Libeskind-Villa: Abschied vom rechten Winkel

30.09.2010

Herausforderung für den Trockenbau

Düsseldorf / Datteln – Seit Herbst 2009 begrüßt die Rheinzink GmbH & Co. KG in Datteln ihre Gäste in einem neuen Empfangsgebäude, das nach einem Entwurf des international renommierten Architekten Daniel Libeskind in Holzbauweise und mit einer imposanten Außenbekleidung aus Zink errichtet wurde. Das zweigeschossige Gebäude besticht durch seine futuristische Optik und eine Geometrie, die fast ohne rechte Winkel auskommt. Die Dattelner Libeskind-Villa ist damit der Prototyp einer weltweit auf 30 Objekte angelegten „Gebäude-Edition“ des Architekten und ein Beispiel herausragender Trockenbauarbeiten.

Die Libeskind-Villa besteht aus drei ineinander verschachtelten Baukörpern, die eine Fläche von etwa 120, 90 und 60 m² einnehmen. Rechte Winkel kommen in den unterschiedlichen Gebäudeteilen so gut wie nicht vor, keine Wand ist hier wie die andere. Den Auftrag, Decken und Wände zu verkleiden und eine Akustikdecke mit integrierten Lichtbändern in den durchweg unwinklig gestalteten Innenräumen einzubauen, übernahm die Cora Montagegesellschaft für Bauelemente mbH aus Oer-Erkenschwick. Für die Umsetzung der kniffligen Aufgabe setzte der Verarbeiter auf bewährte Lösungen des Ausbau-Profis Rigips.

Individueller Zuschnitt für unwinklig gestaltete Räume
„Mit vorgefertigten Platten und Standardmaßen wäre man hier nicht weit gekommen“, erinnert sich Diplom-Ingenieur Michael Hampel, Geschäftsführer der Cora Montagegesellschaft. „Mit vier bis acht Monteuren waren wir täglich auf der Baustelle und mussten uns immer wieder aufs Neue in die Vorstellungswelt des Architekten hineindenken. Jede Platte musste vor Ort ganz individuell zugeschnitten und montiert werden.“

Beplankung mit Gipsfaser
Für die Beplankung der Holzständerwerke kamen in der Libeskind-Villa etwa 1.000 m² der „Rigidur H“-Gipsfaserplatte von Rigips zum Einsatz. An den Außenwänden des Hauses wurde innenseitig „Rigidur H 12,5 mm“ direkt auf 22 mm dicke OSB-Platten geklammert. Im Gebäude erstellten die Monteure eine Wandunterkonstruktion aus Konstruktionsvollholz, die als Elektrik-Installationsebene dient, und zunächst mit 60 mm dicker Mineralwolle gedämmt und dann ebenfalls mit „Rigidur H“ beplankt wurde.

Nichtbrennbar und baubiologisch empfohlen
„Rigidur H“ ist die einzige Gipsfaserplatte, die über die Europäische Technische Zulassung (ETA) mit der höchsten zu erzielenden Brandschutzklassifizierung A1, „nichtbrennbar“ gemäß der europäischen Norm DIN EN 13501-1, verfügt. „Überzeugend sind auch ihre gesundheits- und umweltfreundlichen Eigenschaften“, so Michael Hampel. Wie alle anderen Produkte aus der „Rigidur H“-Produktfamilie wurde auch diese Gipsfaserplatte nach strengen Umweltkriterien geprüft und vom Institut für Baubiologie in Rosenheim (IBR) als baubiologisch empfohlener Baustoff eingestuft.

Decken in F 30
Viel Sachverstand verlangten die Bekleidung der Decken und der Einbau einer Akustikdecke mit integrierten Lichtbändern. „Die Decken sind in der Villa nämlich nicht nur mit einem spitzen Winkel belegt, sondern vielfach auch in ein oder sogar zwei Richtungen in sich gekippt.“ Ausgeführt wurde die Geschossdecke zwischen Erd- und Obergeschoss mit massiven Brettschichtholz-Elementen und die Dachfläche mit unterschiedlich hohen Sparren. Bekleidet wurden die Untergründe dann mit 22 mm starken OSB-Platten. Um für die Decken die Feuerwiderstandsklasse F 30 zu erreichen, erfolgte anschließend auch hier die Beplankung mit „Rigidur H“.

