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Holzbalkendecken: Statische Sanierung (Unterspannung)

Juli 2006

Statische Sanierung von Holzbalkendecken mittels Unterspannung

Die Sanierung von Altbauwohnungen und der Ausbau von Dachgeschossen mit Rigips Dachschrägenbekleidungen, Wänden, Decken und Trockenestrichen liegen voll im Trend. Einfache Holzbalkendecken genügen dabei den heutigen Anforderungen an Schall- und Erschütterungsschutz häufig nicht mehr. Auch nach der Sanierung mit den bisher üblichen Verfahren ist immer wieder festzustellen, dass die Decke dröhnt und die Gläser im Schrank klirren.

In der VMPA Schallschutzprüfstelle an der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/ Göttingen wurde von Prof. Dr. Gerhard Berg jetzt ein Verfahren entwickelt und zum Patent angemeldet, mit dem diese Probleme beseitigt werden können (siehe unter www.uhb-decke-berg.de).

Das neu entwickelte Verfahren schafft eine grundlegende Verbesserung, weil die statisch oft unterbemessene Holzbalkendecke vorab ertüchtigt wird. Dies geschieht auf sehr einfache Weise durch Unterspannung der Holzbalken (UHB) mit einer Verstärkungsbohle an der Unterseite. Dabei erfolgt eine Lastumlagerung mittels Vorspannung durch Überhöhung (mit Stütze und Wagenheber) und schubfeste Verschraubung mit speziellen Vollgewindeschrauben. Die vorhandene Deckenunterseite bleibt geschlossen, d. h. die Sanierung kann raumweise fast ohne Unterbrechung der Wohnnutzung und ohne Schmutz und Staub durchgeführt werden.

Die statische Ertüchtigung ermöglicht eine Erhöhung der Deckensteifigkeit um bis zu 400% und ein teilweises Rückstellen des Decken-Durchhangs. Damit sind zusätzliche Maßnahmen an der Deckenunter- und -oberseite zur Verbesserung von Schall-, Brand- und Schwingungsschutz problemlos durchführbar. Auch Nutzungsänderungen mit höheren Verkehrslasten sind möglich.

Die Versteifung des Tragsystems führt zu einer deutlichen Minderung des Dröhnens und der Erschütterungen beim Begehen der Decke. Die größte Überraschung ist jedoch, dass die bekannten Maßnahmen zur Verbesserung von Luft- und Trittschallschutz (mit Rigips Unterdecken, Akustikdecken, Brandschutzdecken, Trockenestrichen und auch weichfedernden Bodenbeläge) zu deutliche höheren Verbesserungen als bei der nicht unterspannten Decke führen. Auch die Eigenfrequenzen werden in den nach DIN 1052 "Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken" geforderten Bereich oberhalb von 8 Hz verlagert.

Schallmessungen haben ergeben, dass der erhöhte Schallschutz nach DIN 4109, problemlos erreicht wird:

Luftschall R'w58 bis 60 dB
Trittschall L'n,w53 bis 55 dB mit Dielenbelag
42 bis 46 dB mit weichfedernden Bodenbelägen
44 bis 46 dB mit Trockenestrich
Damit sind auf der Holzbalkendecke harte Beläge (Parkett, Fliesen) über dem schwimmenden Estrich bei Einhaltung des erhöhten Trittschallschutzes möglich.

Das Ingenieurbüro Dr. Hanfried Heller, Weimar, entwickelte im Rahmen seiner ingenieurtechnischen Webdienste ein komplettes Software-Paket zur statischen und schwingungstechnischen Berechnung des Verfahrens (siehe unter www.windimnet.de; auf H.NET klicken). Dieses liefert von der Erfassung des Ist-Zustandes mittels einer Checkliste über die statische und schwingungstechnische Berechnung komplette Ausführungsunterlagen. Einschließlich der schalltechnischen Beurteilung durch das Büro Dr. Berg kann damit sichergestellt werden, dass das ingenieurtechnische Sanierungsverfahren zielsicher und mängelfrei zur Ausführung kommt.

Vorbereitung der Rückverformung des vorhandenen Deckenbalkens

CAD-Details
Durch Kombination des UHB-Verfahrens und der Rigips Innenausbausysteme können bei der Sanierung von Holzbalkendecken für den Nutzer optimale Ergebnisse erzielt werden.

Lesen Sie hierzu mehr:

UHB-Sanierungsverfahren: www.uhb-decke-berg.de
Statische Bemessung: www.windimnet.de (auf H.NET klicken)
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