingeleitet werden. In unserem Planungsordner finden Sie unter dem Punkt 2.90.03 eine Auswahl von Dübeln und die Tabelle mit den jeweils zulässigen Konsollasten in Abhängigkeit vom Schwerpunktabstand.
- Das Abgasrohr einer lokalen Feuerstelle soll ohne Brandschutzanforderungen mit Gipsplatten verkleidet werden. Worauf muss beim Einbau geachtet werden?
Gipsbaustoffe enthalten chemisch gebundenes Kristallwasser. Bei dauerhafter Temperatureinwirkung über 50°C verdunstet das Kristallwasser und der Gefügezusammenhalt des Baustoffes Gips nimmt ab. Daher sind Gipsbauprodukte für Bekleidungen mit dauerhaften Oberflächentemperaturen über 50°C nicht geeignet.
- Ist die Bekleidung der freistehenden Vorsatzschale (System Rigips 3.22.00) auch mit doppelter Beplankung aus Rigips Bauplatten zulässig?
Die Ausführung der freistehenden Vorsatzschale ist auch zweilagig beplankt mit Rigips Bauplatten zulässig. Hierbei sind die zulässigen Wandhöhen nach DIN 18183, Tabelle 1 für den jeweiligen Einbaubereich zu beachten.
- Dürfen Gips(karton)platten mit Klammern an Holzunterkonstruktionen befestigt werden?
Ja, nach DIN 18181 (Gipsplatten im Hochbau – Verarbeitung) ist eine Klammerbefestigung von Gipsplatten auf Holz mit Klammern nach DIN 18182-
2 und DIN EN 14566 grundsätzlich zulässig.
Die Mindest-Eindringtiefe der Klammern in das Holz muss dabei das 15-fache des Nenndurchmessers des Klammerdrahtes betragen.
Die Verklammerung von Gipsplatten darf sowohl an der Wand als auch an der Decke erfolgen. Die Klammerabstände dürfen dabei maximal 80 mm betragen (bei mehrlagigen Beplankungen dürfen die Klammerabstände für die unteren Beplankungslagen bis zum 3fachen auf ≤ 240 mm vergrößert werden).
Grundsätzlich ist zu beachten:
- Die Klammern dürfen nur so weit versenkt werden, wie es für ein einwandfreies Verspachteln erforderlich ist.
- Die Klammern sind so einzutreiben, dass der Winkel zwischen Klammerrücken und Kartonfaserrichtung etwa 45° beträgt.
- Im Bereich von Decken und Dachschrägen dürfen nur beharzte Klammern verwendet werden.