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Rigips Lösungen für den Stahlleichtbau

August 2009

Geringes Gewicht, schlanker Aufbau, trockene Bauweise

Rigips Lösungen für den Stahlleichtbau
Stahlleichtbaukonstruktionen ermöglichen durch die systembedingten Vorteile - geringes Gewicht, schlanker Aufbau, trockene Bauweise sowie gute schall- und wärmetechnische Eigenschaften - ein effizientes und wirtschaftliches Bauen. Infolgedessen eignen sich Stahlleichtbaukonstruktionen besonders zur Aufstockung, Umnutzung, Nachverdichtung, Sanierung und Modernisierung von Bauwerken.

Stahlleichtbauten bestehen hauptsächlich aus tragenden kaltgeformten C- und U-Metallprofilen mit einer Materialstärke = 1,5 mm. Die Beplankung der Metallkonstruktion erfolgt mit verschiedenen Bekleidungen je nach statischen bzw. brandschutztechnischen Anforderungen. Da die Metallprofile auch im Brandfall ihre tragenden Eigenschaften über einen bestimmten Zeitraum nicht verlieren dürfen, werden besonders in Bezug auf den Brandschutz hohe Anforderungen an die Beplankung gestellt. Ferner kann, bei der entsprechenden Wahl von Beplankung und Dämmung, auch die Anforderung des Baurechts an die Nichtbrennbarkeit (Baustoffklasse A) der Baustoffe erfüllt werden.

Mit der „Gutachterlichen Stellungnahme GS III/08-076” der MFPA Leipzig, verfügt die Saint-Gobain Rigips GmbH über den Nachweis für F30-A, F60-A, F90-A und F120-A Brandschutzkonstruktionen bei Stahlleichtbauten.

Diese „Gutachterliche Stellungnahme” basiert hauptsächlich auf einer Vielzahl von Prüfungen der Saint-Gobain Rigips GmbH und befasst sich mit dem Brandverhalten von tragenden und raumabschließenden Stahlleichtbau Wand-, Decken-, und Bodenkonstruktionen, welche mit diversen Rigips Platten beplankt werden können. Stahlleichtbauten im Sinne des Gutachtens können z.B. auch Raum in Raum Systeme, Fluchttunnel, begehbare Zwischendecken oder freigespannte Decken sein.

aufklappenaufklappenStatik

Bei Stahlleichtbaukonstruktionen erfolgen der Lastabtrag in der Tafelebene und die Gebäudeaussteifung durch den Verbund der Profile mit der Beplankung als „Scheibe”. Der Lastabtrag senkrecht zur Tafelebene erfolgt als „Platte” (z.B. bei Decken). Die statischen Nachweise sind für den Kaltfall zu führen, daher erfolgt die Bemessung der Profile nach der Richtlinie 016 des Deutschen Ausschusses für Stahlbau oder nach dem Eurocode 3 Teil 1.3.
Die horizontale Aussteifung der Konstruktion kann in Anlehnung an die DIN 1052:2004-08 erfolgen. Alle notwendigen Kennwerte der Rigidur H Platte für die Berechnung können der ETA 08/0147 entnommen werden.
Lastabtrag als ScheibeLastabtrag als Platte
Lastabtrag als ScheibeLastabtrag als Platte

aufklappenaufklappenBrandschutz

Rigips Lösungen für den Stahlleichtbau Zusätzlich zu einer nichttragenden Konstruktion, welche den Raumabschluss mindestens für die Feuerwiderstandsdauer sicherstellen soll, muss eine tragende Konstruktion im vollen Umfang standsicher bleiben. Dafür ist die Stahlkonstruktion mit einer entsprechenden Beplankungsart und Beplankungsdicke vor einer übermäßigen Temperaturerhöhung zu schützen. Tragende Stahlleichtbauwände werden dazu in Schachtwandqualität bekleidet. Stahlleichtbaudecken oder -dächer werden von unten mit einer brandschutztechnischen Unterdecke oder Deckenbekleidung geschützt. Um einen Schutz von oben sicherzustellen ist z.B. ein Trockenestrich notwendig.

Rigips Lösungen für den Stahlleichtbau Die Gewährleistung der Standsicherheit und des Raumabschlusses gemäß DIN 4102-2 bietet eine entsprechende Beplankung mit Rigidur H, Ridurit (Glasroc F), Rigips Feuerschutzplatten RF oder mit „Die Dicke”. Je nach Anforderung und Anwendung kann eine Beplankung und Beplankungsstärke gewählt werden, welche die Stahlleichtbaukonstruktion über den Zeitraum von 30, 60, 90 oder 120 Minuten vor einer unzulässigen Temperaturerhöhung schützt.

