Skulpturale Deckenausbildung

05.11.2012

Künstlerische Gestaltung eines Krankenhausflurs

Düsseldorf / Halle – Eingangsbereiche und Flure in Krankenhäusern sind in ihrem Erscheinungsbild häufig eher schlicht. Ganz anders präsentiert sich der Hauptflur im Erdgeschoss des St. Elisabeth und St. Barbara Krankenhauses in Halle an der Saale. Die Decke der so genannten Magistrale wurde von einem Künstler der nahe gelegenen Kunsthochschule gestaltet. Zahlreiche ineinander verschachtelte geometrische, skulpturale Formen fügen sich zu einem architektonischen Gesamtkonzept. Ausgeführt wurde die außergewöhnliche Deckenkonstruktion in Trockenbauweise. Dabei galt es insbesondere, die kreativen Elemente des Künstler-Entwurfes mit der komplexen Haustechnik zu vereinen. Für die innovativen und kreativen Leistungen in diesem Objekt wurde das Trockenbauteam der FCM Fähnrich GmbH aus Salzatal mit der bronzenen Trophäe der Rigips Trophy '11 ausgezeichnet.

Die neu eingebaute Entrauchungsanlage im Hauptflur des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara erforderte eine neue Deckenkonstruktion im gesamten Flurbereich. Das 54 Meter lange, 1997 erbaute Flurstück, in das Besucher und Patienten direkt beim Eintreten in das Krankenhaus gelangen, entsprach allerdings nicht nur unter technischen Gesichtspunkten längst nicht mehr den Ansprüchen eines modernen Krankenhausbetriebes. Die Krankenhausleitung entschied sich daher, die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle mit der künstlerischen Gestaltung dieses Deckenbereiches zu beauftragen. Absolvent Andreas Köppe erstellte den Entwurf für die Deckenausbildung und betreute dessen Umsetzung zusammen mit dem Architekturbüro Angelika Erz aus Halle sowie dem Bauunternehmen FCM Fähnrich und dem ausführenden Trockenbauer Tom Otterburg.

Das Gestaltungskonzept
Das Anliegen der künstlerischen Gestaltung war es, den Hauptflur markant hervorzuheben und architektonisch zu beleben. Hierfür wurde die abgehängte Deckenkonstruktion skulptural durchgeformt. Besonders wichtig dabei war die Einbindung der gesamten Haustechnik in das Gestaltungsbild. Lüftungsleitungen, Beleuchtung, Rauchmelder, Lautsprecher und Revisionsklappen sollten in die Gestaltung ästhetisch integriert werden. Bei der Suche nach dem geeigneten Material für die Ausarbeitung der erwünschten Formen wurde schnell klar, dass sie nur in Trockenbauweise zu realisieren sein würden. „Die Umsetzung dieser Deckengestaltung macht wieder einmal deutlich, welche innovativen Leistungen mit den Trockenbauprodukten von Rigips möglich sind. Ich staune heute noch, wenn ich diese Decke sehe“, so die Geschäftsführerin der FCM Fähnrich GmbH Elfia Fähnrich.

Die Umsetzung
Nachdem die alte Deckenkonstruktion vollständig abgerissen war, wurden zunächst einige Leitungen im Zwischendeckenbereich umgelegt. Eine besondere Herausforderung stellte die freie Umhausung sämtlicher technischer Anlagen mit Trockenbaukonstruktionen dar. Durch eine lichte Geschosshöhe von vier Metern konnte die neue Konstruktion mit Noniusabhängern auf teilweise bis zu 2,60 Meter abgehängt und der Deckenraum optimal für die Umhausung der technischen Anlagen in unterschiedlichen Höhen genutzt werden. Nur durch eine enge Zusammenarbeit und nahezu tägliche Absprachen zwischen allen Beteiligten konnten die geometrischen Formen und Proportionen präzise realisiert werden. Für die Unterkonstruktion kamen auf Maß geschnittene Rigips-Profile zum Einsatz, die Bekleidung der geometrischen Formen wurde mit „Rigips Bauplatten RB 12,5 mm“ realisiert. „Wir mussten alle Gipskartonplatten direkt auf der Baustelle maßgenau zuschneiden. Eine Vorfertigung wäre aufgrund der individuellen Formen gar nicht möglich gewesen“, berichtet Trockenbauprofi Tom Otterburg. „Wie in Krankenhäusern üblich, hatten wir es dort mit relativ umfangreichen und komplexen Haustechnik-Installationen zu tun, sodass wir uns regelmäßig mit dem Künstler und unserem technischen Ansprechpartner bei Rigips über Details und die passende Trockenbaulösung ausgetauscht haben. Hier folgte wirklich eine ,Einzelanfertigung’ der nächsten.“

Saubere Luft als nützlicher Nebeneffekt
Rund ein Drittel der Deckenfeld-Unterseiten erhielten eine Beplankung mit „Rigiton Air“-Akustiklochplatten. Diese Deckenplatten von Rigips sorgen nicht nur für eine gute Akustik, sie helfen auch dabei, das Raumluftklima deutlich zu verbessern. Dank eines natürlichen silikatischen Komplexes reduzieren diese Platten Schadstoffe und schlechte Gerüche und verbessern damit die Luftqualität nachweislich.

Das Spiel mit dem Licht
Dank einer hochwertigen Oberflächengestaltung in der Qualitätsstufe Q 4 und einer Verspachtelung in mehreren Arbeitsgängen mit dem Rigips „VARIO Fugenspachtel“ verstärkt ein einzigartiges Licht- und Schattenspiel die skulpturale Wirkung der Decke. Die tatsächlich vorhandenen Geometrien werden durch immaterielle Schlagschatten kontrastiert, die dem Deckengebilde etwas „Unwirkliches“ geben.

Im fließenden Grenzbereich zwischen Kunst und Handwerk sah die Fachjury der Rigips Trophy dieses perfekt umgesetzte Ausbauprojekt und würdigte die Leistungen der FCM Fähnrich GmbH mit dem Gewinn der bronzenen Trophäe. Insbesondere durch die enge und kontinuierliche Abstimmung zwischen dem ausführenden Trockenbauunternehmen sowie dem Künstler, dem Architekten und der technischen Abteilung des Krankenhauses wurde ein den Raum belebendes Gesamtkonzept überzeugend realisiert.

Bautafel
Bauherr: Kathol. Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth, Halle (Saale)
Architekt: Architekturbüro Angelika Erz GbR, Halle (Saale)
Entwurf: Prof. Ulrich Reimkasten, Andreas Köppe, Burg Giebeichenstein Kunsthochschule Halle
Trockenbau: FCM Fähnrich GmbH, Salzatal
Fachberater Trockenbausysteme: Thomas Spychalski, Saint-Gobain Rigips GmbH

Krankenhaus Halle

Ein senkrechter Blick auf die neu gestaltete Decke des Krankenhausflures eröffnet die beeindruckende Gesamtansicht eines außergewöhnlichen Kunstwerks.

 

Krankenhaus Halle

Die Deckenausbildung des Krankenhausflures ist geprägt durch geometrische Formen und Verschachtelungen, erstellt in hochwertiger Trockenbauweise.

 

Krankenhaus Halle

Ein faszinierendes Licht- und Schattenspiel genießt der Betrachter dank der hochwertig ausgeführten Oberflächenverspachtelung mit dem Rigips „VARIO Fugenspachtel“ in der Qualitätsstufe Q 4.

Rigips – Das Original. Für Räume zum Leben.
Rigips, das Original, bietet vielfältige Systemlösungen inklusive aller hierfür benötigten Komponenten für den modernen, trockenen und designorientierten Innenausbau. Unter der Marke Rigips werden in Deutschland neben Gipsplatten sowie Gipsfaserplatten, Zubehöre und Dämm-Verbundplatten für die Anwendung in Gebäuden sowie für diverse Spezialanwendungen entwickelt, produziert und vermarktet. Die Saint-Gobain Rigips GmbH ist damit der kompetente Partner für moderne und nachhal­tige Innenausbau- und Designlösungen sowie für hochwertige Systeme im Schallschutz, im Brandschutz, in der Wärmedämmung und im Akustikbereich. Rigips gehört zu den be­deutendsten Marken für moderne Innenausbaulösungen im deutschen Markt und ist Teil der Saint-Gobain-Gruppe.

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