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© 2008 Saint-Gobain Rigips

Alles über Gips

Die Produktion von Gipsplatten - ein umweltfreundlicher Kreislauf

Naturgips und REA-Gips, Zuschlagstoffe aus der Natur, Karton aus Altpapier, umweltschonende Produktionstechnologie, Transport und Verwendung der fertigen Gipsplatten und die Wiederverwertung von Plattenresten, die bei der Produktion anfallen. Hier haben wir die wichtigsten und häufigsten Fragen rund um das Thema Gips für Sie zusammengefasst und geben Ihnen die passenden Antworten.

Fragen & Antworten

  • Was ist Gips überhaupt?
    Bei Gips handelt es sich um eine Verbindung aus Calciumsulfat und Wasser. Ihre chemische Formel lautet:
    • CaSo4 x 2 H2O
    Diesen Rohstoff verarbeitet die Industrie - also auch die Firma Rigips - u. a. zu Gipsplatten und Putzen, die beim Bauen bzw. Ausbauen in vielfältiger Weise zum Einsatz kommen. Wand- und Deckenbekleidungen, Trennwände sowie Innenputzsysteme sind nur einige Beispiele dafür.
  • Wie und wann ist Gips entstanden?
    So erstaunlich es zunächst sein mag: Gips gibt’s schon seit rund 200 Millionen Jahren. Durch einen geologischen Prozess lagerte sich der im Wasser gelöste Gips in flachen, langsam austrocknenden Meeresbuchten ab und bildete so die heute bekannten Lagerstätten. Wenn daher von traditionsreichen, bewährten Baustoffen die Rede ist, muss Gips sicher an erster Stelle genannt werden.
  • Wie hat man Naturgips gewonnen?
    Gips ist, wie die kurze historische Schilderung bereits erkennen ließ, quasi ein natürlicher Bodenschatz. Er begegnet uns heute in zahlreichen Gesteinslägern, die bis zu 70 m dick sind. Zu den „Gipshochburgen“ in Deutschland gehören Südharz, Nordhessen, Mittel- und Unterfranken sowie Baden-Württemberg. Dort trifft man logischerweise auch die meisten gipsverarbeitenden Firmen, da sie bisher weitgehend diese Vorkommen abbauten.
  • Es ist oft davon die Rede, dass Gips „baubiologisch wertvoll” sei. Was heißt das?
    Gips ist völlig geruchsfrei. Außerdem enthält bzw. entwickelt er keine gesundheitsschädlichen Substanzen. All das macht ihn für Mensch, Tier und Umwelt gleichermaßen gut verträglich. Die aus ihm gefertigten Produkte sind es daher ebenfalls. Zudem verbessern sie aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften das Raumklima und die Wohnbehaglichkeit.

Grundsätzliches über den „neuen Gips”

  • Was bedeutet eigentlich die Abkürzung „REA-Gips”?
    REA - das sind die drei Anfangsbuchstaben von Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen. Mit ihnen wurden in den letzten Jahren u. a. alle Kohlekraftwerke in Deutschland ausgerüstet. Dies war nötig, um die gesetzlichen Auflagen des Umweltschutzes zur Reinhaltung der Luft zu erfüllen.
  • Aber was hat denn das mit Gips zu tun?
    Die Rauchgasreinigung beruht bei Kohlekraftwerken meist auf dem sogenannten „Nasswaschverfahren“ mit Kalkverwendung. Dabei verbinden sich Kalk und Schwefeloxid zu Gips. Das daraus entstehende neue Material ist reiner Gips und hat mit seinen Ausgangskomponenten nichts mehr zu tun.
  • Gab es diesen Gips überhaupt noch nicht?
    Doch. Die japanische Gipsindustrie verwendet ihn schon seit langer Zeit in relativ großen Mengen. Insofern ist an dem gesamten Thema eigentlich nur die Tatsache relativ neu, dass der REA-Gips auch in Deutschland seit ca. 1990 verarbeitet wird.

Die Herstellung des „neuen Gipses”

  • Ist REA-Gips denn wirklich sauber; enthält er also keine Schadstoffe?
    Bei der REA-Gipsherstellung bieten die genannten Etappen - Elektrofilter, Vorwäscher, Kalkwaschverfahren - dafür die beste Gewähr. Stickoxide gelangen nicht in den Gips und verlassen das Kraftwerk mit den entschwefelten Rauchgasen oder werden separat entfernt. Was das Schwefeloxid angeht, so wird es durch den verwendeten Kalk neutralisiert und zu 100% in Gips umgewandelt. Auch im Hinblick auf die Sauberkeit stimmt daher die Aussage: Gips bleibt Gips.

Die Qualität des „neuen Gipses”

  • Wie sieht es jetzt und in Zukunft mit der Gipsqualität aus?
    Dazu ist generell zu sagen, dass der „alte” und der „neue” Gips die gleichen mineralogischen Strukturen haben. Schon von daher sind also auch künftig keine Qualitätseinbußen zu erwarten. Weder beim Rohstoff noch bei en Endprodukten wie Bauplatten oder Putzen. Natürlich kommt es darauf an, dass hohe Qualitätsniveau auf Dauer zu halten.
  • Wurde nachgewiesen, dass der REA-Gips den traditionellen Gips ersetzen kann?
    Ja, in den letzen Jahren führte u. a. eine Reihe neutraler Institute umfassende baubiologische, gesundheitliche und bauphysikalische Qualitätstests durch. Sie kamen bei dem in Steinkohlekraftwerken gewonnenem Rohstoff immer zum gleichen Resultat: Er ist dem „Naturgips“ absolut ebenbürtig - und das auf Dauer.
  • Gibt es weiter regelmäßige Kontrollen?
    Diese Frage lässt sich ebenfalls positiv beantworten. Sowohl die Gips-Lieferanten als auch die verarbeitende Industrie wie Rigips nehmen laufend strenge Qualitätskontrollen vor. Das geschieht in kurzen Zeitabständen. Damit ist stets gewährleistet, dass nur einwandfreies, hochwertiges Material zum Einsatz kommt.