In der folgenden Tabelle sind die notwendigen Beplankungsstärken für die Feuerwiderstandsklassen F30 bis F120 aufgelistet. Der Nachweis der Feuerwiderstandsklasse der einzelnen Wand-, Decken- und Bodenaufbauten ist durch die „Gutachterliche Stellungnahme GS III/08-076” der MFPA Leipzig geführt.

Mindest.-Bekleidungsdicken von Wand-, Decken- und Bodenkonstruktionen für F 30 bis F 120

Konstruktion
Bekleidungsmaßnahmen je Seite [mm]
F 30
F 60
F 90
F 120
Wand
2 x 12,5 RF oder
1 x 25 Die Dicke
oder
12,5 + 10 RG
18 + 15 RF oder
3 x 10 RG oder
2 x 15 RG oder
1 x 25 RD
2 x 20 RD oder
3 x 12,5 RG oder
2 x 20 Die Dicke
3 x 15 RD oder
3 x 15 RG oder
2 x 10 + 2 x 12,5 RG oder
3 x 20 Die Dicke
Decke (unten)
2 x 12,5 RF oder
2 x 10 RG oder
1 x 20 Die Dicke
2 x 15 RF oder
2 x 15 RG oder
25 RD
2 x 20 Die Dicke
oder 2 x 20 RD oder
3 x 12,5 RG
3 x 15 RG oder
2 x 25 RD oder
3 x 20 Die Dicke
Boden (oben)
3 x 10 RG2 x 12,5 + 10 RG10 RG + 30MF2 x 10 RG + 30MF
RF = Rigips Feuerschutzplatten, RG = Rigidur H, RD = Ridurit (Glasroc F), 30MF = Rigidur Estrichelement mit Mineralfaser

Die Beplankung von Stahlleichtbaukonstruktionen mit Rigidur H, Ridurit (Glasroc F), „Die Dicke” oder mit der Rigips Feuerschutzplatte RF kann entsprechend der folgenden Prinzipskizzen erfolgen. Natürlich können nicht nur Innenwände mit Rigips Platten beplankt werden, sondern auch Gebäudeabschlusswände, sofern für einen ausreichenden Wetterschutz gesorgt ist. Eine wärmeschutz- sowie schallschutztechnische Wand- und Deckendämmung ist zulässig, brandschutztechnisch allerdings nicht erforderlich. Als Befestigungsmittel der Bekleidung können z.B. Rigips Schnellbauschrauben TN oder TB (DIN 18181-2), sowie ballistische Nägel z.B. Haubold Z-14.4-453 verwendet werden.

aufklappenaufklappenPrinzipskizzen

Schnitt durch die Wandkonstruktionen für den Stahlleichtbau Schnitt durch die Wandkonstruktionen für den Stahlleichtbau
Schnitt durch die Deckenkonstruktionen für den Stahlleichtbau Schnitt durch die Deckenkonstruktionen für den Stahlleichtbau

aufklappenaufklappenGutachten

Neben der Unterstützung bei Ihren Planungs- und Ausführungsarbeiten, erhalten Sie durch unsere Fachberater, Techniker und unserem Kundenservicezentrum auch die „Gutachterliche Stellungnahme GS III/08-076” der MFPA Leipzig.

Ihren Ansprechpartner finden Sie unter Kontakt.

aufklappenaufklappenLiteraturverzeichnis

  • Planen und Bauen von Rigips
  • Gutachterliche Stellungnahme GS III/08-076
  • ETA 08/0147 (Rigidur H)
  • DIN 4102-4:1994-03
  • DIN 4102-22:2004-11
  • DIN 1052:2004-08, Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken – Allgemeine Bemessungsregeln und Bemessungsregeln für den Hochbau
  • EC Eurocode 3 (EC 3), Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten, Teil 1.3, Allgemeine Bemessungsregeln, Ergänzende Regeln für kaltgeformte dünnwandige Bauteile und Bleche, ENV 1993-1–3:1996
  • DASt-Richtlinie 016: Bemessung und konstruktive Gestaltung von Tragwerken aus dünnwandigen, kaltgeformten Bauteilen, Deutscher Ausschuss für Stahlbau, 1988
  • MBO 2002 www.is-argebau.de > Mustervorschriften/Mustererlasse
  • Erläuterungen zur MBO www.is-argebau.de > Mustervorschriften/Mustererlasse
  • Bauregelliste
  • Dokumentation 560 „Häuser in Stahl-Leichtbauweise”, Stahl-Informations-Zentrum, Düsseldorf 2002
  • Dokumentation 591 „Bauen im Bestand – Lösungen in Stahl-Leichtbauweise”, Stahl-Informations-Zentrum, Düsseldorf 2007
  • Untersuchung der Befestigungstechnik mit ballistischen Verbindungsmitteln zur rationellen Erstellung tragender Tafelelemente in Stahlprofil-Leichtbauweise, Forschungsbericht zum Forschungsvorhaben S619, Stiftung Industrieforschung Köln, Darmstadt 2005
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