Neue Synagoge Mainz überzeugte bei der Rigips Trophy

09.09.2013

Mit Perfektion im Detail und Rigips-Systemen zum Gesamtkunstwerk

Düsseldorf / Mainz – Die Jüdische Gemeinde Mainz hat eine neue Synagoge, die mit ihrer außergewöhnlichen, symbolträchtigen Architektur und Innengestaltung weithin als bauliches Meisterwerk gilt. Verantwortlich für den Ausbau des Gotteshauses war der Stuckateurmeister Martin Ranft, der die Wände und Decken des Neubaus mit speziell gefertigten Flachreliefplatten und hebräischen Schriftzeichen in ein herausragendes Kunstwerk verwandelte. Auf bemerkenswerte Weise war es ihm innerhalb von nur sechs Monaten gelungen, die Idee des Architekten Manuel Herz in ein technisch umsetzbares System zu fassen und mithilfe einer mit „Rigidur H“-Gipsfaserplatten von Rigips beplankten Profilunterkonstruktion zu realisieren.

Der 2.000 Quadratmeter große Neubau des jüdischen Gemeindezentrums in Mainz fasst etwa 400 Besucher und wurde genau dort errichtet, wo die 1938 zerstörte Hauptsynagoge aus dem Jahr 1912 stand. Der Entwurf stammt von dem Basler Architekten Manuel Herz und ist stilistisch völlig unabhängig vom Ursprungsbau.

Schrift als Entwurfskonzept
Das Gebäude des Jüdischen Gemeindezentrums thematisiert das Motiv der Schrift. Der Baukörper selber wird durch eine stark mäandrierende Silhouette geformt, die in abstrakter Art die fünf Buchstaben des hebräischen Wortes „Keduschah“ (Heiligkeit) nachzeichnet. Es ergibt sich ein eindrucksvolles Erscheinungsbild, das dennoch – durch das Aufgreifen der Blockrandbebauung als städtebauliches Motiv für den Baukörper – einen wohlgeordneten Straßenraum entstehen lässt.

Das Thema der Schrift setzt sich im Innenraum des Gemeindezentrums fort. Die Innenflächen der Synagoge sind durch ein mosaikartiges Relief gestaltet, das sich aus hunderttausenden dicht aneinander gereihten hebräischen Buchstaben zusammensetzt, die jedoch keinen lesbaren Text ergeben. An manchen Stellen lichtet sich diese Buchstabendichte und es werden so genannte „Piyutim“ (religiöse Dichtungen) lesbar, die von Mainzer Rabbinern während des Mittelalters geschrieben wurden. Diese Piyutim verweisen auf die zentrale Rolle der jüdischen Gemeinde Mainz im Mittelalter.

Millimeterarbeit für filigrane Reliefplattenabgüsse
Die Technik zur Herstellung der Buchstaben und Ornamente war von Martin Ranft speziell für dieses Bauvorhaben entwickelt worden. Als optimal erwies sich der Einsatz eines Laserschneidegerätes, mit dem die einzelnen Buchstaben aus 3 mm dickem Holz exakt ausgeschnitten werden konnten. Von diesen Muttermodellen wurden Silikonkautschukformen zur Herstellung der hauchdünnen Ornamentplattenabgüsse genommen. „Die Abgüsse waren nur drei Millimeter ohne bzw. einschließlich der erhabenen Buchstaben sechs Millimeter dick und wurden von uns wie rohe Eier behandelt“, sagt Martin Ranft. Die Buchstaben stehen etwas hervor und haben eine glatte Oberfläche, während die Zwischenräume eine raue Oberfläche haben. Durch die Beschichtung mit einer glänzenden Farbe und die unterschiedliche Reflexion der Oberflächen entsteht somit ein Raumeindruck, der sich im Tagesverlauf und je nach Position und Blickrichtung ständig wandelt. „Als Farbton wurde eine Farbe gewählt, die zwischen Gold, Silber und Bronze liegt“, so Manuel Herz. „Auf der einen Seite wird somit eine Pracht in den Innenraum gebracht, gleichzeitig vermeidet man jedoch eine einfache Bedeutungsebene, die beispielsweise Gold erzeugt hätte.“

Unterkonstruktion gegen Rissbildung
Bevor die Reliefplatten auf die Wände aufgebracht werden konnten, galt es, ein geeignetes System für ihre Montage zu finden. „Die Platten durften auf keinen Fall direkt auf den Beton aufgeklebt werden“, so der Stuckateurmeister. „Das Risiko, dass sich Risse bilden oder Platten sich komplett lösen und herabfallen, wäre zu groß gewesen.“ Zudem sei der frisch gegossene Betonkörper der Synagoge noch voller Feuchtigkeit gewesen.

