Rigips-Raumakustikrechner - Anwendung der neuen DIN-Norm
Wie Ihnen bereits bekannt ist, wurde die DIN-Norm 18041 (Akustik-DIN) teilweise überarbeitet. Die Änderungen haben auch Auswirkungen auf den Einsatzbereich der Rigips-Akustikdeckensysteme.
Grundsätzlich gilt: Rigips-Deckensysteme sind auch weiterhin hervorragend geeignet, Akustische mit ästhetischen Lösungen zu kombinieren. Mit Rigips-Decken sind auch die Anforderungen der neuen DIN zu erfüllen.
Es wird nur ein wenig komplizierter!
Die neue DIN 18041
Welche Nachhallzeit für einen Raum die Richtige ist, hängt im Wesentlichen von seinem Volumen und von seiner Nutzung ab. Die DIN 18041 und die ÖNORM B 8115-
3 unterteilen Räume dazu in zwei Gruppen:
- In Räume, in denen es auf eine gute Hörsamkeit über größere Entfernungen ankommt, wie etwa in einem Vortragsraum.
- In Räume, in denen es primär um Lärmminderungsmaßnahmen geht und eine gute Hörsamkeit nur über kurze Entfernungen gewünscht ist, beispielsweise in Großraumbüros.
Für Räume der Gruppe 1. legt die DIN 18041 fest definierte Anforderungen an die Nachhallzeit fest. Es ist für jeden Raumtyp eine minimale und eine maximale Nachhallzeit definiert.
Beispiele Raumnutzungstypen 1:
Veranstaltungssaal für Musik, Sport- Schwimmhalle, Hörsaal, Besprechungszimmer, Konferenzraum, Klassenzimmer, Kino.
Für Räume der Gruppe 2 muss entweder eine bestimmte Pegelminderung durch raumakustische Maßnahmen, oder ein bestimmter mittlerer Absorptionsgrad der Raumbegrenzungsflächen erreicht werden. Im Einzelnen kann dies recht kompliziert werden, da sich die Planungsgrößen je nach Raumgruppe und Regelwerk auf unterschiedliche Raumzustände beziehen (mit und ohne zusätzliche Schallabsorber, möbliert oder unmöbliert, besetzt oder unbesetzt).
Für diese Räume der Gruppe 2 gibt die DIN Empfehlungen an den Delta- L- Wert (≥ 3 dB)
(Schallpegelminderung ≥ 3 dB) oder an den mittleren Schallabsorptionswert (Alpha Quer ≥ 0,35 Sek.)
Beispiele für Raumnutzungstypen der Gruppe 2:
Büro, Call Center, Kantine, Restaurant, Flur, Foyer, Verkaufsraum.
Dahinter verbirgt sich folgender physikalischer Zusammenhang: Je länger die Nachhallzeit ist, desto lauter hört sich eine Schallquelle an. Gleichzeitig verliert sie aber an Deutlichkeit.
In Räumen der ersten Gruppe muss man also ein Optimum zwischen der Lautstärke und der Deutlichkeit der Quelle finden. In Räumen der zweiten Gruppe kommt es dagegen hauptsächlich darauf an, dass es nicht zu laut wird.
Die Praxis
Ein sicherer Umgang mit der neuen DIN Norm setzt ein in der Regel ein gutes akustisches Know-
how voraus. Um Sie bei Ihrer Beratungstätigkeit zu unterstützen wurde der Rigips Raumakustikrechner mit hohem Aufwand überarbeitet.
Die Komplexität dieser Regelwerke ist im Rechenservice „Raumakustik“ auf einfache Weise aufbereitet worden. Es sind lediglich die Nutzung, die zu verwendende Norm, das Raumvolumen und typische Möblierungen für eine vorgesehene Personenzahl auszuwählen. Das Programm leitet daraus die Planungsgrößen, Toleranzbereiche oder -grenzen und die zugehörigen Raumzustände ab.
Die Anwendung des Rechenservice
- Sie wählen die Raumnutzungsart (Auswahl über Drop Down-Feld)
- Automatisch erscheint auf der linken Bildschirmseite der nach der DIN geforderte Parameter. Entweder „T“ (Die DIN stellt Anforderungen an die Nachhallzeit) oder „Delta L“ (Die DIN gibt Empfehlungen an die Schallpegelminderung).
- Wie bisher werden die Raummaße, Wandbeschaffenheit, Fußbodenart, etc. definiert. Alle Angaben sind per Drop Down-Feld auswählbar.
- Sie wählen die gewünschten Deckensysteme aus. (Die Auswahlliste wurde überarbeitet. In dem neuen Akustikrechner ist die Liste jetzt übersichtlicher gestaltet).
- Sie haben die Möglichkeit bis zu drei verschiedene Absorber auszuwählen. Zusätzlich wurden auch glatte GKB Platten aufgenommen.
- Haben Sie alle Angaben eingepflegt, erscheint automatisch auf der linken Bildschirmseite eine Mitteilung; z. B.: „Anforderungen nach DIN 18041 sind erfüllt“
In den Fällen, in denen die Anforderungen nicht erfüllt sind, können Sie alle variablen Parameter so verändern, bis die Anforderungen bzw. Empfehlungen erfüllt werden.
Hier einige Faustregeln:
Das Absorptionsverhalten wird verbessert durch:
- Auflage von Mineralwolle
- Vergrößerung der Anhängehöhe
Tiefe Frequenzen werden durch den Einsatz geschlossener Decken (z. B. RBP mit 200 mit MW) verbessert.
Ein gezieltes Absorptionsverhalten bei hohen Frequenzen wird durch eine Erhöhung des Lochflächenanteils im Deckensystem verbessert.
In der Anlage finden Sie vier Beispiele für typische Raumnutzungen mit Rigips-Decken.
(1. Büro, 2. Großraumbüro, 3. Klassenzimmer, 4. Kantine). Der Raumakustikrechner kann als ein ausgezeichnetes Argumentationshilfsmittel genutzt werden. Durch die Vielzahl der Absorptionsprüfungen kann für nahezu alle Anwendungsbereiche eine zuverlässige akustische Lösung erarbeitet werden. Diese Prüfungen gelten ausschließlich für Rigips-Decken und sind nicht übertragbar auf andere Lochplattenhersteller.

Screenshot Raumakustik-Rechner - Büro

Screenshot Raumakustik-Rechner - Großraumbüro

Screenshot Raumakustik-Rechner - Klassenzimmer

Screenshot Raumakustik-Rechner - Kantine
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