Gesundheits- und Baubiologiekapitel beim „neuen Gips”

  • Wirken sich die Bauprodukte mit dem REA-Gips negativ auf die menschliche Gesundheit aus?
    Gerade in einer Zeit, in der sehr viel über „gesundes Bauen und Wohnen" diskutiert wird, hat diese Frage natürlich ein besonderes Gewicht. Bezogen auf die „neue“ Gipsgeneration lässt sie sich guten Gewissens mit einem klaren „Nein“ beantworten.

    Das trifft auf alle Bereiche zu, in denen Baustoffe die Gesundheit des Menschen beeinflussen können. Im Einzelnen sind das: die Produktion, die Verarbeitung an der Baustelle, das Verhalten im eingebauten Zustand. Auch die eventuelle spätere Deponierung als Bauschutt kann bedenkenlos erfolgen.

  • Liegen wissenschaftliche Studien über REA-Gips vor?
    Umfangreiche Studien liegen vor. Um nur einige unabhängige Stellen zu nennen, die den REA-Gips kritisch mit dem Gips aus Steinbrüchen verglichen: das Münchener Institut für Strahlenhygiene des Bundesgesundheitsamtes, das Institut für Biophysik der Universität des Saarlandes, die RWTH Aachen, das Institut für Baubiologie in Rosenheim sowie die Medizinische Universität in Lübeck.

    Nach meist langfristiger, separater Prüfung aller einschlägigen Punkte erklärten sie übereinstimmend:
    Der „neue“ Gips ist gesundheitlich, hygienisch und arbeitsmedizinisch unbedenklich. Auch insofern steht also seiner uneingeschränkten Nutzung als Baumaterial nichts im Wege.

  • Ist der Gips radioaktiv?
    Hier muss man zunächst darauf verweisen, dass praktisch jeder Stoff natürliche radioaktive Elemente enthält. Das galt bisher in äußerst geringem Maße auch für „Naturgips“; das gilt - durch die Kalkverwendung - künftig genauso für den REA-Gips. Wissenschaftliche Institute ermittelten aber, dass die in Kohlekraftwerken entnommenen Proben weniger radioaktiv sind als die „normale Erdkruste“.
  • Was sagen denn die Baubiologen?
    Unabhängig davon, dass man über den genauen Inhalt des Begriffes „Baubiologie“ sicher lange diskutieren könnte, sind die grundsätzlichen Anliegen dieser Bewegung berechtigt und deshalb zweifellos ernst zu nehmen. Daraus zog z. B. Rigips die Konsequenz. Der Markenproduzent beauftragte das „Institut für Baubiologie“, den im Steinkohlekraftwerk VKR erzeugten Gips auf Herz und Nieren zu prüfen.

    Das Gutachten ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Es brachte die Analyse auf eine ebenso schlichte wie unmissverständliche Kurzformel: „ein empfehlenswerter Baustoff“.

    Damit unterstützte man gleichzeitig den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

    Der - alles andere als „industriehörige“ - Kreis fordert seit geraumer Zeit, den modernen Gips nicht zu deponieren, sondern im Bauwesen verstärkt zu nutzen.

  • Warum der „neue Gips” in jeder Hinsicht seinen Mann steht
    Der Gips aus Steinkohlekraftwerken ist
    • ein einwandfreier und sauberer Rohstoff
    • das Ergebnis eines ausgereiften Verfahrens
    • von gleich bleibend hoher Qualität
    • eine Basis für Markenprodukte von Rigips
    • gesundheitlich und baubiologisch erwiesenermaßen unbedenklich
    • gut für Umwelt und Natur
    • und damit dem „Naturgips” voll und ganz ebenbürtig.
  • Wozu braucht man denn noch Naturgips, wenn es doch REA-Gips gibt?
  • Und warum muss ausgerechnet im Südharz Gips gefördert werden?
    Weil Gips nicht überall zu finden ist. Es gibt in Deutschland zwei bedeutende Regionen, in denen er gefördert werden kann: in Baden-Württemberg mit dem angrenzenden Franken und Südharz.

    Der Gips aus dem Südharz zeichnet sich durch besonderes gute Qualität und Reinheit aus. Das ist mit ein Grund, warum sich hier und in anderen Regionen Südniedersachsens eine gipsverarbeitende Industrie etabliert hat. Eine Industrie, deren Produkte gerade heute wachsende Beachtung finden, und die daher vielen Menschen einen zukunftssicheren Arbeitsplatz bietet. Darüber hinaus schaffen Gipsprodukte Arbeitsplätze im Handwerk und in der Maschinenbauindustrie.

Weitere Informationen zum Thema Gips erhalten Sie beim:

Bundesverband der Gips- und Gipsbauplattenindustrie e.V.
Birkenweg 13
64295 Darmstadt
www.gipsindustrie.de
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