Martin Ranft entschied sich deshalb für eine verlässliche Vorsatzschale, die den Kraftübertrag auf die sichtbaren Teile der Innenbekleidung mindern und damit Rissbildung dauerhaft verhindern sollte. Mit Direktabhängern wurde zunächst eine Profil-Unterkonstruktion angebracht und am Baukörper zusätzlich mit Winkeln gesichert. Dabei stellte die Ausbildung der durch die außergewöhnliche Architektur des Gebäudes vorgegebenen Wand- und Dachschrägen für das Team um Martin Ranft eine besondere Herausforderung dar. Für die Beplankung wählte der Stuckateurmeister „Rigidur H“-Gipsfaserplatten von Rigips, auf die die Flachreliefplatten später direkt aufgeklebt und durch zusätzliche Verschraubungen gesichert wurden. Aufgrund ihrer Materialeigenschaften empfahl sich die Gipsfaserplatte als idealer Untergrund. „Wenn man mit filigranen Reliefplatten arbeitet, muss man bei der Verschraubung absolut unabhängig von der Unterkonstruktion sein. Die ‚Rigidur H’ zeichnet sich durch eine große Härte und besonders hohe Belastbarkeit aus – mit ihr als Untergrund können wir überall dort schrauben, wo es erforderlich und auch vom Ornament her sinnvoll ist und nicht nur dort, wo sich ein Ständerprofil befindet.“

Große Maßhaltigkeit
„Beim Aufbringen der Ornamentplatten auf die großformatigen Wandflächen war ein immenses Maß an handwerklicher Präzision erforderlich“, so Martin Ranft. „Wir hatten es teilweise mit mehr als 16 Meter langen Fugen zu tun.“ Erschwert wurde die Ausführung auch dadurch, dass das Wandbild aus hebräischen Buchstaben in vielen Bereichen von Platten mit lesbaren Textpassagen unterbrochen wird, die aus einer Vielzahl einzelner hebräischer Buchstaben gebildet werden. Die Platten wurden zunächst mit einer durch drei Millimeter starkes Schleifpapier provozierten rauen Oberfläche gegossen. Anschließend wurde der hebräische Text mit Trockenfarbe im Maßstab 1:1 aufgestupft. Die Außenkubatur der einzelnen Buchstaben sägten die Stuckateure dann im Feinschnittverfahren aus den normalen Ornamentplatten heraus. Nachdem die rauen Stucktafeln mit den aufgestupften Texten in diese Ornamentplatten eingearbeitet waren, arbeiteten die Spezialisten Buchstabe für Buchstabe mit „Rigidur Nature Line“-Kleber an. Die aufwändigste Arbeit erfolgte im Anschluss: „Bevor die filigranen Gipsplatten ihre glänzende Farbe erhielten, haben wir im Bereich der Stöße unzählige einzelne Buchstaben nachgeschnitzt, um überall einen möglichst fließenden Übergang zu schaffen.“ Dabei seien zahlreiche Wandbereiche nur schwer zugänglich gewesen. „Wir mussten in den unmöglichsten Positionen arbeiten, im Stehen oder Liegen, unter dem meterhohen Glasdach der Synagoge mit Geschirr gesichert und unter klimatisch widrigsten Bedingungen.“

Fachjury zeigte sich beeindruckt
Eine Meisterleistung in der Ausführung, die zu einem meisterlichen Gesamtbau geführt hat. Sowohl die Auswahl der einzelnen Konstruktionselemente, die Sicherstellung der dauerhaften Rissfreiheit des aufwändig gestalteten Wand- und Deckenaufbaus, die teils schwierige Ausbildung vieler Wand- und Dachschrägen sowie die handwerkliche Präzision beim Aufbringen der für das Verarbeiterteam ungewohnten Ornamente beeindruckten die Jury der Rigips Trophy nachhaltig. Die Architektur- und Trockenbauexperten kürten Martin Ranft zu einem würdigen Gewinner im Leistungsbereich Premiumsysteme.

Bautafel
Bauherr: Jüdische Gemeinde Mainz und Mainzer Aufbaugesellschaft mbH (MAG), Mainz
Architekt: Manuel Herz, Basel
Trockenbau: Stuck und Restaurierung Martin Ranft, Rüsselsheim
Techniker Trockenbausysteme: Jürgen Klingelhöfer, Saint-Gobain Rigips GmbH

Neue Synagoge Mainz

Der 2.000 Quadratmeter große Neubau des jüdischen Gemeindezentrums in Mainz fasst etwa 400 Besucher und wurde genau dort errichtet, wo die 1938 zerstörte Hauptsynagoge aus dem Jahr 1912 stand.

Neue Synagoge Mainz

Um die Flachreliefplatten sicher montieren zu können, entschied sich Stuckateurmeister Martin Ranft für eine verlässliche Vorsatzschale, die den Kraftübertrag auf die sichtbaren Teile der Innenbekleidung mindern und damit Rissbildung dauerhaft verhindern sollte.

Neue Synagoge Mainz

Der Baukörper der Neuen Synagoge in Mainz wird durch eine stark mäandrierende Silhouette geformt, die in abstrakter Art die fünf Buchstaben des hebräischen Wortes „Keduschah“ (Heiligkeit) nachzeichnet.

Rigips – Der Ausbau-Profi
Der Ausbau-Profi Saint-Gobain Rigips GmbH bietet vielfältige Systemlösungen inklusive aller hierfür benötigten Komponenten für den modernen, trockenen und designorientierten Innenausbau. Unter der Marke Rigips werden in Deutschland neben Gipsplatten sowie Gipsfaserplatten, Zubehöre und Dämm-Verbundplatten für die Anwendung in Gebäuden sowie für diverse Spezialanwendungen entwickelt, produziert und vermarktet. Die Saint-Gobain Rigips GmbH ist damit der kompetente Partner für moderne und nachhaltige Innenausbau- und Designlösungen sowie für hochwertige Systeme im Schallschutz, im Brandschutz, in der Wärmedämmung und im Akustikbereich. Rigips gehört zu den bedeutendsten Marken für moderne Innenausbaulösungen im deutschen Markt und ist Teil der Saint-Gobain-Gruppe. Saint-Gobain, weltweit führender Anbieter auf den Märkten des Wohnens und Arbeitens, ist in 64 Ländern vertreten. Mehr als 190.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschafteten in 2012 einen Umsatz von 43,2 Mrd. Euro.

Rigips – Das Original. Für Räume zum Leben.
Rigips, das Original, bietet vielfältige Systemlösungen inklusive aller hierfür benötigten Komponenten für den modernen, trockenen und designorientierten Innenausbau. Unter der Marke Rigips werden in Deutschland neben Gipsplatten sowie Gipsfaserplatten, Zubehöre und Dämm-Verbundplatten für die Anwendung in Gebäuden sowie für diverse Spezialanwendungen entwickelt, produziert und vermarktet. Die Saint-Gobain Rigips GmbH ist damit der kompetente Partner für moderne und nachhal­tige Innenausbau- und Designlösungen sowie für hochwertige Systeme im Schallschutz, im Brandschutz, in der Wärmedämmung und im Akustikbereich. Rigips gehört zu den be­deutendsten Marken für moderne Innenausbaulösungen im deutschen Markt und ist Teil der Saint-Gobain-Gruppe.

Über Saint-Gobain
Saint-Gobain entwickelt, produziert und vertreibt Materialien und Produktlösungen, die einen wichtigen Beitrag für unser Wohlbefinden und unsere Zukunft leisten. Diese Werkstoffe umgeben uns täglich in unseren Lebensräumen und im Alltag: In Gebäuden, Transportmitteln und Infrastrukturen sowie in zahlreichen industriellen Anwendungen. Unsere Systemlösungen sorgen für Komfort, Leistung und Sicherheit und berücksichtigen gleichzeitig die Anforderungen des nachhaltigen Bauens, des effizienten Umgangs mit Ressourcen und des Klimawandels.
Saint-Gobain ist führend in der Gestaltung von Lebensräumen und macht mit seinen Produkten und Systemlösungen Komfort erlebbar. Rund 170.000 Mitarbeiter in 67 Ländern erwirtschafteten 2015 einen Umsatz von 39,6 Mrd. Euro. Auf der Website www.saint-gobain.de und über den Twitter Account @SaintGobainME erhalten Sie weitere Informationen zu Saint-Gobain.

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