Die Entwicklung für den HolzbauDie neuartige Rigidur Hsd ist eine homogene Gipsfaserplatte deren spezielle Oberflächenveredelung, die Wasserdampfdurchlässigkeit reduziert. Ab sofort können Außenwandkonstruktionen im Holz-
/Holzrahmenbau mit Gipsfaserplatten problemlos ohne Folie realisiert werden. Damit kann ein kontrollierter sd-Wert im Bauteil allein durch die innovative Rigidur Hsd Gipsfaserplatte erreicht werden.
Das Formelzeichen sd beschreibt die diffusionsäquivalente Luftschichtdicke eines Bauteils in Metern. Je höher der Wert ist, umso größer ist der Widerstand des Bauteils Wasserdampf in die Konstruktion eindringen zu lassen. Insbesondere in der Winterperiode stellt sich bei einer Außenwand ein von innen nach außen gerichteter Wasserdampfdruck ein. Eine Abstimmung der Durchlässigkeit der einzelnen Schichten aufeinander ist die Voraussetzung dafür, dass es innerhalb der Konstruktion zu keiner Anreicherung mit Tauwasser kommt. Dazu ist raumseitig eine dampfbremsende Schicht erforderlich.
Bei der richtigen Bemessung von Bauteilen ist folgendes zu berücksichtigen:
- Der geforderte Tauwasserschutz für den Bauteilquerschnitt ist sicherzustellen.
- Im Hinblick auf eine möglichst große „Feuchterobustheit“ des Bauteilquerschnitts soll die dampfbremsende Wirkung so klein wie möglich gehalten werden.
Optimal für eine solche Konstruktion ist demnach bei Außenwandkonstruktionen ein Plattenwerkstoff innen - seitig mit einer moderaten dampfbremsenden Wirkung (sd-Wert ca. 4 m) und außenseitig ein diffusionsoffener Plattenwerkstoff. Beide Anforderungen lassen sich jetzt mit den Rigidur H-Gipsfaserplattenprodukten von Rigips auf perfekte Weise kombinieren:

Außenwände werden mit der Rigidur Hsd innenseitig als Dampfbremsebene beplankt. Gleichzeitig erfüllt sie die Anforderungen an die Gebäudeaussteifung, den Brand- und den Schallschutz.
Die neue Rigidur Hsd – Produkteigenschaften, Einsatzbereiche und Verarbeitung- Einzige homogene Gipsfaserplatte mit dampfbremsender Eigenschaft durch neuartige Veredelung d. h. ohne zusätzliche Folie.
- Höchste Brandschutzklassifizierung nach EN 13501-1: A1 „nichtbrennbar“.
- Rigidur Hsd ist bei Brandschutzkonstruktionen genauso wirksam wie die Rigidur H und kann mit den vorhandenen Nachweisen eingebaut werden.
- Rigidur Hsd erfüllt – wie Holzwerkstoffplatten auch – die Anforderungen an die Gebäudeaussteifung (siehe nationale Zulassungen Z-9.1-466 und Z-9.1-571 sowie die ETA 08/0147).
- Keine Formaldehydbelastung, da sie ohne zusätzliche Bindemittel ist.
- Die Verarbeitung der Rigidur Hsd ist wirtschaftlich, da die Plattenfugen nicht extra mit Klebebändern luftdicht verschlossen werden müssen.
- Die Verarbeitung erfolgt genau wie bei Rigidur H-Gipsfaserplatten sonst üblich (sägen, klammern, schrauben, nageln)
Wie funktioniert die Rigidur Hsd?
Bei dieser Neuentwicklung von Saint-Gobain Rigips wird eine Rigidur H-Gipsfaserplatte so veredelt, dass der Dampf - diffusionswiderstand um den Faktor 15 zunimmt. Dabei handelt es sich nicht um eine Kaschierung mit einer Folie, sondern um eine tiefenwirksame Beschichtung die untrennbar mit der Platte verbunden ist.
1A-Brandschutz durch A1-Baustoff
Die positiven Eigenschaften der Rigidur H bleiben dabei vollständig erhalten. Neben den statischen und bauphysikalischen Kennwerten ist insbesondere das im Vergleich zu Holzwerkstoffplatten wesentlich geringere Dehn- und Schwindverhalten und die Brandschutzklassifizierung A 1 herauszustellen. Alle diese Eigenschaften wurden geprüft, zugelassen und dokumentiert in der Europäischen Technischen Zulassung ETA 08/0147.
Rigips-Hinweis
Das Institut für Baubiologie in Rosenheim empfiehlt Rigidur-Gipsfaserplatten, VARIO Fugenspachtel und den Rigidur Nature Line Fugenkleber und zeichnete diese Produkte mit dem Prüfsiegel „geprüft und empfohlen“ aus. Produkte mit diesem Siegel er möglichen gesundes Bauen.

Die mit Rigidur Hsd beplankte Außenwand erhält zum Innenraum eine Installationsebene, die noch mit einer Rigidur H-Gipsfaserplatte bekleidet wird und dann direkt für die Aufbringung der Endbeschichtung geeignet ist.
Beispiel einer Außenwand mit Rigidur H-Gipsfaserplatten- Außenseitige Rigidur H 12,5 nach EN 15283-2. Geeignet als statisch mittragende Beplankung hinter einem Wetterschutz. Nicht brennbar A1, schalldämmend und diffusionsoffen sd ≤ 0,3 m. Alternativ: Holzweichfaserplatte nach EN 13171, diffusionsoffen sd ≤ 0,3 m
- Holzständer und Dämmung
- Rigidur Hsd 12,5 nach EN 15283-2. Geeignet als statisch mittragende Beplankung, moderat dampfbremsend sd = 4,5 m. Nichtbrennbar A1 und schalldämmend
- Installationsebene, gedämmt
- Innenseitige Rigidur H 12,5 nach EN 15283-2. Nichtbrennbar A1, schalldämmend und mit der harten, glatten Oberfläche direkt fur Endbeschichtungen (Anstriche, Tapeten, Fliesen usw.) geeignet
Wandanschlüsse
Die vertikalen Plattenstöße sind sorgfältig und dicht mit Rigidur Nature Line Fugenkleber gemäß der Verarbeitungsrichtlinien zu verkleben. Wahlweise können die Plattenstöße, wie bei Holzwerkstoffplatten üblich, mit entsprechendem Dichtband verklebt werden.
Bodenanschlüsse
Zur Sicherung der Luftdichtheit ist der horizontale Bodenanschluss mit geeigneten Dichtbändern oder vorkonfektionierten Folienstreifen herzustellen.
Deckenanschlüsse
Der Deckenanschluss ist an die Geschossdecken überspannende Dampfbremsebene in geeigneter Weise auszuführen.
Eckanschlüsse
Eckanschlüsse werden mit den dafür geeigneten Klebebändern abgeklebt oder stirnseitig mit einem dafür geeigneten Kompriband abgedichtet.
Verarbeitungs-Tipps
- Der gewohnte Montageablauf bei der Verarbeitung bleibt erhalten.
- Die Rigidur Hsd ersetzt die Holzwerkstoffplatte (Spanplatte oder OSB) bzw. eine Folie als Dampfbremsebene.
- Die Montage der Rigidur Hsd kann mit üblichen Werkzeugen ausgeführt werden und stellt keine Änderung der gängigen und erprobten Verarbeitungspraxis im Holzbau dar.
- Der Wegfall der Folien anbringung bzw. des Abklebens der Plattenstöße mit einem Abdichtungsband spart Zeit und Kosten und ist wirtschaftlich vorteilhaft.
- Bei Durchdringungen der Rigidur Hsd, z. B. bei Installationen, ist die Beibehaltung der luftdichten Ebene durch geeignete Maßnahmen sicher zu stellen.