Akustikdecke mit „Rigiton Air“
Zur Verbesserung der Akustik brachten die Verarbeiter darunter mit Abhängern eine Fein- und Groblattung aus CD-Profilen an, auf der dann die qualitativ hochwertige Lochplatte „Rigiton Air“ montiert wurde. „Rigiton Air“ ist akustisch hoch wirksam und sorgt zudem dank einer speziellen Wirkstoffkombination aus natürlichen Mineralien für einen nachhaltigen Abbau und somit dauerhafte Reduzierung der Schadstoffe in der Raumluft. „Die rückseitig auf die Lochplatte aufgebrachte Folie birgt den großen Vorteil, dass die zur Klimatisierung angezogene Raumluft nicht durch die Löcher der Platte dringt, sondern durch die an den Deckenrändern ausgeführten Schattenfugen. Die Partikel in der Raumluft können sich somit nicht als Schmutzränder um die Löcher herum ablagern.“ Die sichtseitig mit einem wasserfesten Glasvlies kaschierten Oberflächen beschichteten die Verarbeiter mit einem mineralischen Akustikputz.

Diagonal verlaufende Lichtbänder
Neben der Unwinkligkeit der Räume stellten von Rheinzink selbst entworfene und gefertigte Leuchten eine weitere Herausforderung dar: Als diagonal durch den Raum verlaufende Lichtbänder mussten die Lampen zur gleichmäßigen Ausleuchtung der Räume in die Decke eingebaut werden. Die besondere Schwierigkeit war, eine Befestigung zu finden, die das Auswechseln jeder einzelnen Lampe ermöglichen sollte. Die Unterkonstruktion der Akustikdecke konnte somit nicht durchgehend angelegt werden, sondern diese musste im Bereich der Lampen komplett getrennt werden. „Gemeinsam mit dem Elektriker haben wir eine ideale Systemlösung gefunden, die vor allem auf zusätzlichen Abhängern und einer besonderen Verstärkung der Unterkonstruktion beruht. Auch hier waren also wieder Einfallsreichtum und vor allem ein sehr exaktes Aufmaß gefragt“, erläutert Michael Hampel, der die genauen Konstruktionsdetails lieber als Betriebsgeheimnis für sich behält.

Schattenfugen in Falttechnik
Aus Faltplatten erstellte sein Team Schattenfugen an den Deckenrändern. Die rechtwinkligen Fugen an den unwinkligen Baukörper anzubringen erforderte viel handwerkliches Geschick und Erfahrung in Sachen Falttechnik. Jedes Faltelement musste individuell zugeschnitten und angepasst werden. „Wir haben mit den Faltplatten eine scharfe Kante erzeugt, die einen optimalen optischen Abschluss ermöglicht“, so Michael Hampel.

Handwerkliche Perfektion
Rund 350 Gäste aus 30 Ländern feierten Ende September 2009 in Anwesenheit von Daniel Libeskind die Eröffnung des Gebäudes. Bau und Ausbau der Libeskind-Villa in Datteln hatten zuvor insgesamt sechs Monate für sich beansprucht. Michael Hampel zeigt sich mit der Arbeit seines Ausbauteams mehr als zufrieden: „Unser Anspruch war es, mit handwerklicher Perfektion dazu beizutragen, dass die Vision des Architekten Wirklichkeit werden konnte. Und ich denke, das ist uns gelungen.“

Bautafel
Bauherr: Rheinzink GmbH & Co. KG, Datteln
Architekt: Studio Daniel Libeskind, New York
Trockenbau: Cora Montagegesellschaft mbH, Oer-Erkenschwick
Fachberater Trockenbausysteme: Ulrich Klocke, Saint-Gobain Rigips GmbH

Libeskind-Villa

Daniel Libeskind entwarf die neue Eingangshalle für die Firma Rheinzink.

 

Libeskind-Villa

In der Libeskind-Villa ist keine Wand wie die andere. Rechte Winkel kommen in den Räumen so gut wie nicht vor.

 

Libeskind-Villa

Eine Herausforderung für das Ausbauteam der Cora Montagegesellschaft für Bauelemente mbH aus Oer-Erkenschwick.

 

Rigips – Der Ausbau-Profi
Der Ausbau-Profi Saint-Gobain Rigips GmbH bietet vielfältige Systemlösungen inklusive aller hierfür benötigten Komponenten für den modernen, trockenen und designorientierten Innenausbau. An insgesamt 11 Standorten in Deutschland entwickeln, produzieren und vermarkten rund 800 Mitarbeiter neben Standard-Gipsplatten sowie Gipsfaserplatten, Zubehöre und EPS-Dämmstoffe für die Anwendung in und an Gebäuden sowie für diverse Spezialanwendungen. Die Saint-Gobain Rigips GmbH ist damit der kompetente Partner für moderne Innenausbau- und Designlösungen sowie für hochwertige Systeme im Schallschutz, im Brandschutz, in der Wärmedämmung und im Akustikbereich. Rigips gehört zu den führenden Marken für moderne Innenausbaulösungen im deutschen Markt und ist Teil des Saint-Gobain-Konzerns. Saint-Gobain ist eines der 50 größten Industrieunternehmen weltweit. Mehr als 191.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 64 Ländern erwirtschafteten in 2009 einen Umsatz von 37,8 Mrd. Euro